Freihandel & Kultur

Spätestens mit Beginn der intensiven Verhandlungen zur Liberalisierung des Welthandels Mitte der 1990er Jahre ist auch der Kultur- und Medienbereich in das Visier der Handelsliberalisierer geraten. Aktuell bedrohen die Freihandelsabkommen TTIP, CETA sowie weitere Abkommen wie TiSA die kulturelle Vielfalt Deutschlands und Europas. Der Deutsche Kulturrat e.V. engagiert sich gegen die Abkommen, denn Kultur darf nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden.

Um auf die Risiken aufmerksam zu machen, veranstaltete der Deutsche Kulturrat am 21. Mai 2015, dem Tag der kulturellen Vielfalt, einen Aktionstag unter dem Motto „Kultur braucht kein TTIP!“ und organisierte gemeinsam mit elf weiteren Trägern und über 170 weiteren unterstützenden Vereinen, Verbänden und Organisationen die Großdemonstration „TTIP und CETA stoppen! – Für einen gerechten Welthandel!“ am 10. Oktober 2015, auf der etwa 250.000 Demonstranten ihre Stimme gegen Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA erhoben.

Unterthemen

TTIP, das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU, bedroht die kulturelle Vielfalt Deutschlands und Europas.

CETA, das geplante Freihandelsabkommen zwischen Kanada und der EU, ist die Blaupause für TTIP. Daher stellt CETA ebenso eine Bedrohung für die ausdifferenzierte, europäische Kulturwirtschaft dar.

TTIP und CETA sind nicht die einzigen Freihandelsabkommen, die sich bei erfolgreicher Ratifizierung negativ auf den deutschen und europäischen Kultur- und Medienbereich auswirken können. Aktuell sind weitere Abkommen wie TiSA zur Liberalisierung von Dienstleistungen in 50 Staaten und deren Folgen für die Kultur nicht außer Acht zu lassen.