27. KW: Sport und Kultur sind eng miteinander verknüpft

Themen im Newsletter:

  1. Sport und Kultur sind eng miteinander verknüpft
  2. Schwerpunkt in Politik & Kultur Juli/August 2024: Kultur und Sport
  3. Freiheit der Kunst sichern – Antisemitismus und Rassismus im Kulturbereich bekämpfen!
  4. Leseempfehlung für den Sommer
  5. Text der Woche: „Ein konservativer ‚Move‘. Politische Umschwünge in Deutschland und Europa von Michael Möller
  6. Zum Schluss …

 


 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

dass sich die einen nur für Sport und die anderen nur für Kultur interessieren würden und beide Gruppen nichts miteinander zu tun hätten, war schon immer Unsinn. Kultur und Sport haben vieles gemeinsam, und ich bin fest davon überzeugt, dass beide, Kultur und Sport, beim Zusammenspiel mehr gewinnen als verlieren. Die noch andauernde Fußballeuropameisterschaft und noch mehr die in Kürze beginnenden Olympischen Spiele in Paris sind immer Sport- und Kulturfest in einem.

 

Hochkultur und Breitenkultur finden im Breitensport und dem Spitzensport ihr Spiegelbild. Wie im Kulturbereich sind auch im Sport diese beiden Welten eng miteinander verknüpft. Keine Hochkultur ohne Breitenkultur und kein Spitzensport ohne den Breitensport. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Sportpolitik und die Kulturpolitik viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Sport und Kultur sind föderal organisiert. Das gilt nicht nur für das Vereinswesen, sondern auch für die Sport- und Kulturpolitik. Weil wir auch politisch sehr ähnlich verfasst sind, haben wir in den letzten Jahren oft am selben politischen Strang gezogen.

 

Gemeinsam streiten wir für ein vernünftiges Gemeinnützigkeitsrecht und werben für die Stärkung der Zivilgesellschaft. Gemeinsam kämpfen wir für den Erhalt unseres demokratischen Gemeinwesens. Gemeinsam arbeiten wir in vielen Organisationen zusammen, wie zum Beispiel der Initiative kulturelle Integration.

 

Obwohl der Kultur- und Sportbereich unzweifelhaft eine zentrale Bedeutung für die Entwicklung unseres Gemeinwesens haben, sind seine Vertretungen in der Bundesregierung beschränkt. Der Kulturbereich hat zwar jetzt seit 26 Jahren eine Kulturstaatsministerin als politische Vertretung im Bundeskanzleramt, aber immer noch gibt es kein Bundeskulturministerium. Der Sport wird, wie früher auch der Kulturbereich, im Bundesministerium des Innern und für Heimat mitbearbeitet. Ein richtiges Sportministerium gibt es nicht.

 

Seit zweieinhalb Jahrzehnten fordern wir die Einrichtung eines Bundeskulturministeriums, bislang ohne Erfolg. Warum versuchen wir es nicht einfach gemeinsam? In der nächsten Legislaturperiode brauchen wir ein Kultur- und Sportministerium. Dieser Schritt würde den Kultur- und Sportbereich politisch deutlich aufwerten.

 

Ihr

 

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
twitter.com/olaf_zimmermann

 

PS. Heute treffen im EM-Viertelfinale Deutschland und Spanien aufeinander. Ich habe ChatGPT gefragt, wer gewinnt. Die Antwort der KI: „Sportergebnisse sind unvorhersehbar und hängen von vielen Faktoren ab, darunter die Form der Spieler, taktische Entscheidungen und manchmal auch Glück.“ Na, das wäre mir auch selbst eingefallen.

 


 

2. Schwerpunkt in Politik & Kultur Juli/August 2024: Kultur und Sport

 

Die neue Juli/August-Ausgabe von Politik & Kultur richtet den Schwerpunkt auf das Thema „Kultur und Sport“. Die Beiträge zum Thema finden Sie auf den Seiten 17 bis 31.

 

Kultur und Sport sind feste Bestandteile der Gesellschaft und finden im alltäglichen Leben statt: Was verbindet Kultur und Sport? Wo gibt es Unterschiede? Was können die beiden Bereiche voneinander lernen

 

Autorinnen und Autoren des Schwerpunktes sind:

 

 

Hier finden Sie alle Beiträge des Schwerpunktes.

 

Die Juli/August-Ausgabe von Politik & Kultur mit dem Schwerpunkt „Kultur und Sport“ steht hier als kostenfreies E-Paper (PDF-Datei) zum Herunterladen bereit.

 

Juli/August-Ausgabe von Politik & Kultur kann hier im Online-Shop versandkostenfrei bestellt werden.

 


 

 

3. Freiheit der Kunst sichern – Antisemitismus und Rassismus im Kulturbereich bekämpfen!

 

Der Deutsche Kulturrat hat sich in einem breit aufgesetzten Diskussionsprozess mit der Gemeinsamen Erklärung von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden „Freiheit und Respekt in Kunst und Kultur. Strategien gegen antisemitische, rassistische und andere menschenverachtende Inhalte im öffentlich geförderten Kulturbetrieb“ auseinandergesetzt. Er positioniert sich mit der Stellungnahme „Freiheit der Kunst sichern – Antisemitismus und Rassismus im Kulturbereich bekämpfen!“ zur genannten Erklärung und macht eigene Vorschläge, wie Antisemitismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bekämpft werden können. Weiter positioniert sich der Deutsche Kulturrat gegen Boykottaufrufe gegenüber Künstlerinnen, Künstler und Kulturinstitutionen.

 

Die ganze Stellungnahme des Deutschen Kulturrates „Freiheit der Kunst sichern – Antisemitismus und Rassismus im Kulturbereich bekämpfen!“ lesen Sie hier.

 

Hörempfehlung zum Thema: „Der Deutsche Kulturrat ist für klare Regeln gegen Antisemitismus – aber gegen die entsprechende Klausel. Ich habe bei WDR 3 erklärt warum.

 


 

4. Leseempfehlung für den Sommer

 

Baustelle Geschlechtergerechtigkeit

 

Im aktuellen Report werden Daten zur Zahl der Erwerbstätigen im Arbeitsmarkt Kultur, dem Frauenanteil, dem Einkommen und dem Gender-Pay-Gap zusammengestellt und bewertet. Der Datenreport geht sowohl auf Soloselbstständige als auch auf abhängig Beschäftigte im Kulturbereich ein.

 

 

Ohne Kultur keine Nachhaltigkeit

 

2015 hat die Weltgemeinschaft die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. In 17 Nachhaltigkeitszielen hat sie konkrete Zielvereinbarungen getroffen. Wie kann der Kultur- und Naturbereich gemeinsam die UN-Nachhaltigkeitsziele voranbringen?

 

 

Mein kulturpolitisches Pflichtenheft

 

Olaf Zimmermann, der langjährige Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, legt sein ganz persönliches kulturpolitisches Pflichtenheft vor, in dem er zeigt, welche Themen unter welchen Rahmenbedingungen die Arbeit auf der Kulturbaustelle heute bestimmen, oder bestimmen sollten.

 

 


 

 

5. Text der Woche: „Ein konservativer ‚Move‘. Politische Umschwünge in Deutschland und Europa von Michael Mölle

 

Solche politischen Umschwünge kommen oft unverhofft, scheinbar wie aus dem Nichts. Aber auch sie haben ihre eigene Enttäuschungsgeschichte. Man hätte nur jenem Teil dieser Jungen zuhören müssen, die plötzlich eine neue, deutlich rechtere Weltsicht zu äußern beginnen. Das ist bei weitem kein virtuelles Netzphänomen. Wer von digitalen Meinungsblasen spricht, offenbart nur sein auffallend arrogantes Verhältnis zur Macht. Diese Generation beginnt, alte tradierte Vorstellungen wieder für sich zu entdecken, wie Heimat, aber auch Leistung und Anstand.

 

Johann Michael Möller ist Publizist und Ethnologe.

 

  • Lesen Sie den ganzen Beitrag hier.

 


 

6. Zum Schluss …

 

Am Mittwoch traf ich mich mit dem Vorsitzenden der Kulturministerkonferenz, Hessens Kulturminister Timon Gremmels. Spannende Diskussion über den Erhalt des Kulturerbes, die Resilienz der Kulturorte vor Katastrophen und natürlich die Zukunft der documenta. Hat viel Spaß gemacht.

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