15. KW: Ökosystem Kunst und Kultur

  1. Ökosystem Kunst und Kultur
  2. Bundestag: Öffentliches Fachgespräch zum Thema „Soziale Lage von Künstlerinnen und Künstlern – mit besonderem Blick auf Soloselbstständige“
  3. Schwerpunkt in Politik & Kultur 4/26: Die Revolution des Sehens – Wie das Mikroskop die Welt verändert hat
  4. Online-Diskussion „Kosmos Kulturwirtschaft“ nachschauen
  5. Veranstaltungskalender zum Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“
  6. Kulturmensch Sebastian Guggolz
  7. Einladung zu Natur & Kultur: mehr als ein Spaziergang!
  8. Start der neuen Runde des Mentoringprogramms für weibliche Führungskräfte im Kulturbereich
  9. Neue Referentin für Kommunikation beim Deutschen Kulturrat
  10. Text der Woche: „Kleine Anfragen – große Wirkung? Wie der Anti-NGO-Diskurs den parlamentarischen Raum erreicht“ von Finn Büttner und Siri Hummel
  11. Zum Schluss: Veranstaltungshinweis „Transformation, KI & politische Verantwortung für die Kreativwirtschaft“

 


 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

dankenswerter Weise führt der Kulturausschuss des Deutschen Bundestages am kommenden Mittwoch ein öffentliches Fachgespräch zum Thema „Soziale Lage von Künstlerinnen und Künstlern – mit besonderem Blick auf Soloselbstständige“ durch.

 

Die wirtschaftliche und soziale Lage von Künstlerinnen und Künstlern kann nicht losgelöst vom Ökosystem Kunst und Kultur insgesamt betrachtet werden. Selbstständige Künstlerinnen und Künstler agieren in der Regel am Markt. Ihre Werke werden von Unternehmen, z.B. Verlagen, Galerien, Musikunternehmen usw., vermarktet. D.h. geringe Einkommen von Künstlerinnen und Künstlern sind auch ein Hinweis auf eine schwierige Situation im Kulturmarkt insgesamt.

 

Hinzukommt die Einkommensspreizung im Kultursektor. Einigen wenigen, die hohe Umsätze und daraus folgend Einkommen erzielen, stehen viele, die wenig Umsätze und nur ein geringes Einkommen haben, gegenüber.

 

Mit Blick auf die öffentliche Kulturförderung bilden die Honoraruntergrenzen eine unterste Haltelinie. Wer mit öffentlichen Mitteln selbstständige Künstlerinnen und Künstler beauftragt, muss mindestens ein Honorar der Honoraruntergrenze entsprechend zahlen. Die Länder setzen Honoraruntergrenzen unterschiedlich um. Bei einer BKM-Förderung müssen die Honoraruntergrenzen eingehalten werden, wenn der BKM-Anteil mehr als 50 % der Förderung beträgt. Nähere Informationen zu Honoraruntergrenzen sind hier zu finden.

 

Zu berücksichtigen ist allerdings, dass in einigen Teilmärkten die öffentliche Kulturförderung eine untergeordnete Rolle spielt und daher Vorgaben des Bundes oder der Länder nicht greifen. In der Kultur- und Kreativwirtschaft werden Honorare frei verhandelt.

 

Die Künstliche Intelligenz (KI) stellt eine zusätzliche Herausforderung für Künstlerinnen und Künstler dar. Voranzustellen ist zunächst, dass KI als Werkzeug selbstverständlich von Künstlerinnen und Künstlern genutzt wird. Künstlerinnen und Künstler sind zumeist keine Technikfeinde, sondern experimentieren mit neuen Technologien und nutzen sie für ihre Arbeit.

 

Etwas anderes ist es, wenn Technologie-Konzerne massenhaft urheberrechtlich geschützte Werke im Rahmen des Text und Data Mining (TDM) abbauen und zuvor weder fragen noch eine Vergütung zahlen. Dieses Vorgehen schadet Künstlerinnen und Künstlern sowie anderen Rechteinhabern. Sie werden an der ökonomischen Auswertung von Werken gehindert. Darüber hinaus werden die Werke von KI für die Schaffung neuer Werke genutzt.

 

Es ist positiv, dass hiergegen beispielsweise von Seiten der GEMA und dem Verlag Random House inzwischen gerichtlich vorgegangen wird. Gerichtliche Auseinandersetzungen sind ein gutes, aber ein sehr langsames Mittel zur Rechtsdurchsetzung. Generell gilt es, endlich das geltende Urheberrecht durchzusetzen.

 

Im Rahmen des Deutschen Kulturrates findet aktuell in sechs Arbeitsgruppen eine Bestandsaufnahme zu den Auswirkungen von KI auf den Kultur- und Medienbereich statt. Ein erstes Ergebnis ist, dass viele sogenannte „Brot-und-Butter-Jobs“ für selbstständige Künstlerinnen und Künstler wegfallen. Es sind jene Tätigkeiten, mit denen oftmals der Grundumsatz generiert wird und die zur Finanzierung anspruchsvoller künstlerischer Vorhaben dienen, mit denen geringere Marktpreise erzielt werden.

 

Dies bedeutet nicht nur Auftrags- und Einkommensverluste für einzelne Selbstständige, sondern rührt an der Existenzgrundlage von künstlerischen Berufen. Hinzukommt, dass angesichts der geringen Einkommen für viele im künstlerischen Bereich tätige Soloselbstständige Investitionen in die eigene Weiterbildung sowie die Beschaffung spezifischer KI-Systeme kaum möglich sind.

 

Auch wenn gegenwärtig die Situation noch nicht exakt quantifiziert werden kann, ist davon auszugehen, dass die Zahl derjenigen, die von ihrer künstlerischen oder kreativen Arbeit leben können, deutlich sinken wird.

 

Es ist gut, dass der Deutsche Bundestag sich diesen Fragen in der kommenden Woche annehmen will.

 

Ihr
Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

 


 

2. Bundestag: Öffentliches Fachgespräch zum Thema „Soziale Lage von Künstlerinnen und Künstlern – mit besonderem Blick auf Soloselbstständige“

 

Am Mittwoch, dem 15. April 2026 um 15 Uhr findet im Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestags im Paul-Löbe-Haus ein öfffemtliches Fachgespräch zur sozialen Lage von Künstlerinnen und Künstlern statt.

 

Neben Cilgia Gadola (Bundesverband Freie Darstellende Künste), Valeska Hageney (Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK)), Lisa Mangold (ver.di) und Marco Tempel (Künstlersozialkasse) bin ich als Sachverständiger geladen und habe im Vorhinein eine schriftliche Stellungnahme abgegeben.

 

Hier können Sie die öffentliche Sitzung online verfolgen.

 

 

 

 


 

3. Schwerpunkt in Politik & Kultur 4/26: „Die Revolution des Sehens – Wie das Mikroskop die Welt verändert hat“ und Einladung

 

Im Schwerpunkt der April-Ausgabe von Politik & Kultur geht es um die Revolution des Sehens und wie das Mikroskop die Welt verändert hat (Seite 17-31).

 

Unsere Autorinnen und Autoren beleuchten verschiedene Aspekte: die Geschichte und Funktionsweise des Mikroskops, dessen Einsatz in der schulischen und universitären Lehre sowie in Kunst, Film und Fotografie. Darüber hinaus geht es um Personen und Unternehmen der Mikroskopie, wie beispielsweise E. T. A. Hoffmann oder Carl Zeiss, sowie darum, wie interessierte Bürgerinnen und Bürger einen Einstieg in die Mikroskopie finden können.

 

 

  • Ein Exemplar in Papierform können Sie hier im Online-Shop versandkostenfrei bestellen
  • Die April-Ausgabe von Politik & Kultur mit dem Schwerpunkt „Die Revolution des Sehens – Wie das Mikroskop die Welt verändert hat“ steht auch hier als E-Paper (PDF-Datei) zum Herunterladen bereit

 

Einladung ins Zeiss Großplanetarium zur Veranstaltung „Die Revolution des Sehens“

 

Passend zu dem Schwerpunkt in der neuen Politik & Kultur veranstalten wir gemeinsam mit dem Zeiss Großplanetarium und rbb24 eine Podiumsdiskussion zum Thema Mikroskopie und laden Sie herzlich ein.

 

Es diskutieren:

 

  • Prof. Dr. Klaus Hausmann, Berliner Mikroskopische Gesellschaft,
  • Tim Florian Horn, Vorstand der Stiftung Planetarium Berlin,
  • Dr. Christina Schmitz, Leitung der Publikumsdienste der Staatsbibliothek zu Berlin, Kuratorin der Ausstellung „Unheimlich fantastisch – E.T.A. Hoffmann 2022“
  • Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

 

Moderation: Harald Asel, rbb24 Inforadio

 

Ort: Zeiss Großplanetarium, Prenzlauer Allee 80, 10405 Berlin, Kinosaal
Zeit: Fr 17. April 2026, 17 Uhr

 

Hier kann man sich zur Podiumsdiskussion anmelden! Der Eintritt ist kostenfrei.

 

 


 

4. Online-Diskussion „Kosmos Kulturwirtschaft“ – jetzt nachschauen

 

Ab jetzt können Sie unsere Diskusisonsrunde anlässlich der Veröffentlichung unseres Dossiers „Kosmos Kulturwirtschaft – Mit Kultur Geld verdienen“ online nachschauen.

 

Die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Gitta Connemann, eröffnete die Veranstaltung mit einem Impuls zur Ausstrahlungskraft der Kultur- und Kreativwirtschaft in Wirtschaft und Gesellschaft. Ein Umsatz von 28 Milliarden Euro macht dabei deutlich: Kreative Arbeit ist kein Zusatz.

 

Anschließend diskutierten

  • Daniela Beaujean, Geschäftsführung VAUNET
  • Christine Berg, Vorstandsvorsitz HDF Kino
  • Bernd Gallep, Leitung Abteilung Innovation und Kreativwirtschaft, BKM
  • Olaf Zimmermann, Geschäftsführung Deutscher Kulturrat & Herausgeber von Kosmos Kulturwirtschaft
  • Moderator Christoph Backes, Projektleiter KreativBund

 

über Chancen und Risiken von KI, wie mit Kultur Geld verdient werden kann und dass der Kultur- und Kreativwirtschaftsbranche viel mehr Sichtbarkeit gebührt, als sie es aktuell erfährt.

 

Die Aufzeichnung der Online-Diskussion können Sie hier anschauen.

 

 


 

5. Veranstaltungskalender Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“

 

In 42 Tagen ist es soweit! Am 21. Mai 2026 findet der erste Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ der Initiative kulturelle Integration statt.

 

Im Umfeld des UNESCO-Welttags der kulturellen Vielfalt ruft die Initiative kulturelle Integration Organisationen, Bündnisse und Einzelpersonen dazu auf, mit Aktionen vielfältige Zeichen für den Zusammenhalt in unserer freien und vielfältigen Gesellschaft zu setzen.

 

Im Aktions-Kalender können Sie Ihre Veranstaltungen eintragen und sich inspirieren lassen. Ob Stadtrundgänge, Tagungen, Lesungen oder andere Kulturveranstaltungen, wir freuen uns auf vielfältige Aktionen.

 

Es gibt auch etwas zu gewinnen! Alle Aktionspartner, die eine Veranstaltung in den Aktions-Kalender eintragen, nehmen automatisch an der IKI-Tombola teil. Gewinnen Sie mit Ihrer Aktion einen der vielen außergewöhnlichen Preise, die von den Mitgliedern der Initiative kulturelle Integration zur Verfügung gestellt werden.

 

 

  • Digitales Infotreffen zum Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt am 14. April 2026 von 17 bis 18 Uhr. Hier anmelden, um die Einwahldaten zu erhalten.
  • Erfahren Sie hier alles zum Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt und laden Sie Ihren Beitrag hoch.
  • Hier kommen Sie zu den 15 Thesen „Zusammenhalt in Vielfalt“

 

 


 

6. Kulturmensch Sebastian Guggolz

 

Im Herbst letzten Jahres wurde Sebastian Guggolz zum Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gewählt und ist damit Vorsitzender eines der großen Kulturwirtschaftsverbände. Der Börsenverein kann auf eine zweihundertjährige Geschichte zurückblicken. Ihm gehören Verlage, der Zwischenbuchhandel, also die Großhändler, und die Sortimentsbuchhandlungen an. Er vertritt die Interessen der ausdifferenzierten Buchbranche gegenüber der Politik und tritt für die Freiheit des Wortes ein. Sebastian Guggolz war zuerst Lektor bei Matthes & Seitz und gründete dann vor etwas mehr als zehn Jahren den Guggolz Verlag. Der Verlag konzentriert sich auf Neuübersetzungen und Neuausgaben von Werken aus Nord- und Osteuropa, die nicht im Fokus stehen. Er wurde dafür bereits mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Förderpreis der Kurt Wolff Stiftung und dem Deutschen Verlagspreis. Neben der Tätigkeit im eigenen Verlag betreut Guggolz als Lektor das Klassik-Programm des Fischer-Verlags. Guggolz ist in der Buchbranche zuhause. Er kennt die kleinen und die großen Häuser, er ist dem Wort, der Literatur verpflichtet, und weiß um die Nöte der Branche, etwa mit Blick auf KI, das Urheberrecht, oder auch die Existenzsorgen des stationären Buchhandels angesichts der Marktmacht US-amerikanischer Buchkaufhäuser. Bei der diesjährigen Leipziger Buchmesse hat sich Sebastian Guggolz klar und unmissverständlich vor die vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossenen Buchhandlungen gestellt. Er hat die Geschlossenheit der Buchbranche repräsentiert und sich gegen Unterstellungen gegenüber den ausgeschlossenen Buchhandlungen verwahrt. Gleichzeitig hat er den Gesprächsfaden gegenüber dem BKM nicht abreißen lassen. Hut ab vor Ihrer Klarheit und Entschlossenheit, Sebastian Guggolz.

 


 

7. Einladung zu Natur & Kultur: mehr als ein Spaziergang!

 

Die Green Culture Anlaufstelle, der BUND Bayern und der Deutsche Kulturrat laden am 14. April 2026 zum zweiten Mal zu der Veranstaltung Natur & Kultur ein. Diesmal geht es in den Nürnberger Reichswald.

 

Ziel ist es, den Austausch zwischen Kulturakteuren und Naturschutzorganisationen zu stärken und konkrete Anknüpfungspunkte für nachhaltige Praxis im Kulturbereich aufzuzeigen. Neben einem gemeinsamen Spaziergang im Wald sind kurze Impulse unter anderem von Prof. Dr. Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender BUND Naturschutz Bayer, und mir sowie Zeit für Vernetzung und Diskussion geplant.

 

  • Zeit: 14. April 2026, 12:30 – ca. 18:30 Uhr
  • Ort: Naturkundehaus Tiergarten, Nürnberg
  • Hier geht es zur Anmeldung

 

PS. Das wird ungewöhnlich und spannend!

 


 

8. Die neue Ausschreibung des Mentoring-Programms des Deutschen Kulturrats ist gestartet.

 

Hoch qualifizierte weibliche Kulturschaffende, die bereits vielfältige berufliche Erfahrungen gesammelt haben und nun eine Führungsposition beziehungsweise eine bessere Sichtbarkeit anstreben, können sich für das bundesweite 1:1-Mentoring-Programm bewerben.

 

Den ausgewählten Mentees werden in dieser neunten Runde bis zu 30 erfahrene Mentorinnen und Mentoren an die Seite gestellt, die als Kreative, Akteurinnen und Akteure der Kreativwirtschaft oder anderer Kultureinrichtungen in ihrem Fach exzellent sind. Sie alle verfügen über ein weit gespanntes Netzwerk, das sie ebenso wie ihr Wissen mit den Mentees teilen wollen. Die Mentorinnen und Mentoren kommen aus den Bereichen: Architektur, Bibliothekswesen, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Design, Film, Hörfunk und Medien, Kulturelle Bildung und Vermittlung, Kulturpolitik, Kreativwirtschaft, Literatur, Museumswesen, Musik, Musiktheater, Management und Verwaltung, Tanz, Theater, Verlagswesen.

 

In den ersten acht Runden gingen bereits 237 Tandems an den Start. Es bewarben sich in jeder Runde 250 bis 350 ambitionierte Frauen auf dieses Programm, was ein Beleg dafür ist, dass sich karrierebewusste Frauen von diesem Angebot einen positiven Effekt versprechen und ihr Führungs- und Gestaltungswille in allen Kultursparten stark ausgeprägt ist.

 

  • Bewerbungsschluss ist der 03. Mai 2026.
  • Im September/Oktober starten die Tandems dieser neunten Runde.
  • Das Mentoring-Programm läuft jeweils über sechs Monate.
  • Die Ausschreibung und Bewerbungsunterlagen finden Sie hier.

 


 

9. Neue Referentin für Kommunikation beim Deutschen Kulturrat

 

Der Deutsche Kulturrat freut sich, Theresa Brüheim erneut im Team begrüßen zu dürfen. Sie leitet die Kommunikation und tritt damit die Nachfolge von Barbara Haack an. Theresa Brüheim war bereits von 2015 bis 2024 in verschiedenen Funktionen für den Deutschen Kulturrat tätig. Zunächst verantwortete sie als Referentin die digitale Kommunikation, bevor sie die Leitung der Kommunikation übernahm und als Chefin vom Dienst der Zeitung Politik & Kultur maßgeblich die publizistische Arbeit des Deutschen Kulturrates prägte. Im Jahr 2024 wechselte sie zum ifa – Institut für Auslandsbeziehungen, wo sie bis zuletzt als Referentin für politische Verbindungsarbeit und Presse tätig war. Wir freuen uns sehr über ihre Rückkehr.

 


 

10. Text der Woche: „Kleine Anfragen – große Wirkung? Wie der Anti-NGO-Diskurs den parlamentarischen Raum erreicht“ von Finn Büttner und Siri Hummel

 

Zivilgesellschaftliche Organisationen gelten gemeinhin als ein zentraler Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Sie bündeln Interessen, organisieren Engagement und tragen dazu bei, gesellschaftliche Konflikte öffentlich auszuhandeln. In Deutschland steht dieser Bereich jedoch zunehmend unter politischem Druck. Besonders seit der sogenannten »551-Anfrage« der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vom Februar 2025 hat sich eine Debatte verschärft, in der zivilgesellschaftliche Organisationen verstärkt als problematische oder gar illegitime Akteure dargestellt werden.

 

Bislang wurde dieser Diskurs vor allem mit medialen Kampagnen, politischen Stellungnahmen oder Debatten in sozialen Netzwerken in Verbindung gebracht. Eine neue Studie des Maecenata Instituts für Philanthropie und Zivilgesellschaft, verfasst von Finn Büttner, Sascha Nicke und Siri Hummel, zeigt jedoch, dass auch der parlamentarische Raum selbst zu einer wichtigen Arena dieser Auseinandersetzung geworden ist. Unter dem Titel »Der Anti-NGO-Diskurs. Kleine Anfrage – große Wirkung?« untersucht sie, wie das parlamentarische Instrument der Kleinen Anfrage genutzt wird, um Zweifel an der Legitimität zivilgesellschaftlicher Organisationen zu säen.

 

Finn Büttner ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am
Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft.
Siri Hummel ist Direktorin des Maecenata Instituts
für Philanthropie und Zivilgesellschaft

  • Hier lesen Sie den ganzen Beitrag.

 

 


 

11. Zum Schluss: Veranstaltungshinweis „Transformation, KI & politische Verantwortung für die Kreativwirtschaft“

 

Künstliche Intelligenz verändert kreative Arbeitsprozesse, automatisiert Tätigkeiten und lässt neue Berufsbilder entstehen, während andere verschwinden. Diese Verschiebungen bleiben in der Kreativwirtschaft oft unsichtbar, denn sie besteht überwiegend aus Soloselbständigen, deren Belastungen, Unsicherheiten und Transformationsprozesse kaum in Statistiken auftauchen.

 

Mit Daniel Knöll, Jörn Freynick und  Lena Falkenhagen darf ich am 29. April auf dem German Creative Economy Summit (GCES) im Hamburg darüber diskutieren. Schauen Sie doch einfach einmal rein.
 

 

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