4. KW: Was ist 2026 wichtig?

  1. Was ist 2026 wichtig?
  2. Herzliche Einladung zur Buchvorstellung mit Spielung
  3. Stellungnahme des Kulturrats zur Studie des BMJV
  4. Startschuss: Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt am 21. Mai 2026
  5. Natur & Kultur in Nürnberg am 14.04.26
  6. Herzliche Einladung! Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland lesen in der Staatsbibliothek zu Berlin zur Erinnerung an das rassistische Attentat in Hanau
  7. Podcast-Tipp für die grauen Januartage
  8. Text der Woche: „Politische Bildungsarbeit ist nicht neutral– Über rechtsextreme und rechtspopulistische Einschüchterungsversuche“ von Udo Hahn
  9. Natur- und Kulturraum Grünes Band: BUND und Deutscher Kulturrat sprachen sich ab

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

was ist 2026 wichtig? Zwei Themenfelder sehe ich, die unsere ganze Aufmerksamkeit verlangen. Zum einen sind es die Gefahren, die durch die Unsicherheiten in der Weltpolitik ausgelöst werden. Ein großer globaler Krieg ist nicht mehr undenkbar. Wahnsinn! Die Verantwortlichen spielen ungeniert mit dem Feuer. Von dem unsagbaren menschlichen Leid, das eine solche Katastrophe mit sich bringen würde, einmal abgesehen, sind wir in der Kultur auf eine solche Katastrophe nicht im Geringsten vorbereitet.

 

Welche Kulturgüter sollen wo und wie geschützt werden? Wie kann unser kulturelles Erbe, das materielle und auch das immaterielle, für die nachfolgenden Generationen erhalten werden? Wie können auch im Krisenfall kulturelle Einrichtungen offengehalten werden? Darüber nachzudenken, verursacht mir im ganzen Körper Schmerzen, aber es muss sein, wir dürfen uns nicht vor diesen Herausforderungen drücken, und wir dürfen nicht glauben, dass irgendjemand anderes diese Aufgabe schon im Blick hätte.

 

Nicht minder wichtig ist die Frage, wie wir mit der sogenannten Künstlichen Intelligenz, der KI, umgehen wollen. Dieses hilfreiche Etwas, das sich in Windeseile durch unser aller Leben frisst, wird bald vollständig unentbehrlich sein. Etwas wird dann unser Leben maßgeblich bestimmen, dessen innere Beschaffenheit uns letztlich unbekannt ist. Für den Kulturbereich hat KI auch unmittelbare Auswirkungen auf die Art und Weise, wie Kunst entsteht, nur von Menschen, von Menschen und Maschine gemeinsam, oder vielleicht sogar nur von Maschinen?

 

Kann die Maschine ein Schöpfer sein? Juristisch noch nicht, praktisch, aber schon längst. Die global agierenden Tech-Giganten haben das „Wissen“ für ihre KI-Systeme mittels Datamining skrupellos zusammengeklaut, und natürlich können aus diesen Versatzstücken, neu geordnet, neu zusammengefügt, neu präsentiert, künstlerische Anmutungen entstehen, die den meisten Nutzern ausreichen werden. Damit ist die KI, so nützlich sie im Einzelfall auch sein kann, eine nicht zu unterschätzende Gefahr für den gesamten Kulturbereich. Die KI-Systeme müssen reguliert werden, oder der Kulturbereich wird massiven Schaden nehmen.

 

Sind das alles dystopische Untergangsfantasien? Nein, es ist ein Arbeitsauftrag, der jetzt erledigt werden muss. Indem wir uns diesen Herausforderungen stellen und eine Mitverantwortung für diese Themenbereiche übernehmen, werden wir das Heft des Handelns zurückgewinnen. Das ist die positive Aussicht für 2026.

 

Ihr

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

 


 

2. Herzliche Einladung zur Buchvorstellung mit Spielung

 

Am Mittwoch, den 28. Januar 2026, ab 18 Uhr, wird das neu erschienene „Handbuch Gameskultur 2.0“ in einer Veranstaltung in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, James-Simon-Galerie, in Berlin präsentiert.

Die Stiftung Digitale Spielekultur zeigt den Besucherinnen und Besuchern in einer Spielung beispielhaft, wie Games mit wichtigen gesellschaftlichen Themen umgehen. Die Gäste können hier live erleben, wie spannend, unterhaltsam und informativ Computerspiele sind.
In der Podiumsdiskussion geht es um die kulturelle Bedeutung der Computerspiele, die längst die Nische verlassen haben und in ihrer Vielfalt als Kultur- und Bildungsgut anerkannt sind. Podiumsgäste sind u.a.

 

  • Felix Falk, Geschäftsführer des game – Verband der deutschen Games-Branche
  • Lukas Krieger, MdB (CDU/CSU-Bundestagsfraktion)
  • Holger Mann, MdB (SPD-Bundestagsfraktion)
  • Nandita Wegehaupt, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Spielekultur
  • Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

Moderation: Magnus von Keil

 

Zuvor findet nach einer Begrüßung durch den Vizepräsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Gero Dimter eine Spielung statt.

 

In Analogie zur Lesung taucht in dieser „Spielung“ die Stiftung Digitale Spielekultur zusammen mit dem Publikum in die absurde Welt von „The Stanley Parable: Ultra Deluxe“ (2022) ein. Das ursprünglich im Jahr 2013 von Davey Wreden und William Pugh entwickelte Spiel ist eine bissige Meta-Reflexion über den freien Willen – und zeigt die Möglichkeiten des interaktiven Erzählens auf, indem es gleichzeitig seine Grenzen vorführt. Nach einer Einführung von Nandita Wegehaupt führen Beck Niederländer und Christian Huberts das Publikum durch den Anfang von „The Stanley Parable“ und erläutern dabei neben den Besonderheiten des Spiels auch Geschichte und Eigenarten des interaktiven Erzählens in Computerspielen. An ausgewählten Stellen wird das Publikum zudem in den Spiel- bzw. Entscheidungsprozess mit eingebunden.

 

  • Hier können Sie sich zur Veranstaltung anmelden
  • Im Shop des Deutschen Kulturrates können Sie das Handbuch Gameskultur 2.0 bestellen
  • Hier geht es zum Blick ins Buch

 


 

3. Stellungnahme des Kulturrats zur Studie des BMJV

 

Der Deutsche Kulturrat hat sich in einer Stellungnahme zu der vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) in Auftrag gegebenen Studie „Angemessene Vergütung insbesondere im Bereich Streaming und Plattform-Ökonomie/Reform des Vergütungssystems für gesetzlich erlaubte Nutzungen im Urheberrecht“ positioniert. Beide Themen sind für den Kultur- und Medienbereich von großer Bedeutung.

 

Wir begrüßen, dass das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) mit dem Gutachten den Versuch unternommen hat, die Kulturwirtschaft umfassend und detailliert in Bezug auf die angemessene Vergütung insbesondere im Bereich Streaming und Plattform-Ökonomie und die Reform des Vergütungssystems für gesetzlich erlaubte Nutzungen im Urheberrecht zu untersuchen. Die beauftragte Studie ist breit angelegt, bleibt jedoch in wichtigen Punkten unvollständig und vergleicht in dieser Unvollständigkeit am Ende strukturell nicht vergleichbare Teilmärkte. Problematisch ist ferner, dass auf den Teilmarkt Musik nicht näher eingegangen wird. Auch andere Bereiche kulturellen Schaffens wie bspw. Bildende Kunst, Architektur oder Übersetzung werden im Gutachten nicht oder nur sehr verkürzt behandelt. So bleibt das vom BMJV beauftragte Gutachten weit hinter unseren Erwartungen zurück und enttäuscht.

 

 


 

4. Startschuss: Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt am 21. Mai 2026

 

Am Freitag, 16. Januar 2026, ist der der offizielle Startschuss für den Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt der Initiative kulturelle Integration – einem starken Bündnis von 28 Vertreterinnen und Vertretern der Sozialpartner, Religionsgemeinschaften, Medien, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft – gefallen.

 

Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde der Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt am 21. Mai 2026 vorgestellt und bundesweit zum Mitmachen aufgerufen.

 

Im Umfeld des Welttags der kulturellen Vielfalt sollen möglichst zahlreiche Aktionen von unterschiedlichen Organisationen, Bündnissen oder auch Einzelpersonen durchgeführt und so vielfältige Zeichen für den Zusammenhalt in unserer freien und vielfältigen Gesellschaft gesetzt werden. Alle bereits angemeldeten Aktionen sind im Veranstaltungskalender einsehbar. Für ihr Engagement können Mitmachende einen der vielen attraktiven Tombola-Preise erhalten, die die Mitglieder der Initiative zur Verfügung stellen.
Informationen zum Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt

 

  • Erfahren Sie hier alles zum Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt und laden Sie Ihren Beitrag hoch.
  • Hier kommen Sie zu den Botschafterinnen und Botschaftern des Aktionstags und können auch Ihr Bild einreichen.
  • Hier kommen Sie zu den 15 Thesen „Zusammenhalt in Vielfalt“

 


 

5. Natur & Kultur in Nürnberg am 14.04.26

 

Ich lade Sie herzlich zu einem kulturellen Waldspaziergang ein. Das erste Mal trafen wir uns im Berliner Grunewald und diskutierten gemeinsam ökologische und kulturelle Fragen. Ich freue mich, dass dieses Format nun am 14. April 2026 im Nürnberger Reichswald fortgesetzt wird. Der Reichswald ist ein Ort, an dem sich Natur, Nutzung und Kultur seit Jahrhunderten überlagern, hier eröffnet sich der ideale Erfahrungs- und Diskussionsraum: als Archiv der Natur, als kulturell geprägter Ort und als Ausgangspunkt für neue Perspektiven auf Wandel, Verantwortung und Gestaltung.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem BUND Bayern statt. Prof. Dr. Hubert Weiger vom BUND und ich werden auch vor Ort sein.

 

  • Wann: 14. April 2026
  • Wo: Nürnberger Reichswald (genauer Treffpunkt wird auf der Aktionsseite noch bekanntgegeben)
  • Hier geht es zur Anmeldung

 


 

6. Herzliche Einladung! Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland lesen in der Staatsbibliothek zu Berlin zur Erinnerung an das rassistische Attentat in Hanau

 

Die Initiative kulturelle Integration und ihre Mitgliedsverbände, dbb beamtenbund und tarifunion sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund vertreten durch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft laden Sie in Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz herzlich zur feierlichen Lesung der Texte des Schulwettbewerbs „Schreib für Hanau! Deine Worte für Zusammenhalt in Vielfalt“ ein. Dabei werden Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland ihre Beiträge präsentieren, in denen sie sich mit Rassismus und anderen Formen von Ausgrenzung auseinandersetzen. Die Veranstaltung ist dem Gedenken der Opfer des rassistisch motivierten Anschlags in Hanau am 19. Februar 2020 gewidmet.

 

Die prominente Jury des Wettbewerbs wählte unter hundert Einreichungen aus zehn Bundesländern zehn Texte und eine Gruppenarbeit für die Präsentation in der Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zu der wir Sie herzlich einladen:

 

  • Wann: 10. Februar 2026, 18 Uhr
  • Wo: Wilhelm-von-Humboldt-Saal, Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin
  • Hier geht es zur Anmeldung

 


 

7. Podcast-Tipp für die grauen Januartage

 

Wenn Sie in die Welt der Games eintauchen und vertiefende Informationen finden wollen, lege ich Ihnen unseren kostenfreien Podcast zum Handbuch Games 2.0 an Herz.

 

Folgende Folgen sind bisher erschienen:
#01 Warum braucht es dieses Buch? Pilotfolge des Podcasts mit Olaf Zimmermann und Felix Falk
#02 Warum Games Popkultur sind. Über Games & Popkultur mit Valentina Hirsch
#03 Games als Technologietreiber. Über Technologie & Innovationen aus der Games-Branche mit Thomas Bedenk
#04 Sind Games Literatur? Über Games und Literatur mit Lena Falkenhagen
#05 Kann ich mit Games mehr über Geschichte lernen? Eugen Pfister und Felix Zimmermann über Geschichte und Erinnerungskultur mit Games
#06 Herausforderung: Kulturgut Games zukunftssicher bewahren Andreas Lange & Sandra Winterberg über die Bewahrung von Games
#07 Wie treiben Games Künstliche Intelligenz voran? Mit Johanna Pirker über KI in Games

 

Hier kommen Sie zur Podcast-Website.

 


 

8. Text der Woche: „Politische Bildungsarbeit ist nicht neutral – Über rechtsextreme und rechtspopulistische Einschüchterungsversuche“ von Udo Hahn

 

Wenige Tage vor der Bundestagswahl im Februar stellte die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag eine Kleine Anfrage unter dem Titel »Politische Neutralität staatlich geförderter Organisationen«. 551 Fragen zur Vergabe staatlicher Fördermittel an Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Nach einer gemeinsamen Abstimmung von Union und AfD für eine verschärfte Migrationspolitik war es bundesweit zu Demonstrationen gekommen. Die Bundestagsfraktion der Union wollte vor diesem Hintergrund wissen, ob sich gemeinnützige Vereine, die auch mit Steuergeldern gefördert werden, parteipolitisch betätigen dürfen, ohne ihren Gemeinnützigkeitsstatus zu gefährden. Die Antwort der damaligen Bundesregierung lautete kurz zusammengefasst: Zivilgesellschaftliches Engagement ist rechtlich abgesichert und demokratiepolitisch erwünscht. Ob das auch in Zukunft so bleibt? Das lässt sich aktuell nicht eindeutig mit Ja beantworten. Entscheidend wird sein, welches Verständnis von Zivilgesellschaft CDU/CSU haben und was dies für die politische Bildung bedeutet.

 

Udo Hahn ist Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Akademien in Deutschland e. V. (EAD) und leitet die Evangelische Akademie Tutzing

 

Hier lesen Sie den ganzen Beitrag.

 


 

9. Natur- und Kulturraum Grünes Band: BUND und Deutscher Kulturrat sprachen sich ab

 

Am 13. August 2026 jährt sich zum 65. Mal der Bau der Berliner Mauer. Der Mauerbau war der letzte Baustein, um die innerdeutsche Grenze für die Bürgerinnen und Bürger der DDR undurchlässig werden zu lassen. Der Mauerfall am 11. November 1989 markiert das Ende dieser gegen die eigenen Bürgerinnen und Bürger gerichteten Grenze. Die Überwindung der deutschen Teilung ist ohne den mutigen Einsatz der Menschen in der DDR für Demokratie, Meinungsfreiheit und offene Grenzen nicht denkbar. Sie haben die Öffnung der Grenze, in aller Welt als „Mauerfall“ bekannt, erst ermöglicht.

 

Heute markiert der Natur- und Kulturraum Grünes Band die ehemalige innerdeutsche Grenze. Er ist aufgrund der unterschiedlichen Landnutzung ist Ost und West selbst aus dem Weltraum zu erkennen. Er erstreckt sich über 1.400 km und zeichnet sich als Naturerbe durch eine einzigartige Vielfalt in Flora und Fauna aus. Der Kolonnenweg, Wachtürme, Reste der Berliner Mauer und andere unter Denkmalschutz stehende Relikte markieren das materielle Kulturerbe.

 

Der Vorstand des Deutschen Kulturrates und des BUND trafen sich um zu besprechen, wie der Nominierungsprozess zum gemischten Welterbe des Natur- und Kulturraum Grünes Band voran gebracht werden kann.

 

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