Berlin, 25.11.2025. In der dreizehnten Folge der Online-Debattenplattform „JaAberUnd“ von Politik & Kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates, wurde gestern Abend über die Zukunft des Studiengangs Konservierung, Restaurierung und Grabungstechnik der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) diskutiert. Die Hochschule hatte angekündigt, diesen Studiengang schließen zu wollen. Zahlreiche Verbände und Institutionen haben seither gegen die Schließung protestiert.
Die Debatte zeigte, dass der Studiengang in dieser Form einzigartig ist und dass Absolventinnen und Absolventen mit dieser Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt sind. Die Diskutanten waren sich darüber einig, dass die Politik in der Verantwortung steht, Studiengänge mit besonderer Bedeutung für die Gesellschaft zu schützen, statt Entscheidungen über Kürzungen an die einzelnen Hochschulen abzuwälzen. Inhalt der Diskussion waren auch mögliche Lösungsansätze, z. B. durch Kooperationen mit externen Partnern.
Es diskutierten:
- Prof. Dr. Annabella Rauscher-Scheibe, Präsidentin der HTW
- Prof. Dr. Lutz Strobach, Professor für Konservierung und Restaurierung moderner Materialien und technischem Kulturgut
- Prof. Dr. Matthias Wemhoff, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Deutschen Verbandes für Archäologie
- Prof. Dr. Jan Raue, Verband der Restauratoren
- Benjamin Mikuteit, Student des Studiengangs an der HTW
- Olaf Zimmermann, Geschäftsführer Deutscher Kulturrat und Herausgeber von Politik & Kultur
Moderation: Barbara Haack, Leitung Kommunikation des Deutschen Kulturrates
Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Es geht hier um eine bildungspolitische und kulturpolitische Entscheidung von weitreichender Tragweite. Die Politik hat sich einen schlanken Fuß gemacht und die Entscheidung über Einsparungen an die Hochschulen abgeschoben, die jetzt den Studiengangs Konservierung, Restaurierung und Grabungstechnik, der letzte seiner Art in Deutschland, aus Kostengründen schließen möchte. Unsere Forderung ist, dass die Verantwortung wieder an die Politik gehen muss. Sie muss jetzt sagen, ob sie den einmaligen Studiengang Konservierung, Restaurierung und Grabungstechnik erhalten möchte oder nicht. Die Politik hat es in der Hand, ob künftig dringend benötigte Fachkräfte fehlen oder nicht. Doch diese Verantwortung liegt nicht allein beim Land Berlin. Der Schutz unseres nationalen Kulturguts und kulturellen Erbes ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Hier ist die Gemeinschaft der Bundesländer ebenso gefordert wie der Bund. Wegducken geht nicht!“
- Die Veranstaltung wurde live vom Campus der HTW Berlin gestreamt und kann auf dem YouTube-Kanal des Deutschen Kulturrates angesehen werden.
- In der Ausgabe 12/25-1/26 von Politik & Kultur ist die geplante Schließung des Studiengangs ebenfalls Thema. Hier der Blick vorab ins Heft.