Was ist 2026 wichtig? Zwei Themenfelder sehe ich, die unsere ganze Aufmerksamkeit verlangen. Zum einen sind es die Gefahren, die durch die Unsicherheiten in der Weltpolitik ausgelöst werden. Ein großer globaler Krieg ist nicht mehr undenkbar. Wahnsinn! Die Verantwortlichen spielen ungeniert mit dem Feuer. Von dem unsagbaren menschlichen Leid, das eine solche Katastrophe mit sich bringen würde, einmal abgesehen, sind wir in der Kultur auf eine solche Katastrophe nicht im Geringsten vorbereitet.
Welche Kulturgüter sollen wo und wie geschützt werden? Wie kann unser kulturelles Erbe, das materielle und auch das immaterielle, für die nachfolgenden Generationen erhalten werden? Wie können auch im Krisenfall kulturelle Einrichtungen offengehalten werden? Darüber nachzudenken, verursacht mir im ganzen Körper Schmerzen, aber es muss sein, wir dürfen uns nicht vor diesen Herausforderungen drücken, und wir dürfen nicht glauben, dass irgendjemand anderes diese Aufgabe schon im Blick hätte.
Nicht minder wichtig ist die Frage, wie wir mit der sogenannten Künstlichen Intelligenz, der KI, umgehen wollen. Dieses hilfreiche Etwas, das sich in Windeseile durch unser aller Leben frisst, wird bald vollständig unentbehrlich sein. Etwas wird dann unser Leben maßgeblich bestimmen, dessen innere Beschaffenheit uns letztlich unbekannt ist. Für den Kulturbereich hat KI auch unmittelbare Auswirkungen auf die Art und Weise wie Kunst entsteht, nur von Menschen, von Menschen und Maschine gemeinsam, oder vielleicht sogar nur von Maschinen?
Kann die Maschine ein Schöpfer sein? Juristisch noch nicht, praktisch aber schon längst. Die global agierenden Tech-Giganten haben das »Wissen« für ihre KI-Systeme mittels Datamining skrupellos zusammengeklaut, und natürlich können aus diesen Versatzstücken, neu geordnet, neu zusammengefügt, neu präsentiert, künstlerische Anmutungen entstehen, die den meisten Nutzern ausreichen werden. Damit ist die KI, so nützlich sie im Einzelfall auch sein kann, eine nicht zu unterschätzende Gefahr für den gesamten Kulturbereich. Die KI-Systeme müssen reguliert werden, oder der Kulturbereich wird massiven Schaden nehmen.
Sind das alles dystopische Untergangsfantasien? Nein, es ist ein Arbeitsauftrag, der jetzt erledigt werden muss. Indem wir uns diesen Herausforderungen stellen und eine Mitverantwortung für diese Themenbereiche übernehmen, werden wir das Heft des Handels zurückgewinnen. Das ist die positive Aussicht für 2026.