65 Jahre Mauerbau: Erinnerung bewahren, Welterbeprozess vorantreiben
Berliner Mauer und innerdeutsche Grenze sind Erinnerungsorte von weltweiter Bedeutung
Berlin, den 13.08.2026. Heute vor 65 Jahren, am 13. August 1961, begann der Bau der Berliner Mauer. Sie wurde zum weltweit sichtbaren Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Zugleich steht ihr Fall im November 1989 für die Kraft friedlichen Protests und die Überwindung einer Grenze.
Der Deutsche Kulturrat erinnert an die Opfer der deutschen Teilung und fordert zugleich, die Berliner Mauer und die Zeugnisse der innerdeutschen Grenze dauerhaft als Orte der Erinnerung zu sichern und ihre internationale Bedeutung stärker sichtbar zu machen. Dazu gehört auch, den Nominierungsprozess für den Natur- und Kulturraum Grünes Band als gemischte UNESCO-Welterbestätte konsequent voranzutreiben und die Berliner Mauer als weltweit bekanntes Symbol der deutschen Teilung angemessen einzubeziehen.
Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates: „Die Berliner Mauer steht für Unfreiheit und Teilung, ihr Fall steht für die friedliche Überwindung einer Grenze. 65 Jahre nach ihrem Bau müssen wir die Erinnerung an die Opfer wachhalten und zugleich die universelle Botschaft des Mauerfalls, die Sehnsucht nach Freiheit, weitertragen. Die Berliner Mauer und die innerdeutsche Grenze gehören zum kulturellen Gedächtnis weit über Deutschland hinaus und sind weltweit einmalig. Darum sollte der Welterbeprozess jetzt vorangetrieben werden.“
Der Deutsche Kulturrat setzt sich gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) dafür ein, den Natur- und Kulturraum Grünes Band als gemischte Welterbestätte anzuerkennen. Entlang der fast 1.400 Kilometer langen ehemaligen innerdeutschen Grenze verbinden sich heute einzigartige Naturräume mit Orten der Erinnerung an Teilung, Repression, Widerstand und friedliche Revolution.
Die Auseinandersetzung mit der deutschen Teilung und ihren Folgen bildet zugleich einen wiederkehrenden Schwerpunkt der kulturpolitischen Arbeit des Deutschen Kulturrates und seiner Zeitung Politik & Kultur. Im März 2026 widmete sich ein umfangreicher Schwerpunkt unter dem Titel „Erinnerungsort Deutsche Teilung – Das Grüne Band“ der Geschichte und Gegenwart entlang der ehemaligen Grenze, der Bedeutung der dortigen Erinnerungsorte und dem Weg zu einer möglichen UNESCO-Welterbestätte.
Bereits im Oktober 2025 fragte Politik & Kultur im Schwerpunkt „Wertewandel 1989–2025“, welche Werte die friedliche Revolution von 1989 prägten, was sie uns heute noch sagen und wie sie sich seitdem verändert haben. Gemeinsam mit der Stiftung Berliner Mauer und Deutschlandradio wurde diese Debatte auch in einer öffentlichen Veranstaltung in der Gedenkstätte Berliner Mauer fortgeführt.
Der 13. August mahnt, die Geschichte der deutschen Teilung nicht nur als abgeschlossene Vergangenheit zu betrachten. Die Erinnerung an Mauer und innerdeutsche Grenze erzählt von Diktatur und Unfreiheit, aber auch von Zivilcourage, demokratischem Aufbruch und der Möglichkeit friedlicher Veränderung. Diese Geschichte zu bewahren und für kommende Generationen erfahrbar zu machen, bleibt auch eine kulturpolitische Aufgabe.
Berliner Mauer muss Weltkulturerbe werden!
Olaf Zimmermann und Gabriele Schulz über den Welterbeprozess für Berliner Mauer und innerdeutsche Grenze
Politik & Kultur: „Erinnerungsort Deutsche Teilung – Das Grüne Band“
Schwerpunkt zur Geschichte und Gegenwart der ehemaligen innerdeutschen Grenze, zu Erinnerungskultur und Welterbe
Politik & Kultur: „Wertewandel 1989–2025“
Schwerpunkt zur Frage, welche Werte die Entwicklungen von 1989 bestimmten und welche Bedeutung sie heute haben
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