Mentoring-Programm

Im Rahmen der dreijährigen Projektlaufzeit sollen drei 1:1-Mentoring-Runden durchgeführt werden. Im April 2018 startet die erste.

Der Bewerbungs- und Auswahlprozess der ersten Runde ist bereits abgeschlossen: Es bewarben sich bis März 2018 fast 300 Mentees. Der große Rücklauf ist ein Beleg dafür, dass sich ambitionierte Kulturschaffende von diesem Angebot einen positiven Effekt auf ihren Karriereweg versprechen und dass es bundesweit viele Frauen mit Führungswillen und -anspruch in allen Kultursparten gibt.

 

In der ersten Runde fanden sich zunächst 15 Mentorinnen und Mentoren bereit, die Mentees ehrenamtlich zu unterstützen. Im Zuge der Ausschreibung meldeten sich weitere Mentorinnen, so dass nun fortlaufend noch einige Tandems mehr zusammengestellt werden können und damit eine größere Zahl hochqualifizierter Bewerberinnen beratend unterstützt werden kann als ursprünglich geplant.

 

Konzeption & Umsetzung

Ziele des Programms sind strategische Karriereberatung, praxisbezogene Unterstützung, die Verortung der Mentees in der Kultur-Community sowie der Aufbau eines – möglichst fortbestehenden – Alumni-Netzwerkes. Die Mentees sollen vom Erfahrungsschatz und Netzwerk profilierter Berufskollegen profitieren, damit langfristig mehr Frauen an den Schaltstellen von Kultur- und Medienwirtschaft bzw. -politik vertreten sind.

 

Die Mentorinnen und Mentoren, Künstlerinnen und Künstler sowie Akteure der Kreativwirtschaft oder anderer Kultureinrichtungen, setzen sich aus unterschiedlichen Sparten zusammen und sind in verschiedenen Bundesländern tätig. Sie sind in ihrem Fach exzellent, im Markt oder dem jeweiligen Bereich erfolgreich tätig, verfügen über ein weit gespanntes Netzwerk, haben eine starke Persönlichkeit und können zuhören.

 

Die Mentees sollten sehr gut ausgebildet sein und hiernach entweder bereits rund 10 Jahre lang anspruchsvolle Berufsstationen im gemeinnützigen oder privatwirtschaftlichen Kultur- und Medienbereich absolviert haben oder entsprechende Ausstellungen, Projekte oder Auszeichnungen vorweisen können. Sie alle zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sie eine Führungsposition anstreben.

 

Das Projektbüro verspricht sich von dieser Konstellation größtmögliche Hebelwirkung, da es im Kultur- und Medienbereich bisher kaum Förderprogramme für Frauen gibt, die explizit in Führungspositionen vorstoßen möchten. – Ausnahme bilden Programme für angehende Professorinnen. – Zudem ist diese Lebensphase besonders wichtig für den weiteren Karriereweg. Denn in diesen Jahren müssen strategisch wichtige Positionen ausgefüllt und ggf. in die Familienplanung integriert werden.

 

Der Beratungszeitraum wird sich in der ersten Runde auf ein halbes Jahr erstrecken, in dem sich die Mentorinnen insgesamt mindestens 8 bis 10 Stunden mit den Mentees besprechen. Das erste Gespräch soll ein persönliches Kennenlernen sein, die weiteren Kontakte können per Skype oder Telefon stattfinden. Neben Gesprächen können gegenseitig die Wirkungsbereiche besucht oder Termine mit Dritten und gemeinsame Veranstaltungs-Teilnahmen vereinbart werden. Die beiderseitige Vertraulichkeit ist Grundvoraussetzung.

 

Natürlich steht es jedem Tandem frei, auch nach den sechs Monaten in Kontakt zu bleiben. Im Sinne des angestrebten Alumni-Netzwerkes wäre dies ein wichtiger Erfolg.

 

Selbstverständnis der Mentorinnen und Mentoren

  • versetzt sich in die Lage der Mentee und macht sich ein Bild von ihren Vorhaben
  • gibt Ratschläge und ist emotionaler Beistand in beruflichen Belangen
  • agiert für die Mentee nur nach vorheriger Absprache
  • stellt auf Wunsch vorhandene berufliche Kontakte zur Verfügung
  • findet die richtigen Worte, auch unangenehme Wahrheiten anzusprechen, und gibt gleichzeitig konstruktive Empfehlungen
  • fungiert als wohlwollend kritische Begleitung, natürlich mit dem gebotenen Respekt vor der persönlichen Leistung und dem Wissen der Mentee

 

Mentee als aktive Treiberin in der Mentoring-Beziehung

  • sie formuliert ihre Karriere- und anderen Ziele vorab schriftlich
  • bereitet sich auf die Gespräche vor und fertigt nachher ein Kurzprotokoll an
  • ist gewillt, die eigenen Probleme und Sorgen offen anzusprechen
  • nutzt die Zeit der Mentorin effizient
  • gibt der Mentorin/ dem Mentor Feedback
  • berichtet weitere (Karriere-)Schritte an die Mentorin
  • hält den Kontakt im verabredeten Zeitrahmen
  • gibt der Mentorin/ dem Mentor Feedback
  • hält den Kontakt im verabredeten Zeitrahmen

 

Das Projektbüro des Deutschen Kulturates sucht geeignete Mentorinnen und Mentoren aus. Die erste öffentliche Ausschreibung für die Mentees erschien im Januar 2018 auf der Website des Deutschen Kulturrates sowie weiterer Multiplikatoren – ohne namentliche Nennung der Mentorinnen und Mentoren, dafür mit Auflistung von Sparte/ Berufsbezeichnung/ Ort.

 

Die Mentees sind aufgerufen, neben der Einreichung üblicher Bewerbungsunterlagen, auch ihrerseits Erwartungen an das Programm zu formulieren, um die Passgenauigkeit des Tandems zu optimieren. Die Mentorinnen und Mentoren wählen aus einer kleinen Auswahl schließlich die zu ihr passende Mentee.

 

Jedes Tandem formuliert eine individuelle Zielvereinbarung bezüglich des präferierten Formats der Kontakte, deren Häufigkeit sowie persönlicher Erwartungen und inhaltlicher Ziele. Je nach Bedarf wird das Tandems vom Projektbüro begleitet. Beim ersten Treffen des Tandems ist die Vertreterin des Projektbüros anwesend.

 

Zum Ende der ersten Runde im Herbst 2018 evaluieren Mentorin und Mentee jeweils ihren inhaltlichen Austausch sowie den organisatorischen Rahmen des Programms. Die anonyme Auswertung dient als Grundlage für die Justierung der folgenden Mentoring-Runden.

 

Im November 2018 ist eine Abschlussveranstaltung geplant – ein erstes Alumni-Netzwerktreffen in festlichem Rahmen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, um einen offenen Austausch zu ermöglichen.

 

Der Start der Tandems der zweiten Runde erfolgt spätestens im Februar 2019.

Aufgrund der vielen interessanten Bewerberinnen und der freiwilligen Unterstützung weiterer Mentorinnen werden nach Möglichkeit einzelne Tandems auch fortlaufend arrangiert, so dass insgesamt mehr Frauen bei ihrem Weg in Führungspositionen durch das Projektbüro Unterstützung angeboten werden kann.

 

Das Mentoring-Programm wird unterstützt von Der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

Weiß

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