Mentoring-Programm

Im Rahmen der dreijährigen Projektlaufzeit werden drei 1:1-Mentoring-Runden durchgeführt. Im Mai 2018 startete die erste Runde, die Ausschreibung der zweiten Runde hat am 11. September 2018 begonnen.

Auf die erste Ausschreibung im Januar 2018 bewarben sich 286 Mentees. Der große Rücklauf ist ein Beleg dafür, dass sich ambitionierte Kulturschaffende von diesem Angebot einen positiven Effekt auf ihren Karriereweg versprechen und dass es bundesweit viele Frauen mit Führungswillen und -anspruch in allen Kultursparten gibt.

 

Für die erste Runde konnten 13 Mentorinnen und Mentoren gewonnen werden, die Mentees ehrenamtlich zu unterstützen. Im Zuge der Ausschreibung meldeten sich weitere Mentorinnen, so dass in Runde zwei bereits 20 Tandems zusammengestellt werden können und damit eine größere Zahl hochqualifizierter Bewerberinnen beratend unterstützt wird.

 

Die Ausschreibung für die zweite Runde läuft sechs Wochen bis zum 21. Oktober 2018. Mitte Dezember sollen die neuen Tandems stehen, so dass im Januar/Februar 2019 das Mentoring-Programm in zweiter Runde starten kann.

 

Konzeption & Umsetzung
Ziele des Programms sind strategische Karriereberatung, praxisbezogene Unterstützung, die Verortung der Mentees in der Kultur-Community sowie der Aufbau eines – möglichst fortbestehenden – Alumni-Netzwerkes. Die Mentees sollen vom Erfahrungsschatz und Netzwerk profilierter Berufskollegen profitieren, damit langfristig mehr Frauen an den Schaltstellen von Kultur- und Medienwirtschaft bzw. -politik vertreten sind.

 

Die Mentorinnen und Mentoren, Künstlerinnen und Künstler sowie Akteure der Kreativwirtschaft oder anderer Kultureinrichtungen, setzen sich aus unterschiedlichen Sparten zusammen und sind in verschiedenen Bundesländern tätig. Sie sind in ihrem Fach exzellent, im Markt oder dem jeweiligen Bereich erfolgreich tätig, verfügen über ein weit gespanntes Netzwerk, haben eine starke Persönlichkeit und können zuhören.

 

Die Mentees sollen sehr gut ausgebildet sein und hiernach entweder bereits mindestens 10 Jahre lang anspruchsvolle Berufsstationen im gemeinnützigen oder privatwirtschaftlichen Kultur- und Medienbereich absolviert haben oder entsprechende Ausstellungen, Projekte oder Auszeichnungen vorweisen können. Sie alle zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sie eine Führungsposition anstreben.

 

Das Projektbüro verspricht sich von dieser Konstellation größtmögliche Hebelwirkung, da es im Kultur- und Medienbereich bisher kaum Förderprogramme für Frauen gibt, die explizit in Führungspositionen vorstoßen möchten. – Ausnahme bilden Programme für angehende Professorinnen. – Zudem ist diese Lebensphase besonders wichtig für den weiteren Karriereweg. Denn in diesen Jahren müssen strategisch wichtige Positionen ausgefüllt und ggf. in die Familienplanung integriert werden.

 

Der Beratungszeitraum erstreckt sich auf ein halbes Jahr, in dem sich die Mentorinnen insgesamt mindestens 8 bis 10 Stunden mit den Mentees besprechen. Das erste Gespräch soll ein persönliches Kennenlernen sein, die weiteren Kontakte können auch per Skype oder Telefon stattfinden. Neben Gesprächen können gegenseitig die Wirkungsbereiche besucht oder Termine mit Dritten und gemeinsame Veranstaltungs-Teilnahmen vereinbart werden. Die beiderseitige Vertraulichkeit ist Grundvoraussetzung.

 

Natürlich steht es jedem Tandem frei, auch nach den sechs Monaten in Kontakt zu bleiben. Im Sinne des angestrebten Alumni-Netzwerkes wäre dies ein wichtiger Erfolg.

 

Selbstverständnis der Mentorinnen und Mentoren
Sie versetzen sich in die Lage der Mentee und machen sich ein Bild von ihren Vorhaben. Sie geben Ratschläge und sind emotionaler Beistand in beruflichen Belangen. Sie finden die richtigen Worte, sprechen auch unangenehme Wahrheiten an und geben konstruktive Empfehlungen. Sie fungieren als wohlwollend kritische Begleitung, natürlich mit dem gebotenen Respekt vor der persönlichen Leistung und dem Wissen der Mentee.

 

Mentee als aktive Treiberin in der Mentoring-Beziehung

  • sie formuliert ihre Karriere- und anderen Ziele vorab schriftlich
  • bereitet sich auf die Gespräche vor und fertigt nachher ein Kurzprotokoll an
  • ist gewillt, die eigenen Probleme und Sorgen offen anzusprechen
  • nutzt die Zeit der Mentorin oder des Mentors effizient

 

Umsetzung
Das Projektbüro des Deutschen Kulturates sucht initiativ geeignete Mentorinnen und Mentoren für das Programm aus. Das heißt Bewerbungen als Mentoren folgen keinem Automatismus, sondern werden auf Passgenauigkeit und Eignung nochmals überprüft.

 

Die Ausschreibungen für die Mentees erscheinen jeweils auf der Website des Deutschen Kulturrates sowie weiterer Multiplikatoren. Sie werden zudem über Social Media erfolgreich verbreitet. Die Ausschreibungen verzichten bewusst auf eine namentliche Nennung der Mentorinnen und Mentoren, enthalten aber eine Auflistung von Sparte, Arbeitsfeld und Wirkungsort der Mentorinnen und Mentoren.

 

Die Mentees sind aufgerufen, neben der Einreichung üblicher Bewerbungsunterlagen, auch ihrerseits Erwartungen an das Programm zu formulieren, um die Passgenauigkeit des Tandems zu optimieren. Die Mentorinnen und Mentoren wählen aus einer kleinen Auswahl schließlich die zu ihr passende Mentee.

 

Jedes Tandem formuliert gleich beim ersten Treffen eine individuelle Zielvereinbarung bezüglich des präferierten Formats der Kontakte, deren Häufigkeit sowie persönlicher Erwartungen und inhaltlicher Ziele. Beim ersten Treffen des Tandems ist die Vertreterin des Projektbüros anwesend.

 

Zum Ende der ersten Runde im Herbst 2018 evaluieren Mentorin und Mentee jeweils unabhängig voneinander ihren inhaltlichen Austausch sowie den organisatorischen Rahmen des Programms. Die anonyme Auswertung dient als Grundlage für die Justierung der folgenden Mentoring-Runden. Die Evaluierung wird selbstverständlich auch nach der zweiten und dritten Runde praktiziert, um das Programm zu optimieren.

 

Zu Beginn des Jahres 2019 ist ein Netzwerktreffen für alle Mentees, Mentorinnen und Mentoren der ersten und zweiten Runde geplant. Auf diese Weise können die Jahrgänge zusammenwachsen und langfristig ein Alumni-Netzwerk bilden.

 

Das Mentoring-Programm wird unterstützt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

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