Mentoring-Programm

Im Rahmen der dreijährigen Projektlaufzeit von Sommer 2017 bis 2020 werden insgesamt drei 1:1-Mentoring-Runden durchgeführt. Das Programm richtet sich an Frauen, die eine Führungsposition im Kultur- und Medienbereich anstreben.

Im Mai 2018 startete die erste Runde mit insgesamt 13 Tandems. Im Februar 2019 ist dieser erste Mentoring-Durchgang offiziell beendet. Das Abschlusstreffen der 13 Mentees mit ihren Mentorinnen und Mentoren ist gleichzeitig der Auftakt für die zweite Runde.

 

Der Bewerbungs- und Auswahlprozess der zweiten Runde ist abgeschlossen: Bis Oktober 2018 bewarben sich mehr als 200 Mentees. Der wiederum große Rücklauf ist ein Beleg dafür, dass sich ambitionierte Kulturschaffende von diesem Angebot einen positiven Effekt auf ihren Karriereweg versprechen und dass es bundesweit viele Frauen mit Führungswillen und -anspruch in allen Kultursparten gibt.

 

In der zweiten Runde konnten 24 Tandems gebildet werden, fast doppelt so viele wie in der ersten – dank der engagierten Mentorinnen und Mentoren, die sich bereitfanden, die Mentees ehrenamtlich zu unterstützen. Viele der Mentorinnen meldeten sich initiativ beim Deutschen Kulturrat, weil sie das Programm überzeugend finden und sie sich ihrerseits ein solches auf ihrem Karriereweg gewünscht hätten.

 

Die Tandems der zweiten Runde setzen sich aus den folgenden Sparten zusammen: Theater (4), Medien (4), Literatur (3), Musik (3), Film (3), bildende Kunst (2), Kulturmanagement (2) sowie jeweils einem Tandem aus den Bereichen: Design, Museum und kulturelle Bildung.

 

Konzeption & Umsetzung
Ziele des Programms sind strategische Karriereberatung, praxisbezogene Unterstützung, die Verortung der Mentees in der Kultur-Community sowie der Aufbau eines – möglichst fortbestehenden – Alumni-Netzwerkes. Die Mentees sollen vom Erfahrungsschatz und Netzwerk profilierter Berufskollegen profitieren, damit langfristig mehr Frauen an den Schaltstellen von Kultur- und Medienwirtschaft bzw. -politik vertreten sind.

 

Die Mentorinnen und Mentoren, Künstlerinnen und Künstler sowie Akteure der Kreativwirtschaft oder anderer Kultureinrichtungen, setzen sich aus unterschiedlichen Sparten zusammen und sind in verschiedenen Bundesländern tätig. Sie sind in ihrem Fach exzellent, im Markt oder dem jeweiligen Bereich erfolgreich tätig, verfügen über ein weit gespanntes Netzwerk, haben eine starke Persönlichkeit und können zuhören.

 

Die Mentees sollen sehr gut ausgebildet sein und hiernach entweder bereits mindestens 10 Jahre lang anspruchsvolle Berufsstationen im gemeinnützigen oder privatwirtschaftlichen Kultur- und Medienbereich absolviert haben oder entsprechende Ausstellungen, Projekte oder Auszeichnungen vorweisen können. Sie alle zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sie eine Führungsposition anstreben.

 

Das Projektbüro verspricht sich von dieser Konstellation größtmögliche Hebelwirkung, da es im Kultur- und Medienbereich bisher kaum Förderprogramme für Frauen gibt, die explizit in Führungspositionen vorstoßen möchten. – Ausnahme bilden Programme für angehende Professorinnen. – Zudem ist diese Lebensphase besonders wichtig für den weiteren Karriereweg. Denn in diesen Jahren müssen strategisch wichtige Positionen ausgefüllt und ggf. in die Familienplanung integriert werden.

 

Der Beratungszeitraum erstreckt sich jeweils auf ein halbes Jahr, in dem sich die Mentorinnen insgesamt mindestens 8 bis 10 Stunden mit den Mentees besprechen. Das erste Gespräch soll ein persönliches Kennenlernen sein, die weiteren Kontakte können auch per Skype oder Telefon stattfinden. Neben Gesprächen können gegenseitig die Wirkungsbereiche besucht oder Termine mit Dritten und gemeinsame Veranstaltungs-Teilnahmen vereinbart werden. Die beiderseitige Vertraulichkeit ist Grundvoraussetzung.

 

Natürlich steht es jedem Tandem frei, auch nach den sechs Monaten in Kontakt zu bleiben. Im Sinne des angestrebten Alumni-Netzwerkes wäre dies ein wichtiger Erfolg.

 

Selbstverständnis der Mentorinnen und Mentoren
Sie versetzen sich in die Lage der Mentee und machen sich ein Bild von ihren Vorhaben. Sie geben Ratschläge und sind emotionaler Beistand in beruflichen Belangen. Sie finden die richtigen Worte, sprechen auch unangenehme Wahrheiten an und geben konstruktive Empfehlungen. Sie fungieren als wohlwollend kritische Begleitung, natürlich mit dem gebotenen Respekt vor der persönlichen Leistung und dem Wissen der Mentee.

 

Mentee als aktive Treiberin in der Mentoring-Beziehung

  • sie formuliert ihre Karriere- und anderen Ziele vorab schriftlich
  • bereitet sich auf die Gespräche vor und fertigt nachher ein Kurzprotokoll an
  • ist gewillt, die eigenen Probleme und Sorgen offen anzusprechen
  • nutzt die Zeit der Mentorin oder des Mentors effizient

 

Umsetzung
Das Projektbüro des Deutschen Kulturates sucht für jeden der drei Durchgänge geeignete Mentorinnen und Mentoren aus. Die öffentliche Ausschreibung für die Mentees erscheint auf der Website des Deutschen Kulturrates sowie weiterer Multiplikatoren – ohne namentliche Nennung der Mentorinnen und Mentoren, dafür mit Auflistung von Sparte/ Berufsbezeichnung/ Ort. Die Ausschreibung für die dritte und vorerst letzte Runde ist für Mai 2019 geplant.

 

Die Mentees sind aufgerufen, neben der Einreichung üblicher Bewerbungsunterlagen, auch ihrerseits Erwartungen an das Programm zu formulieren, um die Passgenauigkeit des Tandems zu optimieren. Die Mentorinnen und Mentoren wählen aus einer kleinen Auswahl schließlich die jeweils zu ihr/ihm passende Mentee aus.

 

Jedes Tandem formuliert eine individuelle Zielvereinbarung bezüglich des präferierten Formats der Kontakte, deren Häufigkeit sowie persönlicher Erwartungen und inhaltlicher Ziele. Je nach Bedarf wird das Tandems vom Projektbüro begleitet. Beim ersten Treffen des Tandems ist die Vertreterin des Projektbüros immer anwesend.

 

Zum Ende jeder der drei Mentoring-Runden evaluieren Mentorin und Mentee jeweils ihren inhaltlichen Austausch sowie den organisatorischen Rahmen des Programms. Die anonyme Auswertung dient als Grundlage für die Justierung der folgenden Mentoring-Runden.

 

Im Februar 2019 findet die Abschlussveranstaltung der ersten Runde, beziehungsweise Auftaktveranstaltung der zweiten Runde statt – ein erstes Alumni-Netzwerktreffen in festlichem Rahmen, das den spartenübergreifenden Austausch unter allen bis dahin 37 Mentees und ihren Mentorinnen und Mentoren ermöglichen soll.

 

Das Mentoring-Programm wird unterstützt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

Kontakt:

Dr. Cornelie Kunkat, Referentin für Frauen in Kultur & Medien

ed.ta1553209673rrutl1553209673uk@ta1553209673knuk.1553209673c1553209673     FON: 030 – 22605 2812

 

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