Berlin, den 13.03.2026. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, hat den geplanten Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig gestoppt.
Der geplante Magazinbau am Deutschen Platz in Leipzig sollte der langfristigen Archivierung der Bestände der Deutschen Nationalbibliothek dienen. Als hochfunktionales und klimastabiles Magazin war er darauf ausgelegt, die sichere Aufbewahrung von derzeit rund 35,5 Millionen Medienwerken für etwa 30 Jahre zu gewährleisten.
Seit 2018 wurde das Bauprojekt von der Deutschen Nationalbibliothek in enger Abstimmung mit der Bundesregierung sowie dem Sächsischen Staatsministerium der Finanzen geplant. Seit Sommer 2025 liegt ein abgestimmtes Planungskonzept vor.
Zur Begründung der Entscheidung, so die Deutsche Nationalbibliothek, hat Kulturstaatsminister Weimer gesagt, dass die Sammlung körperlicher Medienwerke bis weit in die Zukunft hinein nicht mehr zeitgemäß sei; die Deutsche Nationalbibliothek solle sich stärker auf die digitale Sammlung konzentrieren.
Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Jeden Tag eine schlechte kulturpolitische Nachricht aus dem Bundeskanzleramt. Gestern gleich zweifach, zuerst die Entscheidung den dringend gebrauchten Erweiterungsbau der Nationalbibliothek nicht bauen zu wollen und dann auch noch die höchst beunruhigende Begründung, dass die Sammlung körperlicher Medienwerke nicht mehr zeitgemäß sei. Früher war gerade den Konservativen die physische Bewahrung von Kulturgut wichtig, wofür steht konservative Kulturpolitik heute?“