Keine Verzwergung der Deutschen Welle

Deutscher Kulturrat fordert, Deutsche Welle angemessen finanziell auszustatten

Berlin, den 18.02.2026. Die Deutsche Welle muss in diesem Jahr 21 Millionen Euro aus ihrem Etat einsparen. In einer Krisensitzung haben sich gestern der Rundfunkrat und der Verwaltungsrat der Deutschen Welle mit den von der Intendantin der Deutschen Welle, Barbara Massing, vorgestellten Kürzungsplänen beschäftigt. Sie haben sich eindeutig hinter die Intendantin und die von ihrem Haus erarbeiteten Vorschläge gestellt. Sie haben zugleich betont, dass jede einzelne Kürzung schmerzhaft ist und die Arbeit der Deutschen Welle in ihrem Kern treffen wird. Das Programm wird leider reduziert. Dringend benötigte Investitionen sollen in die Zukunft geschoben werden.

 

Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, lehnt Kürzungen bei der Deutschen Welle generell ab. Gerade heute sind seriöse, vertrauenswürdige Medien wichtiger denn je. Die Deutsche Welle genießt weltweit einen sehr guten Ruf und konnte Reichweite und Wirkung ausdehnen. Gerade Menschen, die für Demokratie, Freiheit und westliche Werte eintreten, nutzen die Deutsche Welle. Sie finden hier ihre Informationen. Die Deutsche Welle als staatlich unabhängige Rundfunkanstalt, die nach journalistischen Standards arbeitet und vom Rundfunk- und Verwaltungsrat kontrolliert wird, ist ein Gegenbild zu Medienangeboten autokratischer Systeme. Im weltweiten Medienwettbewerb muss diese unabhängige Stimme gestärkt werden. In eigener Verantwortung hebt die Deutsche Welle bereits Synergien durch die Zusammenarbeit mit anderen Sendern. Das ist aber jeweils eine strategische und journalistische Entscheidung, die von der Intendantin und den Gremien verantwortet werden muss und nicht staatlich verordnet werden darf.

 

CDU, CSU und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag eine Stärkung der Deutschen Welle vereinbart. Das bedeutet nach Auffassung des Deutschen Kulturrates eindeutig eine finanzielle Stärkung. Angesichts der aktuellen Herausforderungen muss der Etat der Deutschen Welle wachsen und darf nicht beschnitten werden. Der Deutsche Kulturrat erwartet, dass bei der Aufstellung des Bundeshaushalts 2027 von Seiten der Bundesregierung ein klares Signal gesendet wird und der Etat der Deutschen Welle angemessen angehoben wird. Der Deutsche Kulturrat appelliert schon jetzt an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, sich in diesem Jahr für eine Aufstockung des Deutsche Welle-Etats auszusprechen.

 

Der Präsident des Deutschen Kulturrates, Mitglied des Rundfunkrats der Deutschen Welle, Vorsitzender des Programmausschusses der Deutschen Welle und Haushaltsberichterstatter, Prof. Christian Höppner, sagte: „Eine Verzwergung der Deutsche Welle durch Haushaltskürzungen ist das ganz falsche Signal. Deutschlands Bild in der Welt wird auch von der Deutschen Welle geprägt. Der unabhängige, nach journalistischen Standards arbeitende Auslandssender ist ein Aushängeschild unserer freien und demokratischen Gesellschaft und hat auch in Bezug zu den investierten Steuergeldern ein Vielfaches an Reichweite und Relevanz gewonnen. Er ist ein Gegenbild zu Propagandasendern autokratischer Staaten. Es gilt jetzt, die Demokratie und westliche Werte in der Welt zu stärken und Partner zu gewinnen. Damit dies gelingen kann, muss die Deutsche Welle adäquat finanziell ausgestattet und darf nicht verzwergt werden.“

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