9. KW: Verbot der Nutzung von Social-Media-Plattformen für Kinder und Jugendliche?

  1. Verbot der Nutzung von Social-Media-Plattformen für Kinder und Jugendliche?
  2. NEU! Politik & Kultur 3/26
  3. Causa Berlinale: Zum Wesen der Kunst gehört auch das Ausloten der Grenzen des Sagbaren
  4. Jetzt beim Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ mitmachen
  5. Personennachrichten
  6. „Preis für digitales Miteinander“ startet in Bewerbungsphase
  7. Handbuch Gameskultur 2.0 und Podcast
  8. Text der Woche: Sieg der Freiheit – Das Grüne Band und seine Rolle in Berlin von Kai Wegner

 


 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

von WhatsApp habe ich mich schon abgemeldet, nicht weil dieser Dienst der Schlimmste unter den sogenannten sozialen Netzwerken ist, sondern weil ich ihn hauptsächlich privat genutzt habe und er nicht unbedingt sein muss. Auf X bin ich, wie auch der Deutsche Kulturrat, auch weiterhin, trotz schlechtem Gewissen, aber für meine Arbeit ist es eines der wichtigsten Netzwerke, hier sind viele Politikerinnen und Politiker aktiv. Instagram nutze ich zurückhaltend ausschließlich privat für meine Fotoarbeiten. Damit gehöre ich zu den Wenig-Nutzern von Sozialen Netzwerken, ich komme sogar noch mit der alten Kulturtechnik des Telefonierens und sogar des Briefeschreibens zurecht.

 

Aber ich gehöre damit eindeutig zu einer aussterbenden Spezies. Die Jüngeren, also alle unter vierzig, sind mit dem Internet groß geworden und nutzen die Sozialen Netzwerke intensiv und in allen Lebenslagen. Je jünger, desto mehr digitale Dienste könnte die Faustformel sein. Die Corona-Pandemie mit ihren Schulschließungen und Kontaktverboten war ein Brandbeschleuniger dieser Entwicklung.

 

Nun hat die SPD eine Diskussion losgetreten und wichtige Vertreter der Partei fordert ein vollständiges Verbot der Nutzung von Social-Media-Plattformen für Kinder unter 14 Jahren. Jugendliche bis 16 Jahre sollten nur noch auf einer speziellen Jugendversion der Plattformen surfen dürfen. Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene sollen einen sicheren Altersnachweis erbringen müssen, bevor sie die Angebote in ihrer Gesamtheit benutzen dürfen. Die Union hat sich auf ihrem Parteitag im Grundsatz dieser Idee angeschlossen.

 

Doch was ist damit nun genau gemeint. Geht es analog zum bereits bestehenden Social-Media-Verbot in Australien im Kern um Plattformen wie Tik-Tok, Facebook, X, Snapchat, Reddit oder Instagram. Oder ist die Regelungsnotwendigkeit nicht doch deutlich größer?

 

Kerstin Claus, die Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, hält es für geboten, auch Online-Spiele zu berücksichtigen. Die Chat-Funktionen auf den Gaming-Plattformen bergen dieselben Gefahren wie soziale Medien meint sie. Richtig, aber was bedeutet das, wo ist die Grenze der Verbote?

 

Können wir wirklich einfach die wichtigsten Kontaktbörsen für Kinder und Jugendliche vollständig abstellen, oder stark einschränken, ohne neue Schäden in Kauf zu nehmen. Wir Alten können ohne sie leben, können die Jungen das auch?

 

Sind wir ehrlich, die Diskussion ist auch ein Eingeständnis des politischen Scheiterns. Wir sind nicht in der Lage, die großen Tech-Unternehmen zu regulieren. Sie sind die Täter, die den Schund in den Sozialen Netzwerken bewusst wuchern lassen, nur aus einem einzigen Grund: dem Profit. Weil die Politik dieses asoziale Verhalten nicht in den Griff bekommt, sollen nun die Kinder und Jugendlichen den Zugang zu ihren wichtigsten sozialen Kontakträumen beschränkt bekommen.

 

Die Befürworter der Einschränkungen sagen, ja, so machen wir es beim Alkohol und bei Nikotin doch auch. Richtig, aber sehr erfolgreich sind wir damit ja nicht.

 

 

 

Ihr
Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

 


 

2. NEU! Politik & Kultur 3/26

 

Die neue Ausgabe richtet den Schwerpunkt auf das Grüne Band als Erinnerungsort Deutsche Teilung. Die Beiträge zum Thema finden Sie auf den Seiten 1 sowie 15 bis 27.

 

Im Leitartikel „Sieg der Freiheit“ schreibt der Regierende Bürgermeister von Berlin Kai Wegner über das Grüne Band und seine Rolle in Berlin. „Aus dem Grenzstreifen, der Deutschland viele Jahre lang in Ost und West teilte, ist eine Lebensader geworden“, so Wegner.

 

Weitere Themen der Ausgabe 3/26 von Politik & Kultur sind:

 

Kulturgutschutz
Kulturgüter leisten einen wichtigen Beitrag zur nationalen Identität eines Landes. Ihr Schutz ist eine gesamtstaatliche Aufgabe.

 

100 Jahre GEDOK
Die Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfördernden feiert Geburtstag.

 

Erinnerung
Institutionelles Erinnern: Die Technische Universität Clausthal beschäftigt sich mit der Aufarbeitung ihrer NS-Vergangenheit.

 

Auszeichnung
Der Film GELBE BRIEFE gewann auf der Berlinale 2026 den Goldenen Bären. Ein Interview mit Regisseur İlker Çatak.

 

Deutsche Welle
Dem Auslandssender stehen drastische Kürzungen bevor.

 

Außerdem: Editorial: Verbote – zur Diskussion über Einschränkungen der Sozialen Netzwerke für Jugendliche; Szenarienanalysen im Kulturbereich; Ausstellung „Gebaute Gemeinschaft“ in der Berliner James-Simon-Galerie u.v.m.

 

 

  • Ein Exemplar in Papierform können Sie hier im Online-Shop versandkostenfrei bestellen
  • Die März-Ausgabe von Politik & Kultur mit dem Schwerpunkt „Erinnerungsorte Deutsche Teilung“ steht auch als E-Paper (PDF-Datei) zum Herunterladen bereit.

 

 

 

 


 

3. Causa Berlinale: Zum Wesen der Kunst gehört auch das Ausloten der Grenzen des Sagbaren

 

Wir fordern Kulturstaatsminister Wolfram Weimer auf, sich entschieden für die Kunst- und Meinungsfreiheit einzusetzen und die Unabhängigkeit der Berlinale vor staatlichen Eingriffen zu sichern. Die Äußerungen von Abdallah Alkhatib während der Berlinale-Preisverleihung werden von uns ausdrücklich nicht geteilt, sind aber von der grundgesetzlich gesicherten Meinungsfreiheit gedeckt.

 

Zum Wesen der Kunst gehört auch das Ausloten der Grenzen des Sagbaren, das müssen wir aushalten, auch wenn es manchmal schmerzhaft ist.

 

  • Hier kommen Sie zur vollständigen Pressemitteilung des Kultrraters

 

Ausgewählte Pressereaktionen vom 26.02.2026:

 

 

 


 

4. Jetzt beim Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ mitmachen!

 

Zum UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt am 21. Mai 2026 rufen die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration – ein einzigartiges Bündnis von Vertreterinnen und Vertretern der Sozialpartner, Religionsgemeinschaften, Medien, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft – erstmals zu dem bundesweiten Aktionstag auf.

 

Im Umfeld des Welttags der kulturellen Vielfalt sollen möglichst zahlreiche Aktionen von unterschiedlichen Organisationen, Bündnissen oder auch Einzelpersonen durchgeführt und so vielfältige Zeichen für den Zusammenhalt in unserer freien und vielfältigen Gesellschaft gesetzt werden.

 

Informationen zum Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt

  • Erfahren Sie hier alles zum Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt und laden Sie Ihren Beitrag hoch.
  • Hier kommen Sie zu den Botschafterinnen und Botschaftern des Aktionstags und können auch Ihr Bild einreichen.
  • Hier kommen Sie zu den 15 Thesen „Zusammenhalt in Vielfalt.

 

 


 

5. Personennachrichten

 

Margrit Lichtschlag ist neue Geschäftsführerin des NRW-Kulturrats 
Seit Anfang des Jahres leitet Margrit Lichtschlag die Geschäftsstelle des Kulturrats NRW und folgt damit auf Catalina Rojas Hauser. Die Literaturwissenschaftlerin bringt umfassende Expertise an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit und Kultur mit. Zuvor war Lichtschlag als selbstständige Kultur- und Nachhaltigkeitsberaterin tätig, leitete das Kulturamt der Stadt Essen und war geschäftsführendes Vorstandsmitglied beim Rat für Kulturelle Bildung e.V. Weitere berufliche Stationen führten sie in das Management des WDR Sinfonieorchesters Köln sowie zur Studienstiftung des deutschen Volkes.

 

Çağla Ilk wird Intendantin des Berliner Gorki Theaters 
Ab 2026 wird Çağla Ilk die Intendantin des Berliner Maxim Gorki Theaters. Die Architektin, Dramaturgin und Kuratorin arbeitete bereits ab 2013 unter Intendantin Shermin Langhoff am Maxim Gorki Theater und leitete dort unter anderem den interdisziplinären Herbstsalon, der Theater, Performance und Bildende Kunst verbindet. Zuletzt kuratierte Ilk den deutschen Pavillon der Venedig-Biennale 2024 und leitete gemeinsam mit Misal Adnan Yıldız die Kunsthalle Baden-Baden.

 

Brigitte Franzen wird Leiterin des Bauhaus-Archivs in Berlin 
Brigitte Franzen wird zum 1. April 2026 Direktorin des Bauhaus-Archivs – Museum für Gestaltung in Berlin. Seit Oktober 2024 leitet sie die Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach und war zuvor Direktorin des Senckenberg Naturmuseums in Frankfurt am Main. Franzen forscht und publiziert zur Kunst und Kultur der Bauhauszeit und der Weimarer Republik. Am Bauhaus-Archiv möchte sie ihre Forschungsschwerpunkte weiterentwickeln und die museale Arbeit stärken. Geplant ist unter anderem ein neues Programm zu den „Bauhaus Art Schools“, bei dem die HfG Offenbach eine zentrale Rolle spielen soll.

 

Ata Delbasteh ist neuer Dezernent für Schulen und Kultur in Mainz. 
Ata Delbasteh ist neuer Dezernent für Schulen und Kultur in Mainz. Der SPD-Politiker übernimmt damit Teile des bisherigen Zuständigkeitsbereichs von Marianne Grosse. Im Zuge einer Neustrukturierung wurde der Kulturbereich aus dem Bau- und Kulturdezernat herausgelöst und mit dem Schuldezernat zusammengeführt. Der gebürtige Mainzer plant, in seiner neuen Funktion Schwerpunkte auf Bildungsgerechtigkeit, moderne Schulentwicklung und kulturelle Teilhabe zu setzen sowie die freie Kulturszene zu stärken und neue Orte für kreative Begegnung zu schaffen.

 

Armin Petras wird Intendant am Theater Bremen 
Der Regisseur und Dramatiker Armin Petras übernimmt ab der Spielzeit 2027/28 die Intendanz am Theater Bremen. Dem Haus ist er bereits verbunden: 2018/19 war er dort Hausautor und Hausregisseur. Weitere Stationen führten ihn ans Staatstheater Kassel, ans Schauspiel Frankfurt sowie an die Spielstätte „schmidtstraße12“ in Frankfurt am Main. Von 2006 bis 2013 war er Intendant am Maxim Gorki Theater, anschließend am Schauspiel Stuttgart, und war zuletzt Co-Leiter der Schauspielsparte am Staatstheater Cottbus. Petras wurde für seine Stücke mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis (2019) für sein Gesamtwerk und mit dem Ludwig-Mülheims-Theaterpreis.

 

 

 


 

6. „Preis für digitales Miteinander“ startet in Bewerbungsphase

 

Herausragende Initiativen für digitale Teilhabe und digitale Bildung gesucht! Anlässlich des Digitaltags am 26. Juni 2026 wird der „Preis für digitales Miteinander“ vergeben.

 

Die Bewerbungsphase für die Auszeichnung ist nun offiziell gestartet. Bis einschließlich 15. April 2026 können sich teilnahmeberechtigte Einzelpersonen, Gruppen, Initiativen, NGOs sowie gemeinnützige Organisationen bewerben.

 

Der Preis wird von der Initiative „Digital für alle“ verliehen. Das Bündnis aus mehr als 25 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentlicher Hand ist Trägerin des Digitaltags, der 2026 zum siebten Mal bundesweit stattfindet. Der Deutsche Kulturrat gehört dem Bündnis an.

 

Es kann insgesamt 10.000 Euro gewonnen werden. Über die Nominierungen und die Gewinnerprojekte entscheidet eine hochkarätige Jury.

 

Preise in zwei Kategorien

  • In der Kategorie „Digitale Teilhabe“ werden Projekte ausgezeichnet, die digitale Technologien nutzen, um das gesellschaftliche Miteinander zu stärken und digitale Teilhabe für alle zu ermöglichen.
  • Die Kategorie „Digitale Bildung“ richtet sich an Projekte, die die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken und sie auf einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Technologien vorbereiten.

 

Hier geht es zur Bewerbung sowie zu Antworten auf häufig gestellte Fragen.

 


 

7. Handbuch Gameskultur 2.0 und Podcast

 

Das erfolgreiche Handbuch Gameskultur 2020 des Deutschen Kulturrates hat endlich ein Update: die vollständig überarbeite und stark erweiterte zweite Auflage Das Handbuch Gameskultur 2.0.

 

Alle Beiträge aus der 1. Auflage wurden von den Autorinnen und Autoren überarbeitet und an den aktuellen Stand der Diskussionen angepasst und das Themenfeld wurde erweitert.

 

Das Buch behandelt unter anderem folgende Fragen:

  • Warum sind Games Kultur?
  • Können Computerspiele sogar Kunst sein?
  • Was haben Computerspiele mit bildender Kunst, Theater, Musik, Literatur, Film zu tun?
  • Sind Games immer gewalthaltig?
  • Darf man Erinnerungskultur spielen?
  • Was haben Spiele mit Sport zu tun?
  • Und macht die Gamesbranche wirklich so viel Umsatz wie Hollywood?

 

 

Hg. v. Olaf Zimmermann und Felix Falk
Das Handbuch Gameskultur 2.0 
362 Seiten, ISBN:978-3-947308-70-5, bis zum 12.12.25 19,80€, danach 24,80€

 

  • Im Shop des Deutschen Kulturrates können Sie das Buch bestellen
  • Hier können Sie einen Blick in das Handbuch Gameskultur 2.0 werfen

 

Hör-Tipp: Der Podcast zum Buch

 

#01 Warum braucht es dieses Buch? Pilotfolge des Podcasts mit Olaf Zimmermann und Felix Falk
#02 Warum Games Popkultur sind. Über Games & Popkultur mit Valentina Hirsch
#03 Games als Technologietreiber. Über Technologie & Innovationen mit Thomas Bedenk
#04 Sind Games Literatur? Über Games und Literatur mit Lena Falkenhagen
#05 Kann ich mit Games mehr über Geschichte lernen? Eugen Pfister und Felix Zimmermann über Geschichte und Erinnerungskultur mit Games

 

 

Hier kommen Sie zur Podcast-Website.

 


 

8. Text der Woche: Sieg der Freiheit – Das Grüne Band und seine Rolle in Berlin von Kai Wegner

 

Berlin ist die Stadt der Freiheit. Nirgendwo auf der Welt gehört die Sehnsucht nach Freiheit, nach Selbstbestimmung und Unabhängigkeit so sehr zum Selbstverständnis einer Stadt wie in der deutschen Hauptstadt. Die Geschichte mit ihren hellen und dunklen Seiten, mit dem Streben nach Freiheit hat Berlin und die Menschen, die in der Metropole leben, über Jahrzehnte zutiefst geprägt.

 

Geschichte ist überall in Berlin präsent – sei es die Zeit Preußens, die der Weimarer Republik, die schrecklichen Jahre der Nazi-Diktatur oder die Jahre des DDR-Regimes, aber auch die Zeit der Westalliierten und natürlich die Aufbruchjahre nach dem Mauerfall 1989, die Berlin ein besonderes Gesicht, vor allem in der Stadtmitte gegeben haben.

 

Kai Wegner ist Regierender Bürgermeister von Berlin

 

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