KW 21: Nachhaltig wirtschaften, ohne den Kunstbetrieb einzuschränken

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

zu ihrem 20. Geburtstag hat die Kulturstiftung des Bundes den Schriftsteller und Dramatiker Lukas Bärfuss Ende Mai als Festredner eingeladen. Bärfuss las den versammelten rund 700 Gästen aus Kultur und Politik fast eine Stunde lang die Leviten. Er forderte die radikale Abkehr vom Götzen „Öl“, er verlangte nach Veränderungen, er hob auf die Klimaveränderung ab und er unterstrich unmissverständlich, dass Transformation wehtut. Transformation ist der schmerzliche Abschied vom Liebgewordenen, von der Verschwendung in der westlichen Welt, von den vermeintlich allseits verfügbaren Gütern und Dienstleistungen, von Gewohnheiten und Bekanntem. Ökologische Transformation ist notwendig, ökologische Transformation ist unumgänglich, ökologische Transformation ist schmerzhaft, so sein Credo.

 

Die Klarheit von Bärfuss, seine Suada waren unmissverständlich – so recht feierlich war einem danach nicht mehr zumute, hätte nicht das Stegreiforchester so freudevoll und sinnlich nach dem Vortrag gespielt, wäre doch so mancher ein wenig traurig, beschämt und mit einer düsteren Perspektive nach Hause gegangen.

 

Ein wenig traurig war auch die Perspektive bei der Veranstaltung „Müssen, Können, Wollen – Ein Gespräch zum Green Deal im Theater“, die der Deutsche Kulturrat zusammen mit 3sat und dem Berliner Theatertreffen am 14. Mai 2022 im Rahmen des Klimatags des Berliner Theatertreffens am 14. Mai 2022 durchgeführt hat (hier zum Nachsehen).

 

Vor der Podiumsdiskussion stellten vier der zehn Grünen Botschafter und Botschafterinnen des Theatertreffens ihre Thesen vor. Beim Theatertreffen 2021 wurden von jedem der zehn eingeladenen Theater jeweils ein Grüner Botschafter bzw. Botschafterin benannt. Die Grünen Botschafterinnen und Botschafter tauschten sich über ein Jahr intensiv aus, berichteten von der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen in ihren Theatern, von Problemen und Schwierigkeiten. Zusätzlich konnten sie eine Weiterbildung zum Nachhaltigkeitsmanager absolvieren. Organisiert wurden die Treffen und die Weiterbildung vom „Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit. Betriebsökologie für Klimaneutrale Kultur und Medien“. Die Grünen Botschafterinnen und Botschafter arbeiten in unterschiedlichen Bereichen in den Theatern wie der Öffentlichkeitsarbeit, den Werkstätten, der Dramaturgie, der Kaufmännischen Direktion usw.

 

Als wesentliche These stellten die Grünen Botschafterinnen und Botschafter bei der oben genannten Veranstaltung am 14. Mai die Forderung auf, dass in den Zuwendungsbescheiden für Theater Nachhaltigkeitsziele verpflichtend aufgenommen und im Nachgang deren Erfüllung kontrolliert werden sollte. Nur so, so der einheitliche Tenor, ist die Umsetzung tatsächlich möglich, nur so können Veränderungen auch umgesetzt werden. Der Bühnenzauber komme dabei schon nicht zu kurz.

 

Mich hat diese Forderung nach weiteren Fesseln für den Kunstbereich nachdenklich gemacht. Ist die ökologische Veränderung in Kulturbetrieben tatsächlich nur durch noch mehr Fesseln durch die öffentliche Hand umsetzbar, sind die Verantwortlichen in den Betrieben tatsächlich so taub oder so veränderungsfaul, sind die erforderlichen Ziele so unerreichbar, dass lieber die Flügel gestreckt werden, bevor abgehoben wird?

 

Keine Frage, die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen kann anstrengend sein. Sie ist vor allem dann schwer, wenn das Vergaberecht oder das Haushaltsrecht auf Nachhaltigkeit treffen. Das Problem wird potenziert, wenn Projekte nur für ein Jahr laufen. Dann ist so gut wie jede Anschaffung, die zwar langlebig, weiter verwendbar, nachhaltig produziert ist, unwirtschaftlich, gerade weil sie länger als ein Jahr haltbar ist. Die Kurzfristigkeit mancher Förderung verhindert Nachhaltigkeit. In der Logik von kurzfristigen Projekten ist es durchaus nachvollziehbar, etwas nicht zu finanzieren, was noch lange nach Projektende nutzbar ist. Warum auch, das Projekt ist doch vorbei. Doch gerade diese Förderpolitik ist nicht nachhaltig! Es muss doch vielmehr darum gehen, Anschaffungen so tätigen zu können, dass angeschaffte Geräte oder Materialien auch in anderen Zusammenhängen, in anderen Vorhaben weitergenutzt werden können. Hier sind Weiterentwicklungen in der Projektförderung dringend von Nöten. Ebenfalls sollten bei Vergabeverfahren ökologische Kriterien eine wichtige Rolle spielen, so manche auf den ersten Blick teurere Anschaffung könnte so in einem anderen Lichte dastehen und eher zum Zuge kommen.

 

Im Rahmen des Programms NEUSTART KULTUR wurden in den letzten beiden Jahren pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen gefördert, die nicht hauptsächlich öffentlich gefördert sind. Neben Lüftungsanlagen und Plexiglasscheiben waren weitere Baumaßnahmen möglich, die die Einrichtungen für den Betrieb unter Pandemiebedingungen fit machen sollten. Dabei zeigte sich der immense Investitionsstau aus den letzten Jahrzehnten. Investitionen in die Nachhaltigkeit von Gebäuden sind daher dringend erforderlich, um den Anforderungen des Klimawandels gerecht zu werden und um ökologischer zu arbeiten.

 

Entscheidend ist allerdings, dass die Leitungen von Kultureinrichtungen und Kulturinstitutionen, die Kulturverwaltung sowie Kulturpolitikerinnen und Kulturpolitiker Nachhaltigkeit nicht als Zusatz begreifen, sondern als ein übergreifendes Ziel. Investitionen in Bau- oder Umbaumaßnahmen, in Wärmedämmung und anderes mehr sollten ein Qualitätskriterium öffentlicher Kulturförderung sein. Kaum etwas ist in der Kulturpolitik so verpönt, wie die Investition „in Steine“. Baumaßnahmen werden oft teurer als geplant, die Lorbeeren werden später geerntet, wenn diejenigen, die die Maßnahmen auf den Weg bringen, nicht mehr verantwortlich sind und schöne Projekte mit Künstlerinnen und Künstlern oder auch in der Kulturvermittlung sind viel pressetauglicher und lassen sich besser vermitteln. Hier ist ein Umdenken gefragt. Ökologische Investitionen, Investitionen in nachhaltiges Wirtschaften sollten „sexy“ und ein Ausweis besonderer Vorausschau in Politik und Verwaltung sein. Auch dies wäre ein Teil der Transformation.

 

Ein Zwang zur Nachhaltigkeit per Zuwendungsbescheid schafft eher neue Probleme. Bei der Veranstaltung zur Nachhaltigkeit beim Berliner Theatertreffen, mussten die Verbotsapologeten daran erinnert werden, auf welchen gefährlichen Pfad sie sich begeben. Gerade das Theatertreffen ist kein Vorbild der Nachhaltigkeit, wenn jedes Jahr zehn Inszenierungen mit Bühnenbild und Schauspielerinnen und Schauspielern für wenige Aufführungen nach Berlin geschafft werden. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist das Theatertreffen aus der Zeit gefallen. Die Abschaffung des Theatertreffens wäre sicher die nachhaltigste denkbare Maßnahme, um die Nachhaltigkeitsziele für das Theatertreffen selbst zu erreichen, aber wollen wir wirklich auf dieses Kulturereignis verzichten?

 

Es muss doch viel mehr darum gehen, Veränderungen im Kunstbereich zu belohnen, ressourcenschonendes Wirtschaften im Kulturbereich anzustreben, ohne den Kunstbetrieb einzuschränken.

 

Statt einer weiteren Fessel wäre die Entfesselung für die notwendige Veränderung verantwortlich. Mut nicht Demut sind gefragt, Veränderungswille statt Veränderungszwang. Erfreulich ist, wie viele Kultureinrichtungen und Kulturunternehmen sich auf diesem Veränderungsweg bereits befinden. Dies sollte beflügeln.

 

Ihr

 

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
twitter.com/olaf_zimmermann

 

PS. Liebe Leserinnen und Leser meines Newsletters. Ich brauche ihre Hilfe. Der Deutsche Kulturrat sucht dringend neue Büroräume in Berlin. Die aktuellen Räume am Ostkreuz waren als Notlösung für eine kurze Übergangszeit gedacht. Jetzt möchten wir wieder so schnell wie möglich, am besten Ende August, an einen gut erreichbaren Ort in Berlin-Mitte, oder einen Stadtteil, der an Mitte angrenzt (Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg), ziehen. Durch die Pandemie haben sich die Art der Arbeit auch im Deutschen Kulturrat stark geändert. Meine zwölf Kolleginnen und Kollegen und ich brauchen nicht mehr so viel Büroraum wie früher, wegen Homeoffice reichen uns in der Zukunft rund 200 qm. Ich freue mich über jeden Hinweis: ed.ta1657036920rrutl1657036920uk@nn1657036920amrem1657036920miz.o1657036920. DANKE!

 


 

NEU: Politik & Kultur 6/22 ist erschienen

 

Die Juni-Ausgabe von Politik & Kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates, ist erschienen. Der Schwerpunkt richtet den Blick auf das Thema: „Antisemitismus. Jüdischer Alltag in Deutschland“.

 

Lesen Sie als Leserinnen und Leser des kulturpolitischen Wochenreports die Online-Ausgabe hier.

 

Weitere Themen der Ausgabe:

 

  • Nachhaltigkeit
    Mehr Fesseln durch die öffentliche Hand oder Freiheit zur Entfesselung von neuen Ansätzen und Vorhaben?
  • Ukraine: Der Krieg und die Kultur
    Auswirkungen des Krieges auf die Kultur in der Ukraine
  • AKBP
    Was wollen die Abgeordneten in der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik? Wo geht die Reise hin?
  • Europa
    Vier Jahre nach der Revision der AVMD-Richtlinie: Was wurde umgesetzt? Woran hakt es noch?
  • Medien
    Welche Zukunft hat das Kino? Wie wird es sich gegenüber den Streamingdiensten behaupten?

 

Außerdem: Kunst im Bundestag, Kultur global mit Lehmann: Mehr Leidenschaft für die deutsche Sprache, Wiebke Ahrndt im Porträt, Claussens Kulturkanzel: Böse, eine unverzichtbare Kategorie

 

 


 

Zur Person …

 

Wiebke Ahrndt zur neuen Präsidentin des Deutschen Museumsbundes gewählt

 

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Deutschen Museumsbundes im Mai 2022 wurde Wiebke Ahrndt, Direktorin des Übersee-Museums Bremen, zur Präsidentin des Verbands gewählt. Sie löst Eckart Köhne, Direktor des Badischen Landesmuseums, nach achtjähriger Amtszeit ab. Ahrndt erklärte, dass sie zukunftsrelevante Themen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung weiter vorantreiben möchte. Für die Gestaltung einer besseren Zukunft lege ihr auch die Aufarbeitung der Kolonialzeit und der ethisch korrekte Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten besonders am Herzen, so die neue Präsidentin. Als Vizepräsidentin des Deutschen Museumsbundes wurde Christina Haak, Stellvertretende Generaldirektorin der Staatlichen Museen zu Berlin, wiedergewählt.

 

Volker Heller ist neuer Bundes­vorsitzender des Deutschen Bibliotheksverbandes

 

Der Generaldirektor der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin, Volker Heller, ist zum neuen Bundesvorsitzenden des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv) gewählt worden. Wahlberechtigt waren Vertreterinnen und Vertreter von über 2.000 Mitgliedsbibliotheken des dbv. Heller trat bereits am 3. Mai 2022 die Nachfolge von Andreas Degkwitz, Direktor der Universitätsbibliothek der Humboldt Universität zu Berlin an, der den Verband von 2019 bis 2022 geführt hat. In den dbv-Bundesvorstand wurden außerdem Reinhard Altenhöner, Petra Büning, Sabine Gehrlein, Marion Mattekat, Frauke Untiedt und Robert Zepf gewählt.

 

Elisabeth Sobotka wird neue Intendantin der Staatsoper Unter den Linden

 

Ab September 2024 wird die aktuelle Leiterin der Bregenzer Festspiele, Elisabeth Sobotka, neue Intendantin der Staatsoper Unter den Linden. Der Stiftungsrat der Stiftung Oper in Berlin hat in seiner Sitzung dem entsprechenden Vertrag zugestimmt, wie die Kulturverwaltung mitteilte. Die in Wien geborene Sobotka wird damit Nachfolgerin des bisherigen Intendanten Matthias Schulz, der 2025 an das Opernhaus Zürich wechselt. Die Staatsoper ist für Sobotka kein neues Arbeitsfeld. Von 2002 bis 2007 war sie bereits Operndirektorin des Hauses. Von 2009 bis 2014 war sie Intendantin der Oper in Graz. Für Sobotka ist die Staatsoper ein „großartiges und traditionsreiches Haus“ und Berlin sei die Stadt, „in der ich leben und Oper machen möchte“.

 

Ivo van Hove übernimmt kommende Intendanz der Ruhrtriennale

 

Der künstlerische Leiter des Internationaal Theater Amsterdam, Ivo van Hove, tritt am 1. November 2023 turnusgemäß die Nachfolge der amtierenden Intendantin der Ruhrtriennale, Barbara Frey, an. Der belgische Theaterregisseur übernimmt für drei Jahre – Spielzeiten 2024 bis 2026  – die Intendanz des größten Kulturfestivals in Nordrhein-Westfalen. Der Aufsichtsrat der Kultur Ruhr GmbH hat unter Vorsitz von Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen van Hove als künftigen Intendanten einstimmig ernannt. Die Ruhrtriennale ist ein seit dem Jahr 2002 stattfindendes internationales Festival für Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Performance, Musik und Bildende Kunst im Ruhrgebiet. Es findet jährlich im August und September statt und lädt Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt ein.

 


 

Einladung: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

 

Diskussion zu „Wem gehört Erinnerungskultur? Wie geht sie weiter? Bilanzen aus dem Gedenkjahr“

 

  • Wann: 30. Mai 2022 / 18 Uhr
  • Wo: Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, Oranienburger Straße 28-30, 10117 Berlin

 

Die letzten anderthalb Jahre standen im Zeichen der Erinnerung an 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland. Die Stiftung Neue Synagoge – Centrum Judaicum, der Deutsche Kulturrat und die Initiative kulturelle Integration laden Sie herzlich ein zu einer Diskussionsveranstaltung.

 

Nach Grußworten von

 

  • Klaus Lederer MdA, Senator für Kultur und Europa Berlin
  • Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland
  • Rita Schwarzelühr-Sutter MdB, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern und für Heimat

 

diskutieren auf dem Panel unter der Moderation der Autorin Eva Lezzi:

 

  • Sharon Adler, Publizistin, Journalistin und Fotografin
  • Dr. Darja Klingenberg, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)
  • Anja Siegemund, Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum
  • Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Sprecher der Initiative kulturelle Integration

 

Wir freuen uns, Sie begrüßen zu können und bitten um Anmeldung.

 


 

30. Mai: Talkrunde in Bremen „Professionell, kreativ und arm – Gender Pay Gap im Kulturbereich“

 

Die vom Deutschen Kulturrat herausgegebene Studie „Frauen in Kultur und Medien“ kam 2016 zu dem Ergebnis, dass Frauen im Kultur- und Medienbereich in mehrfacher Hinsicht benachteiligt sind. In einem Zeitraum von über 20 Jahren wurde u.a. die Ausbildungssituation, die Präsenz von Frauen in Führungspositionen und die Partizipation von Künstlerinnen an Fördergeldern untersucht. Beim Einkommen freiberuflicher Künstlerinnen ergab sich ein Gender Pay Gap von über 20 Prozent. Daran hat sich auch fünf Jahre später nicht viel geändert, von Geschlechtergerechtigkeit kann deshalb nicht die Rede sein.

 

Das niedrige Einkommen von Kulturschaffenden hängt auch mit der mangelnden Beachtung und Wertschätzung ihrer Leistungen im Kunst- und Kulturbereich sowie in der Gesellschaft zusammen. Auch bei Beschäftigten in der Kreativwirtschaft besteht dringender Handlungsbedarf. Der Deutsche Kulturrat hat deshalb einen umfangreichen Forderungskatalog vorgelegt.

 

Auf dem Podium:

 

  • Carmen Emigholz, Staatsrätin für Kultur in Bremen
  • Gabriele Schulz, stellvertretende Geschäftsführerin des Deutschen Kulturrates, Herausgeberin der Studie „Frauen in Kultur und Medien“
  • Janneke de Vries, Direktorin der Weserburg Museum für moderne Kunst
  • Claudia A. Cruz, Bildende Künstlerin und Designerin
  • Moderation: Katharina Guleikoff, Dipl.-Medienwirtin, Radio-Journalistin und -moderatorin

 

Weitere Informationen.

 


 

Kulturpolitischer Salon am 1. Juni 2022, 20 Uhr im Deutschen Theater, Berlin

 

Seit 2020 wird im Diskussionsforum „Kulturpolitischen Salon“, initiiert vom Deutschen Kulturrat, Deutschen Bühnenverein, Deutschen Theater Berlin und Deutschlandfunk Kultur, regelmäßig kulturpolitischen Fragestellungen Raum geben und Kulturschaffende und die Kulturpolitik miteinander ins Gespräch gebracht. Die Debatten werden im Deutschen Theater Berlin aufgezeichnet und auf Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlt.

 

Gäste am 1. Juni: Pavlo Arie, Christine Dissmann, Gesine Dornblüth und Wilfried Jilge

 

Weitere Informationen hier.

 


 

Endspurt: Mentoring für Frauen in Führungspositionen

 

Die Bewerbungsfrist für das Mentoring-Programm für Frauen aus Kultur & Medien endet am 31. Mai.

 

Das Programm richtet sich an Frauen, die
• sehr gut ausgebildet sind,
• bereits anspruchsvolle Berufsstationen absolviert haben,
• mindestens zehn Jahre berufstätig sind und
• eine höhere Leitungsfunktion anstreben, bzw. ihre künstlerische Präsenz optimieren möchten.

 

In dieser Runde stehen 40 Mentorinnen und Mentoren den interessierten Frauen beratend zur Seite, sie kommen aus diversen Kultursparten: Literatur, Oper, Design, Kommunikation, Theater, Musik, Tanz, Bildende Kunst, Museum, Kulturelle Bildung, Fernsehen, Kulturmanagement und -verwaltung, Vereinen und Stiftungen.

 

Das 6-monatige Programm beginnt im Oktober 2022.

 

  • Weitere Informationen zum Mentoring-Programms finden Sie hier.

 


 

Nur noch sehr wenige Plätze frei: Fünfte Jahrestagung der Initiative kulturelle Integration „Zusammenhalt gegen Rassismus“

 

  • Wann: Donnerstag, den 02.06.2022, 10.00 bis 15.45 Uhr
  • Wo: Tagungszentrum Hotel Aquino, Hannoversche Str. 5B, 10115 Berlin

 

„Rassismus ist ein gesamtgesellschaftliches, strukturelles Phänomen“, auf diese Feststellung haben sich die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration in ihrer gemeinsamen Resolution „Gegen Rassismus und Ausgrenzung! Für Zusammenhalt in Vielfalt!“ geeinigt. Die Resolution entstand kurze Zeit nach dem rassistisch motivierten Attentat am 19. Februar 2020 in Hanau.

 

Zwei Jahre später lädt die Initiative kulturelle Integration in Anwesenheit der Kulturstaatsministerin Claudia Roth sowie der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung Staatsministerin Reem Alabali-Radovan zu ihrer fünften Jahrestagung „Zusammenhalt gegen Rassismus“ am Donnerstag, den 2. Juni 2022 in Berlin ein.

 

In das Tagungsthema wird am Vormittag durch Impulse und die Diskussion mit der Kulturwissenschaftlerin und Autorin Dr. Mithu M. Sanyal und dem Soziologen und Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani eingeleitet.

 

Der Nachmittag dient der vertiefenden Diskussion in vier Arbeitsgruppen zu den Themen „Rassismus und (Aus-) Bildung“, „Alltagsrassismus“, „Rassismus in den sozialen Medien“ und „Rassismus in der Kultur“. Die Jahrestagung wird eingerahmt von einer Ausstellung verschiedener Projekte und Initiativen rund ums Tagungsthema.

 

Wir laden Sie herzlich ein, an der fünften Jahrestagung der Initiative kulturelle Integration in Berlin teilzunehmen, mitzudiskutieren, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

 

 


 

Einladung: Fachtagung „Frauen in Führung“

 

Wann: 27. und 28. Juni 2022

 

Wo: Villa Elisabeth, Invalidenstraße 3 in Berlin-Mitte

 

Fünf Jahre nach Erscheinen der Kulturrats-Studie „Frauen in Kultur und Medien“ soll reflektiert werden, inwiefern sich die Situation von Frauen im Arbeitsmarkt Kultur und Medien geändert hat: Stehen andere Wirtschaftsbereiche mit Blick auf Frauen in Führungspositionen besser da? Was sind die Anforderungen an moderne Führung? Welche Wirksamkeit haben Frauennetzwerke und inwieweit ebnet Mentoring Frauen den Weg in Führungspositionen? Was bedeutet es, wenn in Segmenten von Kultur und Medien vor allem Frauen tätig sind bzw. Ausbildungen absolvieren? Wie können strukturelle Veränderungen hin zu mehr Vielfalt insgesamt und vor allem in der Führung erreicht werden?

 

Mit Referentinnen und Referenten aus Kultur, Wissenschaft und Politik u.a.: Ulrike Bahr MdBKatrin Budde MdBFatima ÇalışkanProfessorin Dr. Inés de Castro, Professor Christian HöppnerProfessorin Dr. Simone KauffeldBoris KochanProfessorin Dr. Regula RappDagmar SchmidtDr. Susanne SchüsslerGabriele Schulz, Professorin Dr. Aysel Yollu-Tok und Olaf Zimmermann.

 

Hier finden Sie das Tagungsprogramm.

 

Die Tagung findet analog statt: Villa Elisabeth, Invalidenstraße 3 in Berlin-Mitte.

 

Montag, den 27. Juni von 13:00 – 22:00 Uhr; Dienstag, den 28. Juni von 9:00 – 13:30 Uhr.

 

Ausgewählte Programmpunkte werden über die Webseite des Deutschen Kulturrates und auf unserem YouTube-Kanal als Live-Stream übertragen.

 

Bitte melden Sie sich hier bis zum 15. Juni 2022 an.

 

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

 

Die Räumlichkeiten der Villa Elisabeth sind leider nicht gänzlich barrierefrei. Sollten Sie Unterstützung benötigen, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme vorab.

 

Bei Bedarf möchten wir eine Kinderbetreuung anbieten. Sofern Sie diese in Anspruch nehmen möchten, setzen Sie sich bitte vorab mit uns in Verbindung.

 


 

Text der Woche: Gerhart R. Baum „Der Krieg und die Kultur. Die Rolle der Künste in dieser Phase des Epochenbruchs“

 

Was macht der Krieg in der Ukraine mit der Kunst? Oder präziser gefragt: Was macht er mit der Freiheit? Kunst ist „eine Tochter der Freiheit“, wie Friedrich Schiller formulierte. Sie ist Lebenselixier einer freien Gesellschaft, sichert ihr Überlebenskraft – aber sie braucht den Atem einer freien, weltoffenen Gesellschaft. Im Krieg leidet sie besonders. Russland hat jahrzehntelang die Erfahrung einer kommunistischen Gewaltherrschaft machen müssen. Unter Perestroika und Glasnost um 1990 konnte das Land wieder frei atmen. Es blühte auf – demokratisch und auch kulturell. Nach und nach wurden allerdings Kunst und Freiheit immer stärker unterdrückt.

 

Gerhart R. Baum, Bundesinnenminister a.D., ist Vorsitzender des Kulturrates NRW.

 

Vorheriger ArtikelKW 20: PEN = Bratwurstbude oder die Krise des Feuilletons
Nächster ArtikelKW 22: Schwerpunkt: Der Antisemitismus ist noch längst nicht besiegt