21. KW: Hab keine Angst!

  1. Editorial: Hab keine Angst!
  2. Erfolgreicher erster Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ im Europäischen Haus
  3. Einladung zur Podiumsdiskussion: Neue Bündnisse für die Freien Künste
  4. Die Weltrepublik der Literatur – Patricia Klobusiczky leitet das Europäische Übersetzer-Kollegium in Straelen
  5. Auf dem Weg zum Welterbe: Das Grüne Band
  6. Es geht voran – Sachstand Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien
  7. Text der Woche: „Verfassungsschutz im Spannungsfeld von Kunstfreiheit, Kulturförderung und Extremismusabwehr“ von Stephan J. Kramer
  8. Zum Schluss: Sebastian Krumbiegel

 


 

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin sehr glücklich, wie viele Menschen sich gestern am ersten Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ der Initiative kulturelle Integration beteiligt haben: Über 450 Aktionen, Veranstaltungen und künstlerische Beiträge sind entstanden und fanden in allen Bundesländern rund um den 21. Mai 2026 unter dem gemeinsamen Dach des Aktionstags Zusammenhalt in Vielfalt statt.

 

Diese Aktionen im gesamten Bundesgebiet sind mehr als ein Zeichen, sie sind Bekenntnisse für ein friedliches Zusammenleben mit den Nachbarn unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten, unterschiedlicher Geschlechtsidentitäten oder sexueller Orientierungen, Menschen mit und ohne Behinderungen, vor allem Menschen!

 

Viele kreative Beiträge zum Thema Zusammenhalt in Vielfalt fanden statt. Sebastian Krumbiegel, den Sie als Sänger und Musiker von den PRINZEN kennen werden, hat dem Aktionstag sogar ein Lied mit dem Titel „Keine Angst“ gewidmet.

 

Besonders aktiv mit Aktionen und Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet waren die Städte und Kommunen mit ihren diversen Kultur- und Sozialeinrichtungen, die Kirchen, Schulen und Volkshochschulen, Bibliotheken und Museen und viele Einzelpersonen, insbesondere auch aus dem Kunstbereich.

 

Ihnen allen eine riesengroßes: DANKESCHÖN!!!

 

So viel Zuspruch, so viel Engagement für das Thema Zusammenhalt in Vielfalt, das macht mich in schwierigen Zeiten, die gerne als „Polykrise“ beschrieben wird, zuversichtlich.

 

Und da sind wir wieder bei Sebastian Krumbiegels Lied zum heutigen Aktionstag „Hab keine Angst“.

 

Lassen wir uns nicht von den Demagogen und Verschwörungstheoretikern auseinanderdividieren, gerade in schwierigen Zeiten gilt es mehr denn je zusammenzurücken, wertschätzend und respektvoll miteinander umzugehen und für unsere vielfältige Demokratie einzustehen.

 

Ihr

 

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

 

PS. Es sei noch angemerkt, dass nicht alle Politiker von unserem Aktionstag begeistert waren, so hat sich der AFD-Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich in der 22. Sitzung des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages (20. Mai 2026) über die Arbeit der Initiative kulturelle Integration und unsere 15 Thesen, die nach seiner Ansicht „reine Hohlphrasen“ sind,  beschwert. Das werte ich persönlich aber ebenfalls als Erfolg unserer Arbeit.

 


 

2. Erfolgreicher erster Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ im Europäischen Haus

 

Gestern, am 21. Mai 2026, dem UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt, hat der erste bundesweite Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ der Initiative kulturelle Integration ein äußerst erfolgreiches und sichtbares Zeichen gesetzt.

 

Mit über 450 Aktionen in ganz Deutschland, von Diskussionen, Lesungen und Konzerten bis hin zu Schulprojekten und künstlerischen Beiträgen, wurde eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig und engagiert sich Menschen und Institutionen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratisches Miteinander einsetzen.

 

Auch die Veranstaltung der Initiative kulturelle Integration im Europäischen Haus mit hochrangigen Gästen wie Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer, dem Parlamentarischen Staatssekretär Christoph de Vries MdB und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas MdB sowie einer Lesung des Autors Hasnain Kazim und einer Live-Performance von Sebastian Krumbiegel, Sänger der Band „Die Prinzen“, unterstrich die große Resonanz des Aktionstags. Der gelungene Auftakt macht deutlich:

 

Das bundesweite Netzwerk für kulturelle Integration ist lebendig, wirksam und wird auch künftig wichtige Impulse für eine offene, vielfältige Gesellschaft setzen. Es wurde sichtbar, wie viele Menschen, Organisationen und Institutionen Verantwortung für den Zusammenhalt in einer vielfältigen Gesellschaft übernehmen. Der Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt bringt dieses Engagement zusammen – von den vielen Aktionen vor Ort bis zu der Veranstaltung in Berlin.

 

 

 

 


 

3. Einladung zur Podiumsdiskussion: Neue Bündnisse für die Freien Künste

 

Wie können sich die Freien Künste weiterentwickeln angesichts finanzieller Kürzungsrunden und zunehmender politischer Einflussnahme? Was ist zu tun, wenn die Politik ihren gesellschaftlichen
Beitrag zunehmend in Frage stellt? Welche neuen Allianzen können die Freien Künste eingehen, um nachhaltig produzieren zu können?

 

Angesichts einer kulturpolitischen Landschaft, die geprägt ist von Sparmaßnahmen und einer Erodierung demokratischer Grundwerte, stellt der Zeitgenössisches Musiktheater Berlin e.V. (ZMB e.V.) die Frage, wie Zusammenhalt und Solidarität neu gedacht werden können.

 

Es diskutieren:

  • Janina Benduski, LAFT Berlin und #BerlinIstKultur
  • Hans-Conrad Walter, Kulturmanager und Sponsoringexperte
  • Daniel Wesener, Kulturpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen
  • Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

Moderation: Franziska Seeberg und Matthias Rebstock (ZMB e.V.)

 

Wo: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin-Mitte
Wann: 28.5.2026 um 19:30 Uhr
Anmeldung: Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten unter ed.ni1781386313lreb-1781386313retae1781386313htkis1781386313um@of1781386313ni1781386313

 


 

4. Die Weltrepublik der Literatur – Patricia Klobusiczky leitet das Europäische Übersetzer-Kollegium in Straelen

 

Zum 1. April 2026 wechselte die Leitung des Europäischen Übersetzer-Kollegiums (EÜK) in Straelen in Nordrhein-Westfalen: Patricia Klobusiczky, von 2017 bis 2021 Erste Vorsitzende des Verbands deutscher Übersetzer/innen (VdÜ), löste Dr. Regina Peeters als Geschäftsführerin ab. Zeitgleich öffnet das wegen Bauarbeiten länger geschlossene EÜK allmählich wieder seine Türen.

 

Patricia Klobusiczky, 1968 als Kind einer Französin und eines Ungarn in Berlin geboren, bekam das Thema Übersetzung quasi in die Wiege gelegt. „Schon meine Eltern sind mehrsprachig aufgewachsen“, sagt sie. „Und als ich mit fünf oder sechs das Lesen für mich entdeckte, war ich von da an für alles andere verloren.“

 

Ihre Entscheidung für den Studiengang Literaturübersetzen an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf markierte den Beginn ihrer Laufbahn als professionelle Übersetzerin. Nach dem Studium arbeitete sie zehn Jahre lang als Lektorin für den Rowohlt-Verlag. Von 2006 an war sie freie Übersetzerin aus dem Französischen und Englischen für kleine Verlage bis hin zu Verlagsgruppen und in vielen literarischen Genres (u. a. für William Boyd, Marie Darrieussecq, Petina Gappah, Lorrie Moore, Henri-Pierre Roché, Anne Serre, Valérie Zenatti, Sophie Divry, Ruth Zylberman und Gisèle Pelicot).

 

  • Hier geht es zum vollständigen Porträt über Patricia Klobusiczky von Andreas Kolb, Redakteur von Politik & Kultur

 


 

5. Auf dem Weg zum Welterbe: Das Grüne Band

 

Seit Januar 2024 steht das Grüne Band als ökologisch einzigartiger Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze auf der deutschen Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe. Perspektivisch soll es als sogenanntes „gemischtes Gut“ anerkannt werden, da es sowohl natur- als auch kulturhistorisch von herausragendem universellem Wert ist. Träger des Vorhabens ist der BUND in enger Kooperation mit dem Deutschen Kulturrat. Ziel ist es, den Nominierungsprozess weiter voranzubringen – hierzu empfiehlt der Deutsche Kulturrat folgende Veranstaltungen:

 

Regionalveranstaltung in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn am 4. Juni 2026

 

Geladene Gäste aus dem Naturschutz und der Erinnerungskultur diskutieren mit dem Publikum, ob das Grüne Band als UNESCO Welterbe ausgezeichnet werden soll.

 

Nach Impulsbeiträgen zur regionalen Bedeutung des Grünen Bandes in den vergangenen 35 Jahren, fasst eine musikalisch unterlegte szenische Lesung die historischen, gesellschaftlichen und ökologischen Aspekte des Grünen Bandes auf eindrucksvolle und stimulierende Weise zusammen. Im Anschluss debattieren Marie-Luise Tröbs, Präsidentin des Bundes der Zwangsausgesiedelten (BdZ) und Experten aus den Bereichen Naturschutz, Erinnerungskultur und Welterbe über die Bedeutung des Grünen Bandes.

 

 

Tagung – Das Grüne Band auf dem Weg zum Welterbe in Thüringen am 10.-11. Juni 2026 in Probstzella

 

In der Abschlusstagung der Veranstaltungsreihe „Auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe – Das Grüne Band in Thüringen“ soll das Grüne Band als besonderer Natur- und Kulturraum stärker in den Fokus gerückt und seine Bewerbung als UNESCO-Welterbestätte unterstützt werden. Sie bringt Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, (Erinnerungs-)Kultur, Naturschutz, Politik, Wirtschaft und Tourismus zusammen, um den Austausch zu fördern und den gesellschaftlichen sowie politischen Rückhalt für dieses Vorhaben zu stärken.

 

  • Datum: 10.06.2026, ab 13:00 Uhr & 11.06.2026 ab 09:00 Uhr
  • Ort: Bauhaushotel „Haus des Volkes“, Bahnhofstraße 25, 07330 Probstzella
  • Anmeldung und Programm: Tagung Grünes Band

 

In der Märzausgabe der Zeitung Politik & Kultur haben wir dem Grünen Band einen eigenen Schwerpunkt gewidmet. Lesen Sie hier das kostenfreie E-Paper.

 


 

6. Es geht voran – Sachstand Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien

 

Der Bericht des Deutschen Kulturrates „Es geht voran. Sachstand Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien“ verrät die gute Nachricht: Es geht voran. Der Band macht aber auch deutlich: Es ist noch viel zu tun.

 

Der Bericht enthält Daten zur Geschlechtergerechtigkeit im Bereich von Kultur und Medien:

 

  • Wie steht es mit Frauen in Führungspositionen und der Partizipation von Frauen an der individuellen Künstlerinnen- und Künstlerförderung?

 

Neben zahlreichen Daten und Fakten enthält der Band Artikel von 38 Autorinnen und Autoren aus Verbänden, der Kulturverwaltung, der Kulturförderung und der Wissenschaft. Sie schreiben über die Situation in den einzelnen Bundesländern und die Lage in verschiedenen Sparten des Kulturbetriebs. Sie verdeutlichen, was bereits geschieht, um Geschlechtergerechtigkeit zu verwirklichen, und zeigen Handlungsbedarfe auf, um die Situation weiter zu verbessern.

 

Gabriele Schulz, Olaf Zimmermann (Hg.)
Es geht voran – Sachstand Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien
328 Seiten, ISBN- 978-3-947308-68-2, 22,80 Euro

 

  • Im Shop des Deutschen Kulturrates können Sie den Bericht bestellen
  • Hier geht es zur Buchvorschau
  • Hier können Sie eine ausführliche Rezension des mdr lesen

 


 

7. Text der Woche: „Verfassungsschutz im Spannungsfeld von Kunstfreiheit, Kulturförderung und Extremismusabwehr“ von Stephan J. Kramer

 

Die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland lebt von einem grundlegenden Spannungsverhältnis: dem Schutz individueller Freiheiten einerseits und der Abwehr verfassungsfeindlicher Bestrebungen andererseits. Dieses Spannungsfeld wird besonders sichtbar im Bereich von Kunst und Kultur. Die Kunstfreiheit ist in Artikel 5 Absatz 3 des Grundgesetzes vorbehaltlos gewährleistet. Zugleich steht der Staat – aber auch die mündigen Bürgerinnen und Bürger – in der Pflicht, extremistische Entwicklungen zu erkennen und zu bekämpfen. Zwischen diesen Polen bewegt sich auch der Verfassungsschutz sowohl als verfassungsmäßige Pflicht in einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat, wie auch als Behörde mit entsprechendem gesetzlichem Auftrag – in Thüringen unter besonders sichtbaren Bedingungen.

 

  • Stephan J. Kramer ist Präsident des Amtes für Verfassungsschutz in Thüringen

 

Hier lesen Sie den ganzen Beitrag.

 


 

8. Zum Schluss: Sebastian Krumbiegel

 

Sebastian Krumbiegel, Sänger und Frontmann der Band Die Prinzen, hat den Song „Hab keine Angst“ für den Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ geschrieben. Hier sprechen wir über unsere nächsten gemeinsamen Aktivitäten und hatte, wie man hoffentlich sieht, viel Spaß dabei!

 

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