Kulturelle Bildung und Umweltbildung: Zukunft ganzheitlich und nachhaltig gestalten

BUND und Deutscher Kulturrat legen gemeinsame Positionen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung vor

Berlin, den 26.06.2018. Der BUND als einer der größten Natur- und Umweltverbände Deutschlands, gemeinsam mit der BUNDjugend, und der Deutsche Kulturrat, der Dachverband der Bundeskulturverbände, starten mit dieser gemeinsamen Erklärung in eine Kooperation zur stärkeren Verschränkung von kultureller Bildung und Umweltbildung im Sinne der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE).

 

Um die 17 Nachhaltigkeits-Ziele der UN-Agenda 2030 umsetzen zu können, bedarf es des Engagements der ganzen Gesellschaft. Diese zukunftsfähige Gestaltung einer nachhaltigen Gesellschaft erfordert Umdenken und den Willen zur Neuorientierung aller gesellschaftlichen Bereiche und Ebenen. Die Welt und die Herausforderungen ihrer nachhaltigen Entwicklung ganzheitlich zu begreifen, macht einen tiefgreifenden Wandel erforderlich. Um diesen zu befördern, wollen der BUND und der Deutsche Kulturrat gemeinsam zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung beitragen.

 

Der BUND und der Deutsche Kulturrat stellen gemeinsam fest, dass Umwelt- und kulturelle Bildung in ihrer Gesamtheit und im Kontext der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) eng miteinander verbunden sind: Die Umweltbildung mit ihrem Blick auf den verantwortlichen Umgang mit Ressourcen und die kulturelle Bildung mit ihrer Ergebnisoffenheit für neue Perspektiven und Lösungswege sind eine entscheidende Grundlage zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele der UN.

 

Darum haben der BUND, die BUNDjugend und der Deutsche Kulturrat vereinbart, in Zukunft in Fragen der Umweltbildung und der kulturellen Bildung enger zusammenzuarbeiten. Diese Kooperation möchte die öffentlichen Debatten über die nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft anregen und zu einem Wandel führen. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von BUND, BUNDjugend und Deutschem Kulturrat versteht sich als Diskursraum für Werte und Ziele nachhaltiger Entwicklung und Fragen gesellschaftlicher Transformation.

 

Gemeinsam appellieren der BUND und der Deutsche Kulturrat an die Bundesregierung sowie die Landesregierungen:

 

  • die bestehende BNE-Förderung zu überprüfen und weiterzuentwickeln. BNE ist eine Daueraufgabe und muss daher verstetigt werden.
  • Erkenntnisse, Ziele und Prinzipien der BNE in den Schulcurricula zu verankern und schulische Unterstützungssysteme (Schulämter, Lehrerfortbildung etc.) darauf zu verpflichten und dafür auszustatten, indem geeignete finanzielle, personelle und materielle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, dies beinhaltet auch die Stärkung der künstlerischen Schulfächer.
  • beispielhafte Kooperationsmodelle der kulturellen Bildung und der Umweltbildung zu entwickeln und zu fördern sowie Pilotprojekte in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen konkret umzusetzen. Entscheidend ist im Rahmen der Pilotprojekte nicht nur die Kooperation der kulturellen Bildung mit der Umweltbildung/BNE, sondern auch die systematische Einbindung von formaler, non-formaler und informeller Bildung im Sinne kommunaler und regionaler Bildungslandschaften.
  • praxisorientierte Forschung finanziell zu unterstützen und neue Ansätze in die Aus- und Weiterbildung zu implementieren, um zeitgemäße Wege angesichts des gesellschaftlichen Wandels in der Bildung zu beschreiten; hierbei gilt es insbesondere auf die Kompetenz aus der Umweltbildung und der kulturellen Bildung zu setzen.
  • lokale/regionale Bildungslandschaften auf- und auszubauen, also außerschulische Lernorte in der frühkindlichen, schulischen und Erwachsenenbildung systematisch handlungsorientiert einzubeziehen.
  • entsprechende Projekte zu fördern und Förderprogramme aufzustellen, die sparten- und ressortübergreifende Bildungskooperationen der kulturellen Bildung und der Umweltbildung für BNE flächendeckend finanziell auf der formalen und non-formalen Ebene ermöglichen, den BNE-Ansatz der Gestaltungskompetenz aufzugreifen und umzusetzen und Bildungseinrichtungen für das o.a. Anliegen zu öffnen sowie Strukturen und Netzwerke zu fördern, um Bildung für Nachhaltige Entwicklung zu etablieren (Whole System Approach),
  • die Infrastruktur in non-formalen Bildungskontexten zu unterstützen.
  • in diesem Sinne und für diese Ziele Freiräume für alle Menschen zu schaffen.

 

 

Ziel der Bildung für nachhaltige Entwicklung muss es sein, Menschen aller Generationen zu bestärken, neue und eigene Perspektiven für eine gemeinsame Zukunft zu entwickeln.

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