Berlin, den 03.09.2025. Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck und Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirchen in Deutschland, schreibt in ihrem Leitartikel für die September-Ausgabe von Politik & Kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates, über das Verhältnis von Kirche und Kultur. Kultur-Institutionen ebenso wie die Kirchen sehen sich, so Fehrs, einem gestiegenen Rechtfertigungsdruck ausgesetzt. Sie müssten heute mehr als früher erklären, wofür sie da sind und was sie für das Gemeinwesen leisten.
Kunst und Glauben müssten aber frei sein – ein Zweck für sich selbst. „Wer die Kunst zu einer Unterabteilung der politischen Bildung (dieser oder jener Tendenz) macht oder den Glauben zu einer Schule für anständiges Benehmen, nimmt ihnen das, was sie im Kern ausmacht und was sie für viele Menschen so kostbar macht. Damit will ich natürlich nicht sagen, dass Kunst und Glaube keinen Beitrag für eine demokratische Kultur leisten würden. Aber sie tun dies nicht direkt, unmittelbar, sodass man es schnell vorrechnen und beweisen könnte. Vielmehr entfalten sie ihre gesellschaftlichen Wirkungen indirekt, unbeabsichtigt. Ihr Nutzen liegt auch in ihrer Nutzlosigkeit.“
Fehrs schreibt in ihrem Artikel auch über das Zusammenwirken von Religion und Kultur. Unter anderem sei dies möglich durch die Nutzung von Kirchbauten für soziale oder kulturelle Zwecke. Bischöfin Fehrs schließt ihren Beitrag mit einem Wunsch: „Mein Wunsch ist, dass wir dies noch viel mehr versuchen als bisher. Kunst und Kirche zu verstehen als Orte einer Kultur der Offenheit, die Streit ermöglicht, Klarheit liebt und dem Geheimnis Raum gibt. In aller Freiheit.“
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Politik & Kultur ist die Zeitung des Deutschen Kulturrates. Sie wird herausgegeben von Olaf Zimmermann und Theo Geißler.