Corona versus Kultur – Newsletter Nr. 26

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

der zweite Lockdown ist da. Für viele im Kulturbereich ist das eine Schreckensmeldung. Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen, Messen und Kinos können ab morgen nicht mehr öffnen, können nicht mehr spielen, dürfen keine Besucher empfangen. Viele sind aus dem ersten Lockdown aus dem Frühjahr noch gar nicht wieder vollständig herausgekommen und jetzt heißt es wieder alles herunterfahren.

 

Die Bundeskanzlerin hat bei ihrer Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch gesagt: Das öffentliche Leben soll lahmgelegt werden. Es sollen weniger Menschen in den Bussen und Bahnen sein. Offensichtlich sieht die Politik keine andere Möglichkeit als u.a. den Kulturbereich zu schließen, um damit das öffentliche Leben herunterzufahren, damit die Menschen das, was wirklich gefährlich ist z.B. eng gestellt in Bussen und Bahnen zu fahren, unterlassen.

 

Das heißt, wir sind der Kollateralschaden, den man bereit ist zu akzeptieren, um anderes in der Gesellschaft zu erreichen. Ich finde das zutiefst bedauerlich, weil im Kulturbereich sehr große Anstrengungen unternommen wurden, alle Hygienevorgaben einzuhalten, aber ich sehe im Moment auch nicht, wie wir das abwenden können.

 

Jetzt ist es unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass der durch den Lockdown entstehende ökonomische Schaden begrenzt wird. Unser Ziel ist es, zumindest sicher zu stellen, dass diejenigen, die jetzt wieder in den Lockdown gegen müssen, finanziell entschädigt werden. Darüber sprechen wir zurzeit intensiv mit der Politik.

 

Die Bundesregierung hat Überbrückungs- und Stabilisierungshilfen angekündigt. Kleinere Betriebe sollen bis zu 75 Prozent ihrer Umsätzeausfälle im November 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat ersetzt bekommen. Solo-Selbstständige können wählen: entweder Vorjahresmonatsumsatz November 2019 oder 1/12 des Jahresumsatzes 2019. Davon dann 75 Prozent als Zuschuss. Größere Betriebe (> 50 Mitarbeiter) sollen bis zu 70 Prozent erhalten. Es soll keine besonderen Nachweispflichten geben. Diese Regelungen sollen im vollen Umfang auch für Kultureinrichtungen und Solo-Selbständige gelten.

 

Ob nun auch endlich der von uns seit langem geforderte fiktive Unternehmerlohn für die Solo-Selbständigen und die Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft in den Förderungen des Bundeswirtschaftsministeriums kommt, ist leider immer noch nicht sicher, wenn auch Äußerungen des Bundeswirtschaftsministers die Wahrscheinlichkeit der Einführung deutlich erhöhen.

 

Der morgen beginnende Kultur-Lockdown ist sehr schmerzhaft und für sehr viele Kulturschaffende existenzbedrohend. Wir ringen deshalb mit der Politik darum, zumindest eine einigermaßen angemessene finanzielle Entschädigung sicherzustellen. Und wir konnten in den letzten Monaten bereits wichtige Unterstützungsmaßnahmen für den Kulturbereich anregen, wie u. a. das eine Milliarde Euro große spezielle Kulturinfrastrukturprogramm „Neustart Kultur“. Das wird uns aber nur dauerhaft gelingen, wenn der Kulturbereich auch weiterhin an einem Strang zieht.

 

Bleiben Sie gesund!

 

Ihr

 

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
twitter.com/olaf_zimmermann

 

 

PS. Geben Sie bitte diesen „Corona versus Kultur – Newsletter“ weiter und verweisen Sie auf unser Webangebot.  Wer noch nicht zu den regelmäßigen (z.Z. 8.596) Beziehern des „Corona versus Kultur – Newsletters“ gehört, kann sich einfach hier in den Newsletterverteiler des Deutschen Kulturrates eintragen.

 


 

Aktuelle Lageeinschätzungen aus verschiedenen Kulturbereichen

 

 

  • NEUSTART KULTUR: Die Zukunftsprogramme der Kulturförderfonds
  • Deutscher Literaturfonds Von Gunther Nickel, Astghik Saribekyan, Lukas Sarvari
  • Deutscher Übersetzerfonds Von Jürgen Jakob Becker
  • Fonds Darstellende Künste Von Holger Bergmann
  • Fonds Soziokultur Von Mechthild Eickhoff
  • Musikfonds Von Gregor Hotz
  • Stiftung Kulturfonds Von Karin Lingl

 


 

Beschluss der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vom 28. Oktober 2020 zur Bekäpfung der Corona-Pandemie

 

Ab  dem 2.  November treten  deutschlandweit  u.a. die folgenden Maßnahmen in  Kraft.  Die  Maßnahmen  werden bis  Ende  November befristet.  Nach  Ablauf  von  zwei  Wochen  werden  die  Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder sich erneut beraten und die durch  die  Maßnahmen erreichten Ziele beurteilen und notwendige Anpassungen vornehmen.

 

Institutionen  und  Einrichtungen,  die  der Freizeitgestaltung (!) zuzuordnen sind, werden geschlossen. Dazu gehören nach Meinung der Bundesregierung Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen, Messen und Kinos.

 

Lesen Sie hier den vollständigen Beschluss.

 


 

NEUSTART KULTUR – Kulturinfrastrukturförderung

 

 


 

Weitere Hilfsmaßnahmen des Bundes

 

 


 

Hilfsmaßnahmen der Länder

 

Verschiedene Bundesländer haben inzwischen Hilfsmaßnahmen für Unternehmen aufgelegt, die auch von Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft genutzt werden können. Ebenso haben verschiedene Bundesländer Maßnahmen für öffentlich geförderte Kultureinrichtungen bzw. Projekte auf den Weg gebracht. Nachfolgend sind die Vorschriften und Maßnahmen der Länder aufgeführt. Die Aufzählung wird fortlaufend aktualisiert.

 

Hier finden Sie eine tabellarische Übersicht der Länder-Hilfsmaßnahmen.

 

 


 

Aktuelle Pressemitteilungen des Deutschen Kulturrates zur Corona-Pandemie

 

 


 

Die Rote (Corona) Liste 2.0

 

Mit der Roten Liste bedrohter Kultureinrichtungen, einer Analogie zu den bekannten „Roten Listen“ bedrohter Tier- und Pflanzenfamilien, wurden bis zur Ausgabe 2/2018 sechs Jahre lang in jeder Ausgabe von Politik & Kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates, gefährdete Kulturinstitutionen, -vereine und -programme vorgestellt. Ziel der Roten Liste war es stets, auf den Wert einzelner Kultureinrichtungen und Initiativen hinzuweisen. Zuletzt hatte sich die Situation der Kultureinrichtungen zum Positiven gewandelt – die gesamtdeutsche Kulturlandschaft blühte, daher wurde die Rote Liste 2018 eingestellt. Ein Erfolg für die Kultur!

 

Doch dann kam im Frühjahr 2020 die Corona-Pandemie. Heute sind wieder zahlreiche Kulturinstitutionen, -vereine und -programme bedroht. Daher führt Politik & Kultur „Die Rote Liste 2.0“ in Analogie zur Roten Liste wieder ein – mit der Änderung, dass auf ihr nur durch Corona bedrohte Kultur aufgenommen werden kann.

 

Politik & Kultur stellt dazu die Arbeit einzelner Einrichtungen vor und teilt sie ein in Gefährdungskategorien von 0 bis 4. Ob und welche Veränderungen für die vorgestellten Einrichtungen eintreten, darüber werden wir Sie fortlaufend informieren.

 

 

Benachrichtigen Sie uns über die Lage Ihnen bekannter Kultureinrichtungen! Senden Sie uns dazu Ihre Vorschläge an ten.r1607012962utluk1607012962dnuki1607012962tilop1607012962@ofni1607012962.

 


 

Corona versus Kultur – Newsletter

 

Hier finden Sie alle Corona versus Kultur Newsletter des Deutschen Kulturrates.

 

Wenn Sie den Corona versus Kultur – Newsletter regelmäßig erhalten möchten, können Sie sich einfach in den Newsletterverteiler des Deutschen Kulturrates eintragen.

 


 

Jetzt kostenfrei als E-Book: Frauen und Männer im Kulturmarkt – Bericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage

 

Corona hat alles verändert und Corona hat vieles sichtbar gemacht. Dass die Seuche innerhalb von wenigen Tagen die ökonomischen Bedingungen der Künstlerinnen und Künstler und der kleinen kulturwirtschaftlichen Unternehmen zum Zusammenstürzen bringen konnte, zeigt, wie dünn das Eis der ökonomischen Absicherung der Frauen und Männer, die im Kulturmarkt arbeiten, ist.

 

Die neue Studie „Frauen und Männer im Kulturmarkt“ von Gabriele Schulz und Olaf Zimmermann ist jetzt auch kostenfrei als E-Book (pdf) erhältlich.

 

Frauen und Männer im Kulturmarkt – Bericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage
Von Gabriele Schulz, Olaf Zimmermann
ISBN 978-3-947308-20-0,
508 Seiten, 28 x 21,2 cm, 24,80 €

 

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