KW 11: Spezial: Corona./ .Kultur: Corona-Virus: Notfallfonds gefordert; Corona-Pandemie: Wie ist der Kulturbereich betroffen? …

... Meldungen, Text der Woche, Vorankündigung: Frauen und Männer im Kulturmarkt, Geschäftsführung des Deutschen Kulturrates ausgezeichnet

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Kultureinrichtungen werden in Deutschland in vielen Städten geschlossen, viele noch geöffnete Einrichtungen klagen über massiven Besucherschwund. Der Kultur- und Medienbereich ist teilweise existentiell von den notwendigen Maßnahmen zum Schutz vor der Corona Pandemie betroffen.

Insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen sowie Freiberuflerinnen und Freiberufler haben oft keine finanziellen Polster, um Einnahmeausfälle aufzufangen. Die Bundesregierung ist gefordert, sich in ihren Unterstützungsmaßnahmen nicht nur auf große Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft zu konzentrieren, sondern auch kleinere und mittelständische Kulturunternehmen sowie Künstlerinnen und Künstler in den Blick zu nehmen. Gleichfalls können die Länder Impulse für die Kultur- und Kreativwirtschaft setzen und sollten ihre Förderinstrumente anpassen.

Heute, beim routinemäßig stattfindenden Spitzentreffen zwischen Kulturstaatsministerin Monika Grütters und den Kulturministerinnen und Kulturministern der Länder, können Bund und Länder beweisen, dass sie es mit dem kooperativen Kulturföderalismus ernst meinen. Ein gemeinsamer Notfallfonds von Bund und Ländern, wie der Deutsche Kulturrat ihn fordert, könnte rasch und unbürokratisch den besonders betroffenen Künstlerinnen und Künstlern und den kleinen kulturwirtschaftlichen Unternehmen aus der Not helfen.

Wir fordern daher den Vorsitzenden der Kulturministerkonferenz Staatsminister Bernd Sibler und Kulturstaatsministerin Monika Grütters MdB auf, schnell zu reagieren und einen Notfallfonds einzurichten. Ein solcher von Bund und Ländern zusammen getragener Notfallfonds sollte nach unserer Ansicht bei der Kulturstiftung der Länder und der Kulturstiftung des Bundes gemeinsam eingerichtet werden. Beide Stiftungen sind sehr erfahren mit der Vergabe von öffentlichen Mitteln und können auch gut zusammenarbeiten.

Die öffentlichen Hände, Bund, Länder und Kommunen, müssen außerdem die bestehenden Möglichkeiten des Haushaltsrechts ausschöpfen, damit öffentlich geförderte Kultureinrichtungen und Projekte nicht in eine existenzielle Gefährdung geraten. Das heißt konkret, wir erwarten, dass die öffentliche Hände Fördermittel beim Ausfall von Veranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie nicht von den Kultureinrichtungen und den Künstlerinnen und Künstlern zurückfordern.

Jetzt darf keine Zeit beim Schutz der Bevölkerung vor dem Virus verloren gehen. Deshalb werden die angeordneten Schließungen von Kulturorten auch im Kulturbereich fast ausnahmslos akzeptiert, doch es darf jetzt auch keine Zeit beim Installieren der notwendigen Unterstützungsmaßnahmen für den Kulturbereich verloren gehen. Jetzt muss auf allen Ebenen gehandelt werden!

Je stärker die Krise ist, umso wichtiger ist den Menschen die Kultur. Bei allen notwendigen Maßnahmen, die wir jetzt in Deutschland, in Europa und außerhalb Europas treffen, müssen wir dafür sorgen, dass uns die Kultur erhalten bleibt.
Mit freundlichen Grüßen

 

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
twitter.com/olaf_zimmermann

 


 

 

Corona-Pandemie: Wie ist der Kulturbereich betroffen?

 

Meldungen des Deutschen Kulturrates:

 

 

 

 

  •  Aktuelle Handlungsempfehlungen des Robert Koch Institutes finden Sie hier!

 

Weitere Informationen:

 

Medienbeiträge mit Bezug zum Kulturrats-Vorschlag zur Einrichtung eines Nothilfefonds (Auswahl):

 


Meldungen:

 

Publikation: Debattenbuch Kolonialismus. Jetzt auch als E-Book

 

59 Autorinnen und Autoren haben Bestandsaufnahmen verfasst und Konsequenzen gefordert.

 

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5 Minuten Urheberrecht

 

Was ist das Urheberrecht und was schützt es? In dieser Reihe aus Politik & Kultur erläutert Roberts Staats prägnant und verständlich einzelne Aspekte des Urheberrechts.

 

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Publikation: Wachgeküsst – 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998 – 2018

 

Das Buch bietet einen Überblick über die wichtigsten Themen der Bundeskulturpolitik der letzten zwanzig Jahre.

 

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Das Archiv: Gedächtnis der Gesellschaft

 

Schwerpunkt in der März-Ausgabe von Politik & Kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates.

 

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Text der Woche: Eva Högl – Keine Opfer zweiter Klasse – Den NS-Opfergruppen „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ wird endlich Anerkennung gezollt

 

„Für die Menschen, die von den Nationalsozialisten als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ verfolgt wurden, setzte sich die Diskriminierung nach der nationalsozialistischen Terrorherrschaft fort“, schreibt Eva Högl. Und weiter: „Sie hatten keine Opferverbände, sie fühlten sich schuldig, die Angehörigen waren verunsichert, der Start in ein neues Leben war vielfach schwierig. Erst Ende der 1980er Jahre gelang es, eine öffentliche Wahrnehmung für das Schicksal dieser Gruppen zu schaffen. Mit der Debatte am 13. Februar 2020 im Deutschen Bundestag und dem Beschluss eines Antrages der Koalition ermöglicht das Parlament endlich die volle Anerkennung dieser Opfergruppen. Damit wird unmissverständlich klargestellt, dass kein Mensch zu Recht im Konzentrationslager war. Und dass es keine Opfer zweiter Klasse gibt.“

 

Eva Högl ist Mitglied des Deutschen Bundestages und Stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion

 

Lesen Sie den Text hier!

 


 

Vorankündigung: Frauen und Männer im Kulturmarkt – Bericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage von Gabriele Schulz + Olaf Zimmermann erscheint im April 2020

 

Nach den Studien „Arbeitsmarkt Kultur“ (2013) und „Frauen in Kultur und Medien“ (2016) legen die Autoren nun die dritte umfängliche Untersuchung zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Kulturberufen unter dem Titel „Frauen und Männer im Kulturmarkt“ vor.

 

Untersucht wird wie viele Frauen und Männer eine Ausbildung im dualen Ausbildungssystem für Kulturberufe absolvieren und wie viele ein Studium.

 

Es wird dargestellt, wie viele Frauen und Männer im Arbeitsmarkt Kultur beschäftigt sind und wie es um ihr Einkommen bestellt ist. Es wird der Frage nachgegangen, wie viele Frauen und Männer im Kulturbereich freiberuflich tätig sind und was sie verdienen.Der Arbeitsmarkt Architektur, Bibliotheken, Bildende Kunst, Buchhandel, Design, Film, Journalismus, Kunsthandwerk, Literatur, Musik, Rundfunk, Theater und Werbung wird behandelt.

 

Ein besonderer Blick wird in der Studie auf die Situation von Frauen im Arbeitsmarkt Kultur und Medien geworfen.

 

ISBN 978-3-947308-20-0; ca. 300 Seiten; Großformat;  ca. 22.80 Euro; Erscheint im April 2020

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