Die Zukunft der Musikschule ist inklusiv

Öffentliche Musikschulen und das Management der Vielfalt

Zukünftig wird der VdM also weiter auf Vernetzung im Bereich der Inklusion setzen. Um die Musikschulen beim Prozess der inklusiven Entwicklung zu begleiten, soll mit Beratungs- und Weiterbildungsangeboten aus dem Feld des Diversity Managements reagiert werden. Außerdem ist Monitoring ein Thema, um allgemein den Status quo der inklusiven Ausrichtung einer Musikschule validierbar und vergleichbar zu machen.

 

Inklusion bedeutet im Bereich von Musikschulen auch der möglichst barrierefreie Zugang zu Musikschulangeboten für Menschen in sozial prekären Lebenssituationen. Die öffentlichen Musikschulen im VdM sind seit jeher durch die Mitgliedschaftsbedingungen an Sozialermäßigungen gebunden: Der Leitgedanke, dass kein Kind, keine Jugendliche bzw. kein Jugendlicher von der Teilhabemöglichkeit an musikalischer Bildung aufgrund finanzieller Barrieren ausgeschlossen sein darf, ist in den Gebühren- und Entgeltordnungen aller Mitgliedsschulen verankert. Trotzdem muss dieses Thema im Sinne aufsuchender Kulturarbeit immer wieder unter veränderten Perspektiven neu behandelt werden.

 

Natürlich müssen die Herausforderungen der Pandemie berücksichtigt werden: Viele Schulen kämpfen seit Frühjahr 2020 mit den rechtlichen Auflagen, um überhaupt die Musikschule in Betrieb zu halten. Doch auch hier ist die Grundhaltung zur Inklusion – auch im Bereich offener digitaler Angebote – ein wichtiger Aspekt der Öffnung von Musikschulen, denn die pandemische Entwicklung hat noch mehr Menschen in eine schwierige Lebenslage gebracht und sozusagen weiter an den Rand der Gesellschaft gedrückt.

 

Der VdM als Bundesverband wünscht für die Zukunft, dass es gelingt, die Vielfalt der Bevölkerung Deutschlands in den öffentlichen Musikschulen noch sichtbarer und selbstverständlicher zu machen. Um dies zu erreichen, bedarf es politischer Beschlüsse und Unterstützung, auf deren Basis die Musikschulen als kulturbildende Instanzen inklusive Strukturen weiterentwickeln und Vorhaben dann gemeinsam umsetzen können.

 

Dieser Text ist zuerst erschienen in Politik & Kultur 09/2021.

Matthias Pannes & Britta Renes
Matthias Pannes ist Bundesgeschäftsführer des Verbands deutscher Musikschulen. Britta Renes ist Mitarbeiterin für die Bereiche Fortbildungen, Tagungen, Inklusion und Musiktherapie im Verband deutscher Musikschulen.
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