- Die fantastische Welt des winzig Kleinen – Mikroskop und Kunst als eine Einheit
- Für Kurzentschlossene: Einladung zur Revolution des Sehens
- Bundestag: Öffentliches Fachgespräch zum Thema „Soziale Lage von Künstlerinnen und Künstlern“
- Veranstaltungskalender zum Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“
- Start des Mentoringprogramms für weibliche Führungskräfte im Kulturbereich
- Einladung zum Panel „KI & politische Verantwortung für die Kreativwirtschaft“
- Gute Nachrichten! Der Studiengang Konservierung und Restaurierung/Grabungstechnik an der HTW bleibt erhalten
- Text der Woche: „Gutes Programm“ von Çiğdem Uzunoğlu
- Zum Schluss: Kulturinstitutionen warnen vor nationalistisch ausgerichteter Kulturpolitik in Sachsen-Anhalt
Sehr geehrte Damen und Herren,
mich fasziniert die Welt des Mikrokosmos schon seit meiner Kindheit. »Färbung eines Schleimhautaufstriches, Fixierung mit Äther-Alkohol-Gemisch, 1 % Methylenblau, 5 Minuten einwirken lassen, abspülen«. Das ist meine erste Versuchsbeschreibung, niedergeschrieben 1975, ich war 14 Jahre alt. Seit diesen Tagen hat mich der »Virus« Mikroskopieren nicht mehr losgelassen. Das Eindringen in eine unbekannte Welt begeistert mich nach wie vor.
Immer habe ich Mikroskopie und Kunst als eine Einheit gesehen. Mehr sehen können, tiefer in die Dinge blicken können. Der Blick durch ein Mikroskop ist wie der Blick auf ein Kunstwerk.
Der amerikanische Künstler Cy Twombly hat mich mit seinen Bildern schon früh in den Bann gezogen. Hinter dem vermeintlichen Gekrakel auf seinen Bildern öffnet sich nach einiger Zeit eine neue Welt. Ich weiß nicht, ob er je durch ein Mikroskop geschaut hat, mich haben seine Bilder beim Betrachten aber immer daran erinnert, wie es ist, wenn man am Mikroskop die Schärfe einstellt: die Vergrößerung erst 50-fach, dann 100-fach, dann 400-fach und zum Schluss – mehr geht sinnvoll bei einem Lichtmikroskop nicht – 1000-fach. Immer werden neue Bildwelten sichtbar.
Auch in der klassischen Moderne tauchen Formen auf, die stark an mikroskopische Strukturen erinnern. Künstler wie Wassily Kandinsky, Paul Klee, Joan Miró oder Jean Arp entwickelten biomorphe Bildformen, die an Zellen, Mikroorganismen oder organische Wachstumsprozesse erinnern. Besonders prägend für Kunst und Design waren einige mikroskopische Organismen selbst. Diatomeen – Kieselalgen mit ihren fein ornamentierten Silikatschalen – zeigen eine nahezu perfekte geometrische Symmetrie. Im 19. Jahrhundert wurden sie sogar bewusst zu dekorativen Mustern auf Objektträgern arrangiert. Radiolarien wiederum besitzen komplexe, kugelförmige Skelette mit strahlenförmigen Strukturen, die direkt in Architektur, Schmuckdesign und Ornamentik übernommen wurden.
Auch Schleimpilze, meine liebsten Fotomotive, faszinieren durch ihre Farben und Formenvielfalt, die erst mit einer Lupe sichtbar werden. Ihre plasmodialen Netzwerke und filigranen Fruchtkörper haben in letzter Zeit Künstler, Designer und sogar Architekten inspiriert, die sich mit biologischen Wachstumsprozessen und ihrer Ästhetik beschäftigen.
Wer die Faszination Mikrokosmos selbst erleben will, ist herzlich heute um 17 Uhr ins Zeiss Großplanetarium in Berlin zur Veranstaltung „Die Revolution des Sehens“ eingeladen. Wenn man etwas früher kommt, kann man auch selbst mikrosopieren.
Ihr
Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
2. Für Kurzentschlossene: „Die Revolution des Sehens – Wie das Mikroskop die Welt verändert hat“
Heute Einladung ins Zeiss Großplanetarium nach Berlin zur Veranstaltung „Die Revolution des Sehens“
Heute Abend veranstalten wir passend zum April-Schwerpunkt „Die Revolution des Sehens – Wie das Mikroskop die Welt verändert hat” gemeinsam mit dem Zeiss Großplanetarium und rbb24 eine Podiumsdiskussion zum Thema Mikroskopie. Sie sind herzlich eingeladen.
Es diskutieren:
- Dr. rer. nat. Luiza Bengtsson, Leiterin der Abteilung Museum & Gesellschaft im Botanischen Garten Berlin
- Prof. Dr. Klaus Hausmann, Berliner Mikroskopische Gesellschaft,
- Tim Florian Horn, Vorstand der Stiftung Planetarium Berlin,
- Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
Moderation: Harald Asel, rbb24 Inforadio
Ort: Zeiss Großplanetarium, Prenzlauer Allee 80, 10405 Berlin, Kinosaal
Zeit: Heute, Fr 17. April 2026, 17 Uhr
- Hier können Sie sich zur Podiumsdiskussion anmelden! Der Eintritt ist kostenfrei.
- rbb24 Inforadio zeichnet die Veranstaltung auf und sendet sie am Sonntag, 26. April um 11 Uhr (Wdhl. 21 Uhr) in der Reihe „Forum“ aus. Sie ist auch anschließend zu hören auf https://www.inforadio.de/www.inforadio.de/ und in ARD Sounds.
- Die April-Ausgabe von Politik & Kultur mit dem Schwerpunkt „Die Revolution des Sehens – Wie das Mikroskop die Welt verändert hat“ können Sie hier im Online-Shop versandkostenfrei bestellen, und hier als E-Paper (PDF-Datei) kostenfrei herunterladen.
3. Bundestag: Öffentliches Fachgespräch zum Thema „Soziale Lage von Künstlerinnen und Künstlern – mit besonderem Blick auf Soloselbstständige“
Am Mittwoch, 15. April 2026, fand eine öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Kultur und Medien statt. Gegenstand der Sitzung war die soziale Lage von Künstlerinnen und Künstlern.
Neben Cilgia Gadola (Bundesverband Freie Darstellende Künste), Valeska Hageney (Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK)), Lisa Mangold (ver.di) und Marco Tempel (Künstlersozialkasse) war ich als Sachverständiger geladen und habe zusätzlich im Vorhinein eine schriftliche Stellungnahme abgegeben.
- Hier können Sie die öffentliche Sitzung in der Mediathek des Bundestages nachschauen.
4. Veranstaltungskalender Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“
In 35 Tagen ist es soweit! Am 21. Mai 2026 findet der erste Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ der Initiative kulturelle Integration statt.
Im Umfeld des UNESCO-Welttags der kulturellen Vielfalt ruft die Initiative kulturelle Integration Organisationen, Bündnisse und Einzelpersonen dazu auf, mit Aktionen vielfältige Zeichen für den Zusammenhalt in unserer freien und vielfältigen Gesellschaft zu setzen.
Im Aktions-Kalender können Sie Ihre Veranstaltungen eintragen und sich inspirieren lassen. Ob Stadtrundgänge, Tagungen, Lesungen oder andere Kulturveranstaltungen, wir freuen uns auf vielfältige Aktionen.
Es gibt auch etwas zu gewinnen! Alle Aktionspartner, die eine Veranstaltung in den Aktions-Kalender eintragen, nehmen automatisch an der IKI-Tombola teil. Gewinnen Sie mit Ihrer Aktion einen der vielen außergewöhnlichen Preise, die von den Mitgliedern der Initiative kulturelle Integration zur Verfügung gestellt werden.
- Nächstes Digitales Infotreffen zum Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt am 28. April 2026. Hier anmelden, um die Einwahldaten zu erhalten.
- Erfahren Sie hier alles zum Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt und laden Sie Ihren Beitrag hoch.
- Hier kommen Sie zu den 15 Thesen „Zusammenhalt in Vielfalt“
5. Die neue Ausschreibung des Mentoring-Programms des Deutschen Kulturrats ist gestartet
Hoch qualifizierte weibliche Kulturschaffende, die bereits vielfältige berufliche Erfahrungen gesammelt haben und nun eine Führungsposition beziehungsweise eine bessere Sichtbarkeit anstreben, können sich für das bundesweite 1:1-Mentoring-Programm bewerben.
Den ausgewählten Mentees werden in dieser neunten Runde bis zu 30 erfahrene Mentorinnen und Mentoren an die Seite gestellt, die als Kreative, Akteurinnen und Akteure der Kreativwirtschaft oder anderer Kultureinrichtungen in ihrem Fach exzellent sind. Sie alle verfügen über ein weit gespanntes Netzwerk, das sie ebenso wie ihr Wissen mit den Mentees teilen wollen. Die Mentorinnen und Mentoren kommen aus den Bereichen: Architektur, Bibliothekswesen, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Design, Film, Hörfunk und Medien, Kulturelle Bildung und Vermittlung, Kulturpolitik, Kreativwirtschaft, Literatur, Museumswesen, Musik, Musiktheater, Management und Verwaltung, Tanz, Theater, Verlagswesen.
In den ersten acht Runden gingen bereits 237 Tandems an den Start. Es bewarben sich in jeder Runde 250 bis 350 ambitionierte Frauen auf dieses Programm, was ein Beleg dafür ist, dass sich karrierebewusste Frauen von diesem Angebot einen positiven Effekt versprechen und ihr Führungs- und Gestaltungswille in allen Kultursparten stark ausgeprägt ist.
- Bewerbungsschluss ist der 03. Mai 2026.
- Im September/Oktober starten die Tandems dieser neunten Runde.
- Das Mentoring-Programm läuft jeweils über sechs Monate.
- Die Ausschreibung und Bewerbungsunterlagen finden Sie hier.
6. Einladung zum Panel „The Creative Shift: Transformation, KI & politische Verantwortung für die Kreativwirtschaft“
Vom 28. bis 29. April 2026 findet auf Kampnagel in Hamburg der German Creative Economy Summit statt – eine der bedeutendsten Zusammenkünfte der Kreativwirtschaft mit rund 1.300 Teilnehmenden aus allen Branchen. Der diesjährige Schwerpunkt: KI und die Digitale Ökonomie.
Ich lade Sie herzlich zum Panel „The Creative Shift: Transformation, KI und politische Verantwortung für die Kreativwirtschaft“ ein:
- Daniel Knöll, Koalition Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland (k3d)
- Jörn Freynick, Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland VGSD
- Prof. Lena Falkenhagen, Verband deutscher Schriftsteller*innen
- Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
diskutieren darüber, wie man eine starke, zukunftsfähige politische Position entwickeln kann – für eine Branche, die in ihrer Vielfalt beeindruckt, aber in der öffentlichen Wahrnehmung und politischen Priorisierung noch immer um Durchsetzung kämpft.
Zeit: 29. April 2026, 14:15–15:15h
Ort: Bühne Halle K6, Kampnagel, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg
- Hier geht es zu den weiteren Informationen und Tickets
7. Gute Nachrichten! Der Studiengang Konservierung und Restaurierung/Grabungstechnik an der HTW bleibt erhalten
Der Studiengang „Konservierung und Restaurierung/Grabungstechnik“ an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) bleibt erhalten. Der Deutsche Kulturrat hatte sich für den Erhalt des Studienganges ausgesprochen.
Hintergrund sind die Kürzungen des Landes Berlin im Hochschulbereich, denen der Studiengang ursprünglich zum Opfer fallen sollte. Dank intensiver Diskussionen, an denen auch der Deutsche Kulturrat beteiligt war, hat der Akademische Senat der HTW Berlin dem Auslaufen des Studiengangs nun nicht zugestimmt.
Der Studiengang wird den im Wintersemester 2025/26 begonnenen Transformationsprozess des Curriculums fortführen. Ziel ist eine tragfähige, innovative Ausrichtung, die sowohl budgetäre Rahmenbedingungen als auch zukünftige Anforderungen des Arbeitsmarktes berücksichtigt. Wir gratulieren herzlich zu diesem wichtigen Erfolg!
- Hier geht es zu der Pressemeldung der HTW Berlin
8. Text der Woche: „Gutes Programm – TV-Produktionen, die mit Sorgfalt entstanden sind und Haltung erkennen lassen“ von Çiğdem Uzunoğlu
Was ist eigentlich »gutes Programm«? Die Frage klingt einfach, ist es aber nicht. Umso hilfreicher sind Momente, in denen sich darauf konkrete Antworten finden lassen. Einer dieser Momente ist jedes Jahr die Bekanntgabe der Grimme-Preisträgerinnen und -träger für mich. Unter ihnen finden sich zahlreiche Beispiele für Produktionen, die Haltung zeigen, sorgfältig gearbeitet sind und neue Perspektiven eröffnen.
Çiğdem Uzunoğlu ist Direktorin des Grimme-Instituts
- Hier lesen Sie den ganzen Beitrag.
9. Zum Schluss: Kulturinstitutionen warnen vor nationalistisch ausgerichteter Kulturpolitik in Sachsen-Anhalt
Kulturstiftung Dessau-Wörlitz | Kulturstiftung Sachsen-Anhalt | Stiftung Bauhaus Dessau | Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt | Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt | Franckesche Stiftungen | Kunststiftung Sachsen-Anhalt | Vereinigte Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegialstifts Zeitz | Kloster Bergesche Stiftung | Stiftung Kloster Unser Lieben Frauen | CAT-stairs – Das Kabarett / Burger KleinKunstBühne | Ferropolis Stiftung Industriekultur gGmbH | Kulturzentrum Moritzhof | Kammerspiele Magdeburg | Kunstmuseum Magdeburg Kloster Unser Lieben Frauen | Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) | Kunstverein „Talstraße“ e.V. | Landesarbeitsgemeinschaft soziokultureller Zentren im Land Sachsen-Anhalt (LASSA) e.V. | Literaturhaus Magdeburg | Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V. | Puppentheater Magdeburg | Stiftung Evangelisches Anhalt | Stiftung Händel-Haus | Technik Museum Magdeburg | Theater der Altmark |Theater Magdeburg | Werkleitz Gesellschaft e.V. sagen gemeinsam:
„Kulturpolitik darf nicht zur nationalistischen Instrumentalisierung von Geschichte und Kultur missbraucht werden. Die Freiheit der Kunst, die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen und eine an demokratischen Werten orientierte Erinnerungskultur bleiben unverzichtbar. Ihre entschlossene Wahrung sichert nicht nur die vitale und vielfältige Kulturlandschaft in Sachsen-Anhalt, sondern stärkt zugleich gesellschaftlichen Zusammenhalt, Pluralität sowie die Grundlagen unseres demokratischen Gemeinwesens.“
- Lesen Sie die gesamte Stellungnahme der Kulturinstitutionen aus Sachsen-Anhalt hier nach.