KW 34: Eiferer, #Unteilbar Sachsen, Integration und Computerspiele, …

... Jahrestagung der Initiative kulturelle Integration, Heimat, Fridays for Future - Demonstration #AlleFürsKlima, Internationale Konferenz zur Kulturellen Bildung, Kolonialismus und Mission, Buchempfehlung der Woche

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

manchmal beschleicht mich eine große Sorge vor den Eiferern in unserem Land. Vor den Eiferern von Rechts, aber auch von Links. Wobei die Gefahr von Rechts im Kulturbereich schon sehr lange klar gesehen wird. Und der Kulturbereich, in seiner übergroßen Mehrheit, sich unmissverständlich gegen sie abgrenzt.

 

Schwieriger ist die Haltung des Kulturbereiches gegenüber den Eiferern von Links.

 

Nicht selten hört man aus der linken Ecke, Rassismus sei keine Meinung, Hatespeech sei keine Meinung und Klimawandelleugnung sei schon gar keine Meinung. Und deshalb seien sie auch nicht durch die im Grundgesetz verbriefte Meinungsfreiheit gedeckt.

 

Und richtig, Rassismus ist eine absolut verwerfliche Haltung, Hatespeech ist eine asoziale Kommunikationsform und die Leugnung des Klimawandels ist dumm, aber natürlich sind rassistische Äußerungen eine, wenn auch sehr unappetitliche, Meinungsäußerung und natürlich kann ich auch die Meinung vertreten, der Klimawandel sei eine reine Erfindung.

 

Selbst mit Schaum vor dem Mund und bebender Stimme, hasserfüllt, darf ich in Deutschland meine Meinung, auch wenn sie vollkommender Unsinn ist, sagen. Die Grenzen, wann ich das nicht mehr darf, sind glücklicherweise, gerade auch wegen der Lehren aus unserer Geschichte, sehr weit gezogen.

 

Wir sollten sehr sensibel und wehrhaft sein, wenn die Kunst-, Presse- und Meinungsfreiheit auch unabsichtlich eingeschränkt wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob Rechte, Linke oder wer auch immer sich zum Vertreter der einzig wahren Meinung aufspielt. Unsere Freiheit ist, selbst den größten Schwachsinn, natürlich im Rahmen unseres hervorragenden Grundgesetzes, verbreiten zu dürfen. Wir müssen lernen, nicht alles zu glauben.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
twitter.com/olaf_zimmermann

 

PS. Die Forderung nach Freifahrten in Bus und Bahnen für engagierte Menschen im Rahmen ihres ehrenamtlichen Engagements hat viele, zumeist positive, Reaktionen ausgelöst. Was den Soldatinnen und Soldaten recht ist, sollte den bürgerschaftlich Engagierten billig sein.

 


Morgen: #UNTEILBAR Sachsen – Großdemonstration in Dresden

 

Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung Demokratie, Menschenrechte, soziale und gesellschaftliche Teilhabe sind nichts, was einfach da ist. Sie müssen täglich erstritten und verteidigt werden. Angesichts der fortschreitenden Einschränkung von Grund- und Freiheitsrechten hat sich das sächsische #unteilbar-Bündnis gegründet, um gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft einzustehen. Mit unserem Bündnisaufruf stellen wir uns deutlich gegen die politische Verschiebung und erteilen Rassismus und Menschenverachtung eine klare Absage. Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden. Daher laden wir euch herzlich dazu ein, euch hier dem Aufruf anzuschließen.

 

Weitere Informationen zur Großdemonstration am 24. August 2019 in Dresden sowie zu weiteren Veranstaltungen und Aktionen von #UNTEILBAR Sachsen finden Sie hier.

 


Wie viel Integrationskraft haben Computerspiele? – WDR 3 sendet Diskussion von der gamescom

 

Auf der Gamescom in Köln diskutiert WDR-Moderator Max von Malotki mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Kultur und aus der Gamer-Szene.

 

• Sendehinweis: Forum, 29. September 2019, 18.04 – 19.00 Uhr, WDR 3 oder sofort im WDR3-Podcast

 

Milliarden Menschen weltweit lieben digitale Spiele – es sind Menschen mit ganz vielfältigen kulturellen Hintergründen und Lebensumständen. Weil Games zunehmend online gespielt werden, miteinander und gegeneinander, entscheidet schriftliche und verbale Kommunikation nicht nur über Sieg und Niederlage, sondern auch über die Qualität der menschlichen Erfahrung im Spiel. Spiele bauen Brücken, überwinden Gräben und lassen ungewöhnliche Freundschaften entstehen. Gleichzeitig können Spielinhalte aber auch Sichtweisen auf Kulturen und gesellschaftliche Minderheiten kultivieren und verfestigen. Das Panel diskutiert im Rahmen einer Kooperation mit der „Initiative kulturelle Integration“ und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturrat die Integrationskraft von Computerspielen als gemeinsame, kulturübergreifende Erfahrung und die Möglichkeiten und Herausforderungen in einer sich zunehmend diversifizierenden Gesellschaft.

 

Moderator Max von Malotki diskutiert mit:

 

• Linda Breitlauch, Professorin für Game Design, Hochschule Trier
• Aiman Mazyek, Vorstandsvorsitzender Zentralrat der Muslime in Deutschland
• Kathrin Trattner, Religionswissenschaftlerin, Karl-Franzens-Universität Graz
• Olaf Zimmermann, Geschäftsführer Deutscher Kulturrat

 

Aufnahme vom 21. August 2019 auf der gamescom in Köln. Kooperationspartner waren der Deutsche Kulturrat und die Initiative kulturelle Integration.

 

Redaktion: Karl Karst

 

Hier kann die Sendung vorab im Netz gehört werden:

 


Veranstaltungen des Deutschen Kulturrates

 

03.09.2019: Zweite Jahrestagung der Initiative kulturelle Integration

 

Im dritten Jahr ihres Bestehens lädt die Initiative Integration am 3. September 2019 ab 10.00 Uhr zu ihrer Jahrestagung in die Michael Blumenthal Akademie des Jüdischen Museums in Berlin.

 

Einen „Klimawandel in der Kommunikation“ weg von der „Empörungsdemokratie“ fordert der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Bernhard Pörksen der Universität Tübingen, der den Eröffnungsvortrag halten wird.

 

Vor dem Hintergrund der bereits stattgefundenen Europaparlamentswahlen und der drei anstehenden Landtagswahlen in Deutschland, sowie der Jubiläen: 70 Jahre Grundgesetz, 30 Jahre Wiedervereinigung und 100 Jahre Weimarer Republik soll in diesem Jahr das Thema „Zusammenhalt und Demokratie“ den Fokus der Jahrestagung bestimmen. Dabei wird hierzu insbesondere die Rolle der Medien kritisch zu beleuchten sein.

 

Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters, MdB und die Präsidentin des Deutschen Kulturrates Prof. Dr. Susanne Keuchel eröffnen die Tagung.

 

Anschließend diskutieren prominente Vertreter verschiedener Medienrichtungen über die Demokratiewachsamkeit in Zeiten des sogenannten Strukturwandels der Öffentlichkeit durch die digitalen Medien.

 

Am Nachmittag findet ein Perspektivwechsel von den „Sendern“ zu den „Empfängern“ von Informationen statt. In einer zweiten Diskussionsrunde wird die Frage gestellt: Was tun wir und tun wir genug, um Bürgerinnen und Bürgern, egal ob oder ohne Migrationshintergrund, die Chance zu geben, sich zu bilden und zu informieren, um an demokratischen Prozessen teilhaben zu können? Hier sollen auch Sie zu Wort kommen. Diese Podiumsrunde diskutiert im Fischbowl-Format, sodass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der Diskussion Ihre Meinungen, Ideen und Argumente unmittelbar einbringen können.

 

Das Programm der Jahrestagung sowie das Anmeldeformular finden Sie hier.
• Die Teilnahme an der Jahrestagung ist kostenlos.

 


06.09.-07.09.2019: Geht Heimat immer nur verloren oder kann sie neu entstehen?

 

Leipzig: Freitag, den 06.09. bis Samstag, den 07.09.2019

 

Ein kritischer Blick auf den Kulturbegriff Heimat. Die Veranstaltung ist ein Kooperationsprojekt mit dem BUND, mit Unterstützung durch den Rat für Nachhaltige Entwicklung.

 

Das Programm:

 

16:30 Uhr: Lesung von Regine Möbius „Schneisen der Zeitgeschichte“ im Museum der bildenden Künste Leipzig

 

18.30 Uhr: Diskussion inmitten des Museums der bildenden Künste Leipzig:

 

Geht Heimat immer nur verloren oder kann sie neu entstehen? Kritischer Blick auf den Kulturbegriff Heimat

 

• Grußwort des Museums der bildenden Künste Leipzig
• Begrüßung: Susanne Keuchel, Präsidentin Deutscher Kulturrat
• Intermezzo: Sprachkultureller Beitrag von Gunter Böhnke
• Einführung: Helix Heyer, BUNDjugend

 

Podiumsdiskussion:

 

Regine Möbius (Schriftstellerin)
Valerie Schönian (Journalistin, Schriftstellerin)
Hubert Weiger (Vorsitzender BUND)
Olaf Zimmermann (Geschäftsführer Deutscher Kulturrat)

 

Moderation: Reinhard Bärenz, Leiter der Hauptredaktion Kultur MDR

 

Die Podiumsdiskussion wird aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt vom MDR Hörfunk gesendet.

 

Am Samstagvormittag (07.09.2019) gibt es ein zusätzliches Programm-Angebot im Neuseenland, einem ehemaligen Braunkohle-Tagebaugebiet. Dieses wird vom BUND Leipzig organisiert. Dabei sollen auch Gespräche mit Betroffenen geführt werden, die früher hier lebten und durch den Braunkohlebergbau ihre Heimat verloren haben. Gemeinsam erleben wir mit Bus und Boot, wie Heimat zerstört wurde und vollkommen anders neu entstanden ist.

 

Hier können Sie sich anmelden.

 


Kooperationsveranstaltungen

 

20.09.2019: Fridays for Future – Demonstration #AlleFürsKlima

 

Am 20. September 2019 findet der dritte globale Klimastreik statt. Weltweit werden Menschen auf die Straße gehen und für die Einhaltung des Pariser Klima-Abkommens und gegen die anhaltende Umweltzerstörung demonstrieren. Der Klimawandel verlangt schnelles, tiefgreifendes Handel. Die UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zeigt den Weg auf.

 

Der Deutsche Kulturrat unterstützt den Aufruf von „Fridays for Future“ und ruft alle Kulturschaffenden und Kulturinteressierten auf, sich am 20. September 2019 an der Demonstration #AlleFürsKlima zu beteiligen.

 


28.10. – 01.11.2019: Internationale Konferenz zur Kulturellen Bildung in Frankfurt

 

Am 28. Oktober 2019 beginnt in Frankfurt/M die internationale Konferenz, die die Entwicklung der kulturellen Bildung seit der „Seoul Agenda“ der UNESCO von 2010 kritisch untersucht.

 

150 Expertinnen und Experten aus 44 Ländern werden berichten, ob und wie sich der Zugang und die Teilhabe an kultureller Bildung weiterentwickelt hat und ob die Ziele dieser Agenda erreicht wurden.

 

Im Mittelpunkt stehen dabei die künstlerischen Schulfächer Kunst, Musik, Theater und auch Tanz, der in manchen Ländern ebenfalls in Schulen verankert ist. Die UNESCO und alle ihre Mitgliedsstaaten sowie die Konferenz-Veranstalter gehen davon aus, dass die allseits geforderte kulturelle Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen nur gewährleistet ist, wenn Schulen das leisten. Nur dann kann wirklich jede/r sich in diesen Bereichen bilden, unabhängig von Lebensort und sozialer Situation. Und nur dann können qualifizierte Lehrkräfte unterrichten und künstlerische Projekte in pädagogisch-fachlicher Qualität anleiten

 

Am Donnerstag, 31.10., gibt die Stadt Frankfurt einen offiziellen Empfang im Kaisersaal des Römers, Bildungsdezernentin Sylvia Weber und die Präsidentin des Deutschen Kulturrates, Prof. Susanne Keuchel werden die Gäste begrüßen.

 

Das Konferenz-Programm umfasst Berichte aus mehr als 44 Ländern, etwa 60 kurze akademische Vorträge. Der Deutsche Kulturrat ist Kooperationspartner der Tagung.

 

• Informationen und Anmeldung: Website: waae-conference.jimdofree.com
• Joachim Reiss, E-Mail: moc.l1568798969iamg@1568798969ecner1568798969efnoc1568798969.eaaw1568798969

 


Vorankündigung:

 

Am 29. August erscheint die neue Ausgabe von Politik und Kultur mit dem brandaktuellen Schwerpunkt „Kolonialismus und Mission“. Verpassen Sie diese Ausgabe nicht und bestellen Sie hier!

 

Am 29.08.2019 um 11 Uhr wird die Ausgabe in einem Pressegespräch in Berlin vorgestellt. Bei Interesse zur Teilnahme wenden Sie sich bitte direkt an Theresa Brüheim, Referentin für Kommunikation im Deutschen Kulturrat, Telefon: 030/226 05 28 – 15, ed.ta1568798969rrutl1568798969uk@mi1568798969eheur1568798969b.t1568798969.

 


Buchempfehlung der Woche: Altes Zeug – Beiträge zur Diskussion zum nachhaltigen Kulturgutschutz

 

Der Schutz von Kulturgut ist eine vielfältige und facettenreiche Aufgabe, das wird bei der Lektüre der in diesem Band zusammengestellten Beiträge deutlich.

 

• Es geht um die Aus- und die Einfuhr von Kulturgut, also den Handel.
• Es geht um den Schutz des archäologischen Kulturerbes, insbesondere im Nahen Osten.
• Es geht um die Gebäude, in denen Kulturgut aufbewahrt wird sowie generell um den physischen Schutz von Kulturgut sowie die Chancen, die die Digitalisierung von Kulturgut bietet.
• Es geht um die Begehrlichkeiten von Finanzverantwortlichen, Kulturgut aus öffentlichem Besitz bei knappen Kassen zu verkaufen.
• Es geht um den verantwortlichen Umgang mit NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut, um Provenienzforschung sowie die Restitution von Kulturgut.
• Es geht um die Forschung zum Kulturgut in den Kleinen Fächern an den Universitäten. Und last but not least geht es um den Schutz des Immateriellen Kulturerbes, der seit einigen Jahren an Bedeutung gewonnen hat. •

 

Hg. v. Olaf Zimmermann und Theo Geißler ISBN 978-3-934868-38-0, 345 Seiten, 18,80 Euro

 

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