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Filmförderungsanstalt

Die Filmförderungsanstalt (FFA) ist eine Bundesanstalt des öffentlichen Rechts. Rechtsgrundlage ist das „Gesetz über Maßnahmen zur Förderung des deutschen Films“, Filmförderungsgesetz (FFG). Es trat 1968 erstmals in Kraft und wurde zuletzt im Juli 2010 novelliert. Die FFA finanziert sich aus der Filmabgabe, die von Filmtheaterbetreibern, Videoprogrammanbietern, Fernsehveranstaltern sowie Programmvermarktern zu entrichten ist. Ihr Jahresetat beträgt rund 76 Mio. Euro. Die FFA hat folgende Aufgaben: Durchführung von Maßnahmen zur Förderung des deutschen Films und zur Verbesserung der Struktur der deutschen Filmwirtschaft, Unterstützung der gesamtwirtschaftlichen Belange der Filmwirtschaft in Deutschland, Verbesserung der Grundlagen für die Verbreitung und marktgerechte Auswertung des deutschen Films im Inland, Verbesserung der wirtschaftlichen und kulturellen Ausstrahlung des deutschen Films im Ausland und Hinwirken auf eine Abstimmung und Koordinierung der Filmförderung des Bundes und der Länder.

www.ffa.de

 

Fishbowl

Fishbowl ist eine Methode der Diskussionsführung bei Veranstaltungen. Eine kleine Gruppe diskutiert ein Thema. Bei dieser Diskussion bleibt ein Stuhl frei. Ein Veranstaltungsteilnehmer, der bislang an der Diskussion nicht teilnahm, kann sich auf diesen Stuhl setzen und sich dann solange an der Diskussion beteiligen bis er alles gesagt hat oder ein anderer Teilnehmer die Teilnahme an der Diskussion beansprucht. Bei einer anderen Variante des Fishbowl müssen auch die Teilnehmer der Kerndiskussionsgruppe nach einer Zeit ihren Platz für weitere Diskussionsteilnehmer freimachen.

 

Föderalismus

Unter Föderalismus wird eine Staatsform verstanden, in der die Glieder eine Eigenstaatlichkeit besitzen und sich zugleich zu einem Gesamtstaat zusammengeschlossen haben. Neben der Bundesrepublik Deutschland sind beispielsweise die Schweiz oder Österreich föderal aufgebaute Staaten. In Deutschland ist der Bund laut Grundgesetz zunächst nur für jene Bereiche zuständig, die nicht ausdrücklich den Ländern zugewiesen sind. Das heißt im Umkehrschluss, dass der Bund in jenen Bereichen, in denen die Kompetenz bei den Ländern liegt, wie beispielsweise der Schul- oder auch der Rundfunkpolitik, keine Gesetzgebungskompetenz und davon abgeleitet auch keine Förderkompetenz hat. Die Länder, die jeweils eigene Verfassungen haben, wirken über den Bundesrat an der Gesetzgebung des Bundes mit.

 

Föderalismuskommission

Föderalismuskommissionen haben in Deutschland die Aufgabe, sich mit dem Verhältnis von Bund und Ländern zu befassen. Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 gab es drei Föderalismuskommissionen: Die Unabhängige Föderalismuskommission (1991–1992), die Kommission von Bundestag und Bundesrat zur Modernisierung der bundesstaatlichen Ordnung (2003–2004) und die Kommission von Bundestag und Bundesrat zur Modernisierung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen (2007–2009).

 

Freiwillige Leistung

Freiwillige Leistungen der Kommunen werden in der Regel in Abgrenzung zu den Pflichtaufgaben definiert. Bei den Pflichtaufgaben handelt es sich um Aufgaben, zu denen die Kommune qua Gesetz verpflichtet ist. Demgegenüber liegt bei den freiwilligen Leistungen, auch freiwillige/pflichtige Selbstaufgaben, keine gesetzliche Grundlage vor. Sie gehören damit in den ureigensten Kern der kommunalen Selbstverwaltung. Kommunen, die der Haushaltssicherung unterliegen, werden allerdings oftmals von der Kommunalaufsicht angehalten, sich auf ihre Pflichtaufgaben zu konzentrieren. Ausgaben bei den freiwilligen/pflichtigen Selbstaufgaben werden von der Kommunalaufsicht teilweise nicht genehmigt.

 

Freiwillige Selbstkontrolle

Die freiwillige Selbstkontrolle ist ein wichtiger Bestandteil des Jugendmedienschutzes. Von Verbänden der jeweiligen Wirtschaftsbranchen gegründete und getragene Einrichtungen übernehmen die Überprüfung von Medienangeboten hinsichtlich des Jugendmedienschutzes und erteilen teilweise eine Altersfreigabe. Die Mitgliedsunternehmen der betreffenden Wirtschaftsverbände verpflichten sich die in den jeweiligen Statuten festgelegten Grundsätze des Jugendschutzes zu beachten. Geregelt ist die freiwillige Selbstkontrolle im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Freiwillige Selbstkontrollen gibt es im Kultur- und Mediensektor in der Filmwirtschaft (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, FSK), dem privaten Fernsehen (Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen, FSF), von Telemedienangeboten (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter, FSM) und der Computerspielewirtschaft (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, USK). Der Deutsche Presserat übernimmt mit Blick auf Printmedien sowie journalistische Online-Angebote eine freiwillige journalistische Selbstkontrolle.

 

Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft

Die FSK ist eine Einrichtung der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), in der sich 16 film- und videowirtschaftliche Verbände zusammengeschlossen haben. Die FSK arbeitet unabhängig und nimmt die freiwillige Altersfreigabeprüfung von Filmen vor. Die in der SPIO zusammengeschlossenen Verbände haben ihre Mitglieder, also die Unternehmen verpflichtet, nur solche Filme im Kino oder als DVD, Blu-ray oder VHS anzubieten, die eine Altersfreigabekennzeichnung haben. Grundlage der FSK-Prüfung sind das Jugendschutzgesetz sowie die FSK-Grundsätze. Die FSK-Alterskennzeichnung kennt folgende Altersklassen: 0, 6, 12, 16 und 18 Jahre. Die Alterskennzeichnung ist auf Trägermedien deutlich erkennbar. Die Prüfung von Filmen ist nicht vorgeschrieben, sondern erfolgt auf Antrag. In der Praxis durchlaufen alle in Deutschland im Kino vorgeführten oder im Handel erhältlichen Filme die FSK-Prüfung.

www.fsk.de

 

Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen

Private Fernsehanbieter in Deutschland haben sich in der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) zusammengeschlossen. Die FSF wurde 1993 gegründet und nahm Anfang 1994 ihre Prüftätigkeit auf, seit 2003 ist Grundlage der Prüftätigkeit der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Die Prüfer legen anhand der Altersfreigaben nach dem Jugendschutzgesetz (0, 6, 12, 16 und 18 Jahre) fest, zu welchen Sendezeiten Sendungen ausgestrahlt werden können. Sendungen ohne Altersbeschränkung und solche ab 6 Jahren können im Tagesprogramm ab 6.00 Uhr gesendet werden, Sendungen mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren können im Hauptprogramm zwischen 20.00 und 6.00 Uhr sowie im Tagesprogramm ab 6.00 Uhr gesendet werden, wenn das Wohl jüngerer Kinder der Platzierung nicht entgegensteht. Sendungen mit einer Altersfreigabe ab 16 Jahren können zwischen 22.00 und 6.00 Uhr gesendet. Sendungen, die keine Jugendfreigabe haben, können im Nachtprogramm zwischen 23.00 und 6.00 Uhr ausgestrahlt werden. Seit dem Jahr 2012 ist die FSF auch im Bereich der fernsehähnlichen Telemedien tätig. Weiter widmet sich die FSF medienpädagogischen
Aufgaben.

www.fsf.de

 

Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter

Im Verein Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) haben sich Telemedienanbieter zusammengeschlossen. Die FSM setzt sich für eine Stärkung des Jugendmedienschutzes ein und tritt dafür ein, illegale, jugendgefährdende und entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte in Onlinemedien einzudämmen. Die FSM hat mit ihren Mitgliedern Selbstverpflichtungen für die Onlinewelt formuliert. Grundlage ist die im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag formulierte regulierte Selbstkontrolle. Die FSM unterhält eine Beschwerdestelle bei der sich jeder Internetnutzer über illegale Internetinhalte beschweren kann. Die Beschwerden werden auf einen möglichen Verstoß gegen die Verhaltensgrundsätze der FSM geprüft. Insbesondere werden Beschwerden bearbeitet, die sich gegen folgende Inhalte richten: Kinderpornographie; frei zugängliche Pornographie; Darstellungen von Kindern und Jugendlichen in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung; verherrlichende, verharmlosende oder menschenunwürdige Gewaltdarstellungen; volksverhetzende und kriegsverherrlichende Darstellungen, verfassungsfeindliche Propagandamittel und Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen; indizierte Inhalte sowie sonstige jugendgefährdende Inhalte, die frei zugänglich sind, und Inhalte, die nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag unzulässig sind.

www.fsm.de

 

Mehr als 200 Schlüsselwörter der Kulturpolitik hat Olaf Zimmermann in seinem Buch Kulturpolitik auf den Punkt gebracht – Kommentare und Begriffe zusammengetragen. Dieses „kulturpolitische Alphabet“ bildet eine informative Kurzübersicht zur Kulturpolitik und kann hier kostenfrei durchsucht werden.

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