Rote Liste Kultur

In der Roten Liste bedrohter Kultureinrichtungen, einer Analogie zu den bekannten „Roten Listen“ bedrohter Tier- und Pflanzenfamilien, werden gefährdete Kulturinstitutionen, -vereine und -programme in Politik & Kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates, vorgestellt. Ziel ist es, auf den Wert einzelner Theater, Museen oder Orchester hinzuweisen. Oft wird die Bedeutung einer kulturellen Einrichtung den Nutzern erst durch deren Bedrohung deutlich. Diesen Bewusstseinsprozess gilt es anzuregen. Dazu wird die Arbeit einzelner Einrichtungen vorgestellt und in Gefährdungskategorien von 4 bis 0 eingeteilt. Über mögliche Veränderungen der aktuellen Roten Listen werden wir Sie hier fortlaufend informieren. Jeweils nach einem Jahr wird die jeweilige Rote Liste nicht mehr aktualisiert.

Kategorie 4: Gefährdung aufgehoben/ungefährdet

Kategorie 3: Vorwarnliste

Kategorie 2: gefährdet

Kategorie 1: von Schließung bedroht

Kategorie 0: geschlossen

Die Listen

Bühne der Kulturen, Köln, Nordrhein-Westfalen

© Bühne der Kulturen
© Bühne der Kulturen

Die als Arkadas Theater bekannt gewordene und von Necati Sahin 1983 als freies türkisches Theater gegründete Kulturstätte, zeigt seit Ende 2015 unter dem neuen Namen „bühne der KULTUREN“ und der Leitung von Feramuz Sancar Darbietungen und Theaterstücke jedweder Couleur. Im Kölner Stadtteil Ehrenfeld ist die bühne der KULTUREN das letzte Theater, das freien Gruppen und Solokünstlern eine Auftrittsmöglichkeit bietet. Seit über einem Jahr verlaufen jegliche Verhandlungen zwischen dem neuen Mieter und dem Vermieter KEKS e. V. allerdings erfolglos: Der Vermieter klagt über vorgeblich unregelmäßige Mietzahlungen, der Mieter über die fehlende Gesprächsbereitschaft. Zum 7. Juni wurde schließlich eine Zwangsräumung durch den Vermieter angekündigt, die kulturpolitischen Sprecher der Kölner Ratsfraktionen konnten diese vorerst verschieben. „Die Bühne der Kulturen hat sich gut entwickelt und ihr Erhalt ist wichtig für die freie Theaterszene“, betonte Kulturamtsleiterin Barbara Foerster. Die Hoffnung bleibt also.

 

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Zeicheninstitut der Universität Tübingen, Baden-Württemberg

© Frido Hohberger
© Frido Hohberger

Die bundesweit einzigartige Einrichtung der Universität Tübingen steht seit Anfang des 19. Jahrhunderts für Studierende aller Fakultäten als Studium generale zur Verfügung. Das Zeicheninstitut mit seinen kostenlosen Angeboten hat sich zu einem Raum des offenen Kunstschaffens entwickelt. Besonders die Fotografie-Kurse, das Aktzeichnen und das Malen mit Ölfarben seien begehrt. Frido Hohberger ist seit 22 Jahren Herr über die Kurse, doch Ende September geht er in den Ruhestand – und für die Nachfolge ist keine Ausschreibung erfolgt. Das Institut ist längst ein Unikum. Der Leiter des Zeicheninstituts betont, dass in Zeiten der steigenden Effizienzforderung Studierende leistungsfreie Bereiche bräuchten und somit der Erhalt des Zeicheninstituts die Aufgabe der Universität sein sollte – gerade nach 200-jährigem Bestehen.

 

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Musical Theater Bremen

  • Gründung: 1999
  • Tätigkeitsfeld: Theater
  • Finanzierung: Musical Theater Bremen Betriebs GmbH (Tochterfirma der Mehr! Entertainment GmbH)
  • Homepage: www.musicaltheater-bremen.de
© Musical Theater Bremen
© Musical Theater Bremen

Zum Ende des Jahres schließt wahrscheinlich das Bremer Musical Theater am Richtweg seine Pforten. Nachdem Ende März 2011 die Stadt Bremen als Betreiber der Kulturstätte ausstieg, übernahm »Mehr! Entertainment« aus Düsseldorf die Regie und etablierte den Standort für Musical-Highlights, Comedy-Abende und Tanzshows. Mit dem Verkauf des Grundstücks an Rolf Specht wurden Gespräche zu einer Verlängerung des Mietvertrages erforderlich. Für die Kulturszene und die Bürger der Stadt Bremen ist das Aus der Spielstätte ein großer Verlust: 70 Prozent aller Veranstaltungen des Musical Thea­ters sind in Bremen nicht auf andere Räumlichkeiten übertragbar und fallen somit gänzlich weg. Die Hauptoption für eine zukünftige Nutzung des Areals sei der Abriss der Kulturstätte für die Wohnbebauung, so Specht, eine weitere der Umbau zum Kino – ob und wieviel Kultur am Richtweg im nächsten Jahr übrig bleibt, steht offen.

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Das Theater der Keller, Köln, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1956
  • Tätigkeitsfeld: Theater
  • Finanzierung: Spenden, Einnahmen, Eigenkapital, Förderung Stadt und Land
  • Homepage: www.theater-der-keller.de
© Meyer Originals
© Meyer Originals

Nach 44 Jahren wird der Mietvertrag des ältesten Kölner Privattheaters nicht weiter verlängert. Theaterchef Simon Keller plant die letzte Spielzeit in der Kleingedankstraße. Auf den zwei Bühnen werden für je 99 Zuschauer zeitgenössische Stücke mit aktuellem Politik- und Gesellschaftsbezug gespielt, im Anschluss finden Diskussionen mit dem Publikum statt. Doch ab August 2018 möchte der Besitzer des Hauses Mietwohnungen darin einbauen – der Umstand versetzt die Kölner Kultur in Atemnot, doch Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Stadtplanungsdezernent Franz-Josef Höing sagten ihre Hilfe zu. Neue Spielräume in der Innenstadt seien in Verhandlung: Der Charme des Schuhschachteltheaters, eng und stickig, entspreche nicht der Ästhetik des freien Theaters. Intendant Keller erhofft sich aus einer neuen Spielstätte Verbesserungen für das Theater, doch ohne die finanzielle Unterstützung einer Stiftung sei der Umzug schwer zu bewältigen.

 

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Filmdienst, Magazin für Kino und Filmkultur, Bonn, NRW

  • Gründung: 1947
  • Tätigkeitsfeld: Fachzeitschrift
  • Finanzierung: Katholische Kirche
  • Homepage: www.filmdienst.de
©Katholisches Medienhaus
©Katholisches Medienhaus

Als älteste deutsche Zeitschrift für Filmkritik besteht Filmdienst schon fast 70 Jahre. Die Zeitschrift erscheint 14-tägig und rezensiert seit 1947 alle Filme, die im deutschen Kino zu sehen sind. Der Filmdienst führt nebst Filmkritiken auch umfassende thematische Auseinandersetzungen mit dem aktuellen Kino, Regie- und Starporträts werden genauso veröffentlicht wie Berichte zu Festivals. Nun schwebt die Publikation in Gefahr: Ende letzten Jahres teilte die Deutsche Bischofskonferenz mit, dass die Zeitschrift im Laufe des Jahres 2017 eingestellt und durch ein digitales Angebot ersetzt werden soll. Begründet wurde dies mit der stark gesunkenen Auflage. Während Filmdienst sich anfangs an den katholischen Glaubensprinzipien orientierte, wurde ab den 1960er Jahren weitestgehend unabhängiger publiziert. Nichtsdestotrotz gilt der Filmdienst als wichtigste Filmzeitschrift an der Schnittstelle von Religion und (film-)kulturellem Diskurs in Deutschland, weshalb die Fortsetzung des Engagements für die Filmkultur erhofft wird.

 

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Kunsthistorisches Institut, Universität Osnabrück, Niedersachsen

©Klaus Niehr
©Klaus Niehr

Schon ab dem WS 18/19 sollen keine Studenten mehr für das Fach Kunstgeschichte an der Universität Osnabrück aufgenommen werden. Das Institut für Kunstgeschichte soll nach 42 Jahren aufgegeben werden –  für mehr Geld zugunsten der Natur- und Rechtswissenschaften der Universität. Auch dass das Fach keine Studenten für das Lehramt ausbilde, sei ein Grund. Klaus Niehr, seit 2004 Professor in Osnabrück, sieht mit der Schließung des Instituts ein Alleinstellungsmerkmal der Universität verloren gehen: Zum einen ist das Institut das landesweit einzige, das sich schwerpunktmäßig den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kunstwerken und Bauten Niedersachsens widmet. Zum anderen ist es sehr eng mit dem Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN) in Osnabrück verzahnt. Die Schließung würde die Forschungslandschaft am IKFN beschädigen und einen schweren Verlust von Fachkompetenz im Land bedeuten. Ende 2023 und Anfang 2024 sollen die freien Professorenstellen nicht neu besetzt werden.

 

 

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Seume-Haus (Museum Göschenhaus), Grimma, Sachsen

©Museum Göschenhaus
©Museum Göschenhaus

Seit 2003 dient die einstige Druckerei des Verlagsbuchhändlers Georg Joachim Göschen (1752-1828) als das Seume-Haus. Das prächtige Gebäude am Markt 11 in Grimma, das 1540 erbaut wurde, ist das einzige erhaltene Haus, in dem Johann Gottfried Seume (1763-1810) gelebt und gearbeitet hat. 1999, zum 200. Jahrestag von Seumes Syrakus-Reise, wurde der Internationale-Johann-Gottfried-Seume-Verein „Arethusa“ gegründet. Der Verein zeigt im Erdgeschoss des Hauses das Erbe des Dichters, Korrektors und Lektors, den es in die Muldestadt verschlagen hatte. Doch seit Anfang des Jahres ist das historisch-kulturelle Angebot geschlossen. Die Stadt hat im Rahmen der Haushaltskonsolidierung die Förderung des Vereinssektors gekürzt und so wurde dem Seume-Haus der Mietzuschuss in Höhe von 6.768 Euro gestrichen. Arethusa fehlt damit die finanzielle und logistische Kraft, es weiterhin zu betreiben. Nichtsdestotrotz können Originalstücke aus Seumes Besitz sowie Landkarten zu seinen Reisen im Göschenhaus in Grimma-Hohnstädt besichtigt werden.

 

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Theatermuseum Düsseldorf, NRW

©Theatermuseum
©Theatermuseum

Das seit 1988 in dem Hofgärtnerhaus ansässige Theatermuseum Düsseldorf wurde 1938 als privates Theaterarchiv „Schauspielhaus Düsseldorf (Dumont-Lindemann)“ gegründet. 1947 vermachte Gustav Lindemann die umfangreiche Sammlung der Stadt und begründete damit das erste Düsseldorfer Kulturinstitut nach dem Krieg. Seither werden neben Dokumenten des Höfischen Theaters und der Kurfürstlichen Oper des 16. und 17. Jahrhunderts auch das Bergische Deutsche Theater des 19. Jahrhunderts und theaterbezogene Themenstellungen des 20. und 21. Jahrhunderts ausgestellt. Im Museum befinden sich zudem zwei Auftrittsmöglichkeiten. Die für 2020 geplante Umsiedlung des Museums in die alte Hauptpost am Hauptbahnhof begründet Kulturdezernent Hans-Georg Lohe mit der Einsparung einiger hunderttausend Euro. Dort ist die Wahrnehmbarkeit des Museums als traditionsreiche Institution mit eigenem Profil kaum noch gegeben. Wechselausstellungen sind in Abstimmung mit anderen Museen der Stadt nur noch extern möglich. Organisatorisch soll die Sammlung dem Düsseldorfer Stadtarchiv angegliedert werden. Das sanierungsbedürftige spätbarocke Hofgärtnerhaus von 1802 soll anschließend verkauft werden.

 

 

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Thomas-Mann-Villa, Los Angeles, USA

  • Gründung: 1941
  • Architekt: Julius Ralph Davidson
©Picture Alliance
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Die Pacific Palisades in Los Angeles ist, zwischen Malibu und den Santa Monica Mountains, eine gefragte Adresse. Der Thomas-Mann-Villa droht dort mit einem vergleichsweise günstigen Verkaufspreis von ca. 15 Millionen Dollar der Abriss. Thomas Mann und seine Familie bewohnten die Villa von 1942 bis 1952. Nach der Rückkehr der Familie Mann aus dem Exil in die Schweiz erwarben der kalifornische Anwalt Chet Lappen und seine Frau das Anwesen mit 500 Quadratmeter Wohn- und 4.000 Quadratmeter Gartenfläche. Seit dem Tod des Anwalts 2010 stand die Villa als Mietobjekt auf dem Immobilienmarkt, zum ersten Mal seit 65 Jahren nun auch als Kaufobjekt. Für die Mann-Villa gibt es in L. A. keinen Denkmalschutz und so lockt das Maklerbüro die Interessenten mit der Möglichkeit, in der exklusiven Gegend ein Traumhaus kreieren zu können. Dem von Herta Müller angeführten Protest gegen den Verkauf und Abriss folgt Außenminister Steinmeier mit der Ankündigung, sich für die Villa zu engagieren.  Ein Kauf durch die Bundesregierung ist geplant.

 

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Schloss Freienwalde, Bad Freienwalde, Brandenburg

  • Gründung: 1798 erbaut / 1991 (als Gedenkstätte)
  • Tätigkeitsfeld: Ausstellung
  • Finanzierung: Landkreis Märkisch-Oderland
  • Homepage: www.schloss-freienwalde.de
©Reinhard Schmook
©Reinhard Schmook

Das Schloss Freienwalde gilt als architektonisch bedeutendes Kleinod preußischer Landbaukunst, das im 18. Jahrhundert für Königin Friederike Luise erbaut worden war. Seit der Wende 1991 fungiert es als Rathenau-Gedenkstätte und führt eine ständige Ausstellung über die Geschichte des Schlosses. Der Industrielle, Schriftsteller und Reichsaußenminister Walther Rathenau erwarb das Schlossgrundstück 1909 und restaurierte es im Geist der Erbauungszeit. Zehn Jahre verbrachte er dort seine Sommermonate. Das nach seinem Tod herrenlos gewordene Schloss wurde von seinen Erben dem damaligen Landkreis Oberbarnim geschenkt. Der Landkreis übernahm die Verpflichtung, die Erinnerung an Rathenau zu pflegen. 1997 lagerte der Landkreis Märkisch-Oderland seine Museums-Institutionen an die Kultur GmbH aus. Im Juni wurde nun beschlossen, dass die Kultur GmbH zum Ende dieses Jahres geschlossen wird. Damit würde auch der museale Betrieb des Schloss Freienwalde schließen, sofern die Stadt nicht die Trägerschaft übernimmt.

 

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Gerstäcker-Museum, Braunschweig, Niedersachsen

  • Gründung: 1982
  • Tätigkeitsfeld: Ausstellung
  • Finanzierung: Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft e.V., Spenden
  • Homepage: www.gerstaecker-museum.de
©Thomas Ostwald
©Thomas Ostwald

An den Reiseschriftsteller Friedrich Gerstäcker wird seit 34 Jahren in dem gleichnamigen Museum erinnert. Eine Dauerausstellung präsentiert die Geschichte der Auswanderung aus dem Herzogtum Braunschweig und gibt Hinweise auf das Schicksal Gerstäckers. Da der Eintritt kostenlos ist, kann das Museum nur über Spenden und Mitgliedschaften in der Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft e.V. finanziert werden. Der Vorsitzende, Thomas Ostwald, zieht sich altersbedingt aus der Arbeit zurück und wünscht die Übernahme des Museums in den städtischen Bereich. Doch vor allem der ungünstige Standort des Museums sei Grund dafür, dass für die Stadt eine Übernahme nicht infrage komme. Seit dem 2. Oktober dieses Jahres ist das Gerstäcker-Museum für Besucher geschlossen.

 

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Eldorado-Kino, München, Bayern

  • Gründung: 1971
  • Tätigkeitsfeld: Kino
  • Finanzierung: Trianon Co. KG
  • Homepage: www.city-kinos.de
© Eldorado-Kino
© Eldorado-Kino

Die Eldorado-Leinwand öffnete erstmals im März 1971. Das damalige Filmtheater im Besitz der Kinobetreiber Kuchenreuther hatte einen besonderen Anspruch bei der Filmauswahl – Kunst statt Mainstream. Seit 45 Jahren wird in dem Kino mit grünem Marmorboden und Teakholz-Vertäfelung wertvolles Kunstkino gezeigt. 1996 wurde das Kino von der City-Gruppe renoviert und übernommen. Da der Mietvertrag für das Eldorado-Kino zum Ende dieses Jahres ausläuft, hat der Vermieter Immobilienagentur BVG Verwaltung die Fläche einer Drogeriefiliale zur Verfügung gestellt. Dieser möchte ab Neujahr aus dem Kino im Untergeschoss der Münchener Sonnenstraße 7 einen Lagerraum machen. Das sogenannte Kinosterben um die Sonnenstraße herum begann 2011 mit der Schließung Tivolis in der Neuhauser Straße, gefolgt vom Filmcasino am Odeonsplatz und dem Atlantis am Stachus. Das Resultat ist nebst einer immer einseitiger werdenden Geschäftsstruktur der Verlust von Vielfalt und Kultur.

 

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Forum Konkrete Kunst Erfurt, Thüringen

© Sebastian Weinhold
© Sebastian Weinhold

Seit 1993 zeigt das Forum Konkrete Kunst in der Erfurter Peterskirche Werke von 110 Künstlern aus 15 Nationen Europas. Zur Arbeit des Forums gehören auch internationale Theoriekolloquien zu Entwicklungstendenzen der Konkreten Kunst sowie Workshops. Angesichts der aktuellen städtischen Pläne ist das Forum nun jedoch in seiner Existenz massiv bedroht. Das Kulturkonzept der Stadt habe eigentlich Hoffnung auf ein Fortbestehen des Forums aufkommen lassen. Die Versagung der Nachbesetzung zweier Aussichtskraftstellen durch Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein bedeutet nun jedoch de facto die baldige Schließung und auch die geplanten Baumaßnahmen an der Peterskirche sehen keinen Erhalt der Dauerausstellung vor. Von Seiten des Museums heißt es jedoch, man werde weiterhin alle Kräfte einsetzen, um das Forum Konkrete Kunst zu erhalten.

 

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Haus Peters Tetenbüll, Schleswig-Holstein

  • Gründung: 1991
  • Tätigkeitsfeld: Museum
  • Finanzierung: Förderverein Haus Peters e. V., Spenden, Gemeinde Tetenbüll, Sparkassenstiftung
  • Homepage: www.hauspeters.info
©  Katrin Schäfer
© Katrin Schäfer

Das Haus Peters im schleswig-holsteinischen Tetenbüll ist mit seinem landesweit einzigen original erhaltenen Kolonialwarenladen und einer Galerie für zeitgenössische Kunst ein einzigartiges Kulturprojekt im ländlichen Nordfriesland. Laden- und Museumsbetrieb sichern dabei alle laufenden Kosten, Unterstützung kam bisher auch von der Sparkassenstiftung und der Gemeinde. Letztere muss ihre Zuschüsse ab 2017 nun mit großer Wahrscheinlichkeit streichen – das Haus Peters liefe dann Gefahr, etliche Kosten, besonders im Personalbereich, nicht mehr decken zu können. Mit den Zuwendungen der Sparkassenstiftung könne ebenfalls nicht sicher gerechnet werden. Eine endgültige Entscheidung seitens der Gemeinde ist noch nicht gefallen, nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten wird dennoch bereits Ausschau gehalten.

 

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Hamburger Stadtteilkultur, Hamburg

  • Gründung: 1976
  • Tätigkeitsfeld: Stadtteilkultur
  • Finanzierung: Stadt Hamburg
  • Homepage: www.stadtkultur-hh.de
© Peter Siegler
© Peter Siegler

Stadtkultur Hamburg e. V., der Dachverband für lokale Kultur und kulturelle Bildung in Hamburg, blickt mit Sorge in die Zukunft der Hamburger Stadtteilkultur. Zwar erhalte die Arbeit der verschiedenen kulturellen Zentren viel Zuspruch vonseiten der Politik. Faktisch wurden die Zuwendungen, die auf 28 Stadtteilkulturzentren, Geschichtswerkstätten und Projekte in der Stadt verteilt werden, jedoch seit 2009 nicht mehr erhöht. Die jetzt angekündigte Erhöhung der Förderung in zwei Schritten gleicht nicht einmal die bisherigen Kostensteigerungen aus: Laut Corinne Eichner, Geschäftsführerin von Stadtkultur Hamburg e. V., fehlen noch mindestens eine Million Euro für wichtige Projekte und Stellen. Die Häuser und Initiativen der Stadtteilkultur ermöglichen niedrigschwellige Kulturangebote für alle Bewohner der Stadt und leisten einen wichtigen Beitrag zu Integration, kultureller Teilhabe und Bürgerbegegnungen.

 

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Mutter Museum, Amorbach, Bayern

  • Gründung: 1996
  • Tätigkeitsfeld: Museum
  • Finanzierung: Michael Berger
  • Homepage: www.amorbach.de
© Mike Bauersachs
© Mike Bauersachs

Das Mutter-Museum in Armorbach erwartet seine Besucher mit viel Skurrilem und Unerwartetem. Die Gründerin, Fotografin und Künstlerin, Eva-Marie Berger kam 1945 als Kriegswitwe nach Amorbach und begann hier, ihre Sammlung aufzubauen. Neben den zahlreichen Objekten zwischen Kunst und Kitsch finden sich auch frühe Arbeiten Christos, Yves Kleins und Roy Lichtensteins unter den Ausstellungsobjekten sowie eine ausführliche Präsentation der Fluxus-Bewegung und ihr zugehöriger Werke. Das Museum wird heute von Michael Berger, Sohn der Gründerin, geführt – die Zukunft der Einrichtung erscheint jedoch ungewiss. Sinkende Besucherzahlen haben bereits die Öffnungszeiten schrumpfen lassen, die Stadt arbeite derzeit an der Entwicklung eines Museumskonzepts, in das Mutter-Museum eventuell integriert werden kann, so Bürgermeister Peter Schmitt. Es besteht also noch Hoffnung für die unkonventionelle Sammlung und das Lebenswerk einer energischen, kreativen Frau.

 

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ACHT BRÜCKEN – Musik für Köln, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 2011
  • Tätigkeitsfeld: Musikfestival
  • Finanzierung: Stadt Köln, Kuratorium KölnMusik e. V., Stiftungen, Sponsoren, Eigenmittel
  • Homepage: www.achtbruecken.de
Acht Brücken - Musik für Köln: © Hejkal
Acht Brücken - Musik für Köln: © Hejkal

Das Festival ACHT BRÜCKEN – Musik für Köln (Träger: Stadt Köln, WDR) begeistert seit seiner Gründung 2011, jährlich Anfang Mai, ein wachsendes Publikum mit Zeitgenössischer Musik, Jazz, Pop- und Weltmusikkonzerten. 2016 konnte das Festival über 26.000 Besucher verzeichnen. Finanziell unterstützt wurde es dabei von der Stadt Köln – doch die Zuschüsse, etwa eine halbe Million Euro, sollen nun gestrichen werden. Die Durchführung des Festivals wäre damit ab 2018 nicht mehr möglich. Der Kölner Kulturrat hat sich bereits deutlich für den Erhalt des Festivals ausgesprochen und das „Kuratorium KölnMusik e. V.“ wandte sich zuletzt mit einem offenen Brief an Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Für Köln als Musikstadt sowie für die Akquise möglicher Drittmittel sei eine fortgesetzte Unterstützung durch die Stadt unabdingbar. Auch die Kölner SPD sprach sich für die Rettung aus und fordert in einem Dringlichkeitsantrag die Schaffung einer langfristigen Finanzierungsgrundlage.

 

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Kunstfest Weimar, Thüringen

  • Gründung: 1990
  • Tätigkeitsfeld: Kunstfest
  • Finanzierung: Stadt Weimar, Freistaat Thüringen, Sponsoren, eigene Einnahmen
  • Homepage: www.kunstfest-weimar.de
Kunstfets Weimar: © Candy Welz
Kunstfets Weimar: © Candy Welz

Das seit 1990 jährlich stattfindende Kunstfest Weimar ist Thüringens größtes und bekanntestes Festival für zeitgenössische Künste. 2015 besuchten mehr als 29.000 Gäste aus Weimar und von außerhalb die insgesamt 109 Veranstaltungen. Neben Zuschüssen der Stadt und des Freistaats Thüringen finanziert sich das Kunstfest mit Sponsorengeldern und Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten. Nun gab die Stadt Weimar Pläne bekannt, ihre Förderung zu streichen, was gleichzeitig den Wegfall der daran gekoppelten Zuschüsse durch das Land bedeuten würde. Ab 2019 wäre das Kunstfest damit massiv bedroht – ausgerechnet das Jahr, in dem sich die Gründung des Bauhauses sowie die Verabschiedung der Weimarer Verfassung zum 100. Mal jähren. Eigentlich bestünde gerade anlässlich dieser Ereignisse ein ganz besonderer Bedarf an differenzierter künstlerischer Auseinandersetzung mit diesen historischen Ereignissen und ihrer aktuellen Bedeutung.

 

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Projekte und Strukturen der kulturellen Bildung an hessischen Schulen, Hessen

Nach dem Schrecken über die Kürzungen der Unterrichtsstunden in den Fächern Musik, Theater und Kunst in Hessen, den die Sparpläne des hessischen Kultusministeriums im Februar verbreiteten, können viele Projekte nun wieder aufatmen. Die Kürzungen für das Hessische Schultheatertreffen sowie für das Schultheaterzentrum Nord wurden zurückgenommen. Ruth Kockelmann und Olaf Mönch aus dem Vorstand des Landesverbandes Schultheater in Hessen e. V. freuen sich, dass die Appelle der Vertreter aus dem Kunst-, Musik- und Theaterbereich sowie das Engagement der Sparkassenkulturstiftung Hessen-Thüringen offenbar gefruchtet haben. Die Schule sei der einzige Ort, an dem alle Kinder erreicht werden könnten. Die Arbeit in den Fächern der kulturellen Bildung sei daher für Integration und Inklusion unverzichtbar.

 

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Musikhochschule Trossingen, Baden-Württemberg

  • Gründung: 1943/44
  • Tätigkeitsfeld: Staatliche Hochschule für Musik
  • Finanzierung: Land Baden-Württemberg, Drittmittel
  • Homepage: www.mh-trossingen.de

2013 sahen sich die fünf Musikschulen in Baden-Württemberg mit Sparmaßnahmen, Umstrukturierungen und dem drohenden Wegfall von mehreren 100 Studienplätzen konfrontiert. Besonders betroffen war die Musikhochschule Trossingen, eine schrittweise Schließung der Institution drohte. Umso erfreulicher ist es, dass die durch die Ankündigung der Maßnahmen ausgelöste Debatte schließlich eine positive Wendung bewirkt hat – sowohl für Trossingen als auch für das gesamte musikalische Baden-Württemberg: Alle Standorte bleiben erhalten, die vom Land zugesicherten Finanzierungen geben den Hochschulen bis Ende 2020 Planungssicherheit. Die Musikhochschulen sollen sich fortan stärker unterscheiden und durch die Einrichtung sogenannter Landeszentren profilieren. »Musik–Design–Performance« lautet das Konzept für das neue Landeszentrum in Trossingen, es baut zudem eine vielversprechende Brücke zwischen Musiktradition und einer zunehmend digitalisierten Welt.

 

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Mainzer Kammerorchester e.V., Mainz, Rheinland-Pfalz

  • Gründung: 1955
  • Tätigkeitsfeld: Orchester
  • Finanzierung: Mitgliedsbeiträge, Land Rheinland-Pfalz, Sponsoren und Konzerteinnahmen
  • Homepage: www.mainzer-kammerorchester.de

Das 1955 von Günter Kehr gegründete Mainzer Kammerorchester präsentiert pro Jahr 30 bis 50 Konzerte in unterschiedlicher Besetzungsgröße – von Kammermusik über Barockensemble bis zur Sinfonietta-Stärke, meist ohne Dirigenten. Das Ensemble spielt regelmäßig unter anderem in Mainz, im Kloster Eberbach, der Binger Rochuskapelle oder im Kurhaus Wiesbaden und ist neben der regionalen Präsenz auch bundesweit sowie international auf Konzertreisen. Das Jahresbudget des Orchesters von rund 100.000 bis 130.000 Euro setzt sich aus Konzerteinnahmen, Mitgliedsbeiträgen, Sponsoren Unterstützungen und den Fördermitteln des Landes Rheinland-Pfalz (13.000 Euro) zusammen. Der bisherige, ehrenamtlich tätige, Intendant und Geschäftsführer zieht sich nun aus Altersgründen aus seinem Amt zurück. Die benötigten Personalkosten für die Nachfolge dieser umfangreichen Tätigkeit kann das Mainzer Kammerorchester aus den vorhandenen Mitteln nicht finanzieren; diese Mittel sind bisher nicht gefunden.

 

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Museum Morsbroich, Leverkusen, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1951
  • Tätigkeitsfeld: Museum für zeitgenössische Kunst
  • Finanzierung: Stadt Leverkusen
  • Homepage: www.museum-morsbroich.de

Das im Schloss Morsbroich beherbergte Museum für zeitgenössische Kunst gehört nunmehr seit über 60 Jahren zu den bedeutendsten Häusern für Gegenwartskunst in Nordrhein-Westfalen. Die Sammlung umfasst mehr als 600 Werke der Malerei und Plastik sowie etwa 5.000 Arbeiten auf Papier, darunter Werke von Joseph Beuys, Gerhard Richter, Günther Uecker, Yves Klein oder Alexander Calder. Zehn bis zwölf Mal im Jahr zeigen wechselnde Ausstellungen das internationale Spektrum zeitgenössischer Kunst. Um die Sparvorgaben der verschuldeten Stadt Leverkusen erfüllen zu können, schlagen Wirtschaftsprüfer der Prüfungsgesellschaft KPMG nun in einem Gutachten die Schließung des Museums vor. Der Leverkusener Stadtrat hat sich bereits mehrheitlich gegen die Museumsschließung ausgesprochen. Bis Ende Juni muss die Stadt jedoch einen konkreten Vorschlag zur Umsetzung der Sparmaßnahmen vorlegen, da der Kulturhaushalt um insgesamt 1,1 Millionen Euro entlastet werden soll.

 

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Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED), Köln/ Bonn, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1973
  • Tätigkeitsfeld: Fachbibliothek
  • Finanzierung: Bund und Länder
  • Homepage: www.zbmed.de

Das ZB MED – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften an den Standorten Köln und Bonn ist die zentrale Fachbibliothek für Medizin, Gesundheitswesen, Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften in Deutschland. Mit 1,6 Millionen Büchern und Zeitschriftenbänden im Bestand ist ZB MED mit seinem Fächerspektrum weltweit einzigartig und ein unverzichtbarer Teil des Wissenschaftsstandorts Deutschland. ZB MED versorgt Wissenschaft, Forschung, Studierende und sonstige Interessierte mit Fachliteratur und Information und ist Vorreiter im Bereich Open Access. Als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft wird ZB MED derzeit noch von Bund und Ländern finanziert. Als Ergebnis einer Evaluation der Arbeit von ZB MED hat der Senat der Leibniz-Gemeinschaft nun das Ende der Finanzierung durch Bund und Länder empfohlen. Begründet wird dies damit, dass es ZB MED in den vergangenen Jahren nicht in dem notwendigen Maß gelungen sei, sich auf die erheblichen Veränderungen im Fachinformationswesen einzustellen.

 

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Institut für Theaterwissenschaft, Universität Leipzig, Sachsen

Zwei Jahre lang war die Existenz des Instituts für Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig gefährdet. Im März 2014 nahm Politik & Kultur das durch Sparauflagen des Landes von der Schließung bedrohte Institut erstmals auf die Rote Liste bedrohter Kultureinrichtungen auf. Eine Welle des Protests gegen die Gefahr der Schließung, prominente Unterstützer und Fürsprecher aus Politik, Kultur und Wissenschaft sowie ein überzeugendes Konzept für die Fortführung der Leipziger Theaterwissenschaft haben am Ende zum Erfolg geführt: Die Zukunft des Instituts ist gesichert. Zum kommenden Wintersemester eröffnet das Institut für Theaterwissenschaft zwei neue Studiengänge, den Bachelor-Studiengang „Theaterwissenschaft transdisziplinär“ und den Master-Studiengang „Theaterwissenschaft transkulturell – Geschichte, Theorie, Praxis“. Gleichzeitig nimmt das neugeschaffene „Centre of Competence for Theatre“ seine Arbeit auf, das den Austausch von Kunst und Wissenschaft in Lehre und Forschung fördern soll.

 

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Ateliers Hinterm Hauptbahnhof Karlsruhe, Baden-Württemberg

Seit 1993 befinden sich auf dem Gelände hinter dem Hauptbahnhof in Karlsruhe die Ateliers von mittlerweile 26 Künstlern, unter anderem Absolventen der Kunstakademien Karlsruhe, Stuttgart und Berlin. Die Gemeinschaft ist mit 25 Atelierplätzen – ein Drittel der städtischen Ateliers ausmachend – ein unverzichtbarer Träger der künstlerischen Vielfalt in der Kunst- und Kulturstadt Karlsruhe. Die 1912 erbauten Gebäude Hinterm Hauptbahnhof stehen zudem unter Denkmalschutz. Der angeblich schlechte bauliche Zustand des Areals und der Gebäude bewegte den Karlsruher Gemeinderat im vergangenen Jahr dazu, die Ateliernutzung für vorerst nicht mehr möglich zu erklären, die Räumung zum 31. März 2016 wurde beschlossen. Derzeit steht noch nicht fest, ob das Areal erhalten und saniert oder abgerissen werden soll. Sowohl die Fortsetzung der kulturell-künstlerischen Nutzung als auch der Abriss und die Freigabe für Unternehmen werden als Perspektiven diskutiert.

 

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The English Theatre, Frankfurt/Main, Hessen

  • Gründung: 1979
  • Tätigkeitsfeld: Theater
  • Finanzierung: Eigenmittel, Gelder unter anderem der Städte Frankfurt und Eschborn, Sponsorengelder
  • Homepage: www.english-theatre.de

The English Theatre in Frankfurt am Main ist das größte englischsprachige Theater Kontinentaleuropas. In dem 300 Personen fassendem Theater erfreuen sich jährlich mehr als 70.000 Besucher der abwechslungsreichen Produktionen, die von Musicals über Komödien bis hin zu klassischen Stücken reichen. Zudem fördert das Theater als internationaler Treffpunkt den kulturellen und sprachlichen Austausch in der gesamten Region. Das English Theatre erwirtschaftet den Großteil seines Budgets mit dem Ticketverkauf und wird zudem von der Stadt Frankfurt und der Nachbargemeinde Eschborn gefördert. Seine Programme präsentiert es seit 2003 in den Räumlichkeiten des Frankfurter Galileo Towers. Die Stadt Eschborn hat nun jedoch ihre Förderung gestrichen. Damit fehlt dem Theater ein wichtiger Teil seiner Basisfinanzierung, für den derzeit noch keine vollständige Kompensation in Sicht ist. Hoffnungen werden auf das Land Hessen und die anderen umliegenden Gemeinden sowie das Kultusministerium in Wiesbaden gesetzt.

 

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Projekte der kulturellen Bildung an hessischen Schulen, Hessen

Hessens Kultusministerium nimmt deutliche Kürzungen im Bereich der kulturellen Bildung an Hessens Schulen vor. Die Arbeitszeit der sogenannten „Kulturfachberater“, Ansprechpartner für außerschulische Kultureinrichtungen, wurde schon im Herbst 2015 um über 50 Prozent gestrichen. Nachdem bereits die Anzahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden für die Fächer Musik, Theater und Kunst gekürzt wurde, sind nun auch eine Reihe schulübergreifender Projekte massiv bedroht: Das Hessische Schultheatertreffen, das Musikprojekt Response, das Schüler, Lehrer und Komponisten zusammenbringt oder der jährliche Begegnungstag »Schulen in Hessen musizieren« könnten ihre Arbeit nicht wie bisher fortsetzen oder gar weiterentwickeln, ebenso das Projekt TUSCH des theaterpädagogischen Zentrums Schultheater-Studio Frankfurt. Die hessischen Lehrerverbände kritisieren, dass in Folge der Kürzungen nicht mehr alle Schüler Zugang zu kulturellen Bildungsangeboten haben werden. Darunter würden Teilhabe, Kreativität und Teamfähigkeit leiden.

 

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Das „Mechaje“ – Jüdisches Theater, Rostock, Mecklenburg-Vorpommern

  • Gründung: 1996
  • Tätigkeitsfeld: Theater
  • Finanzierung: Gelder der Stadt Rostock und des Landes Mecklenburg-Vorpommern
  • Homepage: www.mechaje.de

Das „Mechaje“ – Jüdisches Theater Mecklenburg-Vorpommern e.V. wurde von der Jüdischen Gemeinde Rostock als einziges jüdisches Theater in den neuen Bundesländern gegründet. Neben Theateraufführungen und Konzerten in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern führt das Theater bundesweit Gastspiele durch und betreibt ein aktives Kinder- und Jugendtheater. Für die Vermittlung jüdischer Kultur und Tradition erhielt es den Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Preise verschiedener Bundesministerien. Da Stadt und Land ihre Fördermittel seit einiger Zeit begrenzen, der Zen­tralrat der Juden in Deutschland seine Förderungen zurückgefahren hat und weitere Förderprojekte reduziert wurden, hat das Theater seine Arbeit 2015 sehr einschränken müssen. Die bisher mitgenutzte Spielstätte „Theater im Stadthafen“ in Rostock wurde geschlossen. Ohne weitergehende Förderungen und Gewinnung neuer ehrenamtlicher Mitarbeiter sieht sich das jüdische Theater „Mechaje“ 2016 von der Schließung bedroht.

 

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Die Wiesenburg e.V., Berlin

  • Gründung: 06.08.2015
  • Tätigkeitsfeld: Kultur-, Sozial- und außerschulische Begegnungsstätte
  • Finanzierung: Eigenmittel, Gelder u. a. des Quartiersmanagements Pankstraße, EU-Fördergelder
  • Homepage: www.diewiesenburg.de

In den vergangenen Jahren entwickelte sich die Wiesenburg im Berliner Wedding zu einem Ort vielseitiger innovativer und prämierter Kultur, des nachhaltigen Handwerks und zu einem außerschulischen Begegnungs- und Lehrort für Schüler des Kiezes. Seit Mai dieses Jahres wird das über 12.000 qm große Gelände von der DEGEWO verwaltet, das im November alle Künstler und Gewerbeschaffende der Wiesenburg, die sich als „Wiesenburg e. V.“ zusammengeschlossen haben, aufforderte, das Gelände mit sofortiger Wirkung zu verlassen. Als Grund werden schwere Mängel an der Bausubstanz des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes genannt. Die Mieter, darunter ein Tonstudio und eine renommierte Tanzkompanie, zweifeln die Einschätzung der DEGEWO zur baustatischen Sachlage, basierend auf bereits erstellten Expertisen und ihren jahrzehntelangen Maßnahmen zur Instandhaltung, an. Ob die Mieter nach einer Sanierung zurückkehren können, wird von der DEGEWO nicht zugesagt und somit ist die Zukunft eines bedeutenden Ortes für den sozialen und kulturellen Austausch, weit über die Grenzen des Kiezes hinaus in großer Gefahr.

 

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Burghofbühne Dinslaken, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1951
  • Tätigkeitsfeld: Theater
  • Finanzierung: Land Nordrhein-Westfalen, Kreis Wesel, die Stadt Dinslaken, Eigenerlöse
  • Homepage: www.burghofbuehne-dinslaken.de

Seit über 60 Jahren leistet das kleinste NRW-Landestheater, die Burghofbühne Dinslaken, wichtige kulturelle Basisarbeit und ist fester Bestandteil der nordrhein-westfälischen Kulturlandschaft. Gemäß dem kulturpolitischen Auftrag als Landestheater spielt die Burghofbühne ihre Produktionen überwiegend im Gastspielbetrieb. Ein besonderer Fokus liegt auf Theaterarbeit für Kinder- und Jugendliche. Stolze 30 Prozent seines Gesamtetats von 1,5 Millionen Euro erwirtschaftet das Theater selbst. Laut aktuellem Kreistagsbeschluss reduziert der Kreis Wesel seine Mitgliedsbeiträge ab Januar 2016 bis 2020 auf 50 Prozent (150.000 Euro). Die entstehende Finanzierungslücke von 150.000 Euro wird zu 20 Prozent durch Einsparungen des Theaters selbst kompensiert. Die Stadt Dinslaken hat in Aussicht gestellt, die verbleibenden 80 Prozent zusätzlich zu ihrem aktuellen Mitgliedsbeitrag zu übernehmen. Hierüber liegt allerdings noch kein rechtsverbindlicher Beschluss der Stadt Dinslaken vor, sodass die langfristige Finanzierung nach wie vor nicht gesichert ist.

 

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Internationales Keramikmuseum, Weiden, Bayern

Im Internationalen Keramik-Museum Weiden sind seit seiner Gründung vor 25 Jahren Exponate aus acht Jahrtausenden zu sehen, darunter Ausstellungsobjekte aus verschiedenen bayerischen Staatsmuseen wie der archäologischen Staatssammlung, der Staatlichen Antikensammlung, dem Museum „Fünf Kontinente“ und der Neuen Sammlung in München. Seit 1994 ist auch eine Schenkung der Unternehmerfamilie Seltmann aus Weiden ausgestellt: chinesisches Porzellan aus der Qing-Dynastie. Auf die Sparliste der Stadt Weiden gesetzt, dem Träger des Museums, sieht sich das Internationale Keramik-Museum als Zweigmuseum der Neuen Sammlung von einer Schließung bedroht. Der Förderverein „Die Keramischen“ arbeitet bereits an einem neuen Konzept, das der Schließung entgegenwirken und den Fortgang des Museums sichern soll.

 

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Kunst- und Kulturcafé am Campus, Essen, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1990
  • Tätigkeitsfeld: Kunst- und Kulturcafé
  • Finanzierung: Eigenmittel des Studierendenwerks
  • Homepage: wwww.kkcessen.de

Das Kunst- und Kulturcafé (KKC) auf dem Campus Essen der Uni Duisburg-Essen (UDE) ist ein gastronomischer und kultureller Treffpunkt für die Studierenden. Im Jahr 1990 erstritten die Studierenden das Kulturcafé und nutzen es seither als Cafeteria und Veranstaltungsort kultureller Events. In den letzten zehn Jahren wurden des Öfteren die unklaren Nutzungsrechte und die Sanierungsrückstände thematisiert. Die verhandelnden Akteure sind einerseits das Studierendenwerk Essen-Duisburg als Betreiber des KKC und andererseits der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes Nordrhein-Westfalen als Eigentümer. Im September 2015 fasste das Studierendenwerk aufgrund der erheblichen Mängel im Brandschutz- und Hygienebereich den Entschluss, dass das KKC im aktuellen Wintersemester 2015/16 vorläufig geschlossen bleibt. Der BLB hat bereits über 45 Millionen Euro in die Sanierung der Universität investiert und habe keine weiteren Gelder zur Verfügung. Dennoch bemühen sich beide Seiten um eine Wiedereröffnung des Cafés.

 

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Belgisches Haus, Köln, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1950
  • Tätigkeitsfeld: Kultur- und Begegnungsstätte, Sitz des belgischen Generalkonsulats, der Wirtschaftsvertretungen der belgischen Regionen, der DeBeLux Handelskammer und des Tourismusbüros
  • Finanzierung: Spenden und Mitgliedsbeiträge
  • Homepage: im Aufbau. Bei Facebook unter Freunde des Belgischen Hauses

Seit der Eröffnung 1950 ist das Belgische Haus im Herzen Kölns mit seinen denkmalgeschützten Räumlichkeiten wie dem Kammermusiksaal, dem Foyer/Ausstellungsraum und der Bibliothek, Begegnungsstätte und Ort international geprägter, kultureller Veranstaltungen. Knapp zwei Jahrzehnte beherbergte das Haus das belgische Generalkonsulat, welches im Juni 2015 geschlossen wurde. Seit dem Wegzug des belgischen Generalkonsulats aus dem Belgischen Haus ist die Zukunft des Hauses als interkulturelle Begegnungsstätte, die insbesondere eine starke Verbundenheit zwischen Köln (und Umgebung) und Belgien förderte, ungewiss. Der Förderverein »Freunde des Belgischen Hauses e.V.« setzt sich deshalb verstärkt für den Erhalt des Belgischen Hauses als auch für die kulturelle Präsenz Belgiens und der in Belgien vertretenen Sprachgemeinschaften in Köln und NRW sowie den grenzübergreifenden kulturellen und soziokulturellen Austausch in dieser Region ein.

 

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Deutsches Museum Bonn, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1995 (Eröffnung)
  • Tätigkeitsfeld: Museum
  • Finanzierung: 70% von der Bundesstadt Bonn, 30% Eigen- und
    Drittmittel
  • Homepage: www.deutsches-museum.de

Das Deutsche Museum Bonn zeigt rund 100 zeitgenössische Meisterwerke aus Naturwissenschaft und Technik. Die Objekte, darunter auch viele nobelpreisgekrönte Forschungsergebnisse, stellen exemplarisch wesentliche Zweige der naturwissenschaftlich-technischen Entwicklung der letzten fast sieben Jahrzehnte vor. Aufgrund der drohenden Streichung der Zuschüsse seitens der Stadt Bonn ist der außerschulische Lernort nun von der Schließung bedroht. Bereits eine Kürzung der Zuschüsse oder gar die Kündigung des Vertrags zwischen der Stadt Bonn und dem Deutschen Museum Bonn hätte zur Konsequenz, dass sämtliche Exponate – darunter Objekte der Nobelpreisträger Wolfgang Paul und Reinhard Selten, der Fraunhofer- und Max Planck-Institute – als Eigentum des Deutschen Museums von der Zweigstelle Bonn nach München gebracht werden müssten.

 

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Phonetische Sammlung der Martin-Luther-Universität Wittenberg, Sachsen-Anhalt

Das Seminar für Sprechwissenschaft und Phonetik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg besitzt eine wertvolle historische phonetische Sammlung sowie ein Schallarchiv mit umfangreichen Aufzeichnungen gesprochener Sprache aus Vergangenheit und Gegenwart. Die Sammlung wurde vor 100 Jahren gegründet und wird bis in die jüngste Zeit hinein ständig ergänzt und erweitert. Doch der Zu- und Bestand der seltenen Aufnahmen, darunter auch Originalreden von Kaiser Wilhelm II. oder gesprochene Texte von Schriftstellern wie Gerhart Hauptmann oder Thomas Mann, sind durch die unzureichenden Lagerbedingungen gefährdet. Auch eine notwendige Digitalisierung der Aufzeichnungen des Audioarchivs, um sie als audiovisuelle Kulturgüter für weitere (Forschungs-)Generationen zu bewahren, als auch ein geregelter Zugang, der mit einem Personalaufwand für regelmäßige Öffnungszeiten und der Herausgabe, Rücknahme und Wiedereinordnung der Medien etc. verbunden wäre, kann durch die Universität nicht gewährleistet werden.

 

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Kultursendungen des Bayerischen Rundfunks, Bayern

  • Gründung: 1972 (»LeseZeichen«), 1998 (»taktlos«), 2009 (»LIDO«)
  • Tätigkeitsfeld: Kultursendungen
  • Finanzierung: Rundfunkgebühren
  • Homepage: www.nmz.de/taktlos/taktlos-magazine

Die Absetzung des allmonatlich ausgestrahlten Musikmagazins »taktlos« zu Januar 2016, bei dem live aus den Studios des Bayerischen Hörfunks über musikkulturelle Themen debattiert wird, ist bereits beschlossene Sache. Mit »taktlos« wird eine freche, gegen den Strich gebürstete Kultursendung im Hörfunk fehlen. Nun steht auch die Zukunft weiterer Kultursendungen des Bayerischen Fernsehens zur Disposition, im Speziellen der wöchentlich ausgestrahlten Literatursendung »LeseZeichen« und der Kulturdokumentationsreihe »LIDO«. Beschlössen die Rundfunkräte des Bayerischen Rundfunks die Einstellung der Kultursendungen »LeseZeichen« und »LIDO«, fielen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen professionelle Literatur- und Kulturberichterstattungen mit ausführlichen Interviews, Buchbesprechungen, Porträts und Reportagen über Werke und Persönlichkeiten aus Literatur, Kunst, Mode, Design und Musik weg. Dagegen haben sich bereits über 6.000 Gebührenzahler im Rahmen einer Online-Petition ausgesprochen.

 

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KDH-Hallen/Maschinenfabrik, Humboldt, Köln-Kalk, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: Maschinenfabrik 1853; Bau der vom Abriss bedrohten Hallen: 1898 / 1906
  • Tätigkeitsfeld: Theater-Spielstätte, Depot Stiftung Ludwig / Museum Ludwig
  • Finanzierung: Stadt Köln
  • Homepage: www.rheinische-industriekultur.de

Die denkmalgeschützten Hallen der ehemals zu Klöckner-Humboldt-Deutz gehörenden Maschinenfabrik Humboldt in Köln-Kalk sind vom Abriss bedroht. Explizit die Hallen 76 und 77, die in den vergangenen Jahren dem Museum Ludwig als Depot gedient hatten, wurden aufgrund der maroden Bausubstanz von zwei Fassaden bereits gesperrt. Das Kölner Kulturdezernat stellte daraufhin einen Antrag auf Abriss der sanierungsbedürftigen Hallen. Vorerst konnte der Kulturausschuss die Abrissvorhaben des denkmalgeschützten Hallenkomplexes durch einen einstimmigen Beschluss stoppen. Die Hallen sollen wie die Nachbarhalle 75, die nicht in gleicher Weise von baulichen Mängeln wie die übrigen Gebäude betroffen ist und somit weiterhin von der Kölner Bühne als Spielstätte genutzt werden kann, als Räumlichkeiten für noch zu ermittelnde Nutzungen dauerhaft gesichert werden. Ein Auftrag für eine Machbarkeitsstudie an ein dafür geeignetes Büro wird derzeit von der Stadt Köln vorbereitet.

 

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Singer-Songwriter-Wettbewerb „Troubadour“, Berlin

  • Gründung: 2005
  • Tätigkeitsfeld: Musikwettbewerb
  • Finanzierung: Öffentliche Gelder
  • Homepage: www.troubadour.com

Der Musikwettbewerb „Troubadour – Modern Minstrels“ steht in seinem 10. Jubiläumsjahr vor dem Aus. In den vergangenen Jahren bot der jährliche Wettbewerb seinen bisher 500 Teilnehmenden eine erste Plattform für eine musikalische Laufbahn. Die bereits neun Monate vor dem Finale beginnenden Vorentscheide finanzierte das Veranstaltungszentrum Wabe im Stadtteil Prenzlauer Berg, das kommunale Gelder erhält. Das große Finale wurde von der Berliner Senatskanzlei für kulturelle Angelegenheiten bezuschusst. Die Vergabe der Fördergelder für Pop- und Weltmusik-Ausschreibungen obliegt nunmehr dem vom Senat gegründeten Unternehmen Musicboard Berlin, welches laut den Veranstaltern von „Troubadour“ ohne Erklärung die finanzielle Förderung für die diesjährige Abschlussveranstaltung ablehnte. Die Gründerin des Wettbewerbs, die US-amerikanische Singer-Songwriterin Mckinley Black, und das Veranstaltungszentrum Wabe unter der Leitung von Ursula Kleinert befürchten, den Wettbewerb ohne diese Unterstützung nicht fortführen zu können.

 

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Stadttheater Cöpenick, Berlin-Köpenick

  • Gründung: 1889 (1992)
  • Tätigkeitsfeld: Theater für Kinder und Jugendliche, Boulevardtheater
  • Finanzierung: Mischfinanzierung durch Kartenverkauf, Sponsoring, Sachspenden, Projektförderung und Gelder des Stadtbezirkes Treptow-Köpenick
  • Homepage: www.stadttheatercoepenick.de

Das „Stadttheater Cöpenick“ steht vor dem Aus! Seit der Neugründung im Jahre 1992 ist es das Bestreben der Kunstfabrik Köpenick als dessen Betreiber, dem Theaterhaus wieder Leben einzuhauchen, das es in der ehemaligen DDR gut 40 Jahre nicht gab. Das „Stadttheater Cöpenick“ ist ein Boulevard- und Familientheater mit eigenem Ensemble und ganz besonders ein Sprechtheater für Kinder und Jugendliche. Mit einer derzeitigen Auslastung von 94 Prozent bietet es Eigen- und Koproduktionen sowie anspruchsvolle Gastspiele. Bislang hat das „Stadttheater Cöpenick“ keine Unterstützung aus der Berliner Senatskanzlei für kulturelle Angelegenheiten bewilligt bekommen, da es als Boulevardtheater nicht zu den Förderkriterien passt. 2015 wurde nun auch die Unterstützung durch den Stadtbezirk Treptow-Köpenick halbiert. Sollte es mit einer Senatsförderung nicht noch gelingen, wird das „Stadttheater Cöpenick“ im November 2015 den Betrieb einstellen müssen.

 

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Internationaler Studiengang Journalistik, Hochschule Bremen

  • Gründung: Bachelor-Studiengang seit Wintersemester 2004/2005, löste den Diplomstudiengang ab
  • Tätigkeitsfeld: Internationaler Journalismus, B.A.
  • Finanzierung: Hochschule
  • Homepage: www.hs-bremen.de

Im Bachelorstudiengang „Internationale Journalistik“ der Hochschule Bremen erwerben die Studierenden eine sowohl medientheoretische als auch medienpraktische Ausbildung in den Tätigkeitsfeldern des internationalen Journalismus. Trotz der großen Nachfrage, der geringen Abbruchquote und den vielversprechenden Berufsaufsichten für die Absolventen des Studienganges „Internationale Journalistik“ ist eine Bewerbung ab dem Wintersemester 2015/2016 nicht mehr möglich. Ein Grund für die geplante Schließung des lediglich mit zwei Stellen besetzten Studienganges ist die zunehmende Ausrichtung der Hochschule Bremen auf die Bereiche der Pflege- und Sozialarbeit sowie der Therapiewissenschaften. Damit entsteht eine Lücke in der gesellschaftsrelevanten Ausbildung von Journalisten, die die Studierenden für eine internationale Tätigkeit in dem multimedialen Berufsfeld adäquat qualifizierte.

 

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Bach-Festival-Arnstadt, Thüringen

  • Gründung: 2005
  • Tätigkeitsfeld: Musikfestival
  • Finanzierung: Mischfinanzierung durch Kartenverkauf, Sponsoring,
    Sachspenden, Projektförderung und öffentliche Gelder
  • Homepage: www.bachfestival.arnstadt.de

Die Zukunft des erfolgreichen Bach-Festival-Arnstadt, das in diesem Jahr bereits zum elften Mal veranstaltet wurde, ist nicht gesichert. Grund sind geplante Einsparungen der Stadt. Diese beabsichtigt, die Stadtmarketing Arnstadt GmbH, die die Organisation, Durchführung und Vermarktung des Bach-Festivals verantwortet, aufzulösen und mit dem Kulturbetrieb der Stadt Arnstadt zu verschmelzen. Befristete Verträge werden nicht verlängert, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Rente gehen, nicht ersetzt. Damit kann nicht garantiert werden, dass das Bach-Festival auch im Jahr 2016 fortgeführt werden kann. Bürgermeister Alexander Dill nennt die Zukunft des Festivals „unklar“ und lässt zur Zeit offen, welche Bereiche dem Rotstift zum Opfer fallen werden. Wer die Regeln des Konzertbetriebs kennt, weiß jedoch, dass die Planungen für das Jahr 2016 bereits angelaufen sein müssten. Das Bach-Festival-Arnstadt ist auch deshalb von so großer Bedeutung für die Stadt, weil es sich sehr positiv auf die Arnstädter Infrastruktur auswirkt.

 

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Institut für Bildung, Medien und Kunst in Lage-Hörste, Nordrhein-Westfalen

Das Institut für Bildung, Medien und Kunst (IMK) in Lage-Hörste steht vor dem Aus. Zum 31. Dezember 2015 soll die Bildungsstätte von ver.di auf Vorschlag des Bundesvorstandes geschlossen werden. Der Grund sind notwendige Brandschutzmaßnahmen im „Heinrich-Hansen-Haus“, für die mindestens drei Millionen Euro aufgewendet werden müssten. Damit die Bildungsstätte, ein Symbol für Eigeninitiative und kollektives gewerkschaftliches Engagement, erhalten bleiben kann, müssen die Mitglieder des Vereins „Freunde und Förderer der Bildungsstätte Lage-Hörste“ bei der Sitzung des Gewerkschaftsrates vom 11. bis 13. Mai 2015 ein tragfähiges Zukunftskonzept vorlegen. Die Gewerkschaftsmitglieder wollen – wie schon bei der Erbauung des Hauses in den 50er Jahren – bei der Sanierung helfen. Dazu sammeln sie unter anderem Spenden. In Hörste wird seit Jahrzehnten engagierte gewerkschaftspolitische Bildungsarbeit geleistet. Tausende Betriebsräte, Vertrauensleute, Gewerkschafter und Funktionäre haben dort solidarisches Handeln gelernt.

 

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Bibliothek am Berliner Platz, Erfurt, Thüringen

  • Gründung: seit 1999 am Standort (nach Schließung zweier benachbarter Zweigbibliotheken)
  • Tätigkeitsfeld: Bibliothek
  • Finanzierung: kommunaler Haushalt
  • Homepage: www.erfurt.de

Aus den kürzlich bekannt gewordenen Sparplänen der Stadtverwaltung Erfurt geht hervor, dass die Bibliothek am Berliner Platz im kommenden Jahr geschlossen werden soll. Die Versorgung mit Medien soll in Zukunft die Fahrbibliothek übernehmen, ab 2016 mit einem neuen Bibliotheksbus. Zum Jahresende 2015 läuft der Mietvertrag für die Bibliothek am Berliner Platz aus. Dies kommt der Stadtverwaltung gelegen, sieht diese die Mietkosten von 120.000 Euro jährlich als zu hoch an. Verhandlungen mit dem Eigentümer des Objektes über die Miethöhe hat es bislang nicht gegeben. Die Bibliothek am Berliner Platz bietet nicht nur 25.000 Medien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Lesungen und Ausstellungen bereichern regelmäßig das kulturelle Leben im Stadtgebiet. Sie ist kulturelle Bildungseinrichtung für Groß und Klein, Treffpunkt, Kommunikationszentrum für die deutsche Sprache, und Leseort. Sie ist bereits die vierte Stadtteilbibliothek, die geschlossen wird.

 

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Theater und Orchester GmbH, Neubrandenburg/Neustrelitz (TOG), Mecklenburg-Vorpommern

  • Gründung: 2000 (1701)
  • Tätigkeitsfeld: Theater, Tanz, Orchester
  • Finanzierung: FAG-Mittel, Landeszuschüsse, Zuschüsse der Kommunalen Träger
  • Homepage: www.theater-und-orchester.de

Das »Eckwertepapier« des Kultusministeriums Mecklenburg-Vorpommern sieht die Fusion der Theater und Orchester Neubrandenburg / Neustrelitz (TOG) mit dem Theater Vorpommern zu einem sogenannten „Staatstheater Nordost“ vor. Den Plänen zufolge soll Neustrelitz das Musiktheater und die Tanzkompanie verlieren und auch das Orchester des Theaters Vorpommern soll verkleinert werden. Vom Zusammenschluss der Theater verspricht sich die Landesregierung unter anderem den Abbau von circa 65 Stellen. Bisher haben sowohl der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte als auch die Stadtvertretung Neubrandenburgs, zwei von drei Gesellschaftern der TOG, dem Modell des Kultusministeriums zugestimmt. Die Neustrelitzer Stadtvertretung hatte im März sowohl dieses Modell als auch ein alternatives Solidarmodell abgelehnt, das die Eigenständigkeit der TOG als produzierendes Mehrspartentheater erhalten soll, wegen Landeskürzungen aber ein höheres Risiko für die Kommunen bedeutet.

 

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Schulmuseum Bochum, Nordrhein-Westfalen

Im Schulmuseum Bochum haben Besucher die Möglichkeit, Schule zu erleben, wie sie früher einmal war. Das Museum mit seiner schulhistorischen Sammlung ist in der Bochumer Cruismann-Schule untergebracht. Seit 1989 sind dort Gegenstände aus allen Bereichen des Schullebens verschiedener Epochen zu finden, darunter Pulte und Sitzbänke, Tintenfässer, Lehrhandbücher und Schulchroniken. Zudem gibt es ein detailgetreu nachgestelltes Rektoren- und Lehrerzimmer sowie ein „Klassenzimmer anno 1900“ zu besichtigen. Derzeit ist Publikumsverkehr im Schulmuseum jedoch aufgrund fehlender Brandschutzeinbauten ausgeschlossen. Die Schulhistorische Sammlung kann nicht mehr besichtigt werden und ist damit, nach den ICOM-Kriterien, nicht mehr als „Museum“ einzustufen. Um die Sammlung für die Öffentlichkeit zu erhalten, muss eine neue Unterkunft für das Museum gefunden werden.

 

Stand 2/16

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Saalorgel im Kurhaus Wiesbaden, Hessen

  • Typ/Baujahr: op. 1855 der Fa. Steinmeyer (Oettingen) / 1954
  • Tätigkeitsfeld: Symphonische Orgelkonzerte
  • Finanzierung: Förderverein Kurhausorgel e.V.
  • Homepage: www.kurhausorgel.de

Das Kurhaus Wiesbaden ist eines der wenigen städtischen Veranstaltungsgebäude, in dessen Konzertsaal eine große Orgel steht. Ihre Demontage wurde vor 30 Jahren auf private Initiative hin verhindert und die Orgel wurde danach restauriert. Die Kurhaus Wiesbaden GmbH veranstaltet keine Konzerte. Sie ist auch nicht bereit, Stimm- und Pflegekosten zu bezahlen oder dringend erforderliche Investitionen vorzunehmen zu lassen.
Andere Veranstalter kaufen ihre Konzerte bei Tourneeorchestern, die keinen Organisten beschäftigen. Folglich bieten deren Programme auch keine Orgelmusik an. Der Zweck des Fördervereins Kurhausorgel e.V. ist die ideelle und finanzielle Förderung der Orgelkonzerte im Kurhaus Wiesbaden und die Pflege des Instruments. Zwar wird die Orgel an den vom Förderverein organisierten Tagen der „Offenen Orgel“ eingesetzt, darüber hinaus aber nur noch selten. Damit wird ein ganzer Bereich aus Deutschlands reicher Musikkultur ausgespart und droht in Vergessenheit zu geraten.

 

Stand 02/16

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AKKU – Arbeitskreis Kultur Rhede, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung:2001
  • Tätigkeitsfeld: Erarbeitung und Förderung des städtischen Kulturangebots
  • Finanzierung: Stadt Rhede
  • Homepage: www.akku-rhede.de (nicht mehr verfügbar)

Das Kulturprogramm der im Münsterland gelegenen Stadt Rhede wird gemeinsam vom Arbeitskreis Kultur Rhede (AKKU), der Kulturbeauftragten und dem Kulturbüro erarbeitet. AKKU ist eine von der Stadt ins Leben gerufene offene Interessensgemeinschaft zur Förderung des kulturellen Lebens in Rhede. Ziel ist es, alle kulturellen Einrichtungen und deren Kulturangebote optimal miteinander zu vernetzen. Der AKKU vereint über 38 Kulturträger, zahlreiche kulturinteressierte Bürger als auch Künstler aller Sparten. Er wur­de 2014 für den Deutschen Engagementpreis nominiert. Koordiniert wird die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen von der Kulturbeauftragten. Im Rheder Haupt- und Finanzausschuss wurde nun entschieden, die städtische Personalunterstützung für Kulturveranstaltungen zu streichen. Stimmt der Stadtrat dieser Empfehlung zu, wird der Kulturbeauftragten betriebsbedingt gekündigt werden müssen. Dadurch ist auch die Arbeit des AKKU massiv gefährdet.

 

Stand 02/16

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Neue Philharmonie Westfalen – Landesorchester NRW, Recklinghausen, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1996
  • Tätigkeitsfeld: Orchester
  • Finanzierung: Gelsenkirchen, Recklinghausen, Kreis Unna, Land Nordrhein-Westfalen, Landschaftsverband Westfalen-Lippe
  • Homepage: www.neue-philharmonie-westfalen.de

Das „Eckwertepapier“ des Kultusministeriums Mecklenburg-Vorpommern sieht die Fusion der Theater und Orchester Neubrandenburg / Neustrelitz (TOG) mit dem Theater Vorpommern zu einem sogenannten „Staatstheater Nordost“ vor. Den Plänen zufolge soll Neustrelitz das Musiktheater und die Tanzkompanie verlieren und auch das Orchester des Theaters Vorpommern soll verkleinert werden. Vom Zusammenschluss der Theater verspricht sich die Landesregierung unter anderem den Abbau von circa 65 Stellen. Bisher haben sowohl der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte als auch die Stadtvertretung Neubrandenburgs, zwei von drei Gesellschaftern der TOG, dem Modell des Kultusministeriums zugestimmt. Die Neustrelitzer Stadtvertretung hatte im März sowohl dieses Modell als auch ein alternatives Solidarmodell abgelehnt, das die Eigenständigkeit der TOG als produzierendes Mehrspartentheater erhalten soll, wegen Landeskürzungen aber ein höheres Risiko für die Kommunen bedeutet.

 

Stand 02/16

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Theater Morgenstern, Berlin

  • Gründung: 1994
  • Tätigkeitsfeld: Kinder und Jugendtheater
  • Finanzierung: Kartenverkauf, Sponsoring, Projektförderung
  • Homepage: www.theater-morgenstern.de

Seit bereits 20 Jahren leistet das Theater Morgenstern im Berliner Bezirk Friedenau und darüber hinaus wichtige Kultur- und Bildungsarbeit. Das Kinder- und Jugendtheater empfängt 20.000 Zuschauer in ca. 120 Vorstellungen im Jahr. Das Publikum besteht aus Grundschulklassen, aber auch aus Klassen höherer Stufen und Familien. Die Spielstätte ist der Schlesiensaal im Rathaus Friedenau in Berlin-Schöneberg. Doch nach der Übergabe des Rathauses Friedenau an die landeseigene Berliner Immobilienmanagement Gesellschaft (BIM) soll 2015 das Finanzamt für Fahndung und Strafsachen einziehen. Damit droht dem Theater 2015 der Verlust seiner traditionellen Spielstätte. Der Schlesiensaal soll zwar weiterhin von einem Tanzsportclub genutzt werden können, dem Theater soll er aber nicht mehr zur Verfügung stehen mit der Begründung, das Kinderlachen könnte Arbeitsabläufe behindern. Auch die etablierte Stadtteilbibliothek muss ausziehen. Ohne neue Spielstätte oder den Erhalt der alten, muss das Kinder- und Jugendtheater seinen Spielbetrieb einstellen.

 

Stand 12/15

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Anhaltische Gemäldegalerie Dessau, Sachsen-Anhalt

  • Gründung: 1927
  • Tätigkeitsfeld: Gemäldegalerie
  • Finanzierung: Stadt Dessau-Roßlau
  • Homepage: www.georgium.de

Das Institut für Bildung, Medien und Kunst (IMK) in Lage-Hörste steht vor dem Aus. Zum 31. Dezember 2015 soll die Bildungsstätte von ver.di auf Vorschlag des Bundesvorstandes geschlossen werden. Der Grund sind notwendige Brandschutzmaßnahmen im „Heinrich-Hansen-Haus“, für die mindestens drei Millionen Euro aufgewendet werden müssten. Damit die Bildungsstätte, ein Symbol für Eigeninitiative und kollektives gewerkschaftliches Engagement, erhalten bleiben kann, müssen die Mitglieder des Vereins „Freunde und Förderer der Bildungsstätte Lage-Hörste“ bei der Sitzung des Gewerkschaftsrates vom 11. bis 13. Mai 2015 ein tragfähiges Zukunftskonzept vorlegen. Die Gewerkschaftsmitglieder wollen – wie schon bei der Erbauung des Hauses in den 50er Jahren – bei der Sanierung helfen. Dazu sammeln sie unter anderem Spenden. In Hörste wird seit Jahrzehnten engagierte gewerkschaftspolitische Bildungsarbeit geleistet. Tausende Betriebsräte, Vertrauensleute, Gewerkschafter und Funktionäre haben dort solidarisches Handeln gelernt.

 

Stand 12/15

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Theater Plauen-Zwickau, Sachsen

  • Gründung: 1898 (Vogtland-Theater Plauen), 1826 (Gewandhaus Zwickau)
  • Tätigkeitsfeld: Theater
  • Finanzierung: Städte Plauen, Kulturraum Vogtland Zwickau,
    Eigeneinnahmen
  • Homepage: www.theater-plauen-zwickau.de

Im Jahr 2000 fusionierten das Vogtland-Theater Plauen und das Theater der Stadt Zwickau aus wirtschaftlichen Gründen zum Theater Plauen-Zwickau. Es bietet derzeit vier Sparten an: Musiktheater, Schauspiel, Ballett und Puppentheater. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verzichten bereits seit Jahren auf Lohn, Gehalt und Gage, um das Theater in seiner Vielfalt zu erhalten. Nun planen beide Städte ab 2018 eine drastische Senkung ihrer Zuschüsse, die die Arbeit des Theaters einschneidend beeinträchtigen würde. Es besteht bereits der Vorschlag, bis 2018 Musiktheater, Chor, Orchester und große Teile der künstlerischen Leitung, Technik und Verwaltung abzubauen und ab dann nur noch die Sparten Schauspiel und Puppentheater bzw. alternativ Ballett zu erhalten. Die Petition für den Erhalt des Theater in seinem jetzigen Angebotsumfang finden Sie online unter: www.openpetition.de/petition/online/erhalt-des-4-sparten-theaters-plauen-zwickau-plauen (nicht mehr verfügbar).

 

Stand 12/15

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Museum für Regionalgeschichte, Pönitz, Schleswig-Holstein

  • Gründung: 1987
  • Tätigkeitsfeld: Museum
  • Finanzierung: Mitgliedsbeiträge, Spenden, Mitgliedsbeiträge,
    Eigenleistung, Zuschüsse der Gemeinde
  • Homepage: www.museum-scharbeutz.de

In Pönitz befindet sich das Museum für Regionalgeschichte. Es werden dort geschichtliche und volkskundliche Fundstücke aus der Region von der mittleren Steinzeit bis heute ausgestellt. Zudem sind Zeugnisse aus den vergangenen Epochen der dörflichen Kulturgeschichte zu finden. Das Museum ist der geschichtliche Kulturträger der Region. 60 Prozent der Sammlung wurden bisher auf dem Boden der Gemeinschaftsschule ausgestellt. Das Museum muss diesen räumen, da die Schule vergrößert wird. Der Verein für Regionalgeschichte in der Gemeinde Scharbeutz und Umgebung e.V., Träger des Museums, hat ein neues Konzept für dieses erarbeitet und plant die Sanierung sowie einen Anbau für das Hauptgebäude, sodass die Sammlung unter einem Dach vereint wäre. Im März 2015 soll der Finanzausschuss über die Beschlussvorlage entscheiden. Sollten für das neue Konzept keine Gelder bereitgestellt werden, ist die Arbeit des Museums mittelfristig gefährdet.

 

Stand 12/15

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Mönchguter Museen in Gören auf Rügen, Mecklenburg-Vorpommern

Bei den Mönchguter Museen handelt es sich um einen Museumskomplex, der vier dezentrale Standorte im Ostseebad Göhren umfasst. Die Sammlung besteht aus Ausstellungsstücken zur besonderen Lebensweise der Fischer und Bauern auf der Halbinsel Mönchgut auf Rügen, die viele Jahrhunderte durch die Kultur der Zisterziensermönche geprägt wurde. In den vergangenen 12 Jahren wurden die vier Standorte vom Förderverein der Mönchguter Museen betrieben. Finanziert wurde das Heimatmuseum, der Museumshof, das Rookhus und das Museumsschiff Luise ausschließlich durch Spenden der Mitglieder sowie der Gemeinden auf Mönchgut. Aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen musste der Förderverein Ende Mai 2014 jedoch den Nutzungsvertrag mit der Gemeinde Göhren aufkündigen. Bis Ende September 2014 konnte einzig der Betrieb des Heimatmuseums aufrechterhalten werden. Seit Oktober ist der gesamte Museumskomplex geschlossen. Zur Zeit ringen der Förderverein und die Gemeinde Göhren um eine Lösung.

 

Stand 10/15

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Kultureinrichtungen der Stadt Bonn, Nordrhein-Westfalen

Zur Konsolidierung des Bonner Stadthaushalts plant der Verwaltungsvorstand auch Einsparungen im Kulturbereich. Auf der „Giftliste“ stehen unter anderem die Bonner Außenstelle des Deutschen Museums München sowie das Theater Bonn. Ab dem Haushaltsjahr 2015/16 sollen der Zuschuss für die Außenstelle des Deutschen Museums wegfallen und der Mietvertrag gekündigt werden, wodurch man sich Einsparungen in Höhe von 842.000 Euro jährlich erhofft. Das Theater Bonn soll bis 2023 rund acht Millionen Euro einsparen. Hier spricht sich der Verwal­tungsrat für die Aufgabe der Godesberger Kammerspiele zugunsten des Erhalts der Beueler Bühnen aus. Kürzungen stehen darüber hinaus auch dem Beethoven-Orchester sowie einigen Stadtteilbüchereien ins Haus. So soll es künftig in jedem Bezirk nur noch eine städtische Bücherei geben. Betroffen ist zudem auch die Freie Kulturszene. Die Zuwendungen für das Euro-Theater-Central, das Frauenmuseum und das Kleine Theater in Bad Godesberg sollen ab 2019 gestrichen werden.

 

Stand 10/15

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Hofgarten-Saal, Kulturgemeinschaft Oberallgäu (KGO), Immenstadt, Bayern

  • Gründung: 1968
  • Tätigkeitsfeld: Theater, Symphoniekonzert, Kunstausstellung
  • Finanzierung: Eintrittsgelder, Förderbeiträge, Zuschüsse der
    Kommunen
  • Homepage: www.kulturgemeinschaft-oberallgaeu.de

Die Kulturgemeinschaft Oberallgäu e.V. (KGO) bespielt seit fast 50 Jahren den Hofgarten-Saal in Immenstadt und bietet ein vielseitiges und anspruchsvolles Theaterprogramm sowie ein Symphoniekonzert. Im Zuge der „Reduktion freiwilliger Leistungen“, die dem Hauptausschuss des Stadtrats Mitte September 2014 seitens der Verwaltung zur Abstimmung vorgelegt wurde, sollen die Mittel für die Kulturgemeinschaft Oberallgäu e.V. in Höhe von insgesamt 35.000 Euro komplett gestrichen werden. Um das kulturelle Theaterangebot im ländlichen Raum weiterhin zu garantieren und die fehlenden Ressourcen nicht nur mit der Anhebung von Abo- und Eintrittspreisen ausgleichen zu müssen, sucht die Kulturgemeinschaft Oberallgäu e.V. nun weiter nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten und Förderern. Aber es wird schwer, diese Summe zu kompensieren.

 

Stand 10/15

3

 

Aufnahme

2

Jugendtheaterbüro Berlin (JTB), Berlin

Das Jugendtheaterbüro Berlin (JTB) bringt alltags- und gesellschaftskritische Themen in Form von Theater- und Musikprojekten mit Jugendlichen auf die Bühne. Gemeinsam mit Refo Moabit, der Cantorei an der Reformationskirche und dem Christburg-Campus bildet das JTB die „REFOrmations-commUNITY“, die den „reformationsCAMPUS“ zu einem kulturellen, politischen und spirituellen Erlebnisort machen will. Um den seitens der Evangelischen Landessynode geplanten Abriss und damit die Schließung des JTB zu verhindern, hat die „REFOrmations-commUNITY“ ein Konzept vorgelegt, das unter anderem die Übertragung der Gebäude auf 99 Jahre Erbpacht für einen symbolischen Betrag vorsieht. Damit soll die inhaltliche Arbeit der Vereine langfristig gesichert werden. Der Vorschlag fand den grundsätzlichen Zuspruch der Landessynode. Sollte das Konzept jedoch nicht angenommen werden, ist nicht nur der Erhalt des Jugendtheaterbüros gefährdet.

 

Stand 10/15

2

 

Aufnahme

3

Theater am Winterfeldplatz, Hans Wurst Nachfahren, Berlin

Seit 1993 finden die Vorführungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene des 1981 gegründeten Puppentheaters Hans Wurst Nachfahren in dem Haus am Winterfeldplatz statt. Das Theater ist inzwischen eng in der Nachbarschaft verwurzelt. Das private Gebäude wurde Anfang der 90er-Jahre, finanziert von der Berliner Senatsverwaltung, eigens zu diesem Zweck umgebaut, mit der Auflage, es 20 Jahre als Spielstätte zu nutzen. Ende 2013 endete diese Frist und auch das Gebäude wurde an einen neuen Besitzer verkauft. Der Senat hat die Möglichkeit, die Immobilie selbst zu erwerben, nicht genutzt. Mieterin blieb weiterhin das Land Berlin. Der zunächst um ein Jahr verlängerte Mietvertrag läuft nun jedoch Ende 2014 aus und der aktuelle Besitzer hat andere Pläne mit der Immobilie. Es konnte inzwischen zwar erreicht werden, dass das Theater seinen Spielbetrieb bis zum Ende der Saison 2014/2015 fortsetzen darf, aber danach muss das Puppentheater seine Türen schließen.

 

Stand 08/15

4

 

Aufnahme

1

Studiengang Kirchenmusik der Hochschule für Künste, Bremen

  • Gründung: 1873
  • Tätigkeitsfeld: Orgel- und Chormusik (ev./kath. Kirchenmusik)
  • Finanzierung: Hochschule, ev. und kath. Kirche anteilig
  • Homepage: www.hfk-bremen.de

An der Hochschule für Künste Bremen werden Musiker, Künstler und Designer ausgebildet. Im Fachbereich Musik können die Studiengänge Künstlerische Ausbildung, Musikerziehung und Kirchenmusik besucht werden. Durch den Anfang August vom Bremer Senat beschlossenen „Wissenschaftsplan 2020“, durch den die Bremer Hochschulen Planungssicherheit erhalten und „effizientere“ Forschungsschwerpunkte gesetzt werden sollen, ist nun die Existenz einzelner Studiengänge wie die des Studiengangs Kirchenmusik an der HfK bedroht. Die HfK muss die Notwendigkeit und Finanzierbarkeit des Studienangebots Kirchenmusik überprüfen. Da die im „Wissenschaftsplan“ vorgesehenen Mittel nicht ausreichen werden, das Studienangebot der HfK aufrecht zu erhalten, befürchtet die Hochschule, dass der Studiengang eingestellt werden muss. Wegfallen würden anderthalb Professoren-Stellen für Orgelmusik und Chorleitung sowie zahlreiche ergänzende Lehraufträge. Studierende und Hochschule kritisieren die Pläne des Senats seit Monaten.

 

Stand 08/15

0

 

Aufnahme

1

Zollmuseum Friedrichs, Aachen, Nordrhein-Westfalen

Das Zollmuseum Friedrichs in Aachen bangt um seine Existenz. Auf über 20 Räume verteilt bietet es den interessierten Museumsbesuchern rund 3.000 Exponate dar, die die im wahrsten Sinne des Wortes Grenz-Erfahrungen möglich machen.
Das Museum liegt in unmittelbarer Nähe zur niederländischen Grenze. Bereits seit Jahren kämpfen die ehrenamtlichen Betreiber, allen voran der ehemalige Zolloberamtsrat Kurt Cremer, für den Erhalt des Museums, das über eine einzigartige zollgeschichtliche Sammlung verfügt. Es gehört zu den Museen der Stadt Aachen. Ein Teil der Exponate, die das „Herzstück“ der Sammlung darstellen, gehört zur Erbmasse des verstorbenen Museumsgründers. Der darauf entfallende Pflichtanteilsanspruch, den seine Kinder nunmehr geltend machen, hat einen Schätzwert von 31.500 Euro. Die Stadt Aachen sieht sich nicht in der Lage, neben den laufenden Kosten auch noch diesen Betrag aufzubringen.

 

Stand 08/15

3

 

Aufnahme

3

Stadtbücherei Wedel, Schleswig-Holstein

  • Gründung: 1904
  • Tätigkeitsfeld: Leseförderung, Vermittlung von Medienkompetenz, lebenslanges Lernen, freier Informationszugang, Kommunikationsort
  • Finanzierung: Stadt Wedel und Zuschüsse des landesweiten Büchereivereins
  • Homepage: www.stadtbuecherei.wedel.de

In der Stadtbibliothek Wedel gelten ab September verkürzte Öffnungszeiten. Grund dafür sind Sparzwänge der Stadt Wedel. Der Medienetat wurde um 10 Prozent verringert und die Gebühren zum Teil verdoppelt. Zudem ist eine halbe Stelle eingespart worden. Auf die Besucherzahlen hatten diese Sparmaßnahmen bislang glücklicherweise keine negativen Auswirkungen. Pro Jahr besuchen etwa 114.000 Menschen die Bibliothek, die für sie 75.000 Medien bereithält. Im September wird sich die ohnehin angespannte Situation der Wedeler Stadtbibliothek weiter zuspitzen. Zwei Mitarbeiter gehen in den Ruhestand. Aufgrund des Einstellungsstopps werden diese Stellen vorerst nicht neu besetzt, was eine Kürzung der Öffnungszeiten um zwei Tage nach sich zieht. Nach der Sommerpause steht zudem die Haushaltsdebatte an. Weitere Personalkürzungen und Einschnitte in den Öffnungszeiten sind zu befürchten, zudem steht die Existenz der zugehörigen Schulbüchereien zur Debatte.

 

Stand 08/15

4

 

Aufnahme

2

Institut für Klassische Archäologie der Universität Leipzig, Sachsen

  • Institutionalisierung: 1874, Neugründung 1991
  • Tätigkeitsfeld: Institut für Klassische Archäologie
  • Finanzierung: Freistaat Sachsen
  • Homepage: www.uni-leipzig.de/antik

Die Tradition des Instituts für Klassische Archäologie, welches 1968 geschlossen und 1991 wieder aufgebaut wurde, geht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Die Universität Leipzig ist die einzige Hochschule in Sachsen, die wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich der Archäologie ausbildet. Im Januar dieses Jahres wurde die Streichung von 3,25 Stellen, die bis spätestens 2017 auslaufen und nicht wiederbesetzt werden, bekannt gegeben. Damit ist das Institut akut von der Schließung bedroht. Dies geschieht im Rahmen der Umsetzung der Sparbeschlüsse der Landesregierung im Bereich der Hochschulen des Freistaates Sachsen. Wenn kein Lehrbetrieb im Bereich Archäologie mehr stattfindet, steht auch die Zukunft des an das Institut angeschlossenen Antikenmuseums zur Debatte, das im Oktober 2014 den 20. Jahrestag seiner Wiedereröffnung begeht. Neben der Skulpturensammlung in Dresden ist es das einzige Museum in Sachsen, das der Hinterlassenschaft der antiken Mittelmeerwelt gewidmet ist.

 

Stand 06/15

1

 

Aufnahme

1

Kulturzentrum Kaminwerk, Memmingen, Bayern

  • Gründung: 2005
  • Tätigkeitsfeld: Kulturzentrum
  • Finanzierung: Eigenmittel, städtische Zuschüsse
  • Homepage: www.kaminwerk.de

Das Kaminwerk, ein multifunktionales Kultur- und Veranstaltungszentrum im Allgäu, droht mit seiner Schließung im Sommer, falls die Stadt nicht maßgeblich in Infrastruktur und Betrieb investiert. Zwar hat diese im Jahr 2005 die für die kulturelle Umnutzung der ehemaligen Fabrikhalle erforderlichen Umbaumaßnahmen von knapp 1 Million Euro übernommen – der Betrieb der Einrichtung muss sich aber jeher nahezu komplett selbst tragen. Nach nunmehr knapp zehn Jahren ist das Betreiber-Trio, das inzwischen knapp 40 Mitarbeiter als geringfügig Beschäftigte, Azubis, Praktikanten und Freelancer beschäftigt, nicht mehr bereit, die längst meistfrequentierte Kultureinrichtung Memmingens nebenberuflich und mit hohem ehrenamtlichem Engagement weiter zu führen.
Über 3.000 Unterstützer sind inzwischen durch eine Petition zusammen gekommen, die dort weiterhin gerne unterschiedlichste Künstler auf der Bühne sehen würden.

 

Stand 06/15

4

 

Aufnahme

3

Museum Reichenfels, Hohenleuben, Thüringen

  • Gründung: 1950
  • Tätigkeitsfeld: Museum
  • Finanzierung: Stadt Hohenleuben, Vogtländische Altertumsforschende
    Verein zu Hohenleuben
  • Homepage: www.museum-reichenfels.de

Das Zollmuseum Friedrichs in Aachen bangt um seine Existenz. Auf über 20 Räume verteilt bietet es den interessierten Museumsbesuchern rund 3.000 Exponate dar, die die im wahrsten Sinne des Wortes Grenz-Erfahrungen möglich machen.
Das Museum liegt in unmittelbarer Nähe zur niederländischen Grenze. Bereits seit Jahren kämpfen die ehrenamtlichen Betreiber, allen voran der ehemalige Zolloberamtsrat Kurt Cremer, für den Erhalt des Museums, das über eine einzigartige zollgeschichtliche Sammlung verfügt. Es gehört zu den Museen der Stadt Aachen. Ein Teil der Exponate, die das „Herzstück“ der Sammlung darstellen, gehört zur Erbmasse des verstorbenen Museumsgründers. Der darauf entfallende Pflichtanteilsanspruch, den seine Kinder nunmehr geltend machen, hat einen Schätzwert von 31.500 Euro. Die Stadt Aachen sieht sich nicht in der Lage, neben den laufenden Kosten auch noch diesen Betrag aufzubringen.

 

Stand 06/15

4

 

Aufnahme

2

Stadtteilbiliothek Großauheim, Hanau, Hessen

26.000 Bücher, Hörbücher und CDs erwarten die Nutzerinnen und Nutzer der Stadtteilbibliothek in Großauheim. Die benachbarte St. Josef-Schule nutzt die Bücherei als Schulbibliothek. Unter anderem gehören einige Mütter der dortigen Schüler zu den vielen Ehrenamtlichen, die die Arbeit in der Bibliothek unterstützen. Derzeit gibt es zwei hauptamtliche Mitarbeiter. Allerdings treffen die Sparmaßnahmen der Stadt Hanau im Zuge des hessischen Rettungsschirms auch die Stadtteilbibliothek Großauheim. Die Zweigstelle der Stadtbibliothek Hanau soll zum 1. Januar 2015 in die Trägerschaft eines Fördervereins in Verbindung mit der St. Josef-Realschule übergehen und muss ohne städtisches Personal den Betrieb gewährleisten. Dieses wird in der im September 2015 neu zu eröffnenden Stadtbibliothek auf dem Freiheitsplatz tätig sein. Die neue Stadtbibliothek wird eine Fläche von rund 6.000 qm umfassen.

 

Stand 06/15

4

 

Aufnahme

2

Kulturfabrik Salzmann, Kassel, Hessen

  • Gründung: 1987
  • Tätigkeitsfeld: Soziokulturelles Zentrum
  • Finanzierung: Stadt Kassel, Land Hessen, Spenden, Sponsoring,
    Europäischer Sozialfonds
  • Homepage: www.kulturfabrik-kassel.de

Seit 1987 leistet das Soziokulturelle Zentrum Kulturfabrik Salzmann in ihren Veranstaltungsräumen in der ehemaligen Schwerweberei Salzmann & Comp. Kulturarbeit für Kassel und die Region Nordhessen. Zum 30. September 2012 wurde allen Mietern gekündigt, um das Gebäude nach einer Totalsanierung in ein sog. Technisches Rathaus umzuwandeln. Ende 2012 wurde der Kulturfabrik per Magistratsbeschluss garantiert, wieder Räume im Gebäude beziehen zu können. Nun sind jedoch die Sanierungs- und Umbaupläne gescheitert und das Industriedenkmal verwahrlost zunehmend. Die Kulturfabrik ist seit der Kündigung in Ersatzräumen untergebracht, diese sind jedoch auf Dauer nicht sinnvoll nutzbar, das eigentliche Programm kann dort nicht in vollem Umfang umgesetzt werden. Das von Kulturschaffenden gegründete Kulturfabrik-Salzmann-Forum will Möglichkeiten zur Rettung der Salzmannfabrik und zur kulturellen Nutzung zumindest von Teilen des Gebäudes finden.

 

Stand 05/15

2

 

Aufnahme

2

Museum Burg Ranis, Thüringen

  • Gründung: 1956
  • Tätigkeitsfeld: Museum
  • Finanzierung: Stadt Ranis
  • Homepage: www.stadt-ranis.de

Das Kaminwerk, ein multifunktionales Kultur- und Veranstaltungszentrum im Allgäu, droht mit seiner Schließung im Sommer, falls die Stadt nicht maßgeblich in Infrastruktur und Betrieb investiert. Zwar hat diese im Jahr 2005 die für die kulturelle Umnutzung der ehemaligen Fabrikhalle erforderlichen Umbaumaßnahmen von knapp 1 Million Euro übernommen – der Betrieb der Einrichtung muss sich aber jeher nahezu komplett selbst tragen. Nach nunmehr knapp zehn Jahren ist das Betreiber-Trio, das inzwischen knapp 40 Mitarbeiter als geringfügig Beschäftigte, Azubis, Praktikanten und Freelancer beschäftigt, nicht mehr bereit, die längst meistfrequentierte Kultureinrichtung Memmingens nebenberuflich und mit hohem ehrenamtlichem Engagement weiter zu führen.
Über 3.000 Unterstützer sind inzwischen durch eine Petition zusammen gekommen, die dort weiterhin gerne unterschiedlichste Künstler auf der Bühne sehen würden.

 

Stand 05/15

4

 

Aufnahme

1

plan Architektur Biennale, Köln, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1999
  • Tätigkeitsfeld: Architekturfestival
  • Finanzierung: Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und
    Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Stadt Köln, Sponsorengelder
  • Homepage: www.plan-project.com

1999 als internationales Forum aktueller Architektur gegründet, wechselte die Ausstellungs- und Veranstaltungswoche 2011 in einen Biennale-Rhythmus unter dem Namen „plan – Architektur Biennale Köln“. In Exkursionen, Workshops, Projekten, Diskussionen und Prästationen werden dem Publikum Architektur- und Stadtentwicklungsthemen näher gebracht. „plan“ richtet sich an ein breites Publikum und greift die Fragen und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger auf. „Architektur im Kontext: Entwicklung urbaner Lebensräume jenseits von Masterplan und Fassadendiskussion“ lautet das Thema in diesem Jahr, doch ob „plan“ überhaupt stattfinden kann ist unklar. Die Existenz des Architekturfestivals ist gefährdet, da das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen die Fördermittel gestrichen hat und das, obwohl Minister Michael Groschek weiterhin der Schirmherr der Architektur Biennale ist.

 

Stand 05/15

1

 

Aufnahme

1

Impulse Theater Biennale, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1990
  • Tätigkeitsfeld: Theaterfestival
  • Finanzierung: NRW KULTURsekretariat, Kunststiftung NRW, Sparkasse KölnBonn, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW, Städte Bochum, Düsseldorf, Köln und Mülheim an der Ruhr
  • Homepage: www.festivalimpulse.de

Seit mehr als 20 Jahren zeigt das Theaterfestival „Impulse“ die wichtigsten freien Theaterproduktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zahlreiche weithin bekannte Künstlerpersönlichkeiten und Gruppen wurden und werden dort erstmals einer breiteren und vor allem internationalen Öffentlichkeit vorgestellt. Veranstaltet wird das biennal stattfindende Festival der freien Theaterszene vom NRW KULTURsekretariat in Verbindung mit den Städten Bochum, Düsseldorf, Köln und Mülheim an der Ruhr. Nun hat die Kunststiftung NRW ihre Förderung für das Festival gestrichen. Grund dafür ist eine Neuorientierung der Stiftung bei der Förderung der freien Theaterkultur, es soll vermehrt die freie Theaterszene vor Ort gefördert werden. Damit ist jedoch der Fortbestand von „Impulse“ akut gefährdet. Mindestens 800.000 Euro wären nötig, um das Festival durführen zu können, ein Betrag, der ohne die Mittel der Kunststiftung NRW nur schwerlich zustande kommen wird.

 

Stand 07/14

1

 

Aufnahme

1

Johannes-Bobrowski-Bibliothek, Berlin-Friedrichshagen

  • Gründung: 1901
  • Tätigkeitsfeld: Stadtteilbibliothek
  • Finanzierung: Bezirksamt Treptow-Köpenick
  • Homepage: www.sb-tk.de

Nach umfangreicher Sanierung des Gebäudes wurde die Bibliothek in Berlin Friedrichshagen in ihrer heutigen Form am 29.9.2003 eröffnet. 2005 wurde der Bibliothek der Name des Schriftstellers Johannes Bobrowski (1917-1965) verliehen, der mit seiner Familie bis zu seinem Tod in Friedrichshagen lebte. In den Bibliotheksräumen kann eine kleine Ausstellung über den Schriftsteller besucht und ein großer Teil seiner Werke entliehen werden. Neben Internetzugang für die Besucher und Recherchemöglichkeit im Bibliotheksnetz sowie im Munzinger-Archiv hat die Bibliothek besonders für die umliegenden Schulen Bedeutung, u.a. werden regelmäßig Bibliothekseinführungen für Schüler und Kita-Gruppen angeboten. Nun sollen Mitarbeiterstellen bei den Bibliotheken des Stadtbezirks Treptow-Köpenick abgebaut werden. Hintergrund ist der Plan des Berliner Senats, bis 2016 in Treptow-Köpenick 309 Stellen in der Verwaltung zu streichen. Dieser Stellenabbau könnte die Bibliothek akut gefährden.

 

Stand 03/15

2

 

Aufnahme

2

Schleswig-Holsteinische Landestheater/Sinfonieorchester, Schleswig-Holstein

  • Gründung: 1974
  • Tätigkeitsfeld: Theater
  • Finanzierung: Land, Gesellschafterverbund, Eigeneinnahmen
  • Homepage: www.sh-landestheater.de

Die 1974 gegründete Landestheater GmbH versorgt neben ihren drei Stammhäusern in Schleswig, Rendsburg und Flensburg den gesamten nordwestlichen Landesteil mit Musiktheater, Ballett, Schauspiel, Konzerten, Jugend- und Puppentheater. Das Stammhaus in Schleswig ist seit 2011 wegen Einsturzgefahr geschlossen. Als Aufführungsort kann zwar vorübergehend eine Ausweichspielstätte genutzt werden, diese ist jedoch nur für Sprechtheater geeignet. Im Dezember vergangen Jahres stimmte der Schleswiger Stadtrat vorerst gegen den geplanten Neubau eines Theatersaals. Ohne diese Spielstätte fehlen jährlich ca. 200.000 Euro Einnahmen und damit droht innerhalb der kommenden Jahre die Insolvenz. Kulturministerin Anke Spoorendonk hat nun erklärt, die Finanzierungslücke für den Neubau schließen zu wollen. Damit könnte der Finanzierungsanteil der Stadt Schleswig auf 5 Mio Euro begrenzt werden. Die endgültige Entscheidung für den Neubau steht jedoch noch aus.

 

Stand 03/15

2

 

Aufnahme

2

Bona-Peiser-Bibliothek, Berlin-Kreuzberg

  • Gründung: 1964
  • Tätigkeitsfeld: Stadtteilbibliothek
  • Finanzierung: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
  • Homepage: www.berlin.de/citybibliothek

Seit 1964 existiert die Stadtteilbibliothek des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. 1994 erhielt die Bücherei den Namen von Bona Peiser, der ersten deutschen Bibliothekarin und Mitbegründerin der ersten öffentlichen Lesehalle in Berlin. Die Bibliothek bietet auf rund 250 qm ca. 21.600 Medien zur Ausleihe. Schwerpunkt ist das Kriminal-Kabinett. Die Bibliothek wird regelmäßig von Kitagruppen und Grundschulklassen besucht. Nun soll sie am 1.9.2014 geschlossen werden. Grund dafür ist der vom Berliner Senat geforderte Personalabbau. Der Bezirk muss 138 Stellen sparen, davon fallen 4,69 Vollzeitäquivalente und eine Altersteilzeit-Stelle in den Bereich der Bibliotheken. Auf die Stadtteilbibliothek entfallen derzeit 3,8 Vollzeitäquivalente. Auch etwa 30.000 Euro an Miete und Betriebskosten sollen 2015 für die Räume gespart werden. Die Bestände der Bücherei sollen in der ca. 1,5 km entfernten Mittelpunktbibliothek des Bezirks untergebracht werden.

 

Stand 03/15

4

 

Aufnahme

4

Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig

  • Gründung: 1994
  • Tätigkeitsfeld: Institut für Theaterwissenschaft
  • Finanzierung: Freistaat Sachsen
  • Homepage: www.uni-leipzig.de/~thea

Das seit 20 Jahren bestehende Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig ist bezüglich der Drittmitteleinwerbung und internationalen Vernetzung bestens aufgestellt. Die dortigen Studiengänge zählen zu den am meisten nachgefragten der Fakultät. Dennoch hat das Rektorat der Universität Leipzig im Januar die Streichung von 5 Stellen bis 2020 des Instituts bekanntgegeben. Das läuft faktisch auf eine Schließung des Instituts hinaus. Als Grund dafür werden die Sparauflagen des Landes Sachsen genannt. Das sächsische Wissenschaftsministerium fordert von der Universität bis 2016 72 Stellen und bis 2020 200 Stellen zu streichen. Als Begründung wird eine Fehlprognose von 2009/10 angeführt, die sinkende Studentenzahlen vorhersah. Wird das Institut geschlossen kann in den neuen Ländern Theaterwissenschaft nicht mehr studiert werden. Eine Petition für den Erhalt des Instituts finden Sie online unter: http://www.change.org/de/Petitionen/tw-in-le-muss-bleiben

 

Stand 05/16

4

 

Aufnahme

1

Deutsches Fernsehballett, Mitteldeutscher Rundfunk

  • Gründung: 1962
  • Tätigkeitsfeld: Fernsehballett
  • Finanzierung: Aufträge des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der
    Privatwirtschaft
  • Homepage: www.deutsches-fernsehballett.de

Das Fernsehballett wurde im Jahr 1962 im Auftrag des Deutschen Fernsehfunks der DDR gegründet. Nach der Wiedervereinigung wurde es vom neugegründeten Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) übernommen und war von da an fester Bestandteil des MDR-Programms. Das Fernsehballett wirkte in zahlreichen Fernsehshows mit. 1999 übertrug der öffentlich-rechtliche Sender seine Anteile an die Drefa-Holding, eine Tochtergesellschaft. Im Februar 2012 kaufte der Berliner Fernsehproduzent Peter Wolf den Mehrheitsanteil der Drefa-Holding am Fernsehballett auf. Seitdem ist das Deutsche Fernsehballett also in privater Hand und wird von den Sendern nur noch gebucht.
Im November 2013 wurde bekannt, dass das Fernsehballett seinen Betrieb Ende März 2014 wegen Auftragsmangels einstellen muss. Peter Wolf will nun den MDR auf Schadensersatz verklagen, da angeblich Auftritte für das Jahr 2014 in MDR-und ARD-Sendungen zugesagt wurden.

 

Stand 01/15

4

 

Aufnahme

1

Kulturwerk Riesa, Sachsen

  • Gründung: 1991
  • Tätigkeitsfeld: Soziokulturelles Zentrum
  • Finanzierung: Stadt Riesa, Landkreis Meißen, Kulturraum, Bund, Spenden, Sponsoring, Eigenmittel, Projektförderungen
  • Homepage: www.kulturwerk-riesa.de

Das Kulturwerk Riesa ist aus dem 1991 gegründeten ElBimbo Jugendpflege hervorgegangen. Der Soziokulturelle Verein hält mit der Wechselbühne, dem Mehrgenerationenhaus/Kulturwerkstatt ART, dem Offenen Jugendhaus und dem Offenen Bücherschrank ein vielfältiges Angebot an Kursen sowie Veranstaltungen im Bereich der darstellenden und bildenden Künste bereit. Das Kulturwerk Riesa, der bisher durch die Stadt Riesa mit ca. 50 Prozent seines Gesamthaushaltes finanziell unterstützt wurde, ist als wichtiger Akteur im Bereich Kultur und Soziokultur und im kulturellen Leben der Region fest etabliert. Im Zuge einer anstehenden Haushaltslücke von 3 Millionen Euro plant die Stadt nun dem soziokulturellen Verein sämtliche Fördermittel ab 2014 zu streichen – in Summe 201.000 Euro. Dies hätte die Schließung all seiner Einrichtungen zur Konsequenz. Eine Petition für den Erhalt des Kulturwerks Riesa finden Sie online unter: https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-die-erhaltung-der-kulturlandschaft-riesas.

 

Stand 01/15

0

 

Aufnahme

1

Museen und Bibliotheken der Stadt Gera, Thüringen

  • Tätigkeitsfeld: Museen und Bibliotheken (Stadt- und Regionalbibliothek, Dix-Haus, Orangerie, Museum für Angewandte Kunst, Naturkundemuseum und Stadtmuseum)
  • Finanzierung: Stadt Gera, institutionelle Zuschüsse Land Thüringen
  • Homepage: www.gera.de

Nach einem Veto des Stadtrates gegen den Nachtragshaushalt und dem damit verbundenen Konsolidierungskonzept, verhing Geras Oberbürgermeisterin Viola Hahn einen Ausgabenstopp bei den freiwilligen Ausgaben, sodass am 7.11.2013 alle Bibliotheken und Museen der Stadt bis auf Weiteres schließen mussten. Dabei handelt es sich um die Stadt- und Regionalbibliothek und die Zweigbibliothek in Lusan sowie die fünf städtischen Museen. Einen Nachtragshaushalt genehmigt das Landesverwaltungsamt nur im Paket mit einem Sparkonzept. Dieses beinhaltete bisher unter anderem die Erhöhung der Eintrittsgelder für die Museen und eine Einschränkung der Öffnungszeiten. Einen Tag später wurde die Schließung wieder aufgehoben, man habe sich im Stadtrat angenähert. Das Sparvolumen bleibt erhalten, über die Sparmaßnahmen wird weiter diskutiert. Zudem soll nun der Standort des Museums für angewandte Kunst aufgegeben und die Sammlungen ins Kunstmuseum übertragen werden.

 

Stand 01/15

3

 

Aufnahme

3

Kultureinrichtungen in Krefeld, NRW

  • Tätigkeitsfeld: Kultureinrichtungen
  • Finanzierung: Stadt Krefeld
  • Homepage: Liste der geplanten Kürzungen hier

Die kreisfreie Stadt Krefeld, gelegen am linken Niederrhein, steht unter erheblichem Spardruck. Die geplanten Kürzungen für Kultur und Soziales führen bei Bewohnern und Kultureinrichtungen teilweise zu erheblichen Protesten. Die angedachten Einsparungen betreffen u.a. die Kulturfabrik, Krefelder Musiker Initiative, Theater am Marienplatz, Rosenmontagszug, Kunst in Krefeld und den Verein für Heimatkunde. Viele Einrichtungen sollen 10-prozentige Kürzungen und mehr unterworfen werden. Die Ausgaben für den Künstlerverein Kunst in Krefeld sollen ebenso komplett gestrichen werden, wie die für das Frauenkulturbüro NRW. Von Planungssicherheit, geschweige denn von Perspektive, kann bei den meisten Krefelder Kunst- und Kultureinrichtungen momentan nicht die Rede sein. Erste Reaktionen auf das Sparvorhaben forderte den Groll der Kulturszene heraus. So heißt es etwa in der Stellungnahme von Kultur in Krefeld, dass der „entstehende Schaden dabei in keinem Verhältnis zu dem momentan zu erzielenden minimalem Sparerfolg“ steht.

 

Stand 01/15

2

 

Aufnahme

2

Archiv Frau Und Musik, Frankfurt am Main, Hessen

  • Gründung: 1979
  • Tätigkeitsfeld: Sammlung, Sicherung und Veröffentlichung der kreativen Leistungen von Komponistinnen
  • Finanzierung: Land Hessen, Kulturamt der Stadt Frankfurt
  • Homepage: www.archiv-frau-musik.de

Das Archiv „Frau und Musik“ ist eine internationale Forschungsstätte und widmet sich seit über 30 Jahren der Förderung von Komponistinnen, ihrer Arbeit und ihrer Werke. Es kümmert sich um die Sammlung, Sicherung und Veröffentlichung der kreativen Leistungen von Komponistinnen. Mit seinen ca. 20.000 Medieneinheiten ist das Archiv das umfangreichste internationale Komponistinnen-Archiv weltweit. Die Zeitschrift des Archivs „VivaVoce“ ist die einzige deutsche Fachzeitschrift zum Thema Komponistinnen und Interpretinnen. Finanziert wird die Einrichtung bisher vom Land Hessen und dem Kulturamt der Stadt Frankfurt. Nun hat Letztere jedoch für 2014 die Streichung aller bisherigen Mittel angekündigt. Dies bedeutet eine Einstellung der Hälfte der institutionellen Förderung und so ist die Weiterführung der bisherigen erfolgreichen Arbeit akut bedroht. Eine Petition gegen die Kürzungen finden Sie online unter: www.openpetition.de/petition/online/keine-einstellung-der-foerderung-fuer-das-archiv-frau-und-musik-durch-die-stadt-frankfurt-am-main

 

Stand 11/15

1

 

Aufnahme

2

Filmfestival Münster, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1981
  • Tätigkeitsfeld: Internationales Filmfestival mit Wettbewerben, internationaler Jury und Ausstellung
  • Finanzierung: Land NRW (18 Prozent), Filmstiftung NRW (15 Prozent), Stadt Münster (12,6 Prozent), 50 Prozent Sponsoring durch Privatwirtschaft
  • Homepage: www.muenster.org/filmwerkstatt/filmfestival/15

Im Oktober fand das 15. Filmfestival Münster statt. 1981 startete das von der Filmwerkstatt Münster gegründete Festival, das damals noch ausschließlich Kurzfilme zeigte, unter dem Namen „Filmzwerge“. Inzwischen findet es alle zwei Jahre jeweils im Herbst der ungeraden Jahre statt und ist zu einem renommierten Festival mit internationaler Jury herangewachsen. Mit dem Programm verfolgen die Organisatoren einen hohen künstlerischen Anspruch. Bei der Filmauswahl geht es nicht um einfache Unterhaltung, sondern es werden dem Publikum auch sperrige Filmkunstformen vorgesetzt. Trotz des Publikumserfolges ist die Zukunft des Filmfestivals Münster nun durch regressive bzw. stagnierende öffentliche Förderung sowie mangelndes Engagement der Privatwirtschaft bedroht. Aus diesem Grund musste die Filmwerkstatt Münster bei der diesjährigen Festivalausgabe, die entstandene Finanzlücke selbst schließen und steht nun in den roten Zahlen.

 

Stand 11/15

2

 

Aufnahme

2

Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe, Außenstelle Freiburg, BW

  • Gründung: 1949 als eigenständige Freiburger Kunstakademie des Landes Baden, 1956 Vereinigung Baden und Württemberg und Anschluss der Freiburger Akademie als „Außenstelle“ an die Kunstakademie Karlsruhe
  • Tätigkeitsfeld: Kunsthochschule
  • Finanzierung: Land Baden-Württemberg, Räumlichkeiten: Stadt Freiburg
  • Homepage: www.kunstakademie-karlsruhe.de

Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe mit ihrem Ausbildungsschwerpunkt im Bereich der freien Kunst sowie der Kunsterziehung für die gymnasiale Oberstufe unterhält in Freiburg eine Außenstelle mit zwei Klassen. Es werden dort derzeit knapp 50 Studierende unterrichtet. Der Rechnungshof des Landes Baden-Württemberg machte im Juli dieses Jahres den Vorschlag, die beiden Klassen der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe in Freiburg aufzugeben und nach Karlsruhe zu verlagern. Der Freiburger Gemeinderat hält eine Schließung der Außenstelle für kulturpolitisch falsch und hat am 24. September 2013 einstimmig eine Resolution für den Erhalt der Außenstelle verabschiedet. Die Resolution finden Sie online unter: http://goo.gl/jS3o3P. Die Akademie gehört zum kulturellen Profil Freiburgs, ihre Schließung würde einen großen Verlust für die kulturelle Szene der Stadt und des Dreiländerecks bedeuten.

 

Stand 11/15

1

 

Aufnahme

1

Anhaltisches Theater Dessau, Sachsen-Anhalt

  • Gründung: 1794
  • Tätigkeitsfeld: Mehrspartentheater
  • Finanzierung: Stadt Dessau-Roßlau, Land Sachsen-Anhalt, Einnahmen
  • Homepage: www.anhaltisches-theater.de

Die kreisfreie Stadt Krefeld, gelegen am linken Niederrhein, steht unter erheblichem Spardruck. Die geplanten Kürzungen für Kultur und Soziales führen bei Bewohnern und Kultureinrichtungen teilweise zu erheblichen Protesten. Die angedachten Einsparungen betreffen u.a. die Kulturfabrik, Krefelder Musiker Initiative, Theater am Marienplatz, Rosenmontagszug, Kunst in Krefeld und den Verein für Heimatkunde. Viele Einrichtungen sollen 10-prozentige Kürzungen und mehr unterworfen werden. Die Ausgaben für den Künstlerverein Kunst in Krefeld sollen ebenso komplett gestrichen werden, wie die für das Frauenkulturbüro NRW. Von Planungssicherheit, geschweige denn von Perspektive, kann bei den meisten Krefelder Kunst- und Kultureinrichtungen momentan nicht die Rede sein. Erste Reaktionen auf das Sparvorhaben forderte den Groll der Kulturszene heraus. So heißt es etwa in der Stellungnahme von Kultur in Krefeld, dass der „entstehende Schaden dabei in keinem Verhältnis zu dem momentan zu erzielenden minimalem Sparerfolg“ steht.

 

Stand 11/15

3

 

Aufnahme

2

Elfenbeinmuseum Erbach, Hessen

  • Gründung: 1966
  • Tätigkeitsfeld: Spezialmuseum für Elfenbeinkunst
  • Finanzierung: Stadt Erbach
  • Homepage: www.elfenbeinmuseum.de

Dieses im Odenwald gelegene Museum existiert seit 1966. Hier sind zahlreiche Objekte der Elfenbeinkunst aus aller Welt aus den Kunstepochen vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert zu finden. Zum 40-jährigen Jubiläum 2006 wurde die Dauerausstellung völlig neu gestaltet. Einen Schwerpunkt in der Sammlung bilden Kunstwerke aus
dem 19. Jahrhundert. Besonders hervorzuheben sind die Art-Deco-Skulpturen von Ferdinand Preiss und die expressionistischen
Knochenschnitzereien von Karl Schmidt-Rottluf , die im 20. Jahrhundert entstanden. Eine eigene Abteilung befasst sich mit der Elfenbeinschnitzerei im Odenwald. Bis zum Ende des Jahres soll die hauptamtliche wissenschaftliche Leitung des Elfenbeinmuseums
entlassen werden. Unabhängig davon droht spätestens 2016 die Schließung dieses einzigartigen Museums, falls die alleinige Trägerschaft durch die Stadt nicht erweitert werden kann. Beide Maßnahmen gehen auf Einsparungen der Stadt im Rahmen des Beitritts zum Kommunalen Schutzschirm Hessen zurück, der bis dahin einen
ausgeglichenen Haushalt verlangt.

 

Stand 09/14

2

 

Aufnahme

1

Jüdisches Museum, Dorsten Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1992
  • Tätigkeitsfeld: Museum zur jüdischen Geschichte und Kultur in Deutschland, insbesondere in Westfalen
  • Finanzierung: Stadt, Stiftungen, Projektförderer
  • Homepage: www.jmw-dorsten.de

Das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten zeigt Ausstellungen zur jüdischen Geschichte und Kultur in Deutschland, insbesondere in Westfalen. Die Zukunft des 1992 gegründeten Museums ist gefährdet. Im kommenden Frühjahr läuft ein von der Kulturstiftung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe finanziertes Projekt
aus, dadurch wird ein strukturelles Defizit von 80.000 Euro erneut sichtbar. Zudem wird die bisher vom Kreis finanzierte Stelle der Museumspädagogik nicht weiterfinanziert. Gerade diese Stelle bietet einen wichtigen Anlaufpunkt für Jugendliche für die Auseinandersetzung
mit dem in Deutschland immer noch zu fi ndenden Rassismus. Das Museum ist gezwungen darüber nachzudenken, die Öffnungszeiten zu
verkürzen und weniger Ausstellungen zu realisieren. Derzeit gibt es Verhandlungen mit dem Land und dem Kreis über finanzielle Unterstützung.

 

Stand 09/14

3

 

Aufnahme

2

Hochschule für Musik Trossingen, Baden-Württemberg

  • Gründung: 1943/44
  • Tätigkeitsfeld: Staatliche Hochschule für Musik
  • Finanzierung: 5,9 Mio Euro Landeszuschuss + ca. 300.000 Euro Drittmittel
  • Homepage: www.mh-trossingen.de

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin plant eine Neuordnung der fünf Musikhochschulen im Land, um mittelfristig vier Millionen Euro im Jahr einzusparen. Die Hochschulen Mannheim und Trossingen sollen in spezialisierte Hochschulen umstrukturiert werden und alleine den Abbau der 500 Studienplätze verkraften. Die Popakademie soll Hochschulstatus erhalten und in die Musikhochschule Mannheim integriert werden. An den Hochschulen in Stuttgart, Freiburg und Karlsruhe sollen die Studienplätze unangetastet bleiben. Trossingen wäre von den Kürzungen besonders hart betroffen: Der Status als Vollhochschule muss aufgegeben
werden, max. 220 Studienplätze sollen konzentriert auf die Fachbereiche
Alte Musik und Elementare Musikpädagogik erhalten bleiben. Dies bedeutet eine schrittweise Schließung der Musikhochschule. Trossingen ist die bundesweit einzige Musikhochschule im ländlichen Raum. Sie trägt wesentlich zum kulturellen Leben der Euregio Bodensee bis nach Ulm bei und ist ein nicht zu unterschätzender wirtschaftlicher Faktor für die Stadt und die ganze Region.

 

Stand 09/14

4

 

Aufnahme

2

Kölner Kunst- und Museumsbibliothek Nordrhein-Westfalen

Die Kölner Kunst- und Museumsbibliothek hat einen reichen Bestand diverser Medien zur Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Mit ihren über 420.000 Bänden ist sie eine der größten öffentlichen Kunst- und Museumsbibliotheken zur Modernen Kunst und zur Fotografie in der Welt. Im Herbst 2009 begannen die Planungen für einen gemeinsamen
Neubau mit dem Historischen Archiv der Stadt Köln am Eifelwall. Als diese drohten nicht umgesetzt zu werden, protestierten im Juli dieses Jahres prominente Künstler in einem Aufruf gegen die drohende Zerschlagung der Bibliothek und appellierten an den Kölner Stadtrat, die Kölner Kunst- und Museumsbibliothek zu erhalten. Doch am 18. Juli entschied der Kölner Stadtrat endgültig, die Kunst- und Museumsbibliothek nicht in das neue Stadtarchiv, dessen Neubau sich bis 2018 verzögert, zu integrieren. Durch die Verkleinerung werden Einsparungen von über 20 Millionen Euro erhofft. Damit ist die Zukunft der KMB, die derzeit auf fünf Standorte verteilt ist, weiter ungewiss.
Es bleibt zu klären, ob sich die Kölner Universität an der KMB beteiligt.

 

Stand 09/14

4

 

Aufnahme

2

Theater Trier, Rheinland-Pfalz

  • Gründung: 1802
  • Tätigkeitsfeld: Theater mit eigenem Schauspiel-, Ballett- und
    Musiktheaterensemble
  • Homepage: www.theater-trier.de

Seit sage und schreibe 1802 besteht das Theater Trier als Dreispartenhaus. Kurz nach seinem 200. Geburtstag soll es ihm an den Kragen gehen. Grund: Das Theater soll, so will es die Stadt, eine Million Euro pro Jahr einsparen, was schlichtweg nicht machbar ist. In
den Szenarien des jüngst vorgelegten Gutachtens von Dieter Haselbach („Der Kulturinfarkt“) wird vorgestellt, welche Sparte oder Sparten gestrichen werden könnten. Bespielbetrieb nennt sich das. Von der Einsparung der 36 Mitarbeiter des Schauspiel-Ensembles bis zur Entlassung sämtlicher künstlerisch Angestellten des Hauses ist alles denkbar. Theater würde in Trier dann nur noch in Form von Gastspielen stattfinden. Weitere Informationen und die Möglichkeit, Ihren Protest gegen die Umsetzung der Szenarien auszudrücken, unter: www.openpetition.de/petition/online/proensemble-
theater-trier

 

Stand 07/14

1

 

Aufnahme

1

Deutsches Stickmustermuseum, Celle Niedersachsen

  • Gründung: 1985 in Buxtehude, 1991 Neueröffnung in Celle
  • Tätigkeitsfeld: Sammlung Elfi und Hans-Joachim Connemann; Stickmustertücher und alles, was in diesen Bereich gehört
  • Finanzierung: vormals Finanzierung durch die Stadt Celle
  • Homepage: www.kulturbox.de/museen/celle/?vo_id=_SAG04F6G4

Im März diesen Jahres war es vorbei: Das Deutsches Stickmustermuseum Celle musste seine Türen schließen. Seit Beginn der 1990er-Jahre beherbergte das Prinzenpalais in Celle die Sammlung Elfi und Hans-Joachim Connemann, die anhand ihrer rund 2000 Exponate einen sehr umfassenden Überblick über die Geschichte der Stickmuster in Europa vermittelt. Die Sammlung Connemann, für die nun ein neuer Ort gefunden werden muss, veranschaulicht einen oftmals ausgesparten Teil der volkstümlichen Kultur der vergangenen vier Jahrhunderte
und gilt als wichtiges Zeugnis der Sozial- und Frauengeschichte der
Zeit. Die Sammlung Connemann wurde vor einigen Jahren von der Stadt Celle übernommen. Diese stellte die jährliche Kostendeckung von über 50.000 Euro ein. Wann und ob die Exponate in ihrer Fülle wieder zu sehen sein werden, ist ungewiss.

 

Stand 07/14

0

 

Aufnahme

0

Galerie M., Berlin

  • Gründung: 1990
  • Tätigkeitsfeld: zeitgenössische Kunst
  • Finanzierung: Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf betreibt
    die Galerie M
  • Homepage: www.galerie-mp13.de

Die Galerie M, die 14 Tage vor der „Wende“ fertiggestellt wurde, und sich in den letzten über 20 Jahren zu einer Anlaufstelle für Kunst und Kultur in Marzahn, Berlin und weit über die Hauptstadt hinaus, entwickelt hat, droht das Aus. Der Galeriebau in der Marzahner Promenade 13 ist dem Abriss freigegeben. Die Galerie M musste bereits 2012 aufgrund eines Wasserschadens aus ihren Räumen ausziehen. Eine Rückkehr in das Galeriegebäude scheint nun unmöglich. Der Eigentümer Degewo will das Kunsthaus abreißen. Nun formiert sich Widerstand gegen die Pläne, das Gebäude abzureißen statt zu sanieren. Die Abrissgegner stellen heraus, dass der Erhalt des DDR-Architekturerbes an den renommierten Standort undenkbar ist, zumal das Konzept eines Neubaus nicht als Äquivalent der herkömmlichen Ausstellungs- und Konzerthalle angesehen wird.

 

Stand 07/14

0

 

Aufnahme

2

Landesbühne Sachsen-Anhalt

  • Gründung: 1953
  • Tätigkeitsfeld: Schauspielensemble, Vorstellungen im Stammhaus und
    als Gastspiele in Schulen und Theatern in Sachsen-Anhalt etc.
  • Homepage: www.theater-eisleben.de

In der Lutherstadt Eisleben schlagen die Wogen hoch. Am 20. Juni versammelten sich in Eisleben rund 250 Schauspieler und Einwohner zu einem Trauermarsch, da die Schließung des Hauses dramatisch nah rückt.
Hintergrund ist die Ankündigung des Kultusministers von Sachsen-Anhalt, die Zuschüsse für das Theater Eisleben ab 2014 vollständig zu streichen. Für das Theater geht es um 1,3 Millionen Euro. Wenn es soweit ist, muss ist nach Angaben des Intendanten der Spielbetrieb eingestellt werden. Insgesamt sollen in Sachsen-Anhalt die Mittel für Kultur um 7 Millionen Euro zurückgefahren werden. Betroffen sind ebenfalls die Theater in Halle und in Dessau. Das Theater wehrt sich gegen „die kulturelle Verwüstung, die in der Region Mansfeld-Südharz entstünde“ und bittet um Unterstützung der Petition https://www.
openpetition.de/petition/online/seinoder-nichtsein-die-landesregierungsachsen-anhalt-beerdigt-die-landesbuehne-
eisleben.de

 

Stand 07/14

3

 

Aufnahme

1

Museum für Naturkunde und Vorgeschichte, Dessau, Sachsen-Anhalt

Die insbesondere von Familien und Schulen gern besuchten Ausstellungen des Museums präsentieren Themen zu Erdgeschichte, Ökologie sowie Mensch und Umwelt. Ob Schätze aus dem Untergrund, ein Schatzfund wie Lanzenspitzen aus Bronze oder die Erkundung der Erdzeitalter – all das ist für die Besucher des Museums erlebbar. Ein aktiver Förderverein unterstützt das Museum bei Projekten und Veranstaltungen. Nun ist der Fortbestand des traditionsreichen Museums für Naturkunde und Vorgeschichte durch die Ergebnisse des Zwischenberichts zum Kulturentwicklungsplan der Stadt Dessau-Roßlau akut gefährdet. Im Zwischenbericht wurde die „Prüfung der Schließung des Museums für Naturkunde und Vorgeschichte inklusive der Möglichkeiten der Übertragung der bedeutenden Sammlung auf andere
Museen im Land sowie räumliches Nachnutzungskonzept“ vorgeschlagen.
Aktuell prüft die Stadt, ob sie sich den Empfehlungen des Zwischenberichts anschließt und die Schließung des Museums vorbereitet.

 

Stand 05/14

2

 

Aufnahme

2

Internationales Artistenmuseum in Deutschland, Brandenburg

  • Gründung: 1977 Mitarbeiter: 2 (Bürgerarbeiter), teilweise Unterstützung durch Ehrenamtliche
  • Tätigkeitsfeld: Sammlung und wiss. Aufarbeitung von Unterhaltungskunst von Artistik bis Zauberei, Veranstaltungen mit Künstlern und Artisten
  • Finanzierung: Förderverein, Spenden, Mitgliedsbeiträge, Bürgerarbeit
  • Homepage: www.artistenmuseum.de

Im Barnimer Land befindet sich das Internationale Artistenmuseum in
Deutschland, das weltweit seines Gleichen sucht. Gegründet wurde es Ende1997 im Brandenburgischen Klosterfelde, unweit von Berlin. Besucher des Museums kommen aus Japan, Island, Neuseeland oder Amerika und informieren sich über die Geschichte der Artisten, ihr Wirken und ihr Leben in Vergangenheit und Gegenwart. Zu den Besonderheiten zählt eine Schwebende Jungfrau, eine Zaubergeige, Originalkostüme von Oleg Popow oder Freddy Quinn. Neben der beachtlichen Sammlung veranstaltet das Artistenmuseum jährlich etwa 25 Veranstaltungen, bei denen mehr als 150 Künstler ehrenamtlich auftreten. Bislang unterstützten zwei Bürgerarbeiter die wissenschaftliche Arbeit des Museums und trugen dafür Sorge, dass der Ausstellungsbetrieb Tag für Tag fortgeführt werden konnte. Nach drei Jahren soll in Kürze Schluss sein mit dieser Art der Zuwendung. Eine weitere Maßnahme seitens der Kommune ist nicht angedacht. Eine Weiterführung ist so nicht leistbar.

 

Stand 05/14

0

 

Aufnahme

2

Bunker Ulmenwall Bielefeld, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1956 Mitarbeiter: 1 Hauptamtlichen Geschäftsführer,
    einen Zivildienstplatz, ehrenamtlicher Vorstand
  • Tätigkeitsfeld: Musik-, Literatur- und Kunstveranstaltungen
  • Finanzierung: Träger ist der Bunker Ulmenwall e.V., Teilfi nanzierung aus städtischen Mitteln, Eintrittsgeldern, Sponsoring, Raumvermietung, Förderer
  • Homepage: www.bunker-ulmenwall.de

In Bielefeld und darüber hinaus besitzt der Bunker Ulmenwall eine große Popularität. Allein die Räumlichkeiten beeindrucken. Das einstige Bollwerk gegen drohende Luftangrif e wurde in den 1950er-Jahren zum Veranstaltungsort umgebaut. Der Bunker Ulmenwall zählt zu den ältesten Veranstaltungsorten für aktuellen Jazz, Improvisierte Musik und
Artverwandtes, für Lesungen, Kabarett und Ausstellungen in Deutschland. Die WDR 3 Jazznacht ist ohne ein Konzert in Bielefeld schwer denkbar. Die regionale Szene hatte und hat ihren festen Platz in den Programmen der Einrichtung. Bis heute steht der Bunker – dies mit internationalem Renommee – für aktuellen Jazz, Literatur und Kabarett. Gleichzeitig dient der Bunker Ulmenwall dem regionalen künstlerischen Nachwuchs als Plattform und Probenraum. Die angedachte Beendigung des Leistungsvertrags der Stadt Bielefeld mit dem Bunker Ulmenwall e.V. bedeutet das Ende für das dortige kulturelle Veranstaltungsprogramm, das musikpädagogische Angebot, das mobile Projektangebot mit Schulen u.v.m.

 

Stand 05/14

4

 

Aufnahme

2

Maison de France, Berlin

Seit 1950 existiert das Maison de France. Unter seinem Dach befi nden sich das Institut Français, das Cinema Paris und die Künstleragentur von Sonia Simmenauer. Nun soll die Anlaufstelle für französische Kultur in Berlin am Kurfürstendamm 2015 geschlossen werden. Wie die Französische Botschaft in Berlin der Berliner Morgenpost (23.04.2013)
bestätigte, stehen die Veränderungen „im Zusammenhang mit den Haushaltsanstrengungen zur Sanierung der öffentlichen Finanzen […] Frankreich [sei] veranlasst, einen beträchtlichen Teil seines Immobilienbesitzes im Inland wie im Ausland zu verkaufen […]“.
Damit sehen die bislang dort angesiedelten Kultureinrichtungen einer unbestimmten Zukunft entgegen. Weitere Rationalisierungsbestrebungen werden befürchtet. Das Institut Français könnte in die Wilhelmstraße ziehen. Die Zukunft des Cinema Paris und der Künstleragentur sind ungewiss. Mit der Schließung würde die Anlaufstelle für französische Kultur in Berlin verloren gehen.

 

Stand 05/14

4

 

Aufnahme

1

Studienzentrum für Künstlerpublikationen, Weserburg/Bremen

  • Gründung: 1999
  • Mitarbeiter: 11
  • Tätigkeitsfeld: Sammlung von 200.000 Kunstwerken, Archiv und Forschungsarbeit, Ausstellungskonzeption und Durchführung
  • Finanzierung: Universität Bremen, Museum für moderne Kunst Weserburg
  • Homepage: www.weserburg.de

Das Studienzentrum für Künstlerpublikationen ist, gemeinsam mit dem
Museum für moderne Kunst, Teil der Weserburg in Bremen. Während das
Museum als Sammlermuseum fungiert, fasziniert das Studienzentrum als Forschungsmuseum von besonderem Rang. Das Studienzentrum besitzt eine Sammlung von über 200.000 Kunstwerken; eine der größten und bedeutendsten ihrer Art. In den Plänen zur Verkleinerung des Museums bzw. Neubau- oder Renovierungsvorhaben ist das Studienzentrum nicht mehr berücksichtigt. Der Weserburg fehlt ab 2014 eine mäzenatische
finanzielle Unterstützung. Dies hat wiederrum Auswirkungen auf das
Studienzentrum, für das nach ersten Überlegungen eine den Haushalt des
Museums entlastende Finanzierung und ein neuer Standort gesucht wird. Der Erhalt des Studienzentrums ist ungewiss. Die Ausgründung in ein eigenständiges Institut, eventuell angegliedert an die Universität Bremen, wäre denkbar. Bislang fehlende konstruktive Raum- und Finanzierungskonzepte machen den Fortbestand der Einrichtung fraglich.

 

Stand 03/14

3

 

Aufnahme

2

Stadtbibliothek Essen, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1902
  • Mitarbeiter: 111, 0 Stellen im Stellenplan, 108 Beschäftigte auf 95,46 Planstellen
  • Tätigkeitsfeld: Förderung der Lesefähigkeit und der Medienkompetenz, Kultur- und Informationszentrum
  • Finanzierung: Stadt Essen
  • Homepage: www.stadtbibliothek-essen.de

Mit der Zentralbibliothek, 15 Stadtteilbibliotheken und der Französischen Bibliothek ist die Stadtbibliothek das Informationszentrum der Stadt Essen. Jung und Alt stehen in der Stadtbibliothek eine Vielzahl von Medien und Informationsangeboten zur Verfügung. Die Bibliothek ist das publikumsintensivste Kulturinstitut der Stadt; über einer Million Besucherinnen und Besucher im Jahr nutzen die Angebote vor Ort. Vier Millionen Ausleihen pro Jahr können verzeichnet werden. Leere Kassen der Kommunen bedrohen nun die Stadtbibliothek Essen. Im Rahmen
des NRW-Entschuldungsfonds, zur Tilgung der Schulden stark verschuldeter Kommunen, sollen Kürzungen vollzogen werden.
Ursprünglich sollten 16 Stellen eingespart werden, was in etwa 15 Prozent des Gesamtpersonals entspricht. Nach ersten Verhandlungen einigte man sich auf acht Stellen, die wegfallen. Die übrigen acht Stellen sind die nächsten zwei Jahre gesichert.

 

Stand 03/14

1

 

Aufnahme

3

Elektrohaus Hamburg

  • Gründung: 2002, über 70 Hamburger Künstler nutzten die Arbeitsräume seit 2002, aktuell sind es 11 Künstler
  • Tätigkeitsfeld: Kunstausstellungskonzeption, Ateliers
  • Finanzierung: seit 2006 über die Hamburger Kulturbehörde
  • Homepage: www.elektrohaus.net

Das Elektrohaus ist ein Atelierhaus, in dem seit 2002 mehr als 70 Hamburger Künstler und internationale Künstler preiswerte Arbeitsräume in zentraler Lage gefunden haben. Im Untergeschoss
existiert ein 100 qm² großer Ausstellungsraum, in dem wechselnde
Ausstellungen präsentiert werden. Seit Bestehen konnten über 250 Ausstellungen realisiert werden. Die Hamburger Kulturbehörde finanziert das Elektrohaus seit 2006 mit einer jährlichen
Programmzuwendung im 5-stelligen
Bereich. Trotzdem steht das Künstlerhaus vor dem Aus. Ende Januar ging
dort eine vom Landgericht Hamburg ausgestellte Räumungsklage ein. Kläger ist der Vermieter, ein Privatmann, der die Räumlichkeiten anderweitig nutzen möchte. Die ansässigen Künstler verstehen diese Klage als Auswuchs der Voranschreitenden Gentrifizierung des
Kiezes und halten sie für unbegründet. Der Mietvertrag würde eigentlich bis zum Jahr 2017 laufen, Mieterhöhungen ausgeschlossen. Die Räumungsklage gefährdet das Elektrohaus Hamburg und die Kunstszene massiv.

 

Stand 03/14

4

 

Aufnahme

2

Fachlehramt für Musik und Kunst an Grundschulen, Berlin

  • Studierende: beider Fachbereiche
  • Träger: Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung Berlin
  • Tätigkeitsfeld: Musik und Kunst in der Grundschule
  • Homepage: www.facebook.com/LehramtUdK?ref=stream

Durch das neue geplante Lehrerbildungsgesetz soll das Fachlehramt für
die Grundschule in den Fächern Kunst und Musik in Berlin abgeschaf t werden. Dagegen gibt es in Berlin regen Protest. Die Petition der Kommission für Lehrerbildung des Studierendenparlaments der Universität der Künste aus Berlin „Kunstlehramt ohne Kunst, Musiklehramt ohne Musik – Berliner Schulen ohne Fachlehrer?!“ wurde über 10.000 Mal unterzeichnet. Durch die Kürzungen des fachlichen Anteils in der universitären Ausbildung wird der Stellenwert dieser Fächer in der Schule enorm geschwächt. Es ist zu befürchten, dass Kunst und Musik im Regelunterricht weiter an Bedeutung wie Qualität verlieren und die Attraktivität des Studiums und die Perspektiven für den
Lehramtsberuf in der Grundschule sinken. Kulturelle Bildung droht an Berliner Schulen outgesourct zu werden. Zur Petition gelangen Sie unter https://www.openpetition.de/petition/gezeichnet/kunstlehramt-ohne-kunst-musiklehramtohne-musik-berliner-schulen-ohne-fachlehrer

 

Stand 03/14

1

 

Aufnahme

2

Theater Hagen, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1999
  • Mitarbeiter: 286
  • Tätigkeitsfeld: Oper, Operette, Musical, Ballett und vereinzelte Schauspiel-Eigenproduktionen; Kinder- und Jugendtheatersparte. Das Theater hat ein festes Ensemble.
  • Rechtsform: Städtischer Regiebetrieb
  • Homepage: www.theater-hagen.de

Unter der Leitung von Intendant Norbert Hilchenbach gehört das Theater Hagen zu den bestbesuchten Bühnen nicht nur in NRW und liegt mit seinem Einspielergebnis bundesweit im vorderen Drittel. 2012 wurde es in der Fachzeitschrift „Deutsche Bühne“ in der Kategorie „Ungewöhnlich überzeugende Theaterarbeit abseits großer Zentren“ zum wiederholten Mal ausgezeichnet. Das Theater Hagen sieht sich seit Jahrzehnten finanziellen Kürzungen ausgesetzt. Für den im Juni 2012 verabschiedeten Haushaltssicherungsplan der Stadt Hagen war eine erneute Einsparung in Höhe von 850.000 Euro vorgesehen. 500.000 Euro sollten durch die Umwandlung der Rechtsform vom Kommunalen Regiebetrieb in eine gGmbH erbracht werden, die restlichen 350.000 Euro sollte das Theater innerhalb von drei Jahren selbst erwirtschaften. Nachdem dieser Haushaltssicherungsplan im Oktober 2012 von der Bezirksregierung in Arnsberg abgelehnt worden war, wurde der Rechtsformwechsel auf unbestimmte Zeit verschoben, die Einsparsumme von 850.000 Euro blieb hingegen bestehen. Diese Summe kann jedoch nur auf Kosten der erfolgreichen Arbeit des Theaters Hagen erbracht werden.

 

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3

Hotel am Kalkberg Bad Segeberg, Schleswig-Holstein

  • Gründung: 1999
  • Mitarbeiter: 10 bis 15 Ehrenamtliche
  • Tätigkeitsfeld: Jugendkulturarbeit in verschiedensten Formen z.B. Konzerte, Ausstellungen, politische Arbeit, Workshops, Instandhaltung des selbstverwalteten Hauses
  • Träger: Verein
  • Homepage: www.hotelamkalkberg.de

Nach einem über zweijährigen Räumungsverfahren fand am 1. November die polizeiliche Räumung des selbstverwalteten Jugendkulturzentrums Hotel am Kalkberg (HaK) in Bad Segeberg statt. Das vom Verein getragene Haus finanzierte sich ausschließlich über eigene Veranstaltungen, die nur durch ein hohes Maß an ehrenamtlichem Engagement der Jugendlichen möglich waren. Kulturelle Veranstaltungen wie der „Rap am Berg“, Schleswig-Holsteins größte Hip-Hop-Veranstaltung, wurden regelmäßig organisiert, sowie politische Informationsveranstaltungen angeboten. Trotz der Unterstützung unter anderem durch das Freiraumplenum SH und die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren konnte die Schließung und der darauf folgende Abriss des alten Bauernhauses nicht verhindert werden. Am 1. Dezember fand aus diesem Grund eine Demonstration statt, bei der 300 Personen für neue Graitiflächen, eine Skateranlage und ein selbstverwaltetes Jugendzentrum auf die Straße gingen. Ob sich die Hoffnung der HaK-Aktiven, doch noch ein neues Haus zu finden, erfüllt, steht in den Sternen.

 

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0

Das Archiv Potsdam, Brandenburg

  • Gründung: 1994
  • Mitarbeiter: ca. 50 Personen, die ca. 300 Stunden ehrenamtliche Arbeit in der Woche leisten
  • Tätigkeitsfeld: alternatives Kulturzentrum, Kulturangebote, wie z.B. Konzerte, für Jugendliche
  • Träger: Archiv e.V.
  • Homepage: www.archiv-potsdam.de

Das Kulturzentrum „Archiv“ ist ein etablierter Treffpunkt verschiedener alternativer Jugendszenen in Potsdam. Wöchentlich finden Konzerte und Partys statt. Neben dem Café  gibt es Wohn- und Atelierräume, eine Siebdruckwerkstatt und eine Sporthalle. Seit September 2008 droht dem „Archiv“ in der Leipziger Straße die Schließung, da die Bauaufsicht Sicherheitsmängel, vor allem beim Brandschutz, festgestellt hatte. Durch Spenden konnte der Einbau von Feuertüren finanziert und kurzfristig das drohende Aus des laufenden Kulturbetriebs abgewendet werden. Inzwischen ist klar, dass mindestens 500.000  Euro nötig sind, um die geforderte Brandschutzsanierung umzusetzen. Diese Summe kann das nicht kommerziell ausgerichtete „Archiv“ ohne Unterstützung nicht bewältigen. Kommen bis Ende 2012 nicht genügend Spenden zusammen, endet die Betriebserlaubnis für das alternative Kulturzentrum am 31. Dezember.

 

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1

Opernhäuser Köln und Bonn, Nordrhein-Westfalen

Oper Köln

Oper Bonn

Die Städte Köln und Bonn haben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um eine Fusion ihrer beiden Opernhäuser zu prüfen. Auf deren Grundlage soll in Zukunft über das Schicksal der Ensembles entschieden werden. Allerdings stellt sich die Frage, in wie weit eine Studie die Dimensionen einer Fusion dieser Opernhäuser erfassen kann. Der Deutsche Bühnenverein hält die Studie sogar für überflüssig, da „es nicht die Frage ist, ob und wie es  geht, sondern welche Auswirkungen es für die beiden Städte und ihre Theater hat.“ Denn neben einem massiven Personalabbau würde eine zukünftige Fusion auch die Auflösung des Zusammenschlusses der Opern mit den jeweiligen Schauspielhäusern der Städte bedeuten. Auch den Verlust dieser Synergieeffekte gilt es zu berücksichtigen.

 

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3

Theater der Keller, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1955
  • Mitarbeiter: 6 Festangestellte und ca. 60 Honorarkräfte (zzgl. 37 Schauspielschülern)
  • Tätigkeitsfeld: Steckenpferd des Theaters sind zeitgenössische Inszenierungen nach klassischer Vorlage
  • Träger: 2 gemeinnützige Vereine (Trägervereine Theater der Keller e.V. / Schule des Theaters e.V.)
  • Homepage: www.theater-der-keller.de

„Dem Keller droht die Insolvenz“. Dieser Satz steht ganz oben auf der Website des Kölner Privattheaters. Die Finanzierung lief bislang über das Land NRW, über Sponsoren, eine Stiftung, den Förderverein, die Einnahmen des Hauses und, bis 2010, über die Stadt. Mit diesem finanziellen Background gelingen dem kleinen Theater – bisher – pro Spielzeit ca. 300 Vorstellungen, präsentiert auf zwei Bühnen für je 99 Zuschauer. Das Theater kann eine Auslastung bis zu 80 Prozent aufweisen. Auf dem aktuellen Spielplan steht u.a. „Othello – von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel“. Neben dem Stammpublikum möchte „der Keller“ vor allem ein junges Publikum erreichen. Dies schafft er nicht zuletzt mit der an das Theater angeschlossenen Schauspielschule, deren  Absolventen  mehrfach ausgezeichnet wurden. Nun steht das Theater in akuter Finanzierungsnot. Zwar soll durch einen von der Stadt eingerichteten Feuerwehrtopf wieder Geld in das Haus fließen, aber die empfohlene Summe von 100.000 Euro reicht nicht aus. Ebenso fehlt ein Plan für das Jahr 2013, da dem Haus bisher keine Zusage über die benötigte Summe von 150.000 Euro vorliegt. Theater und Schule befinden sich in der vorläufigen Insolvenz. Eine erste richtungsweisende Entscheidung fällt am 15.11.2012 im Stadtrat.

 

Stand 01/14

4

 

Aufnahme

1

Atelierhaus Prenzlauer Promenade, Berlin

  • Gründung: seit ca. dem Jahr 2000 nutzen Künstler die Räume als Ateliers
  • Mitarbeiter: aktuell sind etwa 70 Künstler dort ansässig
  • Tätigkeitsfeld: bildende Kunst
  • Finanzierung: Künstler entrichten Miete
  • Homepage: keine

Die Künstler des Atelierhauses Prenzlauer Promenade fürchten ihre Atelierräume zu verlieren. In der vormaligen Akademie der Wissenschaften der DDR arbeiten zurzeit etwa 70 Künstler und nutzen die leerstehenden Räume des Gebäudes als Ateliers. Nun soll das Gebäude an der Prenzlauer Promenade 149-152 durch den zuständigen Liegenschaftsfonds verkauft werden. Ein Investor wird gesucht. In diesem Fall verlieren die dort tätigen Künstler mit allergrößter Wahrscheinlichkeit ihre Wirkungsstätte. Kommt es zum Verkauf, so kann den Künstlern nach Aussage des Künstlervertreters Klaus Winichner durch eine entsprechende Klausel im Mietvertrag kurzfristig gekündigt werden. Aktuell befinden sich die dort ansässigen Künstler in einem Zustand der Ungewissheit. Neuen Atelierraum in Berlin zu erhalten, ist nahezu aussichtslos. Wegfallen würden momentan ca. 6.000 qm Raum für zeitgenössische Kunst.

 

Stand 01/14

1

 

Aufnahme

1

Künstlersiedlung Halfmannshof e.V., Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1931
  • Tätige: 11 Künstler und Kunsthandwerker
  • Tätigkeitsfeld: bildende Kunst
  • Träger: Verein Künstlersiedlung Halfmannshof e.V.
  • Homepage: www.kuenstlersiedlung.de (nicht mehr aktuell)

Der Halfmannshof ist die älteste Künstlersiedlung in Deutschland. Bedeutende Künstler wie Günther Uecker, Otto Piene, die Gruppe ZERO und viele andere haben in der Hof-Gemeinschaft der Künstler-Ateliers in Gelsenkirchen-Ückendorf gearbeitet. Nach Auskunft des Künstlervertreters soll der Halfmannshof nun saniert werden. Die Stadt und die Wohnungsbaugesellschaft planen die Künstler-siedlung in ein Kreativquartier umzugestalten. Zu diesem Zweck sollen die Ateliers und Häuser umgebaut oder abgerissen und durch privatgenutzte Häuser ersetzt werden. Aktuell fürchten die dort lebenden Künstler, dass ihr Atelierhaus, welches eine große Ausstellungshalle beinhaltet, durch private Wohnungsbauten ersetzt wird. Bereits jetzt liege n sechs Bauanträge für Reihenhäuser vor. Der Charakter der Künstlersiedlung würde unwiederbringlich zerstört.

 

Aufnahme

2

SWR Sinfonieorchester, Rheinland-Pfalz / Baden-Württemberg

Radio-Sinfonieorchester des SWR:

  • Gründung: 1945
  • Tätige: 102 Planstellen, Chefdirigent: Stéphane Denève
  • Tätigkeitsfeld: Breites Repertoire von historischer Aufführungspraxis („Stuttgart-Sound“) bis zur Musik der Gegenwart (über 500 Uraufführungen seit Gründung) und klassisch-romantisches Repertoire bei internationaler Konzerttätigkeit
  • Homepage: www.swr.de/rso

SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg:

  • Gründung: 1946
  • Tätige: 98 Planstellen, Chefdirigent: François-Xavier Roth
  • Tätigkeitsfeld: Besondere Reputation für die Aufführung zeitgenössischer Musik, bekannt für zahlreiche Uraufführungen und als Residenzorchester in Donaueschingen
  • Homepage: www.swr.de/so

Es ist beschlossenen Sache: die beiden SWR-Orchester fusionieren. Die Zusammenlegung des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg muss bis 2016 erfolgen. Die Orchesterfusion führte zu einem Sturm der Entrüstung in der Musik- und Kulturszene und weit darüber hinaus. In Die ZEIT war zu lesen „Der Südwestrundfunk verrät seinen Kulturauftrag.“ Nach Angaben des Senders müssen die Orchester ein Viertel ihres Budgets einsparen, was einer Summe von fünf Millionen Euro pro Jahr entspricht. Die Zusammenführung beider Orchester wird nach Angaben der Deutschen Orchestervereinigung bis zu 80 Musikern ihren Arbeitsplatz kosten. Nicht nur Arbeitsplätze, auch eine einzigartige Orchestertradition beider Klangkörper wird durch die Fusion verschwinden.

 

Stand 01/14

3

 

Aufnahme

1

Stadtbibliothek Calbe, Sachsen-Anhalt

  • Gründung: 1911
  • Mitarbeiter: 2
  • Tätigkeitsfeld: umfangreicher Buch- und Medienbestand, Lese- und Bastelnachmittage für Kinder, Bücherflohmarkt
  • Träger: Kommune – Stadtverwaltung Calbe (Saale)
  • Homepage: nicht mehr verfügbar

9.700 Romane, 5.200 Kinderbücher, 6.800 Sachbücher sowie 1.500 Musikkassetten, CDs, DVDs, Hörbücher, Gesellschaftsspiele, CD-Rom, Zeitungen und Zeitschriften, das ist das Pfund, mit dem die Stadtbibliothek Calbe wuchern kann. Bislang. Denn ab dem 31. Dezember 2012 wird die Bibliothek der Stadt im Salzlandkreis, die zirka 10.000 Einwohner hat, geschlossen. Auf Grundlage eines Stadtratsbeschlusses wurden die freiwilligen Ausgaben für die Bibliothek aufgekündigt. Im Vorfeld des Schließungsbeschlusses gab es vielfältige Proteste der Bürger. Auch Alternativvorschläge der Mitarbeiterinnen der Bibliothek, konnten die geplante Schließung bisher nicht verhindern.

 

Stand 11/13

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1

Bergische Philharmonie, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1955
  • Mitarbeiter: 72 Orchestermusiker
  • Tätigkeitsfeld: Orchester der Städte Remscheid und Solingen
  • Finanzierung: durch oben genannte Städte, Land, Eigenmittelerwirtschaftung
  • Homepage: www.bergischesymphoniker.de

Von Philharmonischen Konzerten und Kammermusik, über Sonder-, Familien- und Meisterkonzerte, von Musiktheater bis zu Gastspielen und Schulkonzerten, an programmlicher und musikalischer Vielfalt mangelt es den Bergischen Symphonikern keineswegs. Für die musikalische Klasse sorgt Peter Kuhn, der seit 2009/10 Generalmusikdirektor ist. Pro Spielzeit gibt das Orchester ca. 160 Konzerte. Als modellhaft gilt die Jugendarbeit des Orchesters mit Schulkonzerten und Schulmusiken. Nachwuchsmusikern dient die Orchesterakademie als Möglichkeit, um erste Erfahrungen in einem Profi-Orchester zu sammeln. Die Bergischen Symphoniker sind ein Zusammenschluss, eine Orchesterehe, die 1995 die Remscheider Symphoniker und das Städtische Orchester Solingen eingingen. Der sich anbahnende Mangel bezieht sich auf die weitere Finanzierung des Hauses. Der Sparzwang der Städte könnte sich auch bald auf die Symphoniker auswirken. Aktuell wird von städtischer Seite geprüft, ob und wie 500.000 Euro von beiden Städten eingespart werden können. Eine Kürzung um ¼ wird sich problematisch auf den Fortbestand der Einrichtung in ihrer jetzigen Form auswirken.

 

Stand 11/13

4

 

Aufnahme

3

Frauenmusikzentrums, Hamburg

  • Gründung: 1987
  • Tätige: 3 Hauptamtliche und viele ehrenamtliche Helferinnen je nach Bedarf
  • Tätigkeitsfeld: kulturpolitische, feministische und vor allem musikalische Aktivitäten in den Bereichen Rock, Pop und Jazz
  • Finanzierung: Eigeneinnahmen sowie Förderung durch die Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien
  • Homepage: www.frauenmusikzentrum.de

Im Hinterhof in der Großen Brunnenstraße in Hamburg ist das Frauenmusikzentrum (fmz) beheimatet. Seit 25 Jahren ist das fmz Anlaufstelle für Frauen und Mädchen, die von Punkrock über Bigband bis hin zu Heavymetal Musik erlebenund erproben möchten. Ziel des Zentrums ist es, Frauen eine Plattform für das Ausprobieren und die Umsetzung kreativer Ideen zu bieten. Zudem ist Raum für kulturpolitische und feministische Diskussionen. Herzstück des Zentrums sind die Proberäume, in denen bis zu 100 Musikerinnen Platz finden. Das Frauenmusikzentrum veranstaltet Projekte wie „espressiva – das Musikerinnenfestival“ und „SISTARS – das bundesweite Mädchenbandcoaching“. Nun wurde der Mietvertrag für die Proberäume des Zentrums, und damit der Dreh- und Angelpunkt seiner kulturellen Funktion, gekündigt. Der einzige Ausweg besteht im Kauf der Immobilie durch einen Investor und im anschließenden Anmieten der Räume durch das fmz. Die Hamburger Stiftung konnte als Käufer gewonnen werden, jedoch bedarf es einem Eigenkapitalanteil seitens des Zentrums von 185.000 Euro. Nach Erbringung dieser Summe würde die Stiftung dem fmz ein lebenslanges Mietrecht und einen konstanten Mietpreis zusichern. Das Zentrum hofft auf Spenden, damit die Räumlichkeiten erhalten und die musikalische Arbeit fortbestehen kann.

 

Stand 11/13

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Aufnahme

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Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, Brandenburg

  • Gründung: 1993
  • Mitarbeiter: aktuell 5 feste Mitarbeiter, 3 MAE (2. Arbeitsmarkt), 4 studentische Praktikanten
  • Tätigkeitsfeld: Fachmuseum für die Alltagskultur der DDR
  • Finanzierung: Stadt Eisenhüttenstadt, Landkreis Oder-Spree, Land Brandenburg
  • Homepage: www.alltagskultur-ddr.de

In Eisenhüttenstadt wird gesammelt, sortiert, dokumentiert und erforscht,- und zwar Gegenstände der DDR Alltagskultur. Das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR präsentiert seine Objekte und Arbeitsergebnisse seit 1993der interessierten Öffentlichkeit. Ziel des Museums ist es, den Alltag und die Gesellschaft der DDR verständlich zu machen. Dabei orientieren sich die Mitarbeiter am jeweils aktuellen Forschungsstand und kooperieren mit Hochschulen und Museen. Ob weiterhin in Eisenhüttenstadt Raum für den öffentlichen Diskurs um die deutsch-deutsche Zeitgeschichte ist, ist ungewiss. Die Stadt Eisenhüttenstadt hat angekündigt, ihre Mittel in Höhe von ca. 76.000 Euro ab kommendem Jahr zu streichen. In diesem Fall würde auch der Landkreis von einer Finanzierung ebenfalls Abstand nehmen. Gerade erst wurde eine neue Dauerausstellung mit dem Titel „Alltag: DDR“ eröffnet – mit Unterstützung aus dem Gedenkstättenprogramm des Bundes. Wie lange das Fachmuseum für die Alltagskultur der DDR noch solch originelle Projekte umsetzt, entscheidet sich in den nächsten Wochen und Monaten.

 

Stand 11/13

4

 

Aufnahme

1

Theaterburg Roßlau, Sachsen-Anhalt

  • Gründung: 2005
  • Mitarbeiter: 22 Mitwirkende für 2012
  • Tätigkeitsfeld: Erarbeitung einer Produktion jährlich zur Aufführung in Roßlau, anschließend in anderen Spielstätten
  • Finanzierung: Land, Sponsoring, Eigeneinnahmen zu ungefähr gleichen Teilen
  • Homepage: www.theaterburg-rosslau.de

Seit sieben Jahren nutzte der Theaterburg Roßlau e.V. die Sommerpause, um für Bürger der Region und Touristen eine Theaterproduktion auf der Wasserburg Roßlau aufzuführen. Zwei Monate lang arbeiteten jedes Jahr Mitglieder und Schauspieler aus der ganzen Bundesrepublik für die Aufführungen zusammen, unterstützt wurden sie durch das Land Sachsen-Anhalt, von Fördervereinen und Sponsoren. Der Erfolg der Veranstaltung wuchs jährlich: Im letzten Jahr besuchten über 1.000 Zuschauer Büchners „Leonce und Lena“.  Neben den zwölf Aufführungen bot der Burgtheatersommer ein Rahmenprogramm mit Ferientag, Matineen und Schülerveranstaltungen. Die Produktionsidee für den Sommer 2012 stand bereits, die Verträge mit den Künstlern waren schon fast unterschrieben – dann lehnte das Kultusministerium Sachsen-Anhalt die öffentliche Förderung kurzfristig ab. Die Künstler und ehrenamtlich Engagierten des Burgthatersommers sind  schockiert, aber auch weitere freie Theaterinitiativen im Bundesland sind betroffen. Bemühungen, das fehlende Drittel für die Finanzierung durch Einsparungen und Sponsoren aufzufüllen, scheiterten. Wenige Wochen vor dem geplanten Beginn wurde die Veranstaltung abgesagt. Die Akteure des Theaterburg Roßlau e.V. hoffen auf eine Wiederaufnahme des Burgtheatersommers im Jahr 2013. Denn ohne öffentliche Förderung ist die Veranstaltung nicht durchführbar.

 

Stand 09/13

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Aufnahme

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Archiv der Jugendkulturen, Berlin

  • Gründung: 1998
  • Mitarbeiter: 31 Mitarbeiter, davon 6 projektgebunden angestellt, 25 ehrenamtlich
  • Tätigkeitsfeld: Archiv, Projektarbeit, Verlag, Ausstellungen zum Thema Jugend und Jugendkulturen
  • Finanzierung: Projektförderung, Spenden, Eigeneinnahmen; keine öffentliche Regelförderung
  • Homepage: www.jugendkulturen.de

Das Archiv der Jugendkulturen in Berlin ist europaweit die einzige Einrichtung, die sich mit Jugend und Jugendkulturen auseinandersetzt. Ziel des Vereins ist es, Vorurteilen über „die Jugend“ differenziert und fundiert zu begegnen. Die frei zugängliche Bibliothek mit mehreren tausend Büchern, Magazinen, Filmen, Presseartikeln und Musik ist das Herzstück der Einrichtung und wird von Interessierten, oft Studierenden, weltweit besucht. Die vom Archiv der Jugendkulturen organisierten Projekte befassen sich mit unterschiedlichen „Szenen“ (zum Beispiel Gothics, Emos); temporäre Ausstellungen widmen sich jugendlichen und jugendkulturellen Themen, zum Beispiel Hafterfahrungen junger Menschen (2009). Trotz wachsenden Erfolgs kämpft der Verein mit Finanzierungsproblemen. Wegen der fehlenden Regelförderung wird die Arbeit durch Unsicherheit und die Unmöglichkeit einer langfristigen Planung erschwert. Ein Problem ist schon die Zahlung der Miete des wachsenden Archivs. Momentan werden deshalb Vorbereitungen zum Verkauf des eigenen Verlags getroffen. Im Jahr 2010 begann das Archiv der Jugendkulturen eine erfolgsversprechende Spendenkampagne zur Gründung einer eigenen Stiftung. Nun hofft die Einrichtung auf weitere Spendenbereitschaft und prominente Unterstützung.

 

Stand 09/13

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Aufnahme

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Kino Streit´s, Hamburg

  • Eröffnung: 1956
  • Mitarbeiter: 20
  • Tätigkeitsfeld: Filme in Originalversion, Premierenkino
  • Finanzierung: privat
  • Homepage: nicht mehr verfügbar

Kinogänger sprechen vom „unverwechselbaren Flair“ des Hamburger Kino Streit’s. Auch die Cinestargruppe ist stolz auf das traditionsreiche Filmtheater mit moderner 3D-Anlage, in dem unter anderem Billy Wilders „Irma la Douce“ Deutschlandpremiere feierte. Doch dem Kino droht schon im nächsten Jahr die Schließung, wenn der Mietvertrag des Kinobetreibers ausläuft. Der Besitzer des Gebäudes möchte die Miete erhöhen und an den Einzelhandel anpassen. Cinestar empfindet die Miete unter den jetzigen Umständen als profitabel, eine Erhöhung jedoch als „nicht darstellbar“. Das Unternehmen sucht inzwischen nach Ausweichflächen. In einer Unterschriftenaktion empörten sich über 3.000 Menschen über die mögliche Schließung des Kinos. Hoffnung auf den Weiterbetrieb des Kinos besteht durch das Übernahmeinteresse des Betreibers des „Passage Kino“ in Hamburg, Lochmann. Er möchte das Filmtheater ausbauen und das Konzept ändern. Doch ob sich der Eigentümer angesichts eines in den letzten Jahren abnehmenden Kinomarktes für den Weiterbetrieb des Filmtheaters entscheidet, ist ungewiss.

 

Stand 09/13

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Nordwestdeutsche Philharmonie Herford, Nordrhein-Westfalen

  • Gründung: 1950
  • Mitarbeiter: 85, davon 78 Planstellen im Orchester, 5 Verwaltungsmitarbeiter, 2 Techniker
  • Tätigkeitsfeld: Konzerte in der Region Ostwestfalen-Lippe und außerhalb, Jugendarbeit, Jugendarbeit mit Konzerten, Opern und Chorbegleitungen, Konzertreihen und Festivals
  • Finanzierung: Kommunen, Land, LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe), Eigeneinnahmen
  • Homepage: www.nwd-philharmonie.de

In Eisenhüttenstadt wird gesammelt, sortiert, dokumentiert und erforscht,- und zwar Gegenstände der DDR Alltagskultur. Das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR präsentiert seine Objekte und Arbeitsergebnisse seit 1993der interessierten Öffentlichkeit. Ziel des Museums ist es, den Alltag und die Gesellschaft der DDR verständlich zu machen. Dabei orientieren sich die Mitarbeiter am jeweils aktuellen Forschungsstand und kooperieren mit Hochschulen und Museen. Ob weiterhin in Eisenhüttenstadt Raum für den öffentlichen Diskurs um die deutsch-deutsche Zeitgeschichte ist, ist ungewiss. Die Stadt Eisenhüttenstadt hat angekündigt, ihre Mittel in Höhe von ca. 76.000 Euro ab kommendem Jahr zu streichen. In diesem Fall würde auch der Landkreis von einer Finanzierung ebenfalls Abstand nehmen. Gerade erst wurde eine neue Dauerausstellung mit dem Titel „Alltag: DDR“ eröffnet – mit Unterstützung aus dem Gedenkstättenprogramm des Bundes. Wie lange das Fachmuseum für die Alltagskultur der DDR noch solch originelle Projekte umsetzt, entscheidet sich in den nächsten Wochen und Monaten.

 

Stand 09/13

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