- Die Verleihung des Deutschen Kulturpolitikpreises 2026
- Kulturmensch Iris Berben
- Einladung: Alles hängt zusammen. Und nun? Von Pilzen, Natur und Kultur
- Dossier: Das Magazin der Republik – Die Deutsche Nationalbibliothek
- Einladung: Denkt nach, ehe ihr JA sagt – Walter Bauer und die Wehrdienstdebatte heute
- Die Dossiers aus Politik & Kultur
- Text der Woche „Alle, alles und überall“ von Katarzyna Wielga-Skolimowska
Sehr geehrte Damen und Herren,
Gestern Abend haben wir den Deutschen Kulturpolitikpreis 2026 an die Schauspielerin Iris Berben verliehen. In einer feierlichen Veranstaltung in der Staatsbibliothek zu Berlin würdigte der Deutsche Kulturrat Berbens jahrzehntelanges Engagement gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus sowie ihren Einsatz für Erinnerungskultur, jüdisches Leben und demokratische Bildung.
In ihren Begrüßungen hoben Prof. Dr. Marion Ackermann, Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, und Prof. Christian Höppner, Präsident des Deutschen Kulturrates, hervor, dass Iris Berben ihre große Bekanntheit seit vielen Jahren mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet. Mit Lesungen, Schulbesuchen, öffentlichen Diskussionen und Reden setzt sie sich unermüdlich für Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein.
Der Pianist Igor Levit würdigte in seiner Laudatio Berbens beharrliches gesellschaftliches Engagement und ihr konsequentes Eintreten gegen Menschenfeindlichkeit. Zugleich gestaltete er den Abend mit musikalischen Beiträgen.
In ihrer Dankesrede zeigte sich Iris Berben bewegt über die Auszeichnung. Sie plädierte eindringlich dafür, Kunst und Kultur nicht zu instrumentalisieren, um auszugrenzen. Es müssen Schutzräume bewahrt werden, die Diskurs ermöglichen. Anschließend zitierte Berben aus Kapitel 23 von Sebastian Haffners „Geschichte eines Deutschen” (Random House, 2000).
Die Preisverleihung klang bei einem anschließenden Empfang mit zahlreichen Gästen aus Kultur, Politik und Zivilgesellschaft aus.
Es war eine der bewegendsten Preisverleihungen, die ich bisher mitgestalten durfte. Danke an Igor Levit und besonders an Iris Berben. Und danke an alle Gäste dieses wunderbaren Abends.
PS. Anlässlich der Verleihung des Deutschen Kulturpolitikpreises spricht Iris Berben in der aktuellen Ausgabe von Politik & Kultur 09-10/26 mit Theresa Brüheim über ihre Arbeit als Schauspielerin, neue Filmprojekte, die Entwicklung von Frauenrollen in Film und Gesellschaft sowie ihr Engagement für Demokratie, Vielfalt und Erinnerungskultur. Hier geht es zum Interview. Außerdem hat Der Spiegel und rbb3 die Stimmung des gestrigen Abends sehr schön eingefangen.
Ihr
Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
Herausgeber von Politik & Kultur
2. Kulturmensch Iris Berben
Iris Berben ist eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen. Seit den 1960er Jahren steht sie vor der Kamera und hat mit zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern begeistert. Zu ihren jüngsten Arbeiten zählen Ruben Östlunds Kinoproduktion „Triangle of Sadness“, die 2022 mit der Goldenen Palme der Internationalen Filmfestspiele von Cannes ausgezeichnet wurde, die international erfolgreiche Netflix-Produktion „Paradise“ sowie die Disney+-Serie „Deutsches Haus“. Für ihre schauspielerischen Leistungen erhielt sie über die Jahre zahlreiche renommierte Auszeichnungen. Seit Langem begreift sie ihre Bekanntheit auch als gesellschaftliche Verantwortung.
Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit engagiert sich Iris Berben seit Jahrzehnten gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie für Demokratie, Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit Lesungen, Schulbesuchen, öffentlichen Diskussionen und Reden erinnert sie an die Verbrechen des Nationalsozialismus, tritt für die Sichtbarkeit jüdischen Lebens ein und widerspricht Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. Erinnerungskultur versteht sie dabei nicht allein als Bewahrung der Vergangenheit, sondern als demokratische Aufgabe der Gegenwart. Mit ihrem künstlerischen, kulturpolitischen und gesellschaftlichen Wirken zählt sie zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Kulturlebens.
3. Einladung: Alles hängt zusammen. Und nun? Von Pilzen, Natur und Kultur
Was können wir gemeinsam bewegen, wenn wir Natur und Kultur nicht länger getrennt denken? Welche Konsequenzen hat das für Politik und Gesellschaft? Und was können wir Menschen dabei von den Pilzen lernen? Darüber spricht Harald Asel mit seinen Gästen am 14. Oktober um 19 Uhr im Besucherzentrum des Botanischen Gartens.
Der Botanische Garten Berlin, der Deutsche Kulturrat, Matthes & Seitz Berlin und rbb Inforadio laden zu einem Abend ein, der mit einer faszinierenden Begegnung in der Welt der Pilze beginnt und anschließend den Blick auf größere gesellschaftliche und politische Fragen richtet.
Zum Auftakt treffen Benjamin Haag, Germanist, Pilzsachverständiger und Autor des Pilzatlas „Samtfuß, Holzstielchen und Zottelmähne“, und René Jarling, Pilzkustos des Botanischen Gartens Berlin, aufeinander. Aus literarischer und naturwissenschaftlicher Perspektive erkunden sie die erstaunliche Welt der Pilze, ihre Geschichten, Lebensweisen und vielfältigen Verbindungen zu Mensch und Umwelt.
Anschließend wird aus der Frage nach den Verbindungen eine Frage nach den Möglichkeiten. Klimakrise, Artenverlust und gesellschaftliche Transformation verlangen nach neuen Formen des Denkens und Zusammenarbeitens. Wie können Natur- und Kulturinstitutionen dies aufgreifen, ihre Stärken verbinden und gemeinsam gesellschaftliche und ökologische Veränderungen gestalten?
Darüber diskutieren:
- Luiza Bengtsson, Leiterin der Abteilung Museum und Gesellschaft im Botanischen Garten Berlin
- Andreas Rötzer, Verleger von Matthes & Seitz Berlin
- Judith Schalansky, Autorin und Künstlerin und Herausgeberin der „Naturkunden“
- Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
- Moderation: Harald Asel, rbb24 Inforadio
14.10.2026, 19:00 Uhr
Besuchszentrum Königin Luise Platz, Botanischer Garten Berlin,
Königin-Luise-Str. 6-8, 14195 Berlin
Zur Anmeldung
Die Veranstaltung wird zu einem späteren Zeitpunkt in der Reihe „Forum“ im rbb24 Inforadio ausgestrahlt.
4. Dossier: Das Magazin der Republik – Die Deutsche Nationalbibliothek
In Kooperation mit der Deutschen Nationalbibliothek hat der Deutsche Kulturrat das Dossier „Das Magazin der Republik – Die Deutsche Nationalbibliothek“ herausgegeben. Es gibt Einblicke in Geschichte, Auftrag und Zukunft dieser zentralen Gedächtnisinstitution und lädt dazu ein, eine der wichtigsten Wissenseinrichtungen Deutschlands kennenzulernen.
57 Millionen Werke. Zwei Standorte. Ein kulturelles Gedächtnis.
Die Deutsche Nationalbibliothek ist der Wissenspeicher der Bundesrepublik. Täglich erreichen mehr als 13.000 Veröffentlichungen die Einrichtungen in Leipzig und Frankfurt am Main. Dort werden sie gesammelt, inhaltlich sowie formal erschlossen und für kommende Generationen bewahrt. Mittlerweile sind über 57 Millionen Werke im Bestand.
Das Magazin der Republik
Ein Politik & Kultur-Dossier
Hg. v. Olaf Zimmermann und Theo Geissler
ISBN 978-3-947308-74-3, 88 Seiten, 5,90 €
Erscheinungsdatum 01.09.2026
Das Dossier kann zum Preis von 5,90 Euro versandkostenfrei im Online-Shop des Deutschen Kulturrates bestellt werden. Es ist auch über jede Buchhandlung lieferbar.
- Als E-Paper kann das Dossier hier gelesen werden
- Zur Aufzeichnung der Dossiervorstellung und der politischen Podiumsdiskussion in Frankfurt am Main vom 15.09.2026
5. Einladung: Denkt nach, ehe ihr JA sagt – Walter Bauer und die Wehrdienstdebatte heute
Die Hochschule Merseburg lädt am 3. November 2026 zur wissenschaftlichen Konferenz anlässlich des 50. Todestages von Walter Bauer ein.
Walter Bauer hat meine politische Sozialisation stark geprägt. Ich freue mich deshalb sehr, dass ich eingeladen wurde, einen Vortrag zu halten: „Denkt nach, ehe ihr JA sagt: Walter Bauer und die Wehrdienstdebatte heute“.
Walter-Bauer-Symposium
- 03.11.2026 10:00 bis 16:00 Uhr
- Hg/A/Hörsaal 2, Hochschule Merseburg, Eberhard-Leibnitz-Str. 2, 06217 Merseburg
Zur Anmeldung zum Walter-Bauer-Symposium
6. Die Dossiers aus Politik & Kultur
In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht der Deutsche Kulturrat Dossiers, die sich in einer Ausgabe umfassend mit einem Thema auseinandersetzen. Die Dossiers liegen der Zeitung Politik & Kultur bei. Folgende Dossiers sind zuletzt erschienen:
Die Dossiers können versandkostenfrei im Online-Shop des Deutschen Kulturrates bestellt werden und sind auch über jede Buchhandlung lieferbar.
7. Text der Woche „Alle, alles und überall“ von Katarzyna Wielga-Skolimowska
„Für Manchester ist Kultur nicht nur Aktivität, sondern auch Infrastruktur. Ohne unsere Kultur bleibt die Stadt nur eine Hülle aus Gebäuden, Asphalt und leeren Stühlen.“ So heißt es im strategischen Papier „Manchester Cultural Ambition 2024-2034“. Der kulturpolitische Kompass definiert Kultur als Grundbedingung städtischen Lebens. Die Strategie entstand in einem Beteiligungsverfahren mit Stadtgesellschaft, mit Kulturorganisationen und Künstlerinnen und Künstlern.
Für Beobachter der Kulturpolitik in Großbritannien ist es nicht überraschend, dass der Wert der Kultur stark von ihrer gesellschaftlichen Relevanz abgeleitet wird und ein weiter Kulturbegriff in der Strategie zentral ist: Dieser verortet sich auf einer Matrix von kultureller Teilhabe und Bildung, Kreativität und Kreativwirtschaft, Inklusion und Diversität, „Creative Health“, internationaler Sichtbarkeit und Stadtteilentwicklung.
Kultur wird in Manchester als wesentliche Kraft der Transformation der Stadt verstanden. Die Kultureinrichtungen betrachten gesellschaftlichen Zusammenhalt und Kunst für alle als ihre Kernaufgaben.
Katarzyna Wielga-Skolimowska ist Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes
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