Berlin, den 21.06.2024. In seinem Editorial für die nächste Ausgabe von Politik & Kultur (7-8/24) beschäftigt sich Herausgeber und Chefredakteur Olaf Zimmermann mit der Frage, was der Kulturbereich gegen die Rechtsentwicklung gemacht oder nicht gemacht hat: „Offensichtlich haben wir zu wenig oder das Falsche getan, denn dass die Rechtsextremen solche Erfolge bei Wahlen einfahren können, ist ein überdeutliches Zeichen von Versagen von vielen, auch von uns.“
Einen Grund für die Entwicklung sieht Zimmermann in einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung der Individualisierung von Verantwortung: Einzelne würden für Fehlentwicklungen wie Erderwärmung oder Rassismus in Haft genommen. „Die persönliche Überforderung durch die Individualisierung von gesellschaftlichen Herausforderungen führt zu politischen Gegenbewegungen wie dem Wählen von Rechtsextremen, die vermeintlich die Einzigen sind, die dieser Überforderung durch Kampf gegen das Establishment entgegentreten“, so Zimmermann.
Kulturorte könnten offene Diskursräume für notwendige gesellschaftspolitische Debatten sein. Viele dieser Orte seien allerdings nicht inklusiv, sondern extrem exklusiv. Die meisten Kulturorte seien Tempel für Hochgebildete. Die Entpolitisierung des Kulturbereiches habe es den Rechtsextremen leicht gemacht, immer stärker zu werden. Das Fazit: „Hier können wir gegensteuern.“
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- Politik & Kultur ist die Zeitung des Deutschen Kulturrates. Sie wird herausgegeben von Olaf Zimmermann und Theo Geißler.
- Sie erscheint zehnmal jährlich und ist erhältlich in Bahnhofsbuchhandlungen, an großen Kiosken, auf Flughäfen und im Abonnement: Einzelpreis: 4,00 Euro, im Abonnement: 30,00 Euro (inkl. Porto), im Abonnement für Studierende: 25 Euro (inkl. Porto).
- Die Doppel-Ausgabe (7-8/24) von Politik & Kultur mit dem Schwerpunkt „Kultur und Sport“ erscheint am 1. Juli 2024.