Berlin, den 18.11.2015. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, hat auf dem Nationalen-IT-Gipfel in Berlin heute „Fünf Positionen zum Kultur- und Medienbereich“ vorgestellt. Er sagte:
1. Das künstlerische Werk als Ausgangspunkt
Ausgangspunkt der Kultur- und Kreativwirtschaft ist das künstlerische Werk, das von einem Urheber geschöpft und gegebenenfalls von einem ausübenden Künstler interpretiert wird. Das künstlerische Werk ist der Rohstoff und der Beginn der Wertschöpfungskette in der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie teilweise der digitalen Wirtschaft. Künstler und Verwerter künstlerischer Leistungen befinden sich in einem symbiotischen Verhältnis wie es z.B. bei der Künstlersozialversicherung zum Ausdruck kommt.
2. Technik braucht Inhalte
Technische Verbreitungswege oder auch Plattformen sind kein Wert an sich. Sie erhalten ihre Relevanz erst durch die Inhalte, die sie transportieren oder bereitstellen. Die Kultur- und Kreativwirtschaft produziert diese Inhalte und stellt sie auf eigenen bzw. anderen Plattformen bereit. Die Geschichte der Kunst wie auch der Kulturwirtschaft zeigt, dass eine Wechselwirkung zwischen Verbreitungsweg und Kunstwerk besteht, die auf beide Seiten wirkt.
3. Künstler nutzen Technik
Künstler sind diejenigen, die neue Techniken und Technologien ausprobieren, anwenden und für ihre künstlerische Arbeit nutzen. Insofern besteht keine Technikfeindlichkeit von Seiten der Künste. Manche Bereiche der Kultur- und Kreativwirtschaft wie z.B. die Games-Branche sind technikbasiert und im digitalen Umfeld verortet.
4. Die Kultur- und Kreativwirtschaft hatte lange ein Wahrnehmungsdefizit in der Politik
Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein eigener, bedeutender Wirtschaftszweig mit 247.000 Unternehmen, 1,63 Millionen Erwerbstätigen und einem Umsatz von 143 Milliarden Euro im Jahr. Bei der TTIP-Debatte mussten wir feststellen, dass einige Mitglieder der Bundesregierung diese Tatsache erst langsam akzeptieren. Mit der Vorlage des „Positionspapier der Bundesregierung zu den TTIP-Verhandlungen der EU-Kommission mit den USA im Bereich Kultur und Medien“ hat die Bundesregierung drei Tage vor der TTIP & CETA stoppen Demonstration am 10. Oktober in Berlin endlich die Gefährdung der Kultur- und Kreativwirtschaft vollumfänglich anerkannt und ihre Unterstützung bei der Implementierung von Schutzstrukturen zugesagt. Das war auch ein deutliches Zeichen, dass die Bundesregierung die Interessen der Kultur- und Kreativwirtschaft stärker wahrnimmt.
5. Austausch befördern
Den Austausch zwischen der IT-Wirtschaft und der Kultur- und Kreativwirtschaft gilt es zu stärken und zu befördern. Der diesjährige Nationale IT-Gipfel bietet hierzu einen guten Anfang. Ich freue mich, dass der Deutsche Kulturrat auf der IT-Gipfel-Plattform „Kultur und Medien“ mitdiskutieren konnte.
