- Die Verantwortung des Wolfram Weimer
- Einladung: Online-Diskussion „Kosmos Kulturwirtschaft“
- Resolution des Deutschen Kulturrates: Kunstfreiheit achten, Unabhängigkeit von Jurys garantieren
- Ideen für den Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“!
- Für Kurzentschlossene auf der Buchmesse: Einladung zur Vorstellung des Aktionstags „Zusammenhalt in Vielfalt“ mit Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel
- Save the Date: Vorstellung der April-Ausgabe mit dem Schwerpunkt „Die Revolution des Sehens. Wie das Mikroskop die Welt verändert hat“
- Das Handbuch Gameskultur 2.0
- Auf den Spuren Bildender Künstlerinnen – Für die Gleichstellung in der Kunstwelt
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit 29 Jahren arbeite ich mittlerweile als Geschäftsführer für den Deutsche Kulturrat. Acht Kulturstaatsministerinnen und -minister – Anton Pfeiffer, Michael Naumann, Julian Nida-Rümelin, Christina Weiss, Bernd Neumann, Monika Grütters, Claudia Roth und jetzt Wolfram Weimer – durfte ich in dieser Zeit erleben. Der erste, Anton Pfeiffer, musste noch verheimlichen, dass er als Staatsminister für besondere Aufgaben im Bundeskanzleramt sich für Bundeskanzler Helmut Kohl unter anderem um Kulturpolitik kümmerte.
Erst mit Michael Naumann wurde aus dem Staatsminister für besondere Aufgaben ein Kulturstaatsminister, also ein auch öffentlich sichtbarer Staatssekretär für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt. Er und seine Nachfolgerinnen und Nachfolger haben das Amt immer bedeutender gemacht. Aber noch immer gibt es kein Bundeskulturministerium mit einer Ministerin oder einem Minister an der Spitze.
Trotz alledem, das kulturpolitische Handwerk auf der Bundesebene ist in den letzten fast drei Jahrzehnten immer professioneller geworden. Aber es gab auch Krisen und Probleme. Wir erinnern uns an die von der Springerpresse inszenierte Debatte zum Kulturgutschutzgesetz oder an die massiven Antisemitismusprobleme bei der letzten Documenta. Aber eine solche Ballung von Problemen wie jetzt gab es um einen Kulturstaatsminister noch nie.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer konnte bei seinem Amtsantritt auf der hervorragenden Arbeit seiner Vorgängerinnen und Vorgänger aufbauen. Daraus erwächst die Verpflichtung dafür zu sorgen, dass die Bundeskulturpolitik unter seiner Verantwortung keinen nachhaltigen Schaden nimmt.
Ihr
Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
2. Einladung: Online-Diskussion „Kosmos Kulturwirtschaft“
Anlässlich der Veröffentlichung unseres Dossiers „Kosmos Kulturwirtschaft – Mit Kultur Geld verdienen“ laden der Deutsche Kulturrat und der KreativBund zu einer Online-Diskussionsrunde ein.
14:15-14:30 Uhr
Gitta Connemann, die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, eröffnet mit einem Impuls.
14:30-15:30 Uhr
Panel-Talk „Mit Kultur Geld verdienen“:
Daniela Beaujean, Geschäftsführung VAUNET
Christine Berg, Vorstandsvorsitz HDF Kino
Bernd Gallep, Leitung der Abteilung Innovation und Kreativwirtschaft beim BKM
Olaf Zimmermann, Geschäftsführung Deutscher Kulturrat und Herausgeber von Kosmos Kulturwirtschaft
Moderation: Christoph Backes, Projektleiter KreativBund
- Datum: 26.03.2026, 14.15 – 15.30 Uhr
- LIVE auf kulturrat.de und kreativ-bund.de
- Hier anmelden, um den Link zum Streaming am Tag der Veranstaltung per Mail zu erhalten
3. Resolution des Deutschen Kulturrates: Kunstfreiheit achten, Unabhängigkeit von Jurys garantieren
Nach den Vorfällen bei der Berlinale und beim Deutschen Buchhandlungspreis wurde im Sprecherrat des Deutschen Kulturrats die Resolution „Kunstfreiheit achten, Unabhängigkeit von Jurys garantieren“ einstimmig beschlossen:
Kunstfreiheit achten
Die Freiheit der Kunst ist in Art. 5 Abs. 3 GG ohne Gesetzesvorbehalt garantiert. Was Kunst ist, bestimmt der Diskurs der Kunst selbst. Diesen Grundsatz gilt es uneingeschränkt zu sichern. Die Kunstfreiheit auszuhalten, ist für die freiheitliche Gesellschaft unverzichtbar – auch wenn und weil Kunst kontrovers und verstörend sein kann und Kunstwerke Missfallen auslösen können.
Verantwortliche in öffentlichen Kultureinrichtungen sind gefordert, den Raum zur Entfaltung von Kunst zu sichern und Diskursräume im Sinne einer streitbaren und pluralen Demokratie zu eröffnen. Selbstverständlich müssen sich Fördermittelnehmer auf dem Boden des Grundgesetzes bewegen, d.h. die Würde des Menschen (Art. 1. Abs. 1 GG) achten und die allgemeinen Gesetze einhalten. Dies trifft auf alle zu, die sich um öffentliche Fördermittel oder für Auszeichnungen bewerben.
- Der Deutsche Kulturrat wendet sich aber entschieden gegen eine Regelanfrage beim Verfassungsschutz in der öffentlichen Kulturförderung, weil dies Ausdruck eines Generalverdachts ist. Ebenso lehnt der Deutsche Kulturrat einen Bekenntniszwang für Kulturverantwortliche ab.
Unabhängigkeit von Jurys garantieren
Die staatsferne Auswahl von Preisträgerinnen und -trägern, Ausgezeichneten und anderen Förderentscheidungen im Kulturbereich ist die Voraussetzung für Kunstfreiheit. Jurys wählen nach fachlichen, inhaltlichen und ästhetischen Grundsätzen aus. Jurymitglieder sind in den jeweiligen Kunstszenen verankert, kennen die Diskurse in den zeitgenössischen Künsten und in den jeweiligen Branchen. Juryentscheidungen staatlicherseits zu hinterfragen, schwächt die Jurys und relativiert die Staatsferne.
- Der Deutsche Kulturrat unterstreicht, dass Jurys unabhängig von staatlichen Vorgaben nach rein künstlerischen und auf den jeweiligen Gegenstand bezogenen inhaltlichen Kriterien ihre Entscheidung treffen müssen. Von Jurys kann erwartet werden, dass sie die ihren Entscheidungen zugrundeliegenden Kriterien transparent zugänglich machen
4. Ideen für den Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“!
Zum UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt am 21. Mai 2026 rufen die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration – ein einzigartiges Bündnis von Vertreterinnen und Vertretern der Sozialpartner, Religionsgemeinschaften, Medien, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft – erstmals zu dem bundesweiten Aktionstag auf.
Im Umfeld des Welttags der kulturellen Vielfalt sollen möglichst zahlreiche Aktionen von unterschiedlichen Organisationen, Bündnissen oder auch Einzelpersonen durchgeführt und so vielfältige Zeichen für den Zusammenhalt in unserer freien und vielfältigen Gesellschaft gesetzt werden.
- Werden Sie hier Botschafterin oder Botschafter des Aktionstags und setzen Sie damit ein Zeichen für Zusammenhalt in Vielfalt.
- Erfahren Sie hier alles zum Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt und laden Sie Ihren Beitrag hoch.
- Hier kommen Sie zu den 15 Thesen „Zusammenhalt in Vielfalt“
5. Für Kurzentschlossene auf der Buchmesse: Einladung zur Vorstellung des Aktionstags „Zusammenhalt in Vielfalt“ mit Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel
Auf der Leipziger Buchmesse stellt die Initiative kulturelle Integration (IKI) ihren bundesweiten Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt vor, der am UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt am 21. Mai 2026 stattfinden wird.
Sebastian Krumbiegel, Frontsänger der Prinzen, spricht mit Prof. Dr. Jürgen Oberschmidt, Bundesverband Musikunterricht und mir darüber, was Kultur und Musik zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen können und welche Rolle kulturelle Bildung dabei spielt. Moderiert wird unser Gespräch von Barbara Haack, Politik & Kultur.
- Zeit: Freitag, 20. März, 13 Uhr bis 13.30 Uhr
- Ort: Buchmesse Leipzig, Musik-Café, Halle 2, D 504
Wir laden Sie herzlich ein vorbeizukommen!
6. Save the Date: Vorstellung der April-Ausgabe mit dem Schwerpunkt „Die Revolution des Sehens. Wie das Mikroskop die Welt verändert hat“
Gemeinsam mit dem Zeiss Großplanetarium Berlin und rbb inforadio stellen wir am Freitag, dem 17. April, den Schwerpunkt der neuen Ausgabe von Politik & Kultur vor. Unter dem Titel „Die Revolution des Sehens. Wie das Mikroskop die Welt verändert hat” werden wir mit den Autorinnen und Autoren des Schwerpunkts über die faszinierende Welt der Mikroskopie und ihre Bedeutung für die Kultur diskutieren.
Den Link zur Anmeldung werden wir rechtzeitig versenden.
- Zeit:17. April 2026, 17:00 Uhr
- Ort: Zeiss-Großplanetarium, Prenzlauer Allee 80, 10405 Berlin
7. Handbuch Gameskultur 2.0
Das erfolgreiche Handbuch Gameskultur 2020 des Deutschen Kulturrates hat endlich ein Update: Die vollständig überarbeite und stark erweiterte zweite Auflage Das Handbuch Gameskultur 2.0.
Alle Beiträge aus der 1. Auflage wurden von den Autorinnen und Autoren überarbeitet und an den aktuellen Stand der Diskussionen angepasst und das Themenfeld wurde erweitert.
Das Buch behandelt unter anderem folgende Fragen:
- Warum sind Games Kultur?
- Können Computerspiele sogar Kunst sein?
- Was haben Computerspiele mit bildender Kunst, Theater, Musik, Literatur, Film zu tun?
- Sind Games immer gewalthaltig?
- Darf man Erinnerungskultur spielen?
- Was haben Spiele mit Sport zu tun?
- Und macht die Gamesbranche wirklich so viel Umsatz wie Hollywood?
Hg. v. Olaf Zimmermann und Felix Falk
Das Handbuch Gameskultur 2.0
362 Seiten, ISBN:978-3-947308-70-5, 24,80€
- Im Shop des Deutschen Kulturrates können Sie das Buch bestellen
- Hier können Sie einen Blick in das Handbuch Gameskultur 2.0 werfen
8. Auf den Spuren Bildender Künstlerinnen – Für die Gleichstellung in der Kunstwelt
Die Frage, was »gute Kunst« ist und wer in der Kunstwelt als bedeutend gilt, ist keineswegs neutral. Sie wird von gesellschaftlichen Machtverhältnissen und tradierten Zuschreibungen bestimmt. Unsere Vorbilder waren fast ausschließlich Männer. Das hat unser Verständnis von Kunst maßgeblich geprägt. Wir sind alle in patriarchale Strukturen hineingeboren und hinterfragen sie oft nicht.
Ein prägnantes Beispiel hierfür ist Duchamps berühmtes »Fountain« von 1917: Das als Kunstwerk eingereichte und mit dem Namen R. Mutt signierte Urinal wurde zunächst in der First Annual Exhibition der Society of Independent Artists in New York abgelehnt, gilt heute aber als Meilenstein der Moderne. In aktuellen Untersuchungen wird diskutiert, ob nicht die Dada-Künstlerin Baroness Elsa von Freytag-Loringhoven die eigentliche Urheberin war. Wie Siri Hustvedt 2019 in The Guardian schreibt, können wir uns jedoch ziemlich sicher sein, dass dieses Werk niemals denselben kunsthistorischen Ruhm erhalten hätte und nie als Meisterwerk gelten würde – ganz zu schweigen vom monetären Wert –, wäre es von Anfang an eindeutig einer Frau zugeordnet worden.
María Linares und Cornelia Rößler sind Bildende Künstlerinnen und waren von 2022 bis 2025 Vorstandssprecherinnen des Deutschen Künstlerbundes.
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