USA wollen UNESCO verlassen

Sehr bedauerlicher Schritt, der zu befürchten war

Berlin, den 12.10.2017. Medienberichten zufolge wollen die USA die UN-Bildungs- und Kulturorganisation, UNESCO, verlassen. Das ist bereits der zweite Austritt der USA seit Gründung der UNESCO im Jahr 1945. Die UNESCO ist eine von 17 selbständigen Organisationen der Vereinten Nationen. Aufgabe der UNESCO ist die Förderung von Wissenschaft, Erziehung, Kultur, Kommunikation und Information. Wichtige Themen der UNESCO sind unter anderem das materielle Kultur- und Naturerbe sowie das immaterielle Kulturerbe.

 

Kulturpolitisch besonders bedeutsam ist die UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, kurz Konvention Kulturelle Vielfalt, die auch als magna charta der Kulturpolitik bezeichnet wird.

 

Die USA waren bereits einmal im Jahr 1984 aus der UNESCO ausgetreten. Im Jahr 2002 sind sie wieder eingetreten, haben allerdings die Konvention Kulturelle Vielfalt nicht ratifiziert. Nachdem im Jahr 2011 die UNESCO die Palästinensischen Autonomiegebiete als Mitglied aufnahm, stellten die USA ihre Beitragszahlungen ein. Damit verlor die UNESCO einen erheblichen Teil ihres Budgets.

 

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Die USA wollen nun der UNESCO endgültig den Rücken kehren. Das ist ein schwerer Schlag für die internationale Kulturzusammenarbeit. Der Austritt der USA aus der UNESCO ist sehr bedauerlich, aber war letztlich zu befürchten. Bereits seit einigen Jahren kommen die USA ihren Beitragsverpflichtungen nicht nach und haben daher seit 2013 kein Stimmrecht mehr. Schon mit der Weigerung die Konvention Kulturelle Vielfalt zu ratifizieren, haben sich die USA außerhalb des weltweiten kulturpolitischen Diskurses gestellt. Nicht erst unter Donald Trump, sondern auch schon unter seinem Vorgänger Barack Obama haben die USA erschreckend wenig Interesse an internationaler Kulturzusammenarbeit im Rahmen der UNESCO gezeigt.“

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