32. KW: Menschenverachtende Sprache

  1.  Menschenverachtende Sprache

  2. Monika Grütters erhält den Deutschen Kulturpolitikpreis 2025
  3. POKE & PEEK auf rbb24 nachhören und in Köln und Hof live erleben!
  4. Jetzt als Video: Online-Debatte „JaAberUnd“
  5. Neu: Der Deutsche Kulturrat auf Instagram
  6. Dossier „Dokumente, Bilder, Filme. Das Bundesarchiv“
  7. Text der Woche: Vom Spiegel der Gesellschaft zum historischen Gedächtnis – Das Künstler:innenarchiv der Stiftung Kunstfonds
  8. Zum Schluss: Reiselektüre

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

schon im Bundestagswahlkampf, aber auch jetzt in der aktuellen Diskussion ist andauernd von der „Rücknahme“ von Flüchtlingen die Rede.

 

„Rücknahme“ als seien Flüchtlinge Amazon-Bestellungen, die einem nicht gefallen haben und die jetzt zurückgenommen werden müssen. So eine Art „Rücknahmegarantie“.

 

Mich graust vor solchem Sprachverfall, der aber leider nicht nur in der Bild-Zeitung, bei Twitter oder in Stammtischreden fällt, sondern sich auch in seriöse Berichterstattung einschleicht.

 

Es geht auch um den Umgang mit Sprache in der Publizistik. Allzu schludrig werden Begriffe übernommen und schleichend verstetigt sich ein Gift der Entmenschlichung.

 

LTI – Sprache des Dritten Reiches, heißt das 1947 erschienene Buch des Philologen Victor Klemperer. Klemperer macht in dem Buch deutlich, dass es nicht einzelne Worte sind, die zur Verrohung führen, sondern deren stete Wiederholung. Das Einträufeln des Gifts in die Sprache.

 

Für mich ist erschütternd, wie stark die menschenverachtende Sprache Platz greift. Dabei geht es eben nicht um den einzelnen Tweet, der vielleicht schnell unter „versendet“ abgebucht werden kann.

 

Es geht vielmehr um eine fortdauernde Wiederholung von Worten und Redewendungen, die sukzessive Eingang in den Sprachgebrauch finden und so langsam das Denken und Schreiben vieler prägen.

 

Ihr

 

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des
Deutschen Kulturrates

 


 

2. Monika Grütters erhält den Deutschen Kulturpolitikpreis 2025

 

Der Deutsche Kulturrat verleiht am 24. September zum fünften Mal den Deutschen Kulturpolitikpreis – in diesem Jahr an die ehemalige Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Ausgezeichnet wird ihr außergewöhnliches Engagement für die Kulturpolitik.

 

Als Kulturstaatsministerin (2013–2021) brachte Grütters kulturpolitische Themen stärker in den öffentlichen Fokus, setzte sich für ein Staatsziel Kultur im Grundgesetz ein und initiierte in der Corona-Pandemie das Hilfsprogramm NEUSTART KULTUR. Der Deutsche Kulturrat würdigt ihre Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren und ihre Unterstützung für Künstlerinnen, Künstler und Kultureinrichtungen.

 

Die Laudatio bei der Preisverleihung am 24. September in der Staatsbibliothek in Berlin, wird Bundestagspräsident a.D. Wolfgang Thierse halten.

 

Mit Monika Grütters haben wir eine wahrhaft würdige Trägerin des fünften Deutschen Kulturpolitikpreises gefunden. Ihr Engagement als Vorsitzende des Kulturausschusses im Deutschen Bundestag und dann vor allem als Kulturstaatsministerin hat wesentlich dazu beigetragen, dass kulturpolitische Themen in den Fokus der Öffentlichkeit gerieten. Mit Organisationen der Zivilgesellschaft, insbesondere mit dem Deutschen Kulturrat, pflegte sie eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Ihre Amtszeiten waren ein Glücksfall für Kunst und Kultur.

 


 

3. POKE & PEEK auf rbb24 nachhören und in Köln und Hof live erleben!

 

Wer unser spannendes Gespräch im Computerspielemuseum über Retro-Computer, technologische Autonomie und die kreative Demoszene verpasst hat, kann es jetzt nachhören!

 

Hier geht es zu der Aufzeichnung der POKE & PEEK-Diskussion vom 30. Juni im Computerspielemuseum Berlin.

 

Veranstaltungstipp: Am 21. August 2025 diskutieren wir mit Experten und Expertinnen aus Retro-, Maker-, Demo- und Hacker-Szene auf dem gamescom congress in Köln über alte Computer, neue Kunst und digitale Emanzipation. Mit dabei: Georg BasseTobias KopkaProf. Dr. Linda Breitlauch und Olaf Zimmermann. Moderation: Matthias Kremin (WDR 3).

 

Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und im Oktober auf WDR 3 gesendet.

 

 

  • Am 13. September geht es weiter: Auf der Classic Computing Messe 2025 laden wir Sie herzlich zu unserer Podiumsdiskussion ein. Gemeinsam mit Hans Hübner, Olaf Zimmermann und weiteren Gästen sprechen wir über die spannende Schnittstelle zwischen Kunst und „Classic Computing“.

 

 

  • Hier können Sie alle Artikel aus dem Schwerpunkt „Verpixelte Welten – Von alten Computern und neuer Kunst“ der Juli-August Ausgabe von Politk & Kultur lesen.

 


 

4. Jetzt als Video: Online-Debatte „JaAberUnd“

 

Wie gelingt digitale Teilhabe in Kultur und Medien? Darüber wurde am 25. Juni 2025 im Rahmen des bundesweiten Digitaltags diskutiert – bei „JaAberUnd“, der Debatten-Plattform von Politik & Kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrats.

 

Es diskutierten:

 

  • Christiane Lindner, Leitung Digitales im Linden Museum Stuttgart
  • Katharina von Radowitz, Geschäftsführerin des netzwerks junge ohren
  • Çiğdem Uzunoğlu, Direktorin des Grimme-Instituts
  • Vanessa Nikolidakis, Persönliche Referentin für Strategie, Daten und KI des Amtschefs des BKM
  • Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates und Herausgeber von Politik & Kultur

 

  • Moderation: Barbara Haack, Leitung Kommunikation Deutscher Kulturrat

 

 


 

5. Neu: Der Deutsche Kulturrat auf Instagram

 

Seit Kurzem ist der Deutsche Kulturrat auch auf Instagram aktiv. Dort geben wir künftig Einblicke in unsere kulturpolitische Arbeit, unsere Positionen sowie in die redaktionellen Themen von Politik & Kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates.

 

  • Folgen Sie dem offiziellen Account @deutscher_kulturrat – wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen

 

  • Wichtiger Hinweis: Es existiert ein weiterer Instagram-Account unter dem Namen @deutscherkulturrat, der fälschlicherweise vorgibt, uns zu vertreten. Dieser steht nicht mit uns in Verbindung. Bitte folgen Sie diesem Account nicht und melden Sie ihn gegebenenfalls.

 


 

6. Dossier „Dokumente, Bilder, Filme. Das Bundesarchiv“

 

In dem Dossier „Dokumente, Bilder, Filme. Das Bundesarchiv“ von Politik & Kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates, wird ein besonderer Schwerpunkt gesetzt, der die Wahrnehmung dieser Oberen Bundesbehörde in der Öffentlichkeit als eine der größten und bedeutendsten Kulturinstitutionen Deutschlands stärkt.

 

Auf 88 Seiten schreiben 26 Autorinnen und Autoren über die vielfältigen Bestände, die diversen Wege es zu nutzen und digitale Herausforderungen des Bundesarchivs. Einzelbeispiele und persönliche Geschichten geben darüber hinaus Zeugnis von der Bandbreite der Möglichkeiten.

 

Dokumente, Bilder, Filme. Das Bundesarchiv
Ein Politik & Kultur-Dossier
Hg. v. Olaf Zimmermann und Theo Geißler
ISBN 978-3-947308-66-8 / ISSN 2199-1685
88 Seiten, 5,90 Euro

 

Das Dossier kann einzeln zum Preis von 5,90 Euro versandkostenfrei im Online-Shop des Deutschen Kulturrates bestellt werden. Es ist selbstverständlich auch über jede Buchhandlung lieferbar.

 

 


 

7. Text der Woche: Vom Spiegel der Gesellschaft zum historischen Gedächtnis – Das Künstler:innenarchiv der Stiftung Kunstfonds

 

Als die Stiftung Kunstfonds im Frühjahr 2010 ihr Archiv für Künstlernachlässe startete, war der Weg, den dieses Modellprojekt beschritt, neu und ohne Vorbild. Flexibilität war gefragt, um die Idee eines hybriden Ortes »zwischen Atelier und Museum« zu visualisieren und in die Praxis zu überführen.

 

Wichtige künstlerische Lebenswerke bildender Künstlerinnen und Künstler sollten erhalten und bewahrt werden. Denn Kunstwerke sind Zeugen ihrer Zeit, sie spiegeln als Zeitgenossen unsere Gesellschaft und werden im Laufe der Jahre zu historischen Quellen. Sie bilden das visuelle Gedächtnis unserer Zukunft.

 

Karin Lingl ist Geschäftsführerin der Stiftung Kunstfonds

 

  • Hier lesen Sie den ganzen Beitrag.

 


 

8. Zum Schluss: Reiselektüre

 

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Brauchen Sie noch Urlaubslektüre? Die aktuelle Politik & Kultur ist natürlich wie immer in Bahnhofsbuchhandlungen und auf Flughäfen erhältlich. Hier in guter Gesellschaft im Bahnhof Friedrichstraße in Berlin.

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