21. KW: Vom Schwinden der Dunkelheit

  1. Vom Schwinden der Dunkelheit
  2. Wir denken bunter: Plakataktion der Initiative kulturelle Integration
  3. Wählen gehen – Demokratie und Freiheit sichern!
  4. Veranstaltungstipp: Green Culture Festival 2024 im Park Sanssouci
  5. Fachforum zum Grünen Band auf der Woche der Umwelt
  6. Best-of: Demokratie sichern – Zusammenhalt in Vielfalt leben
  7. Save the Date: Haltung zeigen, Demokratie verteidigen
  8. Text der Woche: Gedächtnislandschaft im Zeichen der Integration von Tobias Pehle
  9. Zum Schluss: 75 Jahre Grundgesetz – Ist die Kunst wirklich frei?

 


 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

„Trägt nicht alles, was uns begeistert, die Farbe der Nacht?“, fragte Novalis. Ja, gerade in der Kunst vergangener Zeiten spielt die Dunkelheit eine große Rolle. Gedichte, Texte, Lieder, Bilder, beschäftigen sich mit der faszinierenden und gleichzeitig ängstigenden Finsternis. Der sicher berühmteste Psalm im Alten Testament spendet Trost: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir.“

 

Doch offensichtlich hat dieser Trost nicht ausgereicht, wir haben an vielen Orten der Welt die Nacht einfach zu Tag gemacht. Wissenschaftler gehen davon aus, dass heute mehr als 80 Prozent der Weltbevölkerung von Lichtverschmutzung betroffen sind. Das sind nicht nur die Menschen, die in hell beleuchtenden Städten wohnen, die Lichtverschmutzung breitet sich wie ein Krebsgeschwür aus.

 

Straßenlaternen, Werbetafeln und das Anstrahlen von Gebäuden machen die Nacht vielerorts zum Tag. Besonders der Ökonomie hat das genutzt, denn jetzt konnte auch nachts gearbeitet werden.

 

Die Kehrseite aber ist, dass viele Menschen noch nie in ihrem Leben die Milchstraße oder den Orionnebel gesehen haben. Besonders die Tiere und Pflanzen leiden unter der Lichtverschmutzung. Vögel, Säugetiere, Insekten und sogar Pflanzen werden aus dem biologischen Gleichgewicht gebracht. Das massenhafte Artensterben hängt auch mit dem Lichtsmog zusammen.

 

In den letzten Jahrzehnten hat die LED-Beleuchtung die Situation noch einmal verschärft. Im Zeiss-Großplanetarium in Berlin kann man sich Bilder anschauen, die Berlin aus der Luft bei Nacht zeigen. Ostberlin leuchtet deutlich heller als der Westen, weil nach der Wende dort die alte Straßenbeleuchtung gegen LED-Lampen getauscht wurde.

 

Die wenigen dunklen Flecken in Deutschland bieten jetzt Sternenparks als touristisches Erlebnis an. An manchen Orten auf den Friesischen Inseln, auf Rügen, im Harz, der Eifel, Rhön und Bayerischen Wald kann man die Faszination des Sternhimmels früherer Zeiten noch erahnen. Hier kann man die Geisterstunde noch erfühlen. Aber richtig dunkel ist es auch hier nicht. Einer der dunkelsten Orte soll im NamibRand Natur Reserve 300 km von Namibias Hauptstadt Windhoek entfernt sein. Aber der ist weit weg.

 

Im vollkommen lichtverschmutzten Berlin nutze ich jetzt eine neue KI-Technik, um Galaxien und Nebel zum ersten Mal von meinem Balkon aus zu sehen. Smart-Teleskope heißt das Wunderwerkzeug aus China. Die astronomischen Ziele werden automatisch gefunden und durch das Anfertigen vieler Einzelbilder, die zu einem Bild kombiniert werden, kann ich auf meinem Handy jetzt das sehen und speichern, was der aufgehellte Nachthimmel normalerweise verwehrt. Immerhin!

 


 

2. Wir denken bunter: Plakataktion mit Schulen setzt ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung

 

Gestern, am Tag des 75. Geburtstags des Grundgesetzes, präsentierte Kulturstaatsministerin Claudia Roth mit der Initiative kulturelle Integration und dem Medienunternehmen Ströer im Rahmen eines Fototermins das Aktionsplakat „WIR DENKEN BUNTER“. An über tausend Standorten bundesweit, darunter auch in Berlin und Hanau, wird das Plakat noch bis Ende Mai zu sehen sein. Mit der Plakataktion wird ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und jegliche Form von Menschenfeindlichkeit gesetzt.

 

Das Motiv der Plakataktion liefert ein Beitrag des Mariano-Josephinum Gymnasiums, Hildesheim zur Ausstellung „Junge Kunst für Hanau“, die anlässlich des Gedenkens an das rassistisch motivierte Attentat in Hanau im Februar 2020 in der Zeit vom 13. bis 28. Februar 2024 im Kulturforum der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu sehen war.

 

  • Lesen Sie hier mehr über die bundesweite Plakataktion.
  • Erfahren Sie hier mehr über die Initiative kulturelle Integration.

 


 

3. Wählen gehen – Demokratie und Freiheit sichern!

 

Ein breiter Personenzusammenschluss aus Wissenschaft, Wirtschaft, NGOs, Kommunen, Kultur, Sport, Glaubensgemeinschaften, Gewerkschaften, Verwaltung und Politik hat einen Wahlaufruf gestartet. Hier kann der Aufruf gelesen werden.

 

Erstunterzeichner aus der Kultur: Imran Ayata, Björn Böhning, Johannes Ebert, Michel Friedman, Annette Frier, Maria Furtwängler, Lars Jessen, Marina Kem, Carola Lentz, Hermann Parzinger, Peter Raue, Matthias Schulz, Christina Weiss, Ulrich Wickert, Andrea Zietzschmann, Olaf Zimmermann

 

und viele andere.

 

 


 

4. Veranstaltungstipp: Green Culture Festival 2024 im Park Sanssouci

 

Wann: 3. & 4. Juni 2024
Beginn: Montag, 03.06. um 13 Uhr, Ende: Dienstag, 04.06. um 16 Uhr
Wo: Park Sanssouci – Potsdam (Orangerieschloss, An d. Orangerie 3-5, 14469 Potsdam)
Veranstalter: Green Culture Anlaufstelle

 

Welche Lösungen hält die Kultur bereit, um sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen?

 

Nachhaltigkeit heißt Kulturwandel

Datum: Montag, 3. Juni 2024
Uhrzeit: 15:00-16:00 Uhr

 

Wie kann der Wandel zu einer Kultur der Nachhaltigkeit aussehen? Wo muss kulturelle Veränderung ansetzen?

 

Zu diesen u. weiteren Fragen diskutieren u. a.:

  • Prof. Dr. Hubert Weiger, Forstwirt, BUND-Gründungsmitglied und Nachhaltigkeitsexperte
  • Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
  • Moderation: Hans Dieter Heimendahl, Deutschlandradio-Kulturkoordinat

Die Diskussion wird von Deutschlandfunk Kultur mitgeschnitten und zeitversetzt ausgestrahlt.

 

Kulturfolgeanpassung: Lösungen in der Praxis

Datum: Montag, 3. Juni 2024
Uhrzeit: ab 18:00 Uhr

 

Mit:

  • Maja Göpel, Transformationsforscherin
  • Katherine Heid, Geschäftsführerin der Kulturpolitischen Gesellschaft
  • Katarzyna Wielga-Skolimowska, Künstlerische Direktion der Kulturstiftung des Bundes
  • Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

 

  • Moderation: Jacob Bilabel, Projektleiter Green Culture Anlaufstelle

 

  • Das ganze Programm des Green Culture Festivals finden Sie hier.
  • Hier finden Sie weitere Informationen über das Festival.
  • Sie können sich hier noch für das Green Culture Festival 2024 anmelden.

 


 

5. Fachforum zum Grünen Band auf der Woche der Umwelt

 

Im Rahmen der Woche der Umwelt präsentieren 190 Aussteller aus Wirtschaft und Technik, Forschung und Wissenschaft sowie aus der Zivilgesellschaft am 4. und 5. Juni 2024 im Park von Schloss Bellevue ihre Vorschläge für eine verantwortungsvolle Gestaltung des Wandels.

 

Das Grüne Band – Potenzial als erste UNESCO-Welterbestätte für Natur und Kultur in Deutschland

Datum: Dienstag, 4. Juni 2024

Uhrzeit: 15:00 – 16:00 Uhr
Location: Forenzelt 4: Naturschutz – Landwirtschaft

 

Einführung: Prof. Dr. Hubert Weiger, BUND Ehrenvorsitzender und Beauftragter für das Grüne Band

 

Diskussionsrunde mit:

 

  • Katrin Göring-Eckardt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
  • Bernhard Stengele, Umweltminister Thüringens
  • Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz
  • Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats
  • Moderation: Prof. Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer

 

  • Weitere Informationen zum Fachforum „Das Grüne Band: Potential als erste UNESCO Welterbestätte für Natur und Kultur in Deutschland“ finden Sie hier.
  • Erfahren Sie hier mehr über die Woche der Umwelt

 


 

6. Best-of: Demokratie sichern – Zusammenhalt in Vielfalt leben

 

Am 15. Mai 2024 fand die sechste Jahrestagung der Initiative kulturelle Integration unter dem Titel „Demokratie sichern: Zusammenhalt in Vielfalt leben“ in den Räumen der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland und des Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments in Berlin statt.

 

Der Vormittag der Tagung war der Rolle der Medien gewidmet. Am Nachmittag lag der Fokus auf den Themenbereichen Arbeit, Zivilgesellschaft und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. In vier verschiedenen Panels wurden die neu verfassten 15 Thesen „Zusammenhalt in Vielfalt“ der Initiative kulturelle Integration vertiefend diskutiert von.

 

 


 

7. Save the Date: Haltung zeigen, Demokratie verteidigen

 

Die Bedeutung von Kultureinrichtungen als Fundament unserer demokratischen Gesellschaft steht im Mittelpunkt, besonders angesichts der wachsenden Herausforderungen durch antidemokratische Bewegungen. Museen sind Orte des Austausches und der Bildung, aber auch sie stehen zunehmend unter Druck.

 

Die Tagung „Haltung zeigen, Demokratie verteidigen – Museen in Zeiten politischen Drucks“ will den Status Quo und die aktuellen Herausforderungen der Kulturarbeit im Spannungsfeld aktueller antidemokratischer Tendenzen reflektieren und als Forum für Wissenstransfer und Vernetzung dienen.

 

  • Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.
  • Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung erfolgen in Kürze.

 

Die Tagung wird konzipiert und organisiert von: Deutscher Kulturrat, Deutscher Museumsbund, Institut für Museumsforschung, ICOM Deutschland, Landschaftsverband Rheinland, Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und Museumsverband NRW.

 


 

8. Text der Woche: „Gedächtnislandschaft im Zeichen der Integration. Der Hauptfriedhof in Hanau mit der Gedenk- und Grabstätte für die Opfer rechten Terrors vom 19. Februar 2020″ von Tobias Pehle

 

Der Hanauer Friedhof erweist sich als Seismograf unserer Gesellschaft – und das nicht nur in Bezug auf die Gedenkstätte. Hier lässt sich vieles zum Thema Integration sinnbildlich lesen: So hat es sicher eine eigene Ausdruckskraft, dass das muslimische Grabfeld nicht etwa in der Mitte des Friedhofs zu finden ist, sondern am Rand, genauer gesagt sogar am äußersten Ende (vom Haupteingang aus gesehen).

 

Tobias Pehle ist Geschäftsführer des Kuratoriums Immaterielles Erbe Friedhofskultur, dem Partner der Deutschen UNESCO-Kommission für diese Kulturform

 

  • Lesen Sie den ganzen Beitrag hier.

 


 

9. Zum Schluss: 75 Jahre Grundgesetz – Ist die Kunst wirklich frei?

 

Gestern haben wir 75 Jahre Grundgesetz gefeiert. rbb Radio eins hat mich gefragt, ob die Kunst in Deutschland wirklich frei ist.

 

Hören Sie das kurze Interview hier nach.

 

 

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