7. KW: Darf ich bitten? Einladung zum Tanz

  1. Darf ich bitten? Einladung zum Tanz
  2. Schwerpunkt in Politik & Kultur 2/26: Die Welt des Tanzes
  3. Lesung von „Schreib für Hanau! Deine Worte für Zusammenhalt in Vielfalt“ setzt Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung
  4. Von MTV ins Ensemble – Porträt der Tänzerin und Choreografin Natalie Wagner
  5. Stellenausschreibung: Interessant und herausfordernd – Arbeiten beim Deutschen Kulturrat
  6. Einladung zum Online-Lunchtalk
  7. Text der Woche: „Mit dem Museumsbus durch Maharashtra Die SPK und die Welt (3)“ von Marion Ackermann
  8. Zum Schluss: Berlin braucht ein Kulturfördergesetz

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Tanzen ist eine universelle Ausdrucksform. Überall auf der Welt wird getanzt, Tänzerinnen und Tänzer verstehen sich auch ohne Worte, Sprachbarrieren bestehen kaum, im Mittelpunkt stehen die Musik, die Bewegung, der Ausdruck und das Miteinander. Unter den künstlerischen Sparten gehört Tanz zu jenen, die besonders international sind. Ballett- und Tanzcompagnien setzen sich aus Tänzerinnen und Tänzern aus aller Herren Länder zusammen.

 

Solotänzerinnen und -tänzer der großen Ballettcompagnien haben in der Regel bereits im Kindesalter mit dem Unterricht begonnen. Aus dem erst spielerischen Tanzen von vielen kann bei einigen wenigen mit entsprechendem Talent und dann vor allem sehr viel Arbeit und Disziplin eine tänzerische Laufbahn werden. Gerade der frühe Beginn verlangt ähnlich Sportlerinnen und Sportlern Konzentration auf die physische Leistung und ähnlich Musikerinnen und Musikern die ästhetische Auseinandersetzung. Eltern, aber auch Ballettpädagoginnen und -pädagogen haben eine enorme Verantwortung, um zu fördern, aber nicht zu überfordern.

 

Daneben darf die Allgemeinbildung nicht zu kurz kommen, denn ähnlich dem Sport endet für die meisten Tänzerinnen und Tänzer die Karriere dann, wenn andere im Beruf nach einer ersten Orientierungsphase durchstarten. Professionelle Tänzerin oder Tänzer zu sein, ist in der heutigen Arbeitswelt oftmals kein Beruf fürs ganze Leben. Anders als Sportlerinnen und Sportler in olympischen Disziplinen sind Tänzerinnen und Tänzer in der Regel keine Berufssoldaten oder bei der Bundespolizei verbeamtet und sichern darüber ihren Lebensunterhalt. Die Transition, d. h. die Neuorientierung nach der ersten Karriere als Tänzerinnen und Tänzer ist und bleibt eine Herausforderung. Auch wenn vielerorts schon frühzeitig darauf aufmerksam gemacht wird, können sich verständlicherweise während der künstlerischen Laufbahn die wenigsten darüber Gedanken machen, was nach dem Tanzen folgt. Zu sehr fordert der Beruf den Menschen mit all seinen Sinnen und seinem ganzen Körper.

 

So bedeutsam Transition ist, so wichtig ist es ebenso, die Altersdiskriminierung im Tanz zu reflektieren und ihr entgegenzuwirken. Menschen jenseits der magischen Grenze von 40 Jahren können mit ihrer Lebens- und Tanzerfahrung anders tanzen als es bei Jungen der Fall ist. Dem professionellen Tanz »älterer« Menschen mit Wertschätzung zu begegnen, Stücke für sie zu entwickeln, Ensembles zu fördern und Auftrittsorte zu bieten, ist und bleibt, trotz einiger vielversprechender Projekte wie z. B. DANCE ON, kulturpolitische und künstlerische Aufgabe.

 

Tanzen schafft aber auch über den professionellen Tanz hinaus Gemeinschaft und macht sehr viel Spaß. Sei es im Paartanz, im Gesellschaftstanz, im Volkstanz, im Hiphop und so weiter. Es ist unglaublich faszinierend zu verfolgen, wie durch Bewegung zusammen mit Musik Atmosphäre und Gemeinschaft entstehen kann. Es gibt viele Tanztraditionen, die es zu entdecken und zu bewahren gilt. Die Vielfalt in Deutschland erweist sich auch im Tanz, das trifft auf gewachsene, regional unterschiedliche Tanztraditionen ebenso wie auf neue Tanzstile und Tanzformen, die Einwanderinnen und Einwanderer nach Deutschland bringen, zu.

 

In diesem Sinne empfehle ich Ihnen einen Blick in den Schwerpunkt der Februar-Ausgabe von Politik & Kultur. Hier geht es um „Die Welt des Tanzes“ (Seite 17-31). Die Ausgabe beleuchtet die Vielfalt des Tanzes in all seinen Facetten.

 

Darf ich bitten!

 

Ihr
Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

 


 

2. Schwerpunkt in Politik & Kultur 2/26: Die Welt des Tanzes 

 

Themen sind z. B. die Situation des Tanzes in Stadt-, Staats- und Landestheatern oder die Perspektive der Tanz-Gewerkschaften. Ein Artikel gibt Auskunft über künstlerische Tanz-Entwicklungen, ein anderer beschäftigt sich mit der Transition, also dem Übergang vom aktiven Tänzer-Dasein in andere Berufe. Es geht um Ausbildung, um unterschiedliche Tanzkulturen, um Tanz und Inklusion und Tanz als Therapie.

 

Autorinnen und Autoren werfen einen Blick auf Tanzpädagogik und Projekte in diesem Bereich, auf Urban Dance und auf die Tanzschulen. Schließlich beschäftigen sich Artikel mit der Tanzforschung, der Bewahrung und der Digitalität im Tanz. In Interviews geben Akteure des Folktanzes und der Ballroom-Szene Auskunft.

 

Im Schwerpunkt „Die Welt des Tanzes“ kommen folgende Autorinnen und Autoren bzw. Interviewpartnerinnen und -partner zu Wort:

 

  •  Michael Freundt, Geschäftsführer des Dachverbands Tanz Deutschland
  • Dorion Weickmann, Tanzkritikerin für die »Süddeutsche Zeitung« und Leiterin der Zeitschrift »tanz«
  • Tarek Assam, Tanzdirektor und Chefchoreograf am Harztheater und Sprecher der Bundesdeutschen Ballett- und Theaterdirektor*innen-Konferenz
  • Paul Hess, stellvertretender Vorsitzender der Berufsgruppe Tanz bei der GDBA
  • Jörg Löwer, Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Beauftragter für den Bereich Tanz bei der VdO
  • Kristopher Zech, Gründer und Leiter des Tanzhaus Wuppertal
  • Ludwig Greven, Publizist
  • Sabrina Sadowska, Stifterin und Vorstandvorsitzende der Stiftung TANZ– Transition Zentrum Deutschland
  • Katharina Christl, Rektorin und Professorin für Choreografie an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden
  • Rajyashree Ramesh, Tänzerin, Choreografin und Lehrmeisterin für Bharatanatyam-Tanztheater
  • Gerda König, Gründerin der DIN A 13 tanzcompany
  • Bernd Schmidt, Intendant und Geschäftsführer des Friedrichstadt-Palastes
  • Alexandra Georgieva, Ballettdirektorin des Friedrichstadt-Palastes
  • Kadir »Amigo« Memiş, Tänzer, Choreograf, Urban Calligraphy- und Performance-Künstler
  • Monica Gillette, Co-Intendantin der Tanztriennale Hamburg
  • Jürgen Ball, Präsident des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbandes e. V.
  • Be van Vark, Künstlerische Leiterin des Vereins Tänzer* ohne Grenzen
  • Sonia Franken, Tanzwissenschaftlerin, Tanzvermittlerin und Choreografin und Co-Projektleitung von Tandem Tanz und Schule NRW
  • Anna-Lu Masch, Tanzvermittlerin, Choreografin und Co-Projektleitung von Tandem Tanz und Schule NRW
  • Martina Kessel, Projektleiterin von ChanceTanz und Gründungsmitglied von Aktion Tanz – Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft e.V.
  • Gabriele Brandstetter, emeritierte Professorin für Theater- und Tanzwissenschaft an der FU Berlin;
  • Philipp Contag-Lada, Medienkünstler für Ballett und Oper
  • Thomas Thorausch, kommissarischer Leiter des Deutschen Tanzarchivs Köln und Sprecher des Verbunds deutscher Tanzarchive (VDT)
  • Katja Erfurth, Tänzerin und Choreografin in Dresden
  • Peggy Luck, Vorsitzende des Verbandes PROFOLK
  • Barbara Haack, Chefin vom Dienst von Politik & Kultur
  • Litchi Saint Laurent, Künstlerin, Tänzerin und Kuratorin in der Ballroom-Szene
  • Georgina Leo Saint Laurent, Tänzerin, Choreografin, Kuratorin und »European Mother« des House of St. Laurent
  • Sophia Blochowitz, Redaktionsassistentin bei Politik & Kultur
  • Olaf Zimmermann, Herausgeber von Politik & Kultur und Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

 

  • Ein Exemplar in Papierform können Sie hier im Online-Shop versandkostenfrei bestellen.
  • Die Februarausgabe von Politik & Kultur mit dem Schwerpunkt „Die Welt des Tanzes“ steht hier auch als E-Paper (PDF-Datei) zum Herunterladen bereit.

 


 

3. Lesung von „Schreib für Hanau! Deine Worte für Zusammenhalt in Vielfalt“ setzt Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung

 

Dienstagabend fand im voll besetzten Wilhelm-von-Humboldt-Saal der Staatsbibliothek Unter den Linden in Berlin die Lesung der von einer Jury ausgewählten Texte des Schulwettbewerbs zum Kreativen Schreiben „Schreib für Hanau! Deine Worte für Zusammenhalt in Vielfalt“ statt.

 

Die von der Initiative kulturelle Integration und ihren Mitgliedsverbänden, dem dbb beamtenbund und tarifunion sowie dem Deutschen Gewerkschaftsbund, organisierte Veranstaltung war dem Gedenken an die neun Todesopfer des rassistisch motivierten Anschlags in Hanau am 19. Februar 2020 gewidmet: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov. Sechs weitere Menschen wurden bei dem Attentat verletzt, Ibrahim Akkuş verstarb Anfang dieses Jahres an seinen Verletzungen.

 

Die Preisträgerinnen und Preisträger mit der Jury und Moderator Henrik Szántó.

 

  • Hier geht es zu den Eindrücken des Abends

 


 

4. Von MTV ins Ensemble – Porträt der Tänzerin und Choreografin Natalie Wagner

 

Als 1981 der Musiksender MTV an den Start ging, war das der Beginn eines neuen Zeitalters, auch im Bereich des Tanzes. Träumten früher die jungen Mädchen davon, im Tutu zur Ballettschule zu gehen, so kam das zeitgenössische Tanz-Curriculum jetzt modisch aufgepeppt mittels TV-Gerät ins Wohnzimmer geschwappt. So auch bei Familie Wagner in Zürich: Tochter Natalie tanzte jeden Tag in der guten Stube Videoclips nach, bis ihr Vater entschied, das bewegungssüchtige Kind müsse bei der Schweizerischen Ballettberufsschule angemeldet werden: »Da kannst du jeden Tag tanzen!«, hat Natalie Wagner ihren Vater noch im Ohr. Mit sieben Jahren begann die professionelle Ausbildung der jungen Tänzerin, für die sie ihren Eltern bis heute dankbar ist.

 

»Damals ist mir das Ballett ans Herz gewachsen. Dann kam der Charaktertanz: Ich habe Flamenco kennengelernt, und irgendwann hat sich mein Herz für ganz viele Tanzstile geöffnet. Ich entdeckte Hip-Hop, dann Salsa.Gesteppt habe ich auch noch.« Verglichen mit der Zahl ihrer Tanzweiterbildungen ist ihre zweijährige Berufsausbildung an der KV Business School Zürich heute nur noch eine Randnotiz: Zunächst absolvierte die junge Tänzerin Workshops in der Schweiz mit Tänzern aus Amerika. Als sie 18 wurde, ging sie in die USA, wo es üblich ist, dass Tänzer alle Genres lernen und sich nicht nur auf eine Stilistik konzentrieren. »Diese Zeit hat mich sehr geprägt, ich wollte einfach alles lernen. Ich habe mich in meiner Freizeit zu Tode gearbeitet, damit ich Geld sparen konnte, um mir alle Workshops zu finanzieren.« Es war ein ewiges Hin und Her zwischen den Kontinenten und den Kulturen: Sechs Monate in den Staaten, dann ging es wieder in die Schweiz zum Geldverdienen, dann zwei Jahre Los Angeles und New York.

 

Andreas Kolb ist Redakteur von Politik & Kultur

 

Hier lesen Sie den ganzen Beitrag.

 


 

5. Stellenausschreibung: Interessant und herausfordernd – Arbeiten beim Deutschen Kulturrat

 

Wir suchen Verstärkung in unserer Geschäftsstelle in Berlin!

 

Referentin bzw. Referent Kommunikation (w/m/d) beim Deutschen Kulturrat

 

Wir suchen zum 1. April 2026 eine Referentin bzw. einen Referenten Kommunikation (w/m/d). In dieser unbefristeten Vollzeitstelle arbeiten Sie an der öffentlichen Darstellung des Spitzenverbandes der Bundeskulturverbände, betreuen Presse- und Online-Kommunikation und wirken redaktionell an Politik & Kultur sowie an Dossiers und Publikationen mit.

 

  • Bewerbungen bis 27. Februar 2026 per Mail an: Gabriele Schulz, stellvertretende Geschäftsführerin des Deutschen Kulturrates, *protected email*
  • Hier geht es zur Ausschreibung

 


 

6. Herzliche Einladung zum Online-Lunchtalk 

 

Ausgehend von der Studie „Es geht voran. Sachstand Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien“ (Oktober 2025) sprechen Woman in Arts and Media e.V. mit Gabriele Schulz, stellv. Geschäftsführerin des Deutschen Kulturrats, darüber, wie anschlussfähig die Ergebnisse sind – und was sie für die Zukunft bedeuten.

 

Öffnen sich tatsächlich neue Chancen für Frauen in Kultur und Medien? Wie entwickelt sich Geschlechtergerechtigkeit angesichts der aktuellen (kultur-)politischen Veränderungen? Gemeinsam wollen wir den Sachstand einordnen, diskutieren und nach vorne schauen: Welche Handlungsempfehlungen ergeben sich daraus? Welche nächsten Schritte braucht es und wie kann nachhaltige Wirkung entstehen?

 

  • Datum: 18. Februar 2026
  • Uhrzeit: 12:00 Uhr
  • OnlineZoom-Link mit Kennwort „WAM“

 

Ohne Anmeldung!

 


 

7. Text der Woche: „Mit dem Museumsbus durch Maharashtra
Die SPK und die Welt (3)“ von Marion Ackermann

 

In Indien eröffnete vor einigen Wochen eine archäologische Ausstellung, wie sie die Welt wirklich noch nicht gesehen hat! Wir kennen naturgemäß die (westliche) Erzählung, wonach die Mittelmeerregion der Antike den Resonanzraum gab. Das Museum »Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya«, kurz CSMVS, in Mumbai zeigt Indien (und Ostasien) als Knotenpunkt des globalen historischen Austausches und macht deutlich, wie der Subkontinent zur Antike beigetragen hat – und von ihr geprägt wurde. Dieser weite Blick, diese faszinierende Gegenüberstellung der Kulturen, ist als Ausstellungskonzept bislang weltweit einmalig. Der metaphorische Perspektivenwechsel wird hier zur Museumsrealität.

 

Anhand von 300 ausgewählten Objekten zeigt das Haus in Mumbai eine antike Welt zwischen Nalanda in Indien und Alexandria im griechisch-römischen Ägypten. Ausgehend von der Indus-Kultur, die sich vor etwa 5000 Jahren entwickelte, schlägt die Ausstellung einen Bogen bis zum Gupta-Reich im sechsten Jahrhundert. Das sind die inhaltlichen Pfeiler für eine Erzählung, die die indische Geschichte in einen breiteren globalen Kontext rückt.

 

Marion Ackermann ist Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

 

  • Hier lesen Sie den ganzen Beitrag.

 


 

8. Zum Schluss: Berlin braucht ein Kulturfördergesetz

 

Gerade in diesen Zeiten sind verlässliche und transparente Kulturförderstrukturen wichtig. Die Berliner Kulturszene hat nun dankenswerterweise einen konkreten Vorschlag vorgelegt. Der Ball liegt nun bei der Kulturverwaltung, namentlich der Kultursenatorin und dem Regierenden Bürgermeister und bei den Mitgliedern des Berliner Abgeordnetenhauses. Ich hoffe sehr, dass die Diskussion jetzt Fahrt gewinnt und ein Kulturfördergesetz Berlin schnell auf den Weg gebracht wird.

 

 

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