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03.04.2009
Kulturgut Computerspiel? - Ein Mediengenre zwischen Akzeptanz und Ablehnung

Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 25. bis 27. Mai 2009 in Kooperation mit dem Deutschen Kulturrat, Berlin
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Programm, Organisatorisches, Kosten, Anmeldung (pdf)
 
An Computerspielen scheiden sich immer wieder die Geister: Einerseits sind sie mittlerweile stilprägend für andere kulturelle Genres wie Literatur und Theater, nicht umgekehrt. Andererseits stehen sie in der Öffentlichkeit unter dem Generalverdacht des Schunds und der Gewaltverherrlichung.
Das Feld der Computerspiele vergrößert sich stetig. Welche Formen gibt es eigentlich? Und wer sind die Spieler? Worin kann der künstlerische Wert eines Computerspiels bestehen? In Vorträgen und Diskussionen sollen Antworten zu diesen Fragen gefunden werden, daneben gibt es die Gelegenheit, verschiedene Computer- und Konsolenspiele direkt in Augenschein zu nehmen und auszuprobieren.
 
Als Produkte der Kulturwirtschaft haben Computerspiele allerdings auch einen anderen Charakter als klassische Kulturgüter. Wie keine andere Sparte stehen sie in einem Spannungsfeld von Kunst, Ökonomie und Gesellschaft. Sind sie primäres Produkt eines künstlerischen Gestaltungsaktes oder folgen sie nur der Nachfrage auf dem Konsumgütermarkt?
 
Mit der Aufnahme des Spieleentwickler-Bundesverbands G.A.M.E. in die Sektion Film und audiovisuelle Medien des Deutschen Kulturrat wurde ein bewusster Schritt getan, Computerspiele als Gegenstand der Kulturpolitik anzuerkennen. Vor wenigen Tagen wurde erstmalig der vom Bundestag, der Bundesregierung und der Computerspielebranche ausgelobte Deutsche Computerspielepreis in München vergeben. Lässt sich das Angebot an qualitativ hochwertigen Spielen verbreitern, wenn herausragende Produkte analog zu anderen kulturellen Genres gefördert werden?
 
Sie sind herzlich zum Diskutieren und Spielen eingeladen!
  • Dr. Georg Ruppelt, stellv. Vorsitzender des Deutschen Kulturrats e.V.
  • Olaf Zimmermann, Geschäftführer Dt. Kulturrat
  • Dr. Albert Drews, Evangelische Akademie Loccum, Tagungsleiter
  • Dr. Fritz Erich Anhelm, Akademiedirektor
 
 
 Das Progamm
 
Montag, 25. Mai 2009
bis 14:00 Uhr Anreise zum Nachmittagskaffee
14:00 Uhr

Begrüßung und Eröffnung
Dr. Albert Drews, Ev. Akademie Loccum

Dr. Georg Ruppelt,
stellv. Vorsitzender des Deutschen Kulturrates e.V., Berlin
I. Besichtigung eines Genres –Was sind Computerspiele?
Computerspiele: Typologisierung und Trends
Andreas Lange, Direktor Computerspiele-Museum, Berlin
16:30 Uhr Computerspiele: Wer sind die Konsumenten?
Wer spielt was warum wie viel?
Jun.-Prof. Dr. Jeffrey Wimmer, Mediensoziologe, TU Ilmenau
17:30 Uhr
Computerspiele: Mediengenre oder Gesamtkunstwerk?
Jun.-Prof. Dr. Rolf Nohr, Medienkulturwissenschaftler,
Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
19:30 Uhr
Kunst, Kultur, Computerspiele?
Streitgespräch über Sinn und Unsinn der Definition
von Computerspiele als Kulturgut
Olaf Zimmermann, Geschäftsführer Deutscher
Kulturrat e.V., Berlin
Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Staatssekretär für Kultur
in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Moderation: Dr. Albert Drews, Loccum
20:30 Uhr Annäherungen von Computern, Spielen und Menschen auf der Galerie
Dienstag, 26. Mai 2009
09:30 Uhr
15:30 Uhr
II. Anatomie des Computerspiels: Praxis und Forschung (Gruppe 1)
Wie entsteht ein Computerspiel?
Thomas Friedmann, Geschäftsführer, Funatics Software GmbH, Oberhausen
Dr. Michael Bhatty, Designer, Autor und Producer, Osnabrück
09:30 Uhr
15:30 Uhr
III. Computerspiele spielend entdecken (Gruppe 2)
Unterstützt und angeleitet von einem Team unter der Leitung von
Prof. Dr. Hartmut Warkus, Universität Leipzig, können die Teilnehmer verschiedene Computer und Konsolenspiele in Augenschein nehmen und ausprobieren
10:30 Uhr
16:35 Uhr
Computerspiele – literarisches und künstlerisches Genre?
Dr. Hans Joachim Backe, Literaturwissenschaftler, Ruhr-Univ.
Bochum
Dr. Jörg von Brincken, Theaterwissenschaftler, LMU München
11:45 Uhr
17:45 Uhr
Wenn Computerspiele zum Problem werden – Wie funktioniert der Jugendschutz?
Dipl-Päd. Gerald Jörns, Journalist, USK-Gutachter, Rodenberg
13:20 Uhr Gelegenheit zur Besichtigung des 1163 gestifteten Zisterzienser-Klosters Loccum
15:30 Uhr Computerspiele spielend entdecken
Anatomie des Computerspiels
Wiederholung der beiden Gruppenangebote des Vormittags mit den Teilnehmern/innen der jeweils anderen Gruppe
19:30 Uhr IV. Mehr Qualität für Computerspiele!
Qualität fördern – aber was heißt das?
Diskussion mit
Konstantin Mitgutsch, Österreichische Prüfstelle für die Positivprädikatisierung von Computerspielen und Universität Wien
Dr. Michael Bhatty, Designer, Autor und Producer, Osnabrück
Prof. Dr. Hartmut Warkus, Professor für Medienpädagogik, Universität Leipzig
Martin Lorber, Leiter der PR-Abteilung, Electronic Arts Deutschland
Mittwoch, 27. Mai 2009
09:30 Uhr Qualität fördern
Was bringt der Deutsche Computerspielpreis?
Eingangsstatements von
Malte Behrmann, Geschäftsführer Bereich Politik von G.A.M.E., Bundesverband der Entwickler von Computerspielen, Berlin
Thomas Schäffer, Geschäftsführer Nordmedia, Hannover
Oliver Passek, Medienboard Berlin-Brandenburg, Potsdam
Olaf Zimmermann, Geschäftsführer Deutscher Kulturrat e.V., Berlin
11:45 Uhr Computerspiele – als Kulturgut preis- und förderwürdig?Abschlussdiskussion mit Podium und Plenum
Moderation: Dr. Albert Drews, Loccum
12:30 Uhr Ende der Tagung mit dem Mittagessen
 
 
Programm, Organisatorisches, Kosten, Anmeldung (pdf)
 
 
Zur Information:
Das Buch „Streitfall Computerspiele: Computerspiele zwischen kultureller Bildung, Kunstfreiheit und Jugendschutz“, hg. v. Olaf Zimmermann und Theo Geißler (ISBN: 978-3-934868-15-1), in dem die Debatte über Computerspiele als Kulturgut der letzten zwei Jahre ausführlich dokumentiert ist, kann über jede Buchhandlung bezogen werden.

Das Buch ist als pdf-Datei auch kostenlos abrufbar unter: http://www.kulturrat.de/dokumente/streitfall-computerspiele.pdf
 
 

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