Mit über 140 Mitgliedsorganisationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen setzt sich die Klima-Allianz Deutschland für eine ambitionierte Klimapolitik und eine erfolgreiche Energiewende ein. Die Geschäftsführerin Christiane Averbeck gibt Einblick in ihre Arbeit zum Klimaschutz.
Welche Idee steht hinter dem breiten gesellschaftlichen Bündnis, das die Klima-Allianz Deutschland bildet? Und wer beteiligt sich?
Uns treibt die Vision einer klimaneutralen und gerechten Zukunft für alle an. Als breites zivilgesellschaftliches Bündnis setzen wir uns für eine Klimapolitik ein, die unsere Lebensgrundlagen schützt, den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt und den Aufbau einer nachhaltigen Wirtschaftsweise befördert.
Nur wenn es uns gelingt, die globalen Treibhausgas-Emissionen in den kommenden zehn Jahren nahezu um die Hälfte zu reduzieren, können wir die schlimmsten ökologischen und sozialen Folgen der Klimakrise abmildern. Nur dann können wir einen Beitrag zur globalen Klimagerechtigkeit leisten und die Freiheitsrechte junger Menschen schützen. Die Klima-Allianz Deutschland will den notwendigen Wandel unserer Wirtschafts- und Lebensweise mitgestalten. Dazu stoßen wir öffentliche Debatten an und gehen mit der Politik ins Gespräch.
Mit rund 140 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Kirche, Entwicklung, Bildung, Kultur, Gesundheit, Verbraucherschutz, Jugend und Gewerkschaften zeigen wir, dass Klimaschutz ein gesamtgesellschaftliches Anliegen ist. Ambitionierter Klimaschutz ist die Chance für einen Aufbruch in eine klimaneutrale und sozial gerechte Zukunft!
Was tut die Klima-Allianz Deutschland für mehr kulturelle Nachhaltigkeit?
Unser Fokus sind die politischen Leitplanken: Wann Deutschland aus der Kohle und aus dem Verbrenner aussteigt, wird nicht an der Kühltheke entschieden, sondern im Parlament. Klimaschutz als eine Frage persönlicher Alltagsentscheidungen zu betrachten, spielt den fossilen Konzernen in die Hände, die die Verantwortung auf einzelne Verbraucherinnen und Verbraucher abwälzen wollen.
Dennoch befördern wir eine Kultur der Nachhaltigkeit in unseren Mitgliedsorganisationen und in der Geschäftsstelle, etwa durch die Selbstverpflichtung „Einfach. Jetzt. Machen“. Wir verzichten auf Inlandsflüge, beziehen 100 Prozent Ökostrom und bieten bei unseren Veranstaltungen vegetarisch-veganes Essen an.
Zudem organisieren wir einen Austausch zwischen Menschen aus verschiedensten Kulturen, die in der Klima-Allianz Deutschland vereint sind. Gemeinsam überlegen wir, wie wir Klimaschutz in breitere gesellschaftliche Gruppen tragen können. Wie können wir die Menschen motivieren, sich für Klimaschutz zu engagieren? Und wie können diese Menschen innerhalb der Klimadebatte sichtbarer werden? Unser Ziel ist es, die Stärken zu bündeln, die gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt für den Klimaschutz bedeuten.
Was fordern Sie jetzt von der Politik für eine nachhaltige und klimagerechte Zukunft?
Was die nächste Bundesregierung beschließt, hat Auswirkungen auf den Treibhausgasausstoß in den nächsten 20 bis 30 Jahren. Deutschland muss einen fairen Beitrag zur Einhaltung des 1,5-Grad-Limits leisten!
Deshalb haben wir Forderungen in 16 Bereichen aufgestellt, die die neue Bundesregierung in Angriff nehmen muss. Die zentralen Punkte sind: mehr Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren, Kohleausstieg bis 2030, ein wirksamer und sozialverträglicher CO2-Preis sowie der Einstieg in die Verkehrs- und Agrarwende.