- Games meets Hochkultur
- Erfolgreiche Vorstellung des Handbuch Gameskultur 2.0
- NEU! Politik & Kultur 2/26
- Personennachrichten
- Einladung: Lesung der Texte des Schulwettbewerbs zur Erinnerung an das rassistische Attentat in Hanau
- Der Kulturrat sucht eine studentische Hilfskraft
- Text der Woche: „Abgrenzung statt Ausgrenzung – Wie frei sind Kunst und Kultur?“ von Ulrike Liedtke
- Zum Schluss: Meine 10 Lieblings-Computerspiele
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Kulturfamilie ist groß, wächst beständig und aus so manchem zuerst ungeliebten, misstrauisch beäugten Kind wird mit der Zeit dann doch ein akzeptiertes und oft sogar später besonders umschwärmtes Mitglied der Kulturfamilie. Das gilt auch für Games. Auch wenn, um im Bild zu bleiben, gerade diesem neuen Kind allzu lange der Ruf anhing, Menschen negativ zu beeinflussen, im besten Fall einzig für Spaß zu sorgen und die echte Ernsthaftigkeit und Auseinandersetzung mit unserer Gesellschaft sowie dem Wahren, Guten und Schönen, also der Kunst, zu vernachlässigen. Wer diesem Trugschluss noch aufsitzt oder nachhängt, hat die letzten Jahre der Games-Entwicklung in Deutschland verschlafen und unterschätzt vor allem die Spielerinnen und Spieler.
Das Klischee des pickligen, kontaktgestörten Jungen, der festgetackert am PC oder der Konsole vor allem Fast Food und Games konsumiert, stimmte noch nie. Inzwischen wird es glücklicherweise auch nicht mehr verbreitet. Games werden von Jungen und Alten, von Männern und Frauen, von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion, Weltanschauung, Sprache, mit oder ohne Behinderung gespielt und geliebt. Der Anteil der Frauen und Männer beim Gamen ist ausgeglichen und rund 20% der Spielerinnen und Spielen, gehören schon zu meiner Generation, den über 60ig Jährigen.
Es wird sich über schlechte Spiele geärgert wie über einen schlechten Film oder ein missratenes Musikstück. Es kann über gute Spiele geschwärmt werden wie über ein hervorragendes Gemälde oder einen spannenden Roman. Es gibt ernsthafte, es gibt lehrreiche, es gibt alberne, es gibt dumme, es gibt vielerlei Arten und Formen von Games. Games werden besprochen, verrissen, kritisiert oder hochgelobt – ganz so wie die Zeugnisse anderer Kunstformen auch.
Ich werde immer wieder gefragt, welche Spiele ich spielen würde, hier können Sie einen Blick auf meine 10 Lieblings-Computerspiele werfen.
Games sind längst eine Liaison mit anderen künstlerischen Sparten eingegangen. Musik ist heute ein fester Bestandteil von Games. Große Konzerte mit Musik aus Games begeistern längst nicht nur Spielerinnen und Spieler, sondern erreichen darüber hinaus ihr Publikum. Games wurden nicht nur adaptiert und feiern als Spielfilme Welterfolge. Längst werden Technologien der Games-Branche eingesetzt, um virtuelle Welten auch in Filmen zu erschaffen. Games haben Eingang in das Theater gefunden und selbstverständlich gibt es Wechselwirkungen zwischen Medienkunst und Games.
Um die neuesten Entwicklungen aufzuzeigen, haben Felix Falk und ich, dass „Handbuch Gameskultur“ in einer zweiten überarbeiteten und stark erweiterten Auflage herausgeben. Vorgestern können wir das Buch in der ehrwürdigen Stiftung Preußischer Kulturbesitz vorstellen. Hochkultur und Games, das wurde sehr deutlich, passen sehr gut zusammen.
Ihr
Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
2. Erfolgreiche Vorstellung des Handbuch Gameskultur 2.0
Diesen Mittwoch wurde das neu erschienene Handbuch Gameskultur 2.0 in der James-Simon-Galerie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz erfolgreich vorgestellt.
Neben der Buchvorstellung erwartete die Gäste eine „Spielung“ (ähnlich wie eine Lesung) der Stiftung Digitale Spielekultur, die anhand von „The Stanley Parable: Ultra Deluxe“ (2022) eindrücklich zeigte, wie Computerspiele gesellschaftliche Fragen verhandeln und interaktives Erzählen erfahrbar machen.
In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten unter der Moderation von Moderation von Magnus von Keil die Gäste
- Felix Falk, Geschäftsführer des game – Verband der deutschen Games-Branche,
- Lukas Krieger, MdB (CDU/CSU-Bundestagsfraktion),
- Holger Mann, MdB (SPD-Bundestagsfraktion),
- Nandita Wegehaupt, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Spielekultur und
- Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
über die Bedeutung von Computerspielen als Kultur- und Bildungsgut. Die Veranstaltung machte deutlich, wie sehr Games heute Teil des kulturellen Diskurses sind, und dass weitere Fördermaßnahmen seitens der Politik benötigt werden.
Darüber hinaus lege ich Ihnen unseren kostenfreien Podcast zum Handbuch Games 2.0 an Herz: Hörfunk-Journalist Tobias Nowak spricht in acht Folgen mit den Autorinnen und Autoren über ihre Themen – von Games und Popkultur über Technologien und Innovationen aus dem Games-Bereich bis hin zu Erinnerungskultur mit Computer- und Videospielen.
- Hier können Sie die kostenfreien Podcasts zum Buch hören.
Aktuelle Stimmen zu dem Diskurs rund um das Handbuch Gameskultur 2.0
- Radio 3 rbb: Games ins Feuilleton! Warum nicht!
- WDR 5: Games sind ein bedeutendes Kulturgut – davon bin ich überzeugt. Ein Gespräch über Ego-Shooter, Suchtgefahren und die pure Lust am Gaming
- rbb24 Inforadio: Felix Falk vom „game“ sieht Games schon lange als Teil der Kultur
3. NEU! Politik & Kultur 2/26
Die neue Ausgabe richtet den Schwerpunkt auf das Thema „Die Welt des Tanzes“. Die Beiträge zum Thema finden Sie auf den Seiten 17 bis 31.
Im Leitartikel „Abgrenzung statt Ausgrenzung“ schreibt Ulrike Liedtke, Professorin an der Universität Potsdam, Vizepräsidentin des Deutschen Musikrates und Präsidentin des Landtages Brandenburg, über die Frage: „Wie frei sind Kunst und Kultur?“
Jobkiller KI
Künstliche Intelligenz verändert den Kulturbereich dramatisch. Der Deutsche Kulturrat setzt sich für notwendige Rahmenbedingungen ein.
Kulturgutschutz
In Krisenzeiten wird deutlich: Kulturgut braucht einen besseren Schutz. Start einer Reihe über dieses wichtige Thema.
NS-Gedenkstätten
Elke Gryglewski, Leiterin der Gedenkstätte Bergen-Belsen, spricht im Interview über unangemessenes Verhalten in Gedenkstätten.
Handreichung
Der Bundesmusikverband Chor & Orchester hat Empfehlungen gegen extremistische Tendenzen in Musikvereinen herausgegeben.
Dossier Kulturwirtschaft
Der Februar-Ausgabe liegt ein Dossier zum Thema „Kosmos Kulturwirtschaft“ bei.
Außerdem: Editorial: Was ist 2026 wichtig?; Helmut Kohls „geistig-moralische Wende“; Befragung: Transformation in Kultureinrichtungen; Umgang mit der Geschichte der DDR; das Letzte: Utopie für 2027 u.v.m.
- Ein Exemplar in Papierform können Sie hier im Online-Shop versandkostenfrei bestellen
- Die Winter-Doppelausgabe von Politik & Kultur mit dem Schwerpunkt „Zusammenhalt in Vielfalt“ steht hier auch als E-Paper (PDF-Datei) zum Herunterladen bereit
4. Personennachrichten
Feride Yaldizli wird ab Juli 2026 neue Vorständin und Geschäftsführerin des Kunstmuseums Wolfsburg
Die Kunststiftung Volkswagen und das Kunstmuseum Wolfsburg erwarten in diesem Jahr einen Positionswechsel. Ab dem 1. Juli 2026 wird Feride Yaldizli Vorständin und Geschäftsführerin des Kunstmuseums Wolfsburg. Nach ihrem Studium war Yaldizli zunächst in verschiedenen Funktionen tätig, bevor sie 2009 zur Theater und Philharmonie Essen GmbH wechselte, wo sie in leitenden Positionen für die Bereiche Marketing und Vertrieb verantwortlich zeichnete. Derzeit ist sie kaufmännische Geschäftsführerin der RuhrFutur gGmbH.
Jan N. Lorenzen erhält Medienpreis 2025 des Deutschen Bundestages
Der Regisseur Jan N. Lorenzen wurde mit dem Medienpreis 2025 des Deutschen Bundestages für seine ARD-Dokumentation „Wir waren in der AfD – Aussteiger berichten” ausgezeichnet. Der Medienpreis wird seit mehr als drei Jahrzehnten verliehen und würdigt Arbeiten, die zu einer vertieften Beschäftigung mit Politik und Parlamentarismus anregen. Die Preisträgerinnen werden von einer unabhängigen Jury ausgewählt, die durch die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner berufen wurde. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.
Berthold Schneider – neuer Intendant des Staatstheaters Cottbus
Berthold Schneider wird als neuer Intendant ab Sommer 2026 das Staatstheater Cottbus leiten. Der Regisseur und Dramaturg war unter anderem Operndirektor des Saarländischen Staatstheaters und Cooperation-Manager an der English National Opera in London. Ab der Spielzeit 2016/2017 war er sieben Jahre lang Opernintendant an den Wuppertaler Bühnen. Schneiders Inszenierungen stoßen gesellschaftlich relevante Themen an und zeigen eine starke Verankerung in der lokalen Kulturlandschaft auf. „Made in Cottbus“ wird in den kommenden Inszenierungen Berthold Schneiders also eine besondere Rolle spielen.
Andrea Tober zur neuen Vorsitzenden der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen gewählt
Die Professorin Andrea Tober wird ab Oktober 2026 Vorsitzende der Rektorenkonferenz der Deutschen Musikhochschulen (RKM). Tober ist Rektorin der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und ist als Vorsitzende der Rektorenkonferenz die Nachfolgerin von Christian Fischer. Zu den Aufgaben der RKM gehören unter anderem die Förderung des musikalischen Nachwuchses und die Vertretung der Interessen der Musikhochschulen gegenüber Ministerien, Parlamenten, Hochschulverbänden, Bildungsgremien und Organisationen des deutschen und internationalen Musiklebens.
Neue Geschäftsführung beim BFDK
Cilgia Gadola und Paul Hess treten ab Januar 2026 die Geschäftsführung beim Bundesverband Freie Darstellende Künste (BFDK) an. Als Doppelspitze verantworten sie nun die strategische, operative und kulturpolitische Arbeit des Verbandes. Gadola ist seit mehreren Jahren in der Freien Szene Berlins verankert, unter anderem als Projektleiterin für den BFDK. Hess bringt spartenübergreifende Expertise aus nahezu allen Bereichen der Darstellenden Kunst ein. Seit langem engagiert er sich für die Vertretung von Kunstschaffenden und die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen, unter anderem beim Dachverband Tanz Deutschland und im Tarifausschuss der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA).
5. Einladung: Lesung der Texte des Schulwettbewerbs zur Erinnerung an das rassistische Attentat in Hanau
Die Initiative kulturelle Integration und ihre Mitgliedsverbände, dbb beamtenbund und tarifunion sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund vertreten durch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft laden Sie in Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz herzlich zur feierlichen Lesung der Texte des Schulwettbewerbs „Schreib für Hanau! Deine Worte für Zusammenhalt in Vielfalt“ ein. Dabei werden Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland ihre Beiträge präsentieren, in denen sie sich mit Rassismus und anderen Formen von Ausgrenzung auseinandersetzen. Die Veranstaltung ist dem Gedenken der Opfer des rassistisch motivierten Anschlags in Hanau am 19. Februar 2020 gewidmet.
Die prominente Jury des Wettbewerbs wählte unter hundert Einreichungen aus zehn Bundesländern zehn Texte und eine Gruppenarbeit für die Präsentation in der Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zu der wir Sie herzlich einladen:
- Wann: 10. Februar 2026, 18 Uhr
- Wo: Wilhelm-von-Humboldt-Saal, Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin
- Hier geht es zur Anmeldung
6. Der Kulturrat sucht eine Studentische Hilfskraft
Wir suchen Verstärkung in unserer Geschäftsstelle in Berlin!
Die Werksstudierenden-Stelle bietet Einblicke in die Kulturpolitik und vielfältige Aufgaben: von der Gremienvorbereitung über die Organisation von Veranstaltungen bis hin zur Text- und Bildbearbeitung für unsere Zeitung „Politik & Kultur” sowie für unsere Online-Kommunikation.
Gesucht werden engagierte Studierende mit Interesse an Kulturpolitik, eigenverantwortlichem Arbeiten und Teamgeist.
- Bewerbungen per Mail an: Gabriele Schulz, *protected email*
- Hier geht es zu der vollständigen Ausschreibung
7. Text der Woche: „Abgrenzung statt Ausgrenzung – Wie frei sind Kunst und Kultur?“ von Ulrike Liedke
Der Schuppen auf dem Privatgrundstück des Antisemitismusbeauftragten in Brandenburg brennt, Linksextreme kappen Strom und Heizung für 50.000 Berliner, darunter Heimbewohner und Kranke. Als »gesichert rechtsextrem« stuft der Verfassungsschutz die AfD-Landesverbände in Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt ein, sie lehnen demokratische Strukturen ab. Bis September 2025 zählte die Polizei deutschlandweit 27.835 politisch rechts motivierte Straftaten, darunter 991 Gewaltdelikte.
Fremdenhass und Hakenkreuze in der Schule. Was Bürgerinnen und Bürger verunsichert, zahlt auf das Konto der Extremen ein, ganz gleich, ob die Linken mit wenigen großen Aktionen aufrütteln oder die Rechten mit vielen alltäglichen Aktionen die freiheitlich demokratische Ordnung von innen heraus zerstören wollen.
Ulrike Liedtke ist Musikwissenschaftlerin, Professorin an der Universität Potsdam, Vizepräsidentin des Deutschen Musikrates und Präsidentin des Landtages Brandenburg.
Hier lesen Sie den ganzen Beitrag.
8. Zum Schluss: Meine 10 Lieblings-Computerspiele
Immer wieder werde ich gefragt, was spielst du eigentlich? Hier meine Top 10.
Meine Lieblings-Computerspiele reichen von klassischen 8- und 16-Bit-Spielen über frühe PC-Titel bis hin zu modernen Simulationen. Neben klassischen Spielen im engeren Sinn umfasst die Auswahl bewusst auch Programmierumgebungen wie SMON und BASIC, die nicht als Spiele konzipiert wurden, für mich heute jedoch vor allem eine spielerische, experimentelle Auseinandersetzung mit dem Computer selbst ermöglichen.
Ich spiele keine Gewalt-, Kriegs- oder vergleichbaren Spiele. Spiele dürfen mich nicht stressen, lieber immer langsam.