Mentoring-Programm

Das Projektbüro „Frauen in Kultur & Medien“ des Deutschen Kulturrates bietet seit 2017 ein Mentoring-Programm für Frauen an, die eine Führungsposition im Kultur- und Medienbereich anstreben und auf mindestens zehn Jahre Berufserfahrung zurückblicken. Aktuell wird das bundesweite 1:1-Mentoring-Programm für hochqualifizierte Künstlerinnen und Kreative zum vierten Mal durchgeführt. Hier erfahren Sie mehr.

Das Mentoring-Programm des Deutschen Kulturrates richtet sich an Frauen, die seit mindestens zehn Jahren in Kultur und Medien tätig sind und nun eine Führungsposition anstreben. Seit 2017 wurden bereits drei Runden des 1:1-Mentorings durchgeführt. Ab 2020 folgen in einer Gruppenstärke von je 24 Mentees drei weitere.

 

+++ Bewerben Sie sich jetzt noch bis zum 27. August 2020 für die 4. Runde des Mentoring-Programms des Deutschen Kulturrates. Die Ausschreibung finden Sie hier. +++

Erfahrene Mentorinnen und Mentoren aus den Bereichen Design, Bildende Kunst, Musik, Theater, Literatur, Tanz, Museum, Stiftungen, Kulturverwaltung- und Politik, Wirtschaft, Medien und Film stehen den Mentees pro Mentoring-Runde zur Verfügung. Sie alle sind Expertinnen und Experten in ihrem jeweiligen Feld und möchten dazu beitragen, dass qualifizierte Frauen aus Kultur & Medien ihren Weg in Führungspositionen finden. Hier finden Sie die Liste der bisherigen Mentorinnen und Mentoren.

 

Der persönliche Austausch zwischen Mentee und Mentorin oder Mentor steht im Mittelpunkt des Programms. Wobei jedes Tandem immer dann am besten funktioniert, wenn auch die Mentorin oder der Mentor von ihrer Mentee fasziniert sind und sich für den Blick der nachkommenden Generation interessieren. Es geht um Erfahrungstransfer, eins zu eins, analog und leibhaftig. Dass diese Idee aufgeht, demonstrieren die Impressionen einer Mentee und einer Mentorin aus der gerade abgeschlossenen zweiten Runde des Programms.

 

Neben dem 1:1-Mentoring ist der Austausch aller Mentoren und Mentees untereinander Teil des Programms. Deshalb beginnt jede Runde mit einem Netzwerktreffen, denn Mentoring ist Kommunikation: Mentees sollen durch Gespräche mit erfahrenen Berufskolleginnen und -kollegen sowie untereinander die Herausforderungen ihrer je individuellen Berufswege ordnen können, Schwierigkeiten ansprechen, Ziele priorisieren oder auch verwerfen. In diesem Zusammenhang ist der Blick von außen so wichtig, weil er im Berufsalltag selten gegeben, für das Finden des eigenen Weges aber entscheidend ist.

 

In der ersten Projektlaufzeit (2017-2020) betreute das Projektbüro 67 Tandems: 13 aus der ersten Runde, 24 aus der zweiten und 30 aus der dritten Runde. Für diese drei Durchgänge gingen mehr als 550 Bewerbungen ein, einige der am Programm interessierten Frauen bewarben sich auch mehrmals. Aber nicht nur die Mentees bewarben sich zahlreich. Da das Programm mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad hat, suchten auch potenzielle Mentorinnen den Kontakt zum Projektbüro, um für diese ehrenamtliche Tätigkeit ihr Interesse zu bekunden – die meisten mit dem Hinweis, dass sie sich ein solches Programm auch für ihren Karriereweg gewünscht hätten.

 

In einer Gruppenstärke von je 24 Mentees sollen die nächsten drei Runden ab Herbst 2020 starten.

 

In der Regel werden die Mentorinnen und Mentoren gezielt vom Projektbüro angesprochen, um sowohl alle Kultursparten zu berücksichtigen als auch eine Verteilung im gesamten Bundesgebiet im Programm gewährleisten zu können. Erfreulich ist, dass es keiner großen Überredungskünste bedarf, auch die profiliertesten und viel beschäftigten Mentorinnen und Mentoren zu gewinnen. Denn die Sinnhaftigkeit eines Mentoring für ambitionierte Frauen, die bereits einen interessanten Karriereweg zurückgelegt haben und nun den professionellen Blick von außen brauchen, wird von diesen Frauen und Männern in Führungsposition sofort verstanden. Viele erklären sich gern bereit, das ehrenamtliche Mentoring zu übernehmen.

Ziele des Programms sind strategische Karriereberatung, praxisbezogene Unterstützung, die Verortung der Mentees in der Kultur-Community sowie der Aufbau eines – möglichst fortbestehenden – Alumni-Netzwerkes. Die Mentees sollen vom Erfahrungsschatz und Netzwerk profilierter Berufskollegen profitieren, damit langfristig mehr Frauen an den Schaltstellen von Kultur- und Medienwirtschaft bzw. -politik vertreten sind.

 

Die Mentorinnen und Mentoren, Künstlerinnen und Künstler sowie Akteure der Kreativwirtschaft oder anderer Kultureinrichtungen, setzen sich aus unterschiedlichen Sparten zusammen und sind in verschiedenen Bundesländern tätig. Sie sind in ihrem Fach exzellent, im Markt oder dem jeweiligen Bereich erfolgreich tätig, verfügen über ein weit gespanntes Netzwerk, haben eine starke Persönlichkeit und können zuhören. Es geht nicht primär darum, als Mentorin oder Mentor Vorbild zu sein, sondern die richtigen Fragen zu stellen und der Mentee einen realistischen Blick auf sich selbst und ihren Karriereweg zu ermöglichen, sowie ihr das eigene Netzwerk zur Verfügung zu stellen.

 

Die Mentees sollen sehr gut ausgebildet sein und hiernach entweder bereits mindestens 10 Jahre lang anspruchsvolle Berufsstationen im gemeinnützigen oder privatwirtschaftlichen Kultur- und Medienbereich absolviert haben oder entsprechende Ausstellungen, Projekte oder Auszeichnungen vorweisen können. Sie alle zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sie eine Führungsposition anstreben.

 

Das Projektbüro verspricht sich von dieser Konstellation größtmögliche Hebelwirkung, da es im Kultur- und Medienbereich bisher kaum Förderprogramme für Frauen gibt, die explizit in Führungspositionen vorstoßen möchten. – Ausnahme bilden Programme für angehende Professorinnen. – Zudem ist diese Lebensphase besonders wichtig für den weiteren Karriereweg. Denn in diesen Jahren müssen strategisch wichtige Positionen ausgefüllt und ggf. in die Familienplanung integriert werden. Hier sind Tipps von außen enorm hilfreich, im normalen Berufsalltag aber selten zu bekommen.

 

Der Beratungszeitraum erstreckt sich jeweils auf ein halbes Jahr, in dem sich die Mentorinnen insgesamt mindestens 8 bis 10 Stunden mit den Mentees besprechen. Das erste Gespräch soll ein persönliches Kennenlernen sein, die weiteren Kontakte können auch per Skype oder Telefon stattfinden. Neben Gesprächen können gegenseitig die Wirkungsbereiche besucht oder Termine mit Dritten und gemeinsame Veranstaltungs-Teilnahmen vereinbart werden. Die beiderseitige Vertraulichkeit ist Grundvoraussetzung.

 

Natürlich steht es jedem Tandem frei, auch nach den sechs Monaten in Kontakt zu bleiben. Die ersten Runden haben gezeigt, dass viele Tandems eine gute Grundlage gefunden haben und beiderseitig am weiteren Austausch interessiert sind.

 

Erfreulich ist zudem, dass sich in den ersten drei Runden bereits positive Karriereentwicklungen ergeben haben: angestrebte Stellenwechsel wurden von den Mentoren aktiv begleitet und waren von Erfolg gekrönt, Schritte in die Selbstständigkeit wurden vollzogen, gemeinsame Projekte gestartet, das Verhandlungsgeschick gestärkt und praktikable Tipps für die Vereinbarkeit von Kind und Karriere gegeben.

Das Projektbüro des Deutschen Kulturrates sucht für jeden der Mentoring-Durchgänge geeignete Mentorinnen und Mentoren aus. Die öffentliche Ausschreibung für die Mentees erscheint auf der Website des Deutschen Kulturrates sowie weiterer Multiplikatoren – ohne namentliche Nennung der Mentorinnen und Mentoren, dafür mit Auflistung von Sparte/ Berufsbezeichnung/ Ort.

 

Die Mentees sind aufgerufen, neben der Einreichung üblicher Bewerbungsunterlagen, auch ihrerseits Erwartungen an das Programm zu formulieren, um die Passgenauigkeit des Tandems zu optimieren. Die Mentorinnen und Mentoren wählen aus einer kleinen Auswahl schließlich die jeweils zu ihr/ihm passende Mentee aus.

 

Jedes Tandem formuliert eine individuelle Zielvereinbarung bezüglich des präferierten Formats der Kontakte, deren Häufigkeit sowie persönlicher Erwartungen und inhaltlicher Ziele. Je nach Bedarf wird das Tandems vom Projektbüro begleitet. Beim ersten Treffen des Tandems ist die Vertreterin des Projektbüros immer anwesend.

 

Zum Ende einer jeden Mentoring-Runde evaluieren Mentorin und Mentee jeweils ihren inhaltlichen Austausch sowie den organisatorischen Rahmen des Programms. Die anonyme Auswertung dient als Grundlage für die Justierung der folgenden Mentoring-Runden.

Dr. Cornelie Kunkat, Referentin für Frauen in Kultur & Medien

Telefon: 030 – 22605 2812

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